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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Donationen für verdiente Soldaten



Suworow
07.12.2013, 18:46
Einige Kilometer von meinem Wohort entfernt liegt das ehemalige Kloster & die Domäne Groß Ammensleben.
1806 erhielt Marschall Ney diese Domäne als Donation für militärische Verdienste und Treue.
Frage, gibt es noch weitere Beispiele dafür, das Napoleon verdiente Soldaten in dieser Art in deutschen Landen auszeichnete ?

HKDW
08.12.2013, 08:27
Diese Dotationen gab es massenweise, Napoléon bediente sich freizügig in den Taschen anderer.

z.b. Bessières - 40 000 francs rente anuelle vom Grußherzogtum Warschau 1807
20 000 francs rente anuelle surg Grignon et ses dépandances - 53 000 frances rente sur la Westfalie und 50 000 rente sur la Hannovre - 1808

Da brauchst du blos mal im Werk von Six nachblättern - besonders Westfalen musste herhalten - schon clever andere für sich bezahlen zu lassen, Plünderung auf dem höchsten Niveau - als Dotation getarnt.

Suworow
08.12.2013, 08:34
Diese Dotationen gab es massenweise, Napoléon bediente sich freizügig in den Taschen anderer.....

- schon clever andere für sich bezahlen zu lassen, Plünderung auf dem höchsten Niveau - als Dotation getarnt.

Nun ja, die Domäne Groß - Ammensleben ist in keiner Weise mit so einem Brocken wie das Herzogtum Warschau zu vergleichen.
Gleichwohl in einem Gebiet gelegen mit hervorragenden Böden sicherlich recht einträglich gewesen.
Dort vor Ort ist übrigens ein kleines Museum eingerichtet und man sagt dort, das der berühmte Marschall Frankreichs " keine Zeit " hatte dort vorbei zu schauen.
Gleichwohl kassiert, das hatte er !:)

Irene Hartlmayr
08.12.2013, 09:25
Diese Dotationen gab es massenweise, Napoléon bediente sich freizügig in den Taschen anderer.

z.b. Bessières - 40 000 francs rente anuelle vom Grußherzogtum Warschau 1807
20 000 francs rente anuelle surg Grignon et ses dépandances - 53 000 frances rente sur la Westfalie und 50 000 rente sur la Hannovre - 1808

Da brauchst du blos mal im Werk von Six nachblättern - besonders Westfalen musste herhalten - schon clever andere für sich bezahlen zu lassen, Plünderung auf dem höchsten Niveau - als Dotation getarnt.


Lieber HKDW!
Du hast,wie üblich,einen negativen Akzent gesetzt.Plünderung,etc.
Ist Dir schon jemals der Gedanke gekommen dass diese Dotationen im Ausland
eventuell den Zweck hatten,die so Dotierten zu motivieren.Wer eine Dotation im
Ausland bekommen hat,ist zumeist daran interessiert diese zu behalten;d.h.er
wird sich bemühen seine Pfründe zu behalten und sich eventuell dafür einzusetzen,d.h.er bleibt bei der Sache.
:attention:
Gruss,
IRENE.

Tellensohn
08.12.2013, 09:31
..." keine Zeit " hatte dort vorbei zu schauen. Gleichwohl kassiert, das hatte er !:)


schon clever andere für sich bezahlen zu lassen, Plünderung auf dem höchsten Niveau - als Dotation getarnt.

Wie das Tausende vor und nach ihnen auch gemacht haben. Das nennt man Ausbeutung. So funktioniert Feudalismus, so funktioniert Kapitalismus, so funktionieren diktatorische, imperialistische, marktwirtschaftliche Systeme, egal mit welchem Etikettchen sie versehen sind. Was ist denn daran besonderes - ausser dass man mal wieder die bösen Napoleoniden als ganz besonders üble Missetäter anschwärzen kann.:mad:

Irene Hartlmayr
08.12.2013, 09:51
Wie das Tausende vor und nach ihnen auch gemacht haben. Das nennt man Ausbeutung. So funktioniert Feudalismus, so funktioniert Kapitalismus, so funktionieren diktatorische, imperialistische, marktwirtschaftliche Systeme, egal mit welchem Etikettchen sie versehen sind. Was ist denn daran besonderes - ausser dass man mal wieder die bösen Napoleoniden als ganz besonders üble Missetäter anschwärzen kann.:mad:

Ganz richtig!
Das unterschreibe ich voll und ganz!
Es ist ein bemerkenswertes Kennzeichen dieser Zeit,dass Alles was bei Anderen als "normal" hingenommen wird,bei Napoleon und den Seinen angekreidet und
angeprangert wird.
Napoleon ist einer der am meisten missbrauchten "Sündenböcke" der Geschichte!!!

