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129. Regiment

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  • 129. Regiment

    Hallo zusammen,

    ich bin neu hier und hoffe, die Experten hier können mir weiterhelfen.
    Ich bin gerade dabei einen Feldpostbrief vom 1. November 1812 zu transkribieren. Als Austellungsort wird Minsk genannt. Der Schreiber sagt, daß er einige Wochen zuvor in Willnau (Vilnius?) gewesen sei, wo auch Napoleon mit 60.000 Mann gewesen sei. Dort hätten die Russen die Getreidelager angezündet. Weiterhin schreibt er, daß seine Einheit vermutlich nach Riga weitermarschieren werde. Auch schreibt er, daß seine früheren Briefe wahrscheinlich (von der Zensur?) geöffnet und vernichtet wurden.
    Der Schreiber stammt aus der Gegend von Osnabrück. Als Einheit gibt er an 129. Regiment, 2. Bataillon, 2. Kompanie, Grande Armee

    Kann mit jemand Näheres über diese Einheit verraten? Bestand diese Einheit überwiegend aus Westfalen/Niedersachsen? Wo kann ich recherchieren, wer dort gedient hat bzw. ob der Schreiber überlebt hatte?

    Fragen über Fragen. Ich würde mich über jede Info sehr freuen.
    Vielen Dank schon einmal vorab!

    MzG

  • #2
    Hie sind ein paar Infos zum Einstieg (runterscrollen):

    http://www.napoleon-series.org/milit...enchinf13.html

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    • #3
      129e

      Wenn der Gesuchte im Zeitraum 1. März 1811 bis 16. Februar 1813 in das 129e Linieninfanterieregiment der Grande Armee eingetreten ist, so findet man die beiden Regimentsbücher im Archiv Paris Vincennes unter der Nr.21 YC 887 und 888. Dort sind alle Soldaten mit Name, Herkunft, Beschreibung… verzeichnet. Sollte er aus einem Regiment stammen, welches in das 129e eingegliedert wurde, dann kann man evtl. im zuständigen Staatsarchiv für Osnabrück ein Regimentsbuch bzw. Conscribtionslisten finden. (Wann war er etwa 18 - 20 Jahre alt?)
      Viele Grüße
      J. S.

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      • #4
        Zitat von MzG Beitrag anzeigen
        Ich bin gerade dabei einen Feldpostbrief vom 1. November 1812 zu transkribieren. Als Austellungsort wird Minsk genannt. Der Schreiber sagt, daß er einige Wochen zuvor in Willnau (Vilnius?) gewesen sei, wo auch Napoleon mit 60.000 Mann gewesen sei. Dort hätten die Russen die Getreidelager angezündet. Weiterhin schreibt er, daß seine Einheit vermutlich nach Riga weitermarschieren werde. Auch schreibt er, daß seine früheren Briefe wahrscheinlich (von der Zensur?) geöffnet und vernichtet wurden.
        Der Schreiber stammt aus der Gegend von Osnabrück. Als Einheit gibt er an 129. Regiment, 2. Bataillon, 2. Kompanie, Grande Armee
        Die Russen haben in Wilna Getreidelager angezündet, das war aber Ende Juni. Irgendwie passt das für mich nicht zusammen. Die Regimenter 127 bis 129 bestanden überwiegend aus Norddeutschen (Hamburg, Bremen, Oldenburg). 129. Linien-Infanterieregiment ist wohl richtig, aber am 1. November in Minsk? Das 129. gehörte zum 3. Korps unter Marschall Ney. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, bekam das 129. nach der Schlacht von Walutina Gora seinen Adler. Eine Auszeichnung die Napoleon nur an Truppen verlieh, die sich im Kampf bewährt hatten. Walutina Gora liegt östlich von Smolensk. Ney war Anfang November bei Wjasma, westlich von Moskau. Minsk war zu der Zeit hauptsächlich von polnischen Truppen besetzt. Was ein Soldat des 129. Regiments am 1. November in Minsk zu suchen hatte, kann ich nicht beantworten. Eventuell können das andere. Möglich, dass er dort nach Krankheit oder Verwundung im Lazarett lag. Wie hieß denn der Schreiber des Briefes und aus welchem Ort kam er?

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        • #5
          Zitat von KDF10 Beitrag anzeigen
          Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, bekam das 129. nach der Schlacht von Walutina Gora seinen Adler. Eine Auszeichnung die Napoleon nur an Truppen verlieh, die sich im Kampf bewährt hatten. Walutina Gora liegt östlich von Smolensk.
          Ich glaube, hier verwechselst Du das 129. mit dem 127., letzteres hat nach Walutina Gora einen Adler erhalten. Siehe hierzu "Aus dem Leben des Generals der Infanterie z.D. Dr. Heinrich von Brandt".
          Auch sind in Martiniens "Tableaux Par Corps Et Par Batailles Des Officiers Tues Et Blesses Pendant Les Guerres De L Empire" für das 129. keine Offiziersverluste vor der zweiten Schlacht von Krasnoje, 15.-18.11.1812, verzeichnet, was nicht gerade für einen größeren früheren Kampfeinsatz spricht.

          Gruß
          Henning
          Wenn man merkt, dass man auf einem toten Pferd sitzt, sollte man absteigen!

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          • #6
            Es kommt auf den Zusammenhang an. Hinter der "Front" waren doch immer jede Menge Detachements von Einheiten unterwegs, die Personal aus dem Depot nach vorn brachten. Außerdem wurden zahllose Soldaten aus einer Reihe von Gründen sonstwohin abgestellt.

