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Lebensbedingungen britischer Soldaten

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    Bin grade durch 'nen Hinweis im Napoleon-Series-Forum über diese interessante Dissertation gestolpert, hab's aber noch nicht gelesen:

    Campaign and Combat Experiences of the British Soldier in the Peninsula (PDF, 2,5 MB)

    http://www.ohiolink.edu/etd/send-pdf.cgi?osu1117204657

  • #2
    Link zu Doktorarbeit

    Danke für den Link. Es ist eine wirklich lesenswerte Doktorarbeit! Ich wünschte, man bekäme mehr von dieser Qualität.

    Viele Grüße aus Graz

    Olaf

    Kommentar


    • #3
      Wow!

      Danke für den Link!


      Robert

      Kommentar


      • #4
        Danke für den Link, sehr interessant.

        Allerdings muss ich sagen, dass schon ich schon beim Lesen des Abstracts erste Vorbehalte bekommen habe.


        "Criminals do not make good combat soldiers because they are unable to function as part of a unit; the British soldier, conversely, was nothing if not a social creature, dependent on his messmates as surrogate family"
        Immer wieder kommt er darauf zurück, dass Kriminelle alleine arbeiten, nur an sich selbst denken und nicht in Gruppen arbeiten.
        Das Konzept von Banden und "Diebesgilden" scheint ihm nicht vertraut. Und gerade das Phänomen von Gangs sollte ihm als Amerikaner vertraut sein. Für ihn ist jeder Kriminelle ein Psychopat.

        "The contradiction between the portrayals of the ranker as criminal and as a stalwart combat soldier, unwavering in battle, has never been fully explored. The first implies a nature of selfish solitude, rooted in personal gain at the expense of others."
        Auch hier wieder "selfish" und "solitude", aber er weist diesedem Kriminellen zu als wären die Eigenschaften, die jeder Kriminelle hätte. Dies trifft vermutlich eher auf Börsenmakler und Politiker (Polemik nicht zu ernst nehmen) zu als auf Kriminelle zumal es gerade in der Englischen Kultur genug "Edelkriminelle" gibt, allen voran Robin Hood.
        Auch bezweifle ich, dass im 19 Jahrhundet jeder Kriminelle gleich ein psychopathischer Serienkiller war. Es wird vermutlich viel mehr Kleinkriminelle gegeben haben als heute.
        Als die Flüchtlinge nach dem zweiten Weltkreig, nachts Kartoffeln von den Feldern geklaut haben und der Schwarzmakt überall auf vollen Touren lief, waren das auch alles Kriminelle. Und die Bewohner der Dörfer haben die Flüchtlinge auch als "Abschaum" gesehen. Die Chance in der Gruppe zu überleben, war für den durchschnittlichen Flüchtling größer als die Chance als Einzelkämpfer.

        Ich halte sowohl seine Bewertung des Sozialverhaltens von Kriminellen als auch die Art von Kriminellen von denen hier gesprochen wird für falsch.
        Und ich glaube auch dass "Wellington", so wie seine Adligen Zeitgenossen beim Ausdruck scum nicht an einzelne brutale Killer gedacht haben, sondern eher an eine unterlegene Kaste, eine verschwommene Masse vergleichbar einer Armee von Ungeziefer, wobei schmutzige Familien die sich aneinanderklammern bestimmt auch zu seinem Bild gehört haben dürften.

        Und das passt zur Analyse des Autors mit den kleinen sozialen Gruppen die die englischen Soldaten seiner Meinung nach gebildet haben. Nur, dass das vermutlich von dem Bild, dass Wellington von ihnen hatte, gar nicht so weit entfernt ist, wie er denkt.


        mfg
        SH

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        • #5
          Hallu Brummbär,

          die Argumentation ist im Haupttext deutlich differenzierter und meiner Ansicht nacht sehr brauchbar: Die meisten Soldaten waren eben nach unseren heutigen Maßstäben keine (Schwer-)Verbrecher, sondern haben aus Mangel an wirtschaftlichen Alternativen gezwungen, als Soldat, d.h. in einem gesellschaftlich nicht angesehen Beruf, ein Auskommen zu finden.

          Das Wellington mit seiner Meinung über das Ziel hinausschoß, ist eigentlich schon bei Oman zu finden.

          Olaf

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