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Pfarrer 1813 in Sachsen

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  • #16
    Jede Menge Pastorenbilder, 19. Jhd.

    Siehe: http://www.selk-hh.de/pastoren/luth.past.htm#Amelung

    Hier würde ich bei der Suche mit Analogieschluss vorgehen (Gegend nördliches Sachsen, Zeitraum um 1815, möglichst Zeichnung)...

    Die Dienstbekleidung blieb vermutlich ziemlich gleichförmig über die Jahrzehnte; modischer Schnickschnack kann in dieser "Community" wohl ausgeschlossen werden.

    Gruß, Tom

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    • #17
      Hallo Tom,

      vielen Dank für den Hinweis mit der Website. Das Internet ist schon genial. Das ist aber auch das Schöne am Hobby des Dioramenbaus, wenn man es ernsthaft betreibt. Bei den Recherchen wird man zwar nicht zum Fachmann für die einzelnen Bereiche wie Militärgeschichte, Architektur, Haus/Festungsbau oder Botanik aber man lernt sehr viel dazu, und das ist ungemein spannend.

      Danke ans Forum,

      Wolfgang
      Wolfgang Meyer

      Großdiorama der Völkerschlacht

      www.croebern-1813.de

      Geschichte in Miniaturen e.V.

      www.geschichte-in-miniaturen.de

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      • #18
        Kleidung lutherischer Geistlicher in napoleonischer Zeit

        Hallo,
        Ich bin neu hier im Forum und hoffe, dass sich mein erster Beitrag als hilfreich erweist.

        Ich habe einige wenige Abbildungen von lutherischen Geistlichen aus der Zeit des beginnenden 19. Jhdts. gefunden und obwohl es sich nicht speziell um sächsische Pastoren handelt, hoffe ich, dass diese Bilder weiterhelfen.

        1. Einzug des Zaren Alexander I. an der Spitze des Korps Tormasov in der preussischen Grenzstadt Lyck am 19. Januar 1813. Anonyme, aber offenbar zeitgenössische Illustration (aus: Jean Tranié, J.C. Carmigniani, Napoléon 1813 - La Campagne d'Allemagne, Paris 1987, S.52, oben).

        Offensichtlich lutherische Geistliche im Talar stehen an der Spitze des Empfangskomitees. Der Talar wurde also scheinbar nicht nur während des Gottesdienstes getragen, sondern auch bei besonderen feierlichen Anlässen, die aber wohl auch mit Gottesdiensten verbunden waren. Dass der Pfarrer von Cröbern anlässlich des von Dir geschilderten Anlasses den Talar trug ist natürlich ziemlich unwahrscheinlich, da hat Gunter sicher recht.

        2. Die folgenden Zeichnungen und Aquarelle sind von Jan Brandes gefertigt, einem Holländer, der selbst lutherischer Geistlicher war und einen Grossteil seines Lebens in verschiedenen Niederlassungen der VOC verbrachte (Batavia, Ceylon, Kapstadt). Im Alter liess er sich in Schweden nieder. Aus dieser Zeit stammen die gezeigten Bilder (aus: Max de Bruijn, Remco Raben (Hg.), The World of Jan Brandes, 1743-1808. Drawings of a Dutch Traveller in Batavia, Ceylon and Southern Africa, Amsterdam 2004):

        a) S.408, Abb.133 [Ausschnitt]: Zeichnung von 1805. Empfang lutherischer Geistlicher bei ihrem Bischof. Links eine Gruppe von Pastoren (Brandes an der Spitze mit kleiner schwarzer Kappe), rechts der Bischof von Linköping, Jacob Axelsson Lindblom, und ein junger Geistlicher, der den Bischofsstab hält. Letzterer scheint so etwas wie die Alltagskleidung eines lutherischen Geistlichen zu tragen. So könnte man sich vielleicht die Kleidung des Cröbener Pfarrers während der Schlacht vorstellen? Schade, dass es sich nicht um eine aquarellierte Zeichnung handelt, aber ich vermute mal, dass es sich im wesentlichen um ein schwarzes Gewand (vielleicht mit dunkelgrauen oder dunkelbraunen Strümpfen?) handelt. Wie gesagt, nur eine Vermutung.

        b) S.393, Abb.125: Jan Brandes, Selbstportrait mit Hut, 1806. Offenbar in Ausgehkleidung, mit Zylinder, Stock, Handschuhen, im Mantel. Ich könnte mir gut vorstellen, dass der Pfarrer von Cröbern auch so gekleidet war, damals im fortgeschrittenen Herbst 1813?

        c) S. 401, Abb.129 [Ausschnitt]: Nochmals Jan Brandes, in seinem Haus, 1802. Hier sieht man einen ähnlichen Mantel in Gänze.
        Zuletzt geändert von Tellensohn; 03.04.2011, 10:16.

