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Plünderungen - Congreve-Raketen ???

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  • Plünderungen - Congreve-Raketen ???

    1.1.
    Inwieweit wurden tote und verwundete Soldaten vom Gegner (nicht Bevölkerung) geplündert um fehlende Gegenstände (Waffen, Munition, Kleider, Gepäck etc.) zu beschaffen?
    War das organisiert oder gerade nicht oder aber verpönt?
    Konnte also ein Infantrist sich dadurch z.B. Stiefel, Hosen, Säbel, Kochgeschirr etc. aneignen. Ich meine damit nicht Schmuck etc. zum Bereichern. Grundfrage ist die Beschaffung der Dinge, da doch nicht immer dergleichen "von hinten" ersetzt werden konnte?
    1.2.
    Liessen sich Pferde so einfach verwenden, wenn sie andere Befehle/Handhabung gewohnt waren?
    1.3.
    Welche ausländischen Gewehre/Munition und Kanonen konnten die Franzosen selbst verwenden und welche nicht?

    2.
    Und noch etwas anderes: Was geschah nach 1815 mit den Congreveschen Raketen? Wurden sie unmittelbar weiterentwickelt oder stagnierte das Projekt zunächst? An anderer Stelle hier las ich zwar, dass sie Ende des Jahrhunderts gegen Granaten ausgetauscht wurden, aber mich interessiert, ob bis dahin die doch mäßige Efektivität schnell erhöht wurde und ob andere Nationen sie ebenfalls weiter verwendeten (1864, Königgrätz, 1870/71, Krimkrieg)?


    Ich freue mich auf Euer Wissen!
    LeB
    Zuletzt geändert von Le Bonapartiste; 29.07.2008, 14:52.
    "Es gibt nur zwei Mächte in der Welt: Das Schwert und den Geist. Auf die Dauer wird das Schwert immer durch den Geist besiegt."

    "...alle Bestrebungen müssen darauf zielen, durch Frieden zu herrschen. Ich war genötigt, Europa durch Waffen zu bändigen, heute muss man es überzeugen."

    "Genies sind Meteore, bestimmt zu verbrennen, um ihr Jahrhundert zu erleuchten."


  • #2
    Les mal ein paar Memoiren, dann wirst du mehr wissen.

    Kommentar


    • #3
      Prima, wie Du durchgehend als freundlicher und hilfreicher Mensch auffällst! Ansonsten spare ich mir weitere Kommentare zu Deiner Antwort!
      "Es gibt nur zwei Mächte in der Welt: Das Schwert und den Geist. Auf die Dauer wird das Schwert immer durch den Geist besiegt."

      "...alle Bestrebungen müssen darauf zielen, durch Frieden zu herrschen. Ich war genötigt, Europa durch Waffen zu bändigen, heute muss man es überzeugen."

      "Genies sind Meteore, bestimmt zu verbrennen, um ihr Jahrhundert zu erleuchten."

      Kommentar


      • #4
        Hallo,

        sei nicht böse, wer HKDW schon lange kennt, weiß seine kurze-knappe Art zu schätzen (und zu fürchten) ... aber HKDW, hier muss ich unserem Bonapartisten Recht geben: denn einfach mal ein paar Memoiren zu lesen, führt vielleicht nicht unbedingt zur aktuell brennenden Fragestellung. Aber vielleicht kannst Du es ja präzisieren, welche Memoiren hier Hinweise auf Plünderungen von Toten/Verwundeten liefern - ich könnte aus dem Stegreif keine benennen, vielleicht Thomas Hemmann?

        Eine Bitte noch an den Bonapartisten: bitte die Congreve-Frage gesondert im Waffen-Unterforum posten - hier kann ich etwas Material beisteuern, passt aber nicht hier in den Thread.

        Schöne Grüße
        Markus Stein
        "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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        • #5
          Les halt dann nur mal meine Ausarbeitung über die Bayerischen Musketen, hier wurden doch die Schlachtfelder gezielt nach Österreichischen Musketen abgesucht - zudem was ist den mit den Waterloo Teeth?
          Also auch den Leichen wurden Zähne ausgebrochen um sie dann verkaufen zu können.
          Wenn Zeit dazu gegeben war, wurden ja auch die Leichen nackt ausgezogen, gebrauchsfähiges Material und Uniformteile (soweit nicht zerfetzt) wurden sicherlich mitgenommen oder angeeignet.

          Kommentar


          • #6
            Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
            Les mal ein paar Memoiren, dann wirst du mehr wissen.
            Ich schmücke mal diese Antwort aus dem "grossen Kanton" ein bisschen mit Denkanstössen aus

            Zu 1.1. Ausgrabungen haben gezeigt, dass die Soldaten oftmals ein Sammelsurium an Uniform- und Ausrüstungsteilen aus den verschiedenen Heeren trugen. Schau doch mal was die westf. Garde-Jäger 1812 bei der Nachhut für Aufgaben hatten.

            Zu 1.2. Ein Pferd ist ein Fluchttier, d.h. ohne Training geht nichts. Zudem eignen sich nicht alle Rassen für die gleichen Aufgaben (Einen Freiberger eine Kanone schleppen zu lassen, wäre eine Schande).

