Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

"Deutsche" Einheiten

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • "Deutsche" Einheiten

    Mich interessieren besonders die deutschen Einheiten in der französischen Armee. Dass die Linieninfanterie-Regimenter 127 bis 129 aus Norddeutschland kamen, ist bekannt. Die Regimenter 19, 36, 46, 51 und 56 hatten auch einen hohen Anteil an Deutschen. Das heißt in diesem Fall aber aus den linksrheinischen Gebieten. Hoch ist der Anteil auch in der Kavallerie und Artillerie mit der Regimentsnummer 9. Im Fall der Kavallerie sind es Ulanen, Cheveauxlegers und Lanciers. Bei der Artillerie sind linksrheinische und rechtsrheinische Soldaten gemischt. Bei der Kavallerie sind es meist norddeutsche Soldaten. Ich schließe daraus, dass Norddeutschland drei Infanterie-Regimenter und drei Kavallerie-Regimenter bilden musste, bzw. den größten Teil an Menschen dazu beigesteuert hat. Weiß jemand, ob ich damit richtig liege, wenigstens annähernd? Ferner würde mich interessieren, wo die Regimenter eingesetzt wurden, besonders 1812.

    P.S.: Für die Regimenter 127 bis 129 weiß ich das, es geht mir hier nur noch um die anderen Regimenter.
    Zuletzt geändert von KDF10; 28.06.2012, 15:32.

  • #2
    Wieso sollen denn im 9. Fußartillerieregiment so viele Deutsche gewesen sein? Das war doch eigentlich eine holländische Einheit.

    Grüße

    Gunter

    Kommentar


    • #3
      Ich habe mir schon vor zwei Jahren die Mühe gemacht, die Verlustlisten des Leutnants Meyer in eine Excel-Tabelle einzubauen. Dann habe ich das alphabetisch sortiert, was ja bei Excel ein Klacks ist. Viele Namen waren doppelt, das habe ich geändert. Dann habe ich in einer zweiten Tabelle die Soldaten nach Herkunftsort sortiert und in einer dritten nach Einheiten. Mit