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  • #16
    Verrechnungsscheck

    Liebe Gnlwth!
    Zum Thema Verrechnungsscheck,ein kleines Beispiel:Als sich Napoleon auf
    der Militärschule zu Brienne befand und dort von den Adligen Söhnen aus "besserer"Gesellschaft gehänselt wurde(was sein Stolz nicht vertrug)schrieb
    er seinem Vater einen Brief in dem er verlangte,von der Schule abberufen zu
    werden,um nach Ajaccio zurückkehren zu können.Daraufhin bekam er von seiner Mutter einen strengen Brief,in dem sie ihn tadelte ob seines Stils und herrischen
    Tonfalls,fügte aber hinzu"Als Zeichen unserer Liebe schicken wir Dir einen Wechsel über .....,einzulösen bei der Bank......".Nachzulesen in dem bekannten Buch von Monica Sterling :Letizia,die Mutter Napoleons,erschienen Anfamg der Sechziger Jahre in Deutsch;vorher in England unter dem Titel "A Pride of Lions".
    Verrechnungsschecks gab es also schon in den 1780er Jahren!
    Ich wundere mich auch oft darüber was es damals schon alles gab!
    Einstweilen,viele Grüsse IRENE.

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    • #17
      Liebe Irene,

      interessant! Und wie funktionierte das in diesem Fall dann in der Praxis? Bei dem Verrechnungsscheck, den Talleyrand für Beaumetz ausgestellt hat, ist das leicht vorstellbar: 1795 wohnte Talleyrand in Long Island und hatte sicher Geld auf einem Konto bei der Bank of New York - wenn also sein ehemaliger Flatmate (die beiden teilten sich eine Weile lang eine Mietwohnung in Philadelphia) mit dem Scheck in der Hand dorthin marschierte, um die Kohle zu kassieren, dann war das offensichtlich easy. Wenn aber Napoleons Eltern ihrem Sohn aus Korsika einen Scheck schickten, dann hatten sie ja sicher vorher kein Geld bei der Banque de Brienne (so es eine solche gab) deponiert - wo also löste der Junge den Scheck ein? Beziehungsweise: Wenn der Bub zur Bank marschiert und dort das Geld einsäckelt - wie kriegt die Bank dann hinterher das Geld von den Eheleuten Buenaparte aus Korsika wieder?
      In Anbetracht der Tatsache, dass Überweisungen/Transfers in andere Länder (am Ende noch in Fremdwährung) ja heutzutage bisweilen noch echt umständlich sind (und in manchen Ländern sogar Überweisungen zwischen verschiedenen Banken ein Problem), kann sowas ja damals eigentlich nur halb unmöglich gewesen sein - also, wie funktionierte das, wenn jemand, der auf Korsika wohnte, jemandem, der in Brienne zur Schule ging, damals einen Verrechnungsscheck schickte?


      Viele Grüße,
      gnlwth
      Zuletzt geändert von gnlwth; 07.08.2013, 22:09.
      Talleyrand - der Mensch und die Persönlichkeit

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      • #18
        Zitat von gnlwth Beitrag anzeigen
        Wenn aber Napoleons Eltern ihrem Sohn aus Korsika einen Scheck schickten, dann hatten sie ja sicher vorher kein Geld bei der Banque de Brienne (so es eine solche gab) deponiert - wo also löste der Junge den Scheck ein? ...
        ... - also, wie funktionierte das, wenn jemand, der auf Korsika wohnte, jemandem, der in Brienne zur Schule ging, damals einen Verrechnungsscheck schickte?
        Hallo,

        man darf Scheck und Wechsel nicht verwechseln. Der Scheck dient dem Zahlungsverkehr und ist auf eine Bank gezogen. Bei Vorlage bei der Bank wird er bezahlt.

