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Anblick und Tätigkeiten nach der Schlacht

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  • #46
    Waterloo account 1815

    In "An account of the battle of Waterloo by a British Officer on the Staff" - herausgegeben in London 1815

    wird auch geschrieben über die Verletzten und Toten. Ich hoffe es ist kein Problem das es auf English geschrieben ist, sonst werde ich versuchen eine Übersetzung zu schreiben.

    -----------------------------------------------------------------------

    P.S. To you, who have so often seen a field of battle I have hardly thought it neccessary to enter into a description of the horrors which this day presented. But they so far exceed anything that we have witnessed, that I cannot, after all, avoid endeavouring to paint them to you in colours which, believe me, fall very far short of the reality.

    To say that where the battle raged most furiously the ground was actually covered with the dead and the dying; that arms and appointments of all the sorts were scattered throughout the field; that numbers of horses were seen in every direction, some only having lost their riders, others smarting under wounds, and wild from pain – others dreadfully lacerated, and unable to move, that the cavalry of the enemy and our own, repeatedly charging over the same ground, trampled indiscriminately on the wounded of both armies, and thus brought tenfold sufferings upon the miserable men whose wounds were too severe to allow of their seeking safety in the rear; and that the horrors of the scene were heightened by the constant bursting of shells, and at times, even by the explosion of a tumbril or an ammunition-wagon, is to give you a faint idea of what actually took place during those tremendous hours of destruction and death, the impression of which can never be effaced from the memory of those who had the good fortune to escape. On the fall of the hill behind our line, every hole, every little irregularity of ground, was filled with the wounded, whose strength had enabled them to creep thus far, in hopes to find shelter from the shot and shells of the enemy. Here horrible to relate ! were to seen followers of the army, both men and women, venturing so far, and lazarding their lives for plunder, and even wounded soldiers, forgetting their sufferings in their thirst after pillage, actually stripping their companions almost before life was extinct. In our front the wounded French, still more unfortunate, were lying in immense numbers, unable to regain their position, and exposed to the fire both of their enemies and of their friends. The road towards Brussels, from the multitude of wounded of every description passing to the rear, had the appearance of being filled by an army in column of march; while the farm houses and yards adjoining to the road were crammed with mangled wretches, who had contrived to drag themselves to that distance, and composed a horrid mass of dying and of dead.

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    • #47
      Verbrennung der Toten

      In den Erinnerungen des KGL-Soldaten Lindau beschreibt dieser seine Rückkehr auf das Schlachtfeld von Albuera acht Tage nach der eigentlichen Schlacht:

      Schon auf zwei Stunden Weges kam uns ein genz entsetzlicher und unbeschreiblicher Gestank entgegen. Man hatte die Todten verbrannt, und davon war die Luft so verpestet, daß wir nicht essen mogten, dazu war das Wasser aus dem Flusse wegen seines widerlichen Geruchs, den es von den Leichen, die darin lagen, angenommen haben mogte, ungenießbar.
      Ich denke, zumindest in den heißen Regionen dürfte diese Form der "Leichenbeseitigung" verbreiteter gewesen zu sein.

      Markus Stein
      "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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      • #48
        Zu dem Bild von Zix - Jena:
        Da bin ich skeptisch. Sind die Leute nicht bescheuert, einfach aufgelesene Musketen zu vebrennen? Was, wenn da noch welche geladen waren?

        Thema Leichenverbrennung:
        Ist zwar eine andere Zeit aber 1870/71 hat man auch versucht, nach den Schlachten Leichen zu verbrennen, was meist nur unvollständig möglich war. Bei Pferdekadavern funktionierte das garnicht richtig, denn die hatten zuviel Masse und wurden nur geröstet.
        Die Thematik der Schlachtfelddesinfizierung kann man in den nach dem Krieg erschienenen Sanitätsberichten nachlesen.