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        • #19
          Hallo Tellensohn,
          das Bild 3 finde ich nicht schlecht. Man muss da eigentlich nur darauf achten, dass das Beffchen korrekt ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Beffchen
          Es darf in diesem Fall nicht die unierte, sondern muss die lutherische Version haben, obwohl das in diesem Maßstab sicher kaum auffällt.

          Viele Grüße

          Gunter

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          • #20
            Hallo Tellensohn,

            sehr interessante Bilder. Vielen Dank dafür, und herzlich willkommen im Forum. Ich habe jetzt schon eine Vorstellung wie ich den Priester modellieren möchte.

            Schöne Grüße

            Wolfgang
            Wolfgang Meyer

            Großdiorama der Völkerschlacht

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            • #21
              Peter und Paul Kirche, Cröbern

              Um das Thema noch mal aufzuwärmen:

              Der Priester von Cröbern, Traugott Palm wird zusammen mit weiteren passenden Figuren gerade modelliert.
              Wenn die Figuren und insbesonders der Pfarrer fertig sind, werde ich sie mal hier vorstellen. Sogar die Bibel der Cröberner Kirche von 1751, von der ich Detailfotos habe, wird hier verewigt, allerdings wage ich zu bezweifeln ob die noch so zu erkennen ist.

              Ich hatte das große Glück beim Denkmalamt Sachsen zentimetergenaue farbige Aufmaßzeichnungen der Cröberner Kirche zu ermitteln.
              Die Aufmaßzeichnungen wurden im Sommer 1911 durch zwei Architekturstudenten im Rahmen eines Wettbewerbs erstellt.
              Beim Denkmalamt Sachsen war mal so freundlich mir diese recht großen Blätter zu fotografieren. Ich habe diese dann hochauflösend digitalisieren lassen um damit hochwertige Abzüge im korrekten Maßstab 1/72 zu erhalten.

              So war es mir dann auch möglich die Cröberner Kirche zentimetergenau zu rekonstruieren.
              Mit der Hilfe meines Freundes Torsten Burgdorf ensteht diese zur Zeit als Resinmodell.
              Die Materialien sind verschiedene dünne ausgelaserte MDF-Platten, welche dann so bearbeitet wurde, dass die Oberfläche wie Stein wirkt.
              Fenster und Türeinfassungen sowie viele Gesimse wurden bei der Originalkirche aus Rochlitzer Porphyrtuff gestaltet. Dieser reicht in seiner Farbskala von altrosa bis rotbraun. Wir haben uns bei der Farbgebung an den vorhandenen Originalfotos orientiert.
              Aus verschieden dünnen Kartons wurden Schiefer- und Biberschwanzdacheindeckung ebenfalls in Streifen ausgelasert. Die gesamte Kirche besteht aus vielen Einzelteilen die in Resin gegossen wurden. Es fehlen noch zwei Anbauten rechts und links des Kirchenschiffs, einige Fenster, sowie die Wetterfahne und die Eingangstreppe des Hauptportals.

              Hier mal der aktuelle Bauzustand des Kirchenmodells mit angefangener Probebemalung. Diese ist allerdings noch lange nicht beendet.

              Die Uhrzeit auf der Turmuhr gibt übrigens den exakten Zeitpunkt wieder, den ich im Diorama darstelle.

              Die Kirche war ein Schmuckstück, von 1750 bis 1755 gebaut und feierlich beim Johannisfest dieses Jahres eingeweiht.

              Im Modell wird sie inklusive Wetterfahne 62 cm hoch und 43 cm lang werden. Zur Größeneinschätzung mal mit ein paar russischen Lubny-Husaren von Art-Miniaturen. Davon habe ich ca. 400 auf dem Cröbern-Diorama.


              Schöne Grüße

              Wolfgang
              Angehängte Dateien
              Zuletzt geändert von Wolfgang Meyer; 01.04.2012, 12:20.
              Wolfgang Meyer

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              • #22
                Gott sei Dank,

                arbeite ich in einem anderen Maßstab!

                Ich könnte sonst den Verlockungen in 1:72-Zubehör schon lange nicht mehr wiederstehen.......

                Jörg
                The light at the end of the tunnel
                is from an oncoming train.

                Kommentar


                • #23
                  Sieht toll aus!

                  Gruss, T.

                  Kommentar


                  • #24
                    Pfarrer und andere......

                    Hier wie versprochen Bilder vom Cröberner Pfarrer und den weiteren Persönlichkeiten bzw Bauern,Mägden und Kindern, die den Bereich um den Haupteingang der Cröberner Kirche bevölkern werden.

                    Der Pfarrer mit der Bibel von 1751 unter dem Arm und den Talar über dem Arm.

                    Schöne Grüße

                    Wolfgang
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                    Wolfgang Meyer

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                    • #25
                      Weitere Zivilisten

                      Hier noch die restlichen Zivilisten:
                      Angehängte Dateien
                      Wolfgang Meyer

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