            Grüße

            Gunter

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            • #7
              Zitat von Henning Beitrag anzeigen
              Ich glaube, hier verwechselst Du das 129. mit dem 127., letzteres hat nach Walutina Gora einen Adler erhalten. Siehe hierzu "Aus dem Leben des Generals der Infanterie z.D. Dr. Heinrich von Brandt".
              Auch sind in Martiniens "Tableaux Par Corps Et Par Batailles Des Officiers Tues Et Blesses Pendant Les Guerres De L Empire" für das 129. keine Offiziersverluste vor der zweiten Schlacht von Krasnoje, 15.-18.11.1812, verzeichnet, was nicht gerade für einen größeren früheren Kampfeinsatz spricht.

              Gruß
              Henning
              Werde ich noch einmal nachlesen, ob es das 127. oder das 129. Regiment war. Das Martinien keine Offiziersverluste verzeichnet, wundert mich nicht. Martinien hat nur die französischen Offiziersverluste recherchiert und als er das getan hat, waren die Soldaten des 129. Regiments keine Franzosen mehr. Gruß Dieter

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              • #8
                Zitat von KDF10 Beitrag anzeigen
                Werde ich noch einmal nachlesen, ob es das 127. oder das 129. Regiment war. Das Martinien keine Offiziersverluste verzeichnet, wundert mich nicht. Martinien hat nur die französischen Offiziersverluste recherchiert und als er das getan hat, waren die Soldaten des 129. Regiments keine Franzosen mehr. Gruß Dieter
                In dem Buch von Brandt wird vom 127. gesprochen, das machen auch andere Quellen, z.B. Hollander in "Nos Drapeaux Et Etendards De 1812 A 1815" und Charrie in "Drapeaux Et Etendards De La Revolution Et De L Empire". Laut Charrie hat das 129. seine Fahne bereits im Mai erhalten, also vor Smolensk.
                Die Aussage "Martinien hat nur die französischen Offiziersverluste recherchiert" halte ich für etwas gewagt. Abschnitt IX seines Werkes beschäftigt sich mit den Truppen, die mit Frankreich verbündet waren, unterteilt nach Nationalität. Hier findet man Italien, Holland, Bayern, Preußen, Hessen, Berg u.s.w.. Die Regimenter 127 und 129 werden unter Frankreich geführt und das 127. hatte laut Martinien bei Smolensk erhebliche Verluste.
                Klarheit könnte dieses Werk von Frederic B. Brand bringen, das steht mir aber leider nicht zur Verfügung.
                "Die Heldenschlacht: Das 129e Regiment d'Infanterie de Ligne "D'Oldenbourg" im Russlandfeldzug Napoleon I. 1812/1813
                "

                Gruß
                Henning
                Wenn man merkt, dass man auf einem toten Pferd sitzt, sollte man absteigen!

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                • #9
                  Ich finde da schon Offiziersverluste für das 129. Regiment - 16 in ersten Band und 3 im supplement - für Krasnoi 15.,17. 18. November

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                  • #10
                    Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
                    Ich finde da schon Offiziersverluste für das 129. Regiment - 16 in ersten Band und 3 im supplement - für Krasnoi 15.,17. 18. November
                    Das meinte ich mit "...für das 129. keine Offiziersverluste vor der zweiten Schlacht von Krasnoje, 15.-18.11.1812, verzeichnet,...".
                    Über die Schreibweise Krasnoi oder Krasnoje kann man sich sicher streiten, aber das Datum ist doch eindeutig.

                    Gruß
                    Henning
                    Wenn man merkt, dass man auf einem toten Pferd sitzt, sollte man absteigen!

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                    • #11
                      Hallo zusammen,

                      zuerst: Vielen Dank für Eure Mühen!
                      Also die Orts-, Datums- und Einheitsangaben stimmen definitiv. Das ist alles klar zu lesen. Leider ist der Brief sonst an vielen Stellen stark verschmutzt und abgeschabt. Der Name des Schreibers ist Kampmann, Vorname leider unleserlich (vermutlich Heinrich ...). Das Schreiben ist adressiert an Heinrich Kampmann, Kanton Melle, Distrikt Osnabrück, Bauerschaft (leider zu stark abgeschabt). Er schreibt seinen Eltern weiterhin, daß er einen - ebenfalls stark beriebene Textstelle - Holtbau? aus Laer (vermutlich Bauerschaft Laer bei Melle) getroffen habe. Vermutlich ein Nachbar od. Bekannter aus seiner Heimat. Sind diese Angaben hilfreich?

                      Viele Grüße
                      MzG

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                      • #12
                        Anton Daniel???

                        Es gibt in den Verlustlisten Meyer einen KAMPMANN Anton Daniel geboren in Versmold, Halle, gefallen 1813 Korotscha, 129. franz. Inf. Rgt.
                        Leider kein Heinrich.

                        Viele Grüße
                        J. S.

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                        • #13
                          Zitat von Jules Salmo Beitrag anzeigen
                          Es gibt in den Verlustlisten Meyer einen KAMPMANN Anton Daniel geboren in Versmold, Halle, gefallen 1813 Korotscha, 129. franz. Inf. Rgt.
                          Leider kein Heinrich.

                          Viele Grüße
                          J. S.
                          Du hast recht, aber er ist nicht gefallen, sondern in russischer Gefangenschaft gestorben. Wenn es keinen Heinrich gibt konnte Meyer entweder sein Schicksal nicht klären oder Heinrich hat überlebt.

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