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"Inspectorates" in der sächsischen Armee

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  • "Inspectorates" in der sächsischen Armee

    Guten Tag.
    Sagen Sie mir, bitte, über die "Inspectorates" in der sächsischen Armee von 1792 bis 1810 Jahren.

  • #2
    Ich möchte ja gern helfen, aber welche Informationen werden denn benötigt?

    I want help you but which information is requested?
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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    • #3
      Guten Tag!
      Ich möchte wissen, wie viele wurden insektorates, wie sie genannt wurden, und was für Regimenten ist Teil ihrer Zusammensetzung.

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      • #4
        Hallo kiks,

        soweit mir bekannt, wurden Armeeinspektionen erst im Deutschen Kaiserreich, also ab 1871, eingeführt. Von diesen gab es fünf (später acht) und sie trugen diese Bezeichnung nur in der Friedenszeit. Im Kriegesfall wurde sie in Armeeoberkommandos umgewandelt. Ich kann mich irren, aber von 1792 bis 1810 gab es keine. Es sei denn du meintest mit "Inspectorates" eine andere Organisationseinheit.
        Zuletzt geändert von Martin; 19.03.2010, 22:16.
        Schlesisches Grenadier-Bataillon

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        • #5
          Martin,
          Inspektorate gab es in Sachsen schon im 18. Jahrhundert. Was du meinst ist neumodischer Kram aus dem Kaiserreich. Inspektorate waren so eine Art Militär-Bezirkseinteilung eines Landes. Ihnen unterstanden die Truppen in dem jeweiligen Gebiet. Ähnliches existierte z.B. auch in Russland unter Zar Paul I. und anfangs unter Alexander I.
          Das hatte auch nichts mit den später eingerichteten Inspektionen der einzelnen Waffengattungen zu tun.

          Viele Grüße,

          Gunter

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          • #6
            Ahhhh, Danke Gunter.

            Ich hatte den Begriff in verschiedenen Wörterbüchern nachgeschlagen und bin auf Inspektionen gekommen, da dies die gemeinlichste Übersetzung war.

            Sind Inspektorate also mit z.B. preußischen Gouverneuren bzw. dem altpreußischen Generaladjudanten gleichzusetzen?



            Gruß Martin
            Schlesisches Grenadier-Bataillon

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            • #7
              Gleichsetzen ist immer schwierig. Was machten die preußischen Gouverneure und Generaladjutanten so? In Sachsen war es so, dass die Truppen einer bestimmten Region einem General unterstellt waren. Diesem waren in der Regel weitere Generale unterstellt. Einige Einheiten waren keinem Inspektorat zugeteilt und standen in der Landeshauptstadt.

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              • #8
                Der altpreußische Generaladjudant war der "Gehilfe" des Königs in der Wahrnehmung der militärischen Aufgaben. Das Department des Generaladjudanten bestand aus diesem selbst und einem Sekretär und war zuständig für das militärische Listenwesen, die Vorbereitung der Revuen und der allgemeinen Angelegenheiten des Truppendienstes.

                Die Gounerneure waren die militärischen (Unter*)Befehlshaber der Regierungsbezirke und hatten, in einem vom König, als oberster Befehlshaber und Kriegsherr festgelegten Rahmen, Befehlsgewalt über die dort garnisonierten bzw. stationierten Regimenter bzw. Bataillone.

                Neben den beiden oben genannten Einrichtungen, gab es noch die Departments. Preußen war in sechs Departments geteilt. Dies waren die obersten zivilen Verwaltungsbehörden. Hier wurden jedoch auch einige militärische Angelegenheiten geregelt. Zum Beispiel, im Department III, die Invalidensachen und Garnisonregimenter.


                Ich würde daher die Inspektorates mit den Gouverneuren vergleichen.
                Schlesisches Grenadier-Bataillon

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                • #9
                  Ja die Gouverneure sind etwa die richtige Entsprechung.

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                  • #10
                    Guten Tag.
                    Helfen Sie mir bei der Übersetzung bitte. Schreiben Sie mir bitte, den Text auf der modernen deutschen Sprache.

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                    • #11
                      Um mal wieder zur Ausgangsfrage unseres ausländischen Freundes zurückzukommen (Entschuldigung, aber dieses „..in Preußen oder Frankreich oder Äquatorial-Guniea war das so und so…“ wenn nach Sachsen gefragt wird, geht mir tierisch auf den Zeiger):

                      Die sächsische Armee gliederte sich in dem genannten Zeitraum in die Eximierten Korps (die unter den direkten Befehlen des Kurfürsten standen) und 4 Generalinspektorate (jeweils 2 für die Kavallerie und die Infanterie).