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        • #49
          Beerdingung nach Schlachten

          Hallo an alle,

          wir hatten in meinem Heimatort damals Neumarkt an der Rott in Oberbayern eine kleinere Schlacht am 24. April 1809. Es kämpften ca. 10000 Bayern gegen 35000 Österreicher, dazu französische Reiterei.

          Nach den Berichten sind 650 Bayern gefallen und 703 Österreicher. Zu den gefallenen französischen Reitern gibt es keine greifbaren Zahlen. In zwei schweren Reitergefechten sollen aber die beiden Chasseur-Regimenter fast vollständig aufgerieben worden sein.

          Da die Schlacht gegen Mittag endete und die siegreichen Österreicher noch in der Nacht zum 25.April abrückten und Bayern und Franzosen auf der Verfolgung nur durchzogen, wurden die Gefallenen von der Bevölkerung bestattet.

          Im Jahr 1836 konnten noch 40 Grabstellen festgestellt werden. Die verwitterten Holzkreuze wurden ersetzt durch Eisenkreuze und Inschriften. Die überlieferten Zahlen der Gefallenen in einem Grab sind z. B. 3, 7, 9 Franosen, 110 Bayern, über 200 franz. Reiter und die höchste Zahl in einem Massengrab mit 500. Dazu kommen in den größeren Märkten und Städten rundum Lazarette, wobei die verstorbenen Soldaten aber fast immer auf gesonderten Lazarett-Friedhöfen bestattet wurden. Ich bin gerade dabei Zahlen zu ermitteln aber das geht sehr zäh.

          Alle 40 Eisenkreuze sind aktuell vorhanden und werden von Kameraden und mir restauriert und gepflegt. Im Hinblick auf den 200. Gedenktag 2009 sind wir gerade wieder aktiv.

          M.f.G Franz-Joseph Gruber Neumarkt-St. Veit
          Zuletzt geändert von Franz-Joseph; 12.03.2007, 17:35.

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          • #50
            Das machte die ortsansässige Bevölkerung

            In allen Werken, die die damalige Zeit behandeln, kann man - sofern dieses Thema überhaupt erwähnt wird - lesen, dass die Beisetzung der Gefallenen der ortsansässigen Bevölkerung überlassen blieb. In der militärischen Organisation war kein Gefallenenwesen eingeplant. Man verließ sich - zurecht - darauf, dass die Anwohner im eigenen Interesse als Seuchenschutzmaßnahme, die Gefallenen beisetzten. Die Leichenfledderungen bekommen dadurch auch - wenigstens teilweise - den Charakter einer Bezahlung für diesen letzten Dienst. Militärische Behörden griffen nur ein, wenn ein Ortskommandant - auch wieder als Seuchenschutzmaßnahme und nicht aus Pietätsgründen - die Anordnung für die Beisetzung traf. In diesen Fällen wurden auch Gefallene aus angrenzenden Wäldern zügig geborgen und bestattet. Andernfalls wurden natürlich zunächst nur die genutzten Areale von Gefallenen geräumt. Diese wurden dann aber auch regelmäßig beigesetzt, da es sich dabei um eine Christenpflicht handelte. Dies änderte sich übrigens erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts allmählich. Erstmals im 1. Weltkrieg haben die Kriegsparteien ihre Gefallenen durch eigenes Personal in besonders für diesen Zweck angelegten Friedhöfen bestattet. Das ist auch der Grund dafür, dass bis dahin zwar auf den Schlachtfeldern Denkmäler für einzelne Regimenter usw. zu finden sind, aber keine Friedhöfe.

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            • #51
              hab mal gelesen, das die verbrennung nach der schlacht von waterloo der genehmigung des papstes bedurfte...., das fett der verbrannten soll aus dem scheiterhaufen auf die chaussee nach charleroi geflossen sein und diese tage unpassierbar gemacht haben....( meine das bei k.von keusgen das gelesen zu haben, daher weiss ich nicht, ob das der wahrheit entspricht?)
              Ein Soldat kann seinen Kopf verlieren, aber niemals einen Knopf!