            Zu 1.3. HKDW hat doch mal ein Artikel dazu geschrieben, dass sogar der Vorgänger vom Modell 1777 (Modell 1763) noch in Gebauch war. Schau doch mal (Infos sicher auch auf dieser Seite) mit welchen Beständen neu aufgestellte Einheiten (z.B. die Westfählische Armee 1807) ausgerüstet wurden.

            Zu 2. Schau doch mal ins Napoleon-Online-Archiv (alte Seite)
            Je l'ay emprins

            Kommentar


            • #7
              Vor St. Acre haben sich französische Soldaten als lebendige Zielscheiben angeboten - damit die Royal Navy auf sie gefeuert hat, nur um wieder die Kanonenkugeln auszugraben, um diese wieder an die eigene Armee zu verkaufen, da gab es sogar einen richtigen "Kugelfund" Tarif, steht halt alles in Memoiren, muss man halt lesen.

              Ansonsten könnte man ja die Fragen auch einfach so beantworten:


              Inwieweit wurden tote und verwundete Soldaten vom Gegner (nicht Bevölkerung) geplündert um fehlende Gegenstände (Waffen, Munition, Kleider, Gepäck etc.) zu beschaffen?

              Antwort : So weit wie möglich

              War das organisiert

              Antwort : Sowohl als auch

              oder gerade nicht oder aber verpönt?

              Nein


              Konnte also ein Infantrist sich dadurch z.B. Stiefel, Hosen, Säbel, Kochgeschirr etc. aneignen. Ich meine damit nicht Schmuck etc. zum Bereichern. Grundfrage ist die Beschaffung der Dinge, da doch nicht immer dergleichen "von hinten" ersetzt werden konnte?

              Ja

              auch Uniformteile die man nicht brauchen konnten wurden mitgenommen um sie wieder zu verkaufen, Geißler zeigt ja da einen schönen Stich der Franzosen in Leipzig 1806

              Kommentar


              • #8
                Zitat von admin Beitrag anzeigen
                wer HKDW schon lange* kennt, weiß seine kurze-knappe Art zu schätzen (und zu fürchten)
                *ca. ab 100 Jahren

                (I'm sorry)rost:
                Je l'ay emprins

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                • #9
                  Hallo,

                  ich denke, die Frage 1.2 bezieht sich auf die Verwendung von erbeuteten Feindpferden.

                  Da Reitpferde in der Regel nicht auf sprachliche Kommandos reagieren, ist es ziemlich egal welcher Nationalität ein Pferd ist. Man kann sie höchstens durch eine bestimmte Anspache beruhigen oder anspornen. Die Sprache ist dabei egal, auf den Ton kommt es an.

                  Die Befehle, die ein Pferd bekommt, die bekommt es fast ausschließlich vom Reiter, sei es durch Schenkeldruck, Gewichtsverlagerung oder Zügel. Und das war früher international ziemlich einheitlich. Heutzutage ist das , z.B. durch das Westernreiten, etwas anders.

                  Es war also zu Napoleons Zeiten kein Problem ein Feindpferd zu verwenden, da der Reiter die Übersetzung der Befehle in die internationale "Pferdesprache" vorgenommen hat.

                  Gruss Rolf

                  Kommentar


                  • #10
                    Zitat von BrbHusar Beitrag anzeigen
                    Die Befehle, die ein Pferd bekommt, die bekommt es fast ausschließlich vom Reiter,.....
                    Es war also zu Napoleons Zeiten kein Problem ein Feindpferd zu verwenden, da der Reiter die Übersetzung der Befehle in die internationale "Pferdesprache" vorgenommen hat.
                    Das leuchtet ein. Aber wie war es denn mit anderen, nationalen Kommando-Signalen, durch Trompete z.Bsp.? (Er-)Kannten denn die Pferde diese Signale, und verhielten sich nicht entsprechend? (Angriff, Rueckzug und was weiss ich)

                    Gruss, muheijo

                    Kommentar


                    • #11
                      Hallo,

                      also, nach allem was ich über Pferde weiss, ist es mit viel Training vielleicht möglich, ein Zirkuspferd auf Trompetensignale reagieren zu lassen, und es kann möglicherweise in Ausnahmefällen auch vorgekommen sein, dass ein Kavalleriepferd nach 20 Jahren Dienst auf bekannte akustische Signale reagiert hat, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es für ein normales Kavalleriepferd eine Rolle spielte in welcher Armee es diente und welche Signale dort üblich waren.

                      Pferde sind Flucht- und Herdentiere, d.h. Sie laufen jeder Gefahr aus dem Wege, oder machen das, was der Kumpel an ihrer Seite macht. Die Kunst des Reiters besteht darin, dies zu verhindern und das Pferd in die gewünschte Richtung und an den gewünschten Ort zu bringen.

                      Rolf

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                      • #12
                        Roth von Schreckenstein schreibt über die sächsische Kavallerie, dass die Trompeter nicht so wichtig waren. Die Kommandos wurden immer gebrüllt und das reichte. Die Trompeter dienten wohl nur als zusätzliche Hilfe. Im Grunde hätte man sie auch weglassen können. In anderen Armeen mag das anders gewesen sein.

                        Grüße,

                        Gunter

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