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    Guten Abend,

    eine Straßenverkehrsordnung wird es "damals" ja wohl gegeben haben - in einer Stadt wie Paris dürfte der Verkehr zwar um 1800 herum nicht ganz heutigen Zuständen entsprochen haben, aber ich habe auch schon von abendlichen Staus vor dem Palais Royal gelesen, und Rechts-vor-Links (beziehungsweise Links-vor-Rechts, denn fuhr man nicht auch in Frankreich damals auf der linken Seite?) gab es sicher auch (andernfalls möchte ich mir die möglichen Unfälle gar nicht vorstellen).
    Viele Straßen in Paris waren/sind ja sehr, sehr eng - waren das damals auch schon Einbahnstraßen? Ich möchte mir nämlich auch nicht ausmalen, wie es ist, sich mit zwei Vierspännern etwa in der rue Garancière gegenüberzustehen...
    Oder: irgend ein Depp hat seine Bierkutsche nur mal eben ganz kurz an der Ecke vor der Bäckerei abgestellt, und zwar genau so, dass jetzt kein Mensch mehr durchkommt: Droht dem ein Strafzettel, weil er im Parkverbot steht?

    Wenn es aber solche Regelungen gab, dann musste es auch die dazugehörige Beschilderung gegeben haben, oder? Und wenn es Straßenschilder (im Sinne einer Straßenverkehrsordnung) gab, kann man irgendwo nachsehen, wie die aussahen?

    Irgendwie ist es schwer vorstellbar, dass ein Staat (oder eine Stadt) nicht auf die Idee kommt, die Finanzen durch die Ahndung von Verkehrsdelikten aufzubessern - und Dinge wie Park- oder Durchfahrtsverbote, Einbahnstraßen, Geschwindigkeitsübertretungen (sicher durfte man nicht im gestreckten Galopp durch die Innenstadt brettern?) kann man doch bestens regeln (und bei Nichtbeachtung bestens abkassieren). Oder ist das alles eine Erfindung der (motorisierten) Neuzeit?

    Also: Gab es
    *eine Straßenverkehrsordnung?
    *wenn ja, genormte Verkehrsschilder?
    *und wenn ja, wo kann man die sehen?

    Schöne Grüße,
    Gnlwth
    Talleyrand - der Mensch und die Persönlichkeit

  • #2
    Zitat von gnlwth Beitrag anzeigen
    Oder ist das alles eine Erfindung der (motorisierten) Neuzeit?
    Sieht so aus, jedenfalls wenn man sich so durch Wikipedia in den verschiedenen Sprachen kæmpft. Erst mit dem Aufkommen der Autos wurde es nøtig, Verkehrszeichen aufzustellen, vorher war anscheinend einfach zu wenig los uff de Gass'.

    (Ausnahme: Entfernungsschilder. Die gab es schon bei den Rømern.)

    Aber schade eigentlich, ich kønnte mir da witzige Schilder vorstellen...
    Uebrigens, ebenfalls laut Wiki hat Frankreich ausgerechnet 1789 auf Rechtsverkehr umgestellt.

    Gruss, muheijo
    Zuletzt geändert von muheijo; 04.12.2009, 22:39.

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    • #3
      Doch es gab Regeln, keine Schilder.
      Ich habe das zuhause in der Chronik von Paris.

      Wenn ich wieder in der Schweiz bin werde ich nachsehen und hier abschreiben.

      Grüsse vom Voltigeur

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      • #4
        Hier mal ein kleines Beispiel für Verkehrsregeln für den Königl. Preuß. Neumärkischen Regierungsbezirk, gegeben durch die königl. Regierung Frankfurt a. O., den 8ten August 1816.

        Auf Anordnung des Hohen Königl. Polizei=Ministerii werden daher alle über diesen Gegenstand bereits bestehende oder aus der Natur der Sache sich ergebene Vorschriften in Folgendem zusammengestellt, und dem Publikum zur strengsten Beobachtung eingeschärft;

        1) Auf den Straßen in den Städten, den Brücken und öffentlichen Plätzen, so wie in allen bewohnten von Menschen zahlreich besuchten Gegenden muß eine jeder des schnellen Reitens und Fahrens sich enthalten; und zwar darf,
        a) auf den Straßen der Städte, und in bewohnten, von Menschen zahlreich besuchten, Gegenden Niemand schnller als in Schrittt oder kurzen Trott reiten und fahren.........etc.


        Nachzulesen im Amtsblatt der Königlich Neumärkischen Regierung zu Frankfurt an der Oder


        Über Straßenschilder in Preußen, in Form von Verkehrzeichen, konnte ich bislang noch nichts finden. Die einzigen Schilder die erwähnt werden sind Wegweiser oder Grenzschilder.
        Schlesisches Grenadier-Bataillon

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        • #5
          Es gab alle möglichen Regeln, die auch mit Geldstrafen verbunden waren. Beispiel aus Eckart Kleßmann "Napoleon und die Deutschen" (Seite 7): Da wunderte sich Harry Heine, später nannte er sich Heinrich, dass Napoleon 1811 durch die Allee des Düsseldorfer Hofgartens ritt, was nach der Polizeiverordnung mit fünf Talern Geldstrafe geahndet werden musste.

          Interessant sind in dem Zusammenhang auch die Chroniken von Poppe. In Leipzig gab es 1812 ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit. Weniger aus gesundheitlichen Gründen, sondern wegen der Brandgefahr. Hatte man Glück, wurde nur das "Tatwerkzeug" beschlagnahmt.
          Zuletzt geändert von KDF10; 17.01.2011, 16:44.

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