Grüsse,IRENE. :prost: :attention: :( :duell: :D

Suworow
08.12.2013, 10:49
....dass man mal wieder die bösen Napoleoniden als ganz besonders üble Missetäter anschwärzen kann.:mad:

Das zu implizieren war allerdings nicht meine Absicht !
Mir ging es lediglich darum Beispiele für Sachsen & Preußen z.B. zu suchen, wo Kaiser Napoleon ähnlich verfuhr.

Und das Bitte sehr, völlig wertfrei !:)

Um die Verdienste des Marschalls zu würdigen und seine Motivation zu stärken wäre aus meiner Sicht eine Dotation im französischen Kernland über Zweifel erhaben gewesen.

Bataaf
08.12.2013, 11:31
Napoleon ist einer der am meisten missbrauchten "Sündenböcke" der Geschichte!!!



Mir kommen die Tränen. :confused:

joerg.scheibe
08.12.2013, 13:47
in Suworows Nähe
* Augustinerklosetr Hamersleben an Masséna
* Röderhof, Dingelstedt, Anderbeck an Boyer#
* Hornburg an Sorbier

Gruß
Jörg

Suworow
08.12.2013, 15:07
Danke Jörg,

das war mir bisher nicht bekannt.
Ich kenne zwar die Orte, habe diese auch teilweise mehrfach aufgesucht, aber unter diesem Gesichtspunkt dort auch vor Ort nicht hinterfragt.
Was ich bei Gelegenheit nachholen werde !

Irene Hartlmayr
08.12.2013, 16:08
Mir kommen die Tränen. :confused:

Dann trockne sie Dir ab!
Ich habe etwas gegen das Messen mit zweierlei Masstab und gegen die Unge-
rechtigkeit im Urteilen. :D

IRENE.

KDF10
08.12.2013, 18:23
Lieber HKDW!
Du hast,wie üblich,einen negativen Akzent gesetzt.Plünderung,etc.
Ist Dir schon jemals der Gedanke gekommen dass diese Dotationen im Ausland
eventuell den Zweck hatten,die so Dotierten zu motivieren.Wer eine Dotation im
Ausland bekommen hat,ist zumeist daran interessiert diese zu behalten;d.h.er
wird sich bemühen seine Pfründe zu behalten und sich eventuell dafür einzusetzen,d.h.er bleibt bei der Sache.
:attention:
Gruss,
IRENE.

Liebe Irene,
ich habe mich zu diesem Thema bisher nur mit dem Königreich Westphalen und speziell mit der Stadt Hannover befasst.Das war Plünderung. Das Land litt unter dem Abfluss von Kapital ins Ausland. Das verminderte die Kaufkraft, wodurch die Grundstücks- und Häuserpreise sanken. Handwerker machten bankrott, weil ihre Leistungen für viele unerschwinglich waren. Dazu musste das Königreich Westphalen immense Kosten für die Hofhaltung Jeromes aufbringen. Weiter die Kosten für französische Besatzungstruppen. Damals gab es im Harz noch Silberminen. Ein großer Teil der Förderung dieser Minen musste kostenlos abgegeben werden. Die Minen gingen bankrott und die Aktionäre waren pleite. Mal abgesehen davon, dass die Silberschmiede sich das verbliebene Silber überhaupt nicht mehr leisten konnten, weil es viel zu teuer war. Mit allen Mitteln hat man in Hannover versucht die Franzosen auszutricksen, damit das Land nicht den Bach runterging. Ein leitender Beamter (wie man heute sagen würde) in Hannover war Ignaz Merzinsky, der hat darüber geschrieben https://archive.org/stream/erinnerungenaus01unkngoog#page/n9/mode/2up. Weitere Informationen dazu findest du bei Bernhard Hausmann http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/titleinfo/2531396. Jerome hat 1811 einen Brief an seinen Bruder Napoleon geschrieben, in dem er sich über die katastrophale wirtschaftliche Situation in seinem Königreich beklagte. Das führte zu einer ständig steigenden Unzufriedenheit im Land. Soldaten aus dem Königreich Westphalen prügelten sich regelmäßig mit französischen Soldaten, wobei es auch Tote gab. In Braunschweig wurde ein französischer Offizier ermordet. Der (die?) Täter wurden nie gefasst. Demonstrativ wurde in Braunschweig ein Deutscher hingerichtet, der mit der Sache überhaupt nichts zu tun hatte. Der war vorher wegen eines anderen Verbrechens zum Tode verurteilt worden und sollte eigentlich in Wolfenbüttel hingerichtet werden. Zur Abschreckung wurde der Hinrichtungsort nach Braunschweig verlegt.