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              • #52
                Zitat von Cuirassier Beitrag anzeigen
                meine das bei k.von keusgen das gelesen zu haben, ...
                Steht auf jeden Fall so im Keusgen. Kann jemand etwas dazu sagen?

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                • #53
                  Hallo,

                  nach der Völkerschlacht bei Leipzig sollen die verwesenden Leichen sogar das Grundwasser vergiftet haben weshalb die Stadt evakuiert werden mußte. Weiß jemand wie lange es gedauert hatte bis die Leipziger ihre Stadt wieder bewohnen konnten. Das schlimme war, daß bei Leipzig mehr Menschen getötet oder verwundet wurden als wie die Stadt Einwohner hatte, wodurch es angeblich mehrere Jahre gedauert haben soll bis die Folgen der Schlacht beseitigt werden konnten.
                  >Unter der alten Ordnung wären Sie in der Küche gewesen, und ich im Pferdestall !<
                  Marschall Murat zu dem Vorwurf daß die königlichen Feste prachtvoller gewesen wären als die napoleonischen.

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                  • #54
                    Das Leipzig nach der Völkerschlacht evakuiert wurde ist mir neu, wer behauptet das denn?
                    Wenn Dich das Geschehen in Leipzig nach der Völkerschlacht interessiert, dann solltest Du Dir folgendes Buch besorgen:
                    "Tage nach der Völkerschlacht- Aufzeichnungen der Stadtschreiber 19. Oktober 1813 bis 07. Februar 1814"; Urania- Verlag, Leipzig- Jena- Berlin; Leipzig 1988
                    Gruß Henning
                    Wenn man merkt, dass man auf einem toten Pferd sitzt, sollte man absteigen!

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                    • #55
                      Zitat von Henning Beitrag anzeigen
                      "Tage nach der Völkerschlacht- Aufzeichnungen der Stadtschreiber 19. Oktober 1813 bis 07. Februar 1814"; Urania- Verlag, Leipzig- Jena- Berlin; Leipzig 1988
                      Gruß Henning
                      Genau in diesem Buch wollte ich dieses Wochenende nachschlagen, um die auch mir neue "These" zu verifizieren ... kann ich mir ja jetzt sparen

                      Markus Stein

                      P.S. natürlich kann ich den Buchtipp von Henning nur unterstreichen!
                      "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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                      • #56
                        also, das glaube ich auch nicht...dagegen sprechen doch einige fakten...z. bsp.

                        bereits am 23.10. 1813 wurde das theater wieder geöffnet, am 24. verordnete der rat der stadt die büger bei strafe von 5 talern, den unrat vor ihren hause zu entfernen, am 5. 11. erliess oberst prendel einen erlass, er wolle das neu aufkommende gesellschaftliche und geschäftliche leben nicht stören....und die ausgangssperre wurde auf nach 22 uhr festgelegt...

                        die ruhr und typhus waren ja schon inder stadt, eine evakuierung hätte das fieber ledeglich weitergetragen....ausserdem gibt es weitere erlasse im nov. u dez....über das reiten in der stadt, festvorstellungen, usw......halte ich also für unwahrscheinlich...
                        Ein Soldat kann seinen Kopf verlieren, aber niemals einen Knopf!

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                        • #57
                          Zum Thema Plünderung der Leichen hier ein Bericht aus dem Frühjahrsfeldzug 1814:

                          http://books.google.com/books?pg=PA83&&id=y6BJAAAAMAAJ

                          Inmteressant, daß hier (oft ? meist ? immer ?) Soldaten das Geschäft des Ausziehens der Toten übernahmen, anscheinend gleich im großen Stil.

