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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sachsen 1796-1806 (zeitgenössische Serie)



admin
14.01.2008, 21:10
Heute habe ich eine (leider) kleine, aber umso feinere Serie ins Netz gestellt ... diese zeigt auf 9 Tafeln (davon 4 der Artillerie) sehr detailliert Typen der "alten Sächsischen Armee", also von ca. 1796 bis 1806.

Leider ist die Serie anonym - vielleicht weiß ja einer der hier regen Sachsenkenner etwas zu dieser außergewöhnlich detaillierten Bilderserie zu sagen ... interessant auch die Darstellung unterschiedlicher Grade und verschiedener Posen ... man achte z.B. nur auf die Trageweise der Pistole beim Korporal der Infanterie.

Hier der Link zur Serie: http://www.napoleon-online.de/sachsen1796_1806.html

Schöne Grüße
Markus Stein

Da Capo
15.01.2008, 08:26
Besten Dank für das Einstellen dieser wirklich schönen Serie, die den Wohlstand in den sächsischen Landen so richtig zur Geltung bringt.

Leider kann ich zum Verfertiger der Serie auch nichts beitragen. Ich habe die Photos zur Serie noch zu ostzonalen Zeiten von Digby Smith bekommen, welcher sie wiederum aus der Lipperheide-Sammlung hatte.

Zur Datierung „bis 1806“ bin ich neuerdings etwas unschlüssig geworden. Ich hocke ja nun seit geraumer Zeit über einer Ausarbeitung zur sächsischen Artillerie in der Zeit von 1806-1809. Bei der Uniformierung der sächsischen reitenden Artillerie von 1806 werden Röcke „nach der bei den Cheveauxlegers Regimentern eingeführten Facon“ genannt.
Nun hat Herr Reinhold dankenswerter Weise in seinen Tafeln zur churfürstlichen Armee auch einen Offizier und einen Kanonier der erst 1806 aufgestellten Batterie bildlich festgehalten, die beide Röcke mit Stehkragen tragen. Es bleibt also die Unsicherheit, ob die sächsische Infanterie schon 1806 Stehkragen trug oder nicht. Da die Röcke eine Haltezeit von 3 Jahren hatten, wäre eine Umstellung auf Stehkragen in den Jahren 1802/03 Voraussetzung, wenn die Sachsen 1806 durchgängig mit Stehkragen hätten ausrücken sollen. Hier wäre ein evtl. Anhaltspunkt die Umstellung von Stehumfall- auf Stehkragen bei den Preußen und Österreichern.
Inwieweit das HStA in Dresden hier Abhilfe bieten kann, vermag ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu sagen, da ich mit den über 1.200 handgeschriebenen Blatt Hauptzeughaus-Akten zu den Jahren 1806/07/09 mehr als nur ausgelastet bin.

admin
15.01.2008, 09:36
Inwieweit das HStA in Dresden hier Abhilfe bieten kann, vermag ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu sagen, da ich mit den über 1.200 handgeschriebenen Blatt Hauptzeughaus-Akten zu den Jahren 1806/07/09 mehr als nur ausgelastet bin.

Da Capo ... aber gerne doch - auch ich halte die Sächsische Armee für eine der schönsten der Napoleonischen Zeit - und diese Tafeln bringen dies sehr gut zum Ausdruck. Sehr schade, dass (bisher) nur diese 9 Tafeln erschienen sind.

Wenn Du für Publikationen Bilder brauchst, dann melde Dich bitte - denn immerhin sind hier ja 4 Tafeln zur Artillerie (und ich habe auch Detailaufnahmen mit noch größerer Darstellung ;) ).

Bzgl. der Aktenlage im HStA bin ich überrascht ... haben die Militärakten den Februar 45 alle überlebt? Dann sitzt Du ja auf einem echten Schatz, der aber dadurch nur noch aufwändiger zu heben ist (da umfangreich) ... überhaupt scheinen viele Archivalien erhalten zu sein - von Oli habe ich auch erfahren, dass im "ominösen" Geheimen Staatsarchiv zu Berlin noch Einiges erhalten ist.

Schöne Grüße
markus stein

wufi
15.01.2008, 10:10
Zu den Tafeln kann man nur eines sagen:
WUNDERSCHÖN!

Aber ist das wirklich alles Detailtreue oder aber auch des Künstlers Genie?

Da Capo
15.01.2008, 15:00
Hallo Markus, danke für das Angebot. Ich komme zu gegebener Zeit gerne darauf zurück.

Leider hat von den HStA-Akten nur ein Teil den 13.02.45 und den anschließenden Besuch der sowjetischen Befreier überlebt. Beispiel Artillerie: Zwar haben die Hauptzeughausakten (also Belege zur Materialverwaltung 1806-1816 und zur Bespannung 1806 - 1809) überlebt, die Akten des Artillerie-Korps aber nicht. Es fehlt also zur „Gegenprobe“ und zur Ergänzung (da die Akten zwar durchgängig geheftet sind, aber dennoch nicht vollständig erscheinen) die zweite Hälfte.
Die Akten selbst gehen teilweise durcheinander (so befindet sich z.B. ein Ausrüstungsentwurf des Artillerieparks Frühjahr 1813 in den Akten von 1806).
Überaus positiv ist dabei anzumerken, dass die Akten eine Fülle bisher nicht veröffentlichter Informationen enthalten, die für die Darstellung dieser Zeit von essentieller Bedeutung und daher ans Licht zu bringen sind.

Sas
15.01.2008, 20:51
Absolutelly Enchanting!!!!
But, in my opinion, titles of the pictures are... streght... Shouldn't musketer von Ryssel be musketeer of Prinz Anton regiment? And the regiment Prinz Anton Freidrich , seems to me a little bit curious... I think it should be respectively:"Korpporal vom Regiment von Bünau ", and "Musketier vom Prinz Anton regiment". But perhaps I'm wrong.
Best Regards!!
Janek

Henning
16.01.2008, 10:10
Hallo,
ich kenne zwar kein sächsisches Infanterieregiment mit dem Namen Ryssel, aber mit dem Namen Rybel, welches wegen des ähnlichen Klanges gemeint sein müsste. Somit ließe sich auch der Zeitraum der Serie eingrenzen, denn besagtes Regiment trug den Namen zwischen 1800 und 1805 (ab 1805 von Bünau, ab 1806 Belilaqua, ab 1808 von Dyherrn, 1810 aufgelöst). Allerdings müssten die Aufschläge dann hellblau sein, sonst wäre es Reg. Prinz Anton, ebenso umgekehrt bei dem Korporal vom Reg. Anton (silberne Knöpfe scheinen beide zu haben). Da wir aber nicht wissen, wann und von wem die Bilder beschriftet und koloriert wurden (sicher von einem unterbezahlten Aushilfsangestellten) würde ich solchen Verwechslungen nicht unbedingt große Bedeutung zugestehen und sie unter „menschliches Versagen“ verbuchen. Wer weiß, vielleicht waren es auch Auftragsarbeiten, so nach dem Motto „…ich kaufe die Serie, aber nur wenn du mir andere (bestimmte) Regimenter malst!“.
Quelle für das Geschriebene: „Die Sächsische Armee von 1763- 1862“, Fritz Kersten und Georg Ortenburg
Gruß
Henning