        Die Eltern schickten hier einen Wechsel. Der Wechsel hat eine Kreditfunktion. Es gibt auf dem Wechsel ein Zahlungsdatum, erst zu diesem kann er präsentiert werden. Das Zahlungsdatun kann bspw. ein Jahr in der Zukunft liegen. Der Wechselempfänger geht also zu einer Bank oder einem Kaufmann, der ihm das Geld (nach einer Gebühr) gibt, wenn der Wechselaussteller ihm kreditwürdig ist. Der reicht den u.U. weiter und bekommt selbst wieder Geld auf den Wechsel (Indossament). Damit wurde der Wechsel Vorläufer des Papiergeldes und Geldscheine sind letztlich auch nichts weiteres als Sichtwechsel. Wenn sich der Zahlungstermin nähert, wird der Wechsel an eine Person, Kaufmann oder Bank am Ort des Wechselausstellers geschickt. Dieser präsentiert den Wechsel dem Aussteller am Zahlungstag und kassiert (hoffentlich) das Geld. Sollte der Wechsel nicht bezahlt werden, so ist (und war auch bereits zu dieser Zeit) der Wechsel eine Urkunde, die einklagbar ist. Da auch für die Präsentation des Wechsels eine Gebühr fällig war, gab es entsprechende Leute überall. Der beschriebene Wechsel war bei einer Bank einlösbar, mußte also nur zu dem Zahlungstermin der betreffenden Bank präsentiert werden. Dies passiert, indem die Bank den Wechsel mitzeichnet, damit haftet sie auch und der Wechsel (Kredit) kann auf die Bank abgestellt werden und nicht auf die den meisten unbekannte Privatperson.
        Zuletzt geändert von Borussen_Kanonier; 08.08.2013, 08:49.

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        • #19
          Schornstein

          Zitat von Voltigeur Beitrag anzeigen
          " Da gab es die Kopfsteuer, wer die nicht zahlte, musste damit rechnen, dass ihm der Schornstein zugemauert wurde. Das führte dann zu Todesfällen durch Kohlenmonoxyd. "

          Todesfälle ? Ich kann mir nicht vorstellen das man nicht bemerkt hätte das der Schornstein zugemauert ist. Da muss man die Leute dann schon einsperren in den Häusern das sie ersticken.
          Gibt es eine erklärung ?

          Grüsse vom Voltigeur
          Hallo,hier Irene!
          Ich denke,man wollte die Leute entweder ausräuchern oder in die Kälte hinaus-
          treiben,damit sie die Steuern zahlten.
          Ersticken ist wohl nicht der Fall gewesen,ich denke das wussten auch die Ungebildeten vermutlich,dass Abgase ungesund waren.
          Aber,wer weiß,es gibt Alles Mögliche das man nicht annehmen würde und das
          dennoch existiert.
          Viele Grüsse!

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          • #20
            Verrechnungsscheck

            Zitat von gnlwth Beitrag anzeigen
            Liebe Irene,

            interessant! Und wie funktionierte das in diesem Fall dann in der Praxis? Bei dem Verrechnungsscheck, den Talleyrand für Beaumetz ausgestellt hat, ist das leicht vorstellbar: 1795 wohnte Talleyrand in Long Island und hatte sicher Geld auf einem Konto bei der Bank of New York - wenn also sein ehemaliger Flatmate (die beiden teilten sich eine Weile lang eine Mietwohnung in Philadelphia) mit dem Scheck in der Hand dorthin marschierte, um die Kohle zu kassieren, dann war das offensichtlich easy. Wenn aber Napoleons Eltern ihrem Sohn aus Korsika einen Scheck schickten, dann hatten sie ja sicher vorher kein Geld bei der Banque de Brienne (so es eine solche gab) deponiert - wo also löste der Junge den Scheck ein? Beziehungsweise: Wenn der Bub zur Bank marschiert und dort das Geld einsäckelt - wie kriegt die Bank dann hinterher das Geld von den Eheleuten Buenaparte aus Korsika wieder?
            In Anbetracht der Tatsache, dass Überweisungen/Transfers in andere Länder (am Ende noch in Fremdwährung) ja heutzutage bisweilen noch echt umständlich sind (und in manchen Ländern sogar Überweisungen zwischen verschiedenen Banken ein Problem), kann sowas ja damals eigentlich nur halb unmöglich gewesen sein - also, wie funktionierte das, wenn jemand, der auf Korsika wohnte, jemandem, der in Brienne zur Schule ging, damals einen Verrechnungsscheck schickte?


            Viele Grüße,
            gnlwth
            Hallo,hier Irene,
            Die Details dieses Banktransfers gehen aus dem genannten Buch nicht hervor.
            Die Frage kann ich nicht beantworten.Aber sicher gab es damals auch schon
            Bankverbindungen,die gab es ja schon seit der Renaissance.Und,nachdem
            Korsika ja bekanntlich,seit 1769,französisch war musste man das Geld ja nicht
            ins "Ausland" verschicken!
            Viele Grüsse!

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            • #21
              Was soll die Frage an Gnlwth "Glaubst Du wirklich,dass die Leute von damals Heiige waren,
              sieht man einmal ab von Goethe und Schiller".....
              Gnlwth hat ja garnichts dergleichen behauptet-und außerdem waren Goethe und Schiller
              auch keine "Heilige".
              Thema verfehlt!!!!!
              IRENE.

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              • #22
                Steuern

                Zitat von Tellensohn Beitrag anzeigen
                Ich bin heute etwas faul (die Hitze, etc...). Daher meine aus reiner Faulheit geborene Frage (ich mag's nicht selber abklären...): Es ist mir bekannt, dass man in England "Fenstersteuer" bezahlen musste. Wo denn sonst noch? Danke für die Aufklärung. rost:
                Hallo,hier Irene!
                In Österreich gab es -und ich glaube,es gibt diese noch - eine "Luftsteuer" für
                Geschäftsleute: d.h. Wer ein Schild seiner Firma im rechten Winkel zur Hausmauer herausstehen hat(oder hatte)musste dafür (oder muss vielleicht noch) eben die genannte "Luftsteuer" bezahlen! Idiotisch!!!
                Viele Grüsse.

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                • #23
                  @Irene,

                  eine solche Luftsteuer, für die Inanspruchnahme öffentlichen Raumes, gibt es in vielen Gemeinden Deutschlands,
                  in meiner Heimatstadt z.B. auch.

                  Gruß
                  Jörg
                  The light at the end of the tunnel
                  is from an oncoming train.

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                  • #24
                    Fenstersteuer

                    Zitat von Tellensohn Beitrag anzeigen
                    Ich bin heute etwas faul (die Hitze, etc...). Daher meine aus reiner Faulheit geborene Frage (ich mag's nicht selber abklären...): Es ist mir bekannt, dass man in England "Fenstersteuer" bezahlen musste. Wo denn sonst noch? Danke für die Aufklärung. rost:
                    Hallo Tellensohn,
                    Eine Fenstersteuer gab es in Frankreich zur Zeit Napoleons.Genauso wie auf Getränke,Tabak,etc. Das fiel Alles unter die "Droits Reunis".
                    Viele Grüsse,Irene.

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                    • #25
                      Einkommenssteuer

                      Zitat von gnlwth Beitrag anzeigen
                      Guten Abend,

                      gab es in Frankreich unter Napoleon eine Einkommenssteuer? Ich habe herausgefunden, dass eine solche (Income tax) 1799 in England eingeführt wurde, und dass es in (Ost)Preußen ab 1811 erstmals eine gab. Wie war das in Frankreich? Und wenn es eine gab, wie hoch war die und wie wurde das Zahlen/Eintreiben der Steuern in der Praxis gehandhabt?

                      Viele Grüße,
                      gnlwth
                      Hallo Steffi,
                      Ich war gerade in Berlin,Dresden und Leipzig ( nebst anderen Orten) mit einer
                      Gruppe von Napoleon-Interessierten (von Souvenir Napoleonien) unterwegs.
                      Den Napoleon Experten (und Präsidenten von Souvenir Napoleonien) Alain
                      Pigeard habe ich nach der Einkommenssteuer zur Zeit Napoleons gefragt.
                      Antwort: Es gab damals keine.
                      Einkommenssteuer wurde in Frankreich erst im Zuge des Ersten Weltkriegs ein-
                      geführt.

                      Viele Grüsse,IRENE.

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                      • #26
                        Hallo,

                        danke fuer diese Information - merkwuerdig, dass niemand auf die Idee gekommen ist, das Einkommen zu besteuern, das liegt doch irgendwie nahe... und wo es das ja damals in anderen Laendern schon gab, da musste man dann ja noch nicht einmal selbst auf den Trichter kommen. Fenster kann man ja zumauern (haben ja auch genug Leute getan), aber das Einkommen kann man eher schlecht umgehen. Na wie auch immer, es wird schon irgend einen Grund gehabt haben...

                        Viele Gruesse,
                        gnlwth
                        Talleyrand - der Mensch und die Persönlichkeit

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