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                          • #58
                            Ist zwar schon fast zwei Jahre her, aber passt hier sehr gut in den Thread:

                            Im Jän 2010 wurden in Wien beim U-Bahn-Bau auf dem ehemaligen Flugplatz Aspern, 1809 Schauplatz der Schlacht um Aspern und Eßling
                            (ja, genau!: Napoleons erste Niederlage! ), zwei Gräber entdeckt.
                            Es handelt sich um französische Soldaten.


                            Archäologen und Historiker der Stadtarchäologie Wien legten dann die Skelette gänzlich frei und sicherten sie. Erhaltungszustand, Lage und Kleidungsreste aus Metall brachten dann Gewissheit: Es war ein Grab mit französischen Soldaten, die in der Schlacht von Aspern 1809 ums Leben gekommen waren.
                            Der ganze Zeitungsbericht:
                            http://www.krone.at/krone/S32/object...cms/index.html

                            Auf der selben Großbaustelle wurde auch schon ein Pferde-Massengrab freigelegt, detto von 1809.
                            Zuletzt geändert von Nordbahnbertl; 12.11.2011, 07:41. Grund: Zusatzinfo

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                            • #59
                              Zitat von Cuirassier Beitrag anzeigen
                              hab mal gelesen, das die verbrennung nach der schlacht von waterloo der genehmigung des papstes bedurfte

                              Christen durften bis vor "kurzem" lt kath. Kirche nicht verbrannt werden, denn sonst kam man nicht in den Himmel ...

                              Zeitschrift Spiegel 28/1964:
                              Was ist ein Katholik? Einer, der sich nicht verbrennen lassen darf." "Diese ebenso oberflächliche wie eingefleischte Definition", schrieb die "Süddeutsche Zeitung", wird man jetzt revidieren müssen." Grund: Das Heilige Offizium, die oberste Glaubens- und Sittenbehörde der katholischen Kirche, hat mit Billigung Pauls VI. das kirchenrechtliche Verbot der Feuerbestattung aufgehoben.
                              Der ganze Artikel: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46174164.html

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                              • #60
                                Zitat von Nordbahnbertl Beitrag anzeigen
                                Christen durften bis vor "kurzem" lt kath. Kirche nicht verbrannt werden, denn sonst kam man nicht in den Himmel ...

                                Zeitschrift Spiegel 28/1964:


                                Der ganze Artikel: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46174164.html
                                Wo waren denn da Katholiken? Bin da nicht ganz so fit, aber in Waterloo kämpften Hannoveraner und Braunschweiger, also meist Protestanten. Die Soldaten der Kings German Legion kamen meist aus Norddeutschland, also auch zum größen Teil Protestanten. Die Engländer hatten mit der katholischen Kirche nichts am Hut, sie hatten, bzw. haben noch immer ihre eigene Kirche, die Anglikanische. Bleiben noch Belgier und Holländer. Wie das bei denen mit der Religion aussah, weiß ich nicht. Die Franzosen sind dann wieder ein ganz anderes Thema. Die haben sogar den Papst verschleppt, seine Meinung dürfte denen also vollkommen egal gewesen sein.

                                Ich hab das schon an anderer Stelle geschrieben, Verlustlisten zum Russlandfeldzug 1812 gibt es bei www.denkmalprojekt.org. Was hier nicht angesprochen wird, oder nur unvollständig. Als erstes wurden die Toten von den Soldaten gefleddert. Da gab es wohl auch keine großen Unterschiede, ob der Tote ein Feind oder ein Verbündeter war. Erst dann kam die Zivilbevölkerung zum Zuge. Viele Schwerverletzte wurden erschlagen. Man kann sich darüber streiten, ob der Täter dem Opfer keine Überlebenschance mehr einräumte, oder einfach nur später nicht zur Verantwortung gezogen werden wollte.

                                Danach gab es teilweise ganz erhebliche Verluste in der Zivilbevölkerung, was für Leipzig gut dokumentiert ist. Durch die katastrophalen Verhältnisse in den Lazaretten brachen Seuchen aus.
                                Zuletzt geändert von KDF10; 15.11.2011, 19:30.

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