Grüße Dieter

Irene Hartlmayr
08.12.2013, 18:29
Liebe Irene,
ich habe mich zu diesem Thema bisher nur mit dem Königreich Westphalen und speziell mit der Stadt Hannover befasst.Das war Plünderung. Das Land litt unter dem Abfluss von Kapital ins Ausland. Das verminderte die Kaufkraft, wodurch die Grundstücks- und Häuserpreise sanken. Handwerker machten bankrott, weil ihre Leistungen für viele unerschwinglich waren. Dazu musste das Königreich Westphalen immense Kosten für die Hofhaltung Jeromes aufbringen. Weiter die Kosten für französische Besatzungstruppen. Damals gab es im Harz noch Silberminen. Ein großer Teil der Förderung dieser Minen musste kostenlos abgegeben werden. Die Minen gingen bankrott und die Aktionäre waren pleite. Mal abgesehen davon, dass die Silberschmiede sich das verbliebene Silber überhaupt nicht mehr leisten konnten, weil es viel zu teuer war. Mit allen Mitteln hat man in Hannover versucht die Franzosen auszutricksen, damit das Land nicht den Bach runterging. Ein leitender Beamter (wie man heute sagen würde) in Hannover war Ignaz Merzinsky, der hat darüber geschrieben https://archive.org/stream/erinnerungenaus01unkngoog#page/n9/mode/2up. Weitere Informationen dazu findest du bei Bernhard Hausmann http://digital.ub.uni-duesseldorf.de/ihd/content/titleinfo/2531396. Jerome hat 1811 einen Brief an seinen Bruder Napoleon geschrieben, in dem er sich über die katastrophale wirtschaftliche Situation in seinem Königreich beklagte. Das führte zu einer ständig steigenden Unzufriedenheit im Land. Soldaten aus dem Königreich Westphalen prügelten sich regelmäßig mit französischen Soldaten, wobei es auch Tote gab. In Braunschweig wurde ein französischer Offizier ermordet. Der (die?) Täter wurden nie gefasst. Demonstrativ wurde in Braunschweig ein Deutscher hingerichtet, der mit der Sache überhaupt nichts zu tun hatte. Der war vorher wegen eines anderen Verbrechens zum Tode verurteilt worden und sollte eigentlich in Wolfenbüttel hingerichtet werden. Zur Abschreckung wurde der Hinrichtungsort nach Braunschweig verlegt.

Grüße Dieter

Lieber Dieter!
Das mag Alles stimmen-aber was hat das mit den Dotationen im Ausland zu tun???

Grüsse,
IRENE. :confused:

joerg.scheibe
08.12.2013, 18:47
@KDF,

Irenes Beiträge sind nun wirklich nicht mein Evangelium,
aber an ihrer letzten Antwort stimmt jede Silbe.

Jörg

KDF10
08.12.2013, 20:08
Lieber Dieter!
Das mag Alles stimmen-aber was hat das mit den Dotationen im Ausland zu tun???

Grüsse,
IRENE. :confused:

Lies Ignaz Merzinsky, dann weißt du was ich meine. Da geht es unter anderem auch um die Dotationen.1809 betrugen die allein im Königreich Westphalen 4.573.661 Francs.

Suworow
08.12.2013, 21:01
......
Das mag Alles stimmen-aber was hat das mit den Dotationen im Ausland zu tun???



Es mag natürlich sein, dass ich hier in´s Fettnäpfchen trete !?:cool:

Wie liebe Irene definierst du in diesem Falle Inn - und Ausland ?

Irene Hartlmayr
09.12.2013, 07:19
Es mag natürlich sein, dass ich hier in´s Fettnäpfchen trete !?:cool:

Wie liebe Irene definierst du in diesem Falle Inn - und Ausland ?

Siehe No.2 von diesem Thread.
Das ist doch aus allen Beiträgen klar!
"Ausland" ist hier bei diesen Überlegungen eine Gegend die nicht direkt zum
Kaiserreich Frankreich gehörte.
Hamburg war allerdings ab 1810 dazu direkt gehörig.Aber nicht Westphalen.

Irene.

Suworow
09.12.2013, 08:19
Siehe No.2 von diesem Thread.
....
Hamburg war allerdings ab 1810 dazu direkt gehörig.Aber nicht Westphalen.

.....

Jetzt habe ich das verstanden, Danke .