                      Die Inspektorate waren zuständig für die:
                      Dienst- und Kommandosachen
                      Muster-, Wirtschafts-, Marsch- und Delogierungs- Angelegenheiten

                      Nach der Stamm- Rangliste von 1806 (S.12-14) setzte sich die Sache wie folgt zusammen:

                      Eximierte Korps: Regiment Garde du Corps, Adeliges Kadettenkorps, Schweizer-Leibgarde, Ingenieurkorps, Feldartilleriekorps incl. Pontonierkompanie (nur in Dienst- u.Kommandosachen), Hausartilleriekompanie, Leib-Grenadiergarde 3.752 Mann und 369 Pferde

                      Kavallerie
                      Inspektorat Generalmajor von Zastrow: Kürassier-Regiment Kurfürst, Chevauxlegers-Regimenter Clemens, Albrecht und Johann 2.936 Mann und 2.664 Pferde
                      Inspektorat Generalmajor von Trützschler: Kürassier-Regimenter Karabiniers und Kochtitzky, Chevauxlegers-Regiment Polenz, Husaren-Regiment 3.267 Mann und 3.000 Pferde

                      Infanterie
                      Inspektorat Generalmajor von Oebschelwitz: Feldartilleriekorps incl. Pontonierkompanie, Regimenter Anton, Friedrich August, Niesemeuschel, Sänger, Low, Thümmel sowie die Garnisionskompanie Königstein und die Halbinvalidenkompanien Waldheim, Barby und Eisleben 13.229 Mann
                      Inspektorat Generalmajor von Cerrini: Regimenter Kurfürst, Maximilian, Xavier, Clemens, Rechten und Bünau 10.529 Mann

                      Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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                      • #12
                        Vielen Dank!

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                        • #13
                          Danke für die Erläuterung. Meine obige Version ist dann wohl die des frühen 18. Jh. gewesen. Deinen Zorn kann ich nur bedingt verstehen. Auf der einen Seite ist es natürlich Unsinn, wenn häufig behauptet wird, in Sachsen wäre es "genau wie" irgendwoanders gewesen. Habe ich so auch nicht gesagt. Auf der anderen Seite ist es aber zweifellos hilfreich, die Dinge zu vergleichen, um des besseren Verständnisses willen.

                          Grüße,

                          Gunter

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                          • #14
                            Es ist ganz einfach.
                            Du kommst aus Sachsen, Du hast über die sächsische Armee eine Dissertation verfasst und Du hast – als Mitglied der Fakultät sicher noch einen viel besseren – Zugang zu den Quellen.
                            Da wird man doch einen gewissen Qualitätsanspruch haben dürfen!
                            Natürlich ist der Vergleich als Hilfskonstruktion bei einem völligen Fehlen direkter Quellen zur Zielnäherung bei der Beantwortung einer konkreten Frage notwendig und erlaubt, wobei man mit solchen Vergleichen auch abgrundtief daneben liegen kann. Aber es ist immer ein Hilfskonstrukt und letztendlich für die Beantwortung fast nur Füllfunk.

                            Wenn man allerdings Hilfskonstrukte nutzt, dann sollten sie auf fundiertem Fachwissen beruhen. Die sächsischen Inspektorate mit preußischen Gouvernements zu vergleichen ist gelinde gesagt Nonsens. Auch in Preußen gab es Inspektionen, wie die Südpreußische, Berlinische, Magdeburgische etc. pp., die die gleichen Aufgaben wahrnahmen.
                            Und Generaladjutanten hatten damit gleich gar nichts zu tun.

                            Aber wenn Leute wie Gülich oder Handrick/Wenzlik positive Rezensionen bekommen, muß einen vielleicht auch nichts mehr wundern.

                            Entschuldigung, musste ich loswerden. Thema ist jetzt bei mir durch.
                            Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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                            • #15
                              Die Ursprungsfrage drehte sich um die Zeit ab 1792. War das da auch schon so wie nach 1806 oder so wie ich das schrieb, was wohl noch eher so gewesen ist?

                              Selbst wenn ich über die sächsische Armee geschrieben habe, dann sagt das noch lange nicht, dass ich mich mit ihrer gesamten Geschichte gut auskenne. Als Buchautor ist man noch lange kein allwissender Experte für die komplette Bandbreite seines Themas.
                              Dass man bei den Sachsen keinen wirklich guten Überblick hat, ist nicht verwunderlich, wenn sehr viele Informationen entweder noch in den Quellen schlummern oder über einige Minipublikationen verstreut sind. Übrigens habe ich auch keinen besseren Zugang zu den Quellen als jedermann.

                              Mich interessieren in letzter Zeit besonders gegenseitige Einflüsse verschiedener Mächte in Fragen der Organisation und Uniformierung. Da ist ein Nachahmen unverkennbar, freilich immer mit dem Vorbehalt eigener Entwicklungen, die es in diesen Fällen stets genau herauszuarbeiten gilt. Daher auch meine häufigen Erwähnungen ähnlicher Dinge.

                              Ich werde mich wohl in Zukunft nicht mehr zu Themen äußern, in denen ich nicht voll durchsteige, wenn das hier so übel aufstößt. Sollen sich die Experten doch gleich selber melden, dann kann ichs dafür lassen.

                              Grüße,

                              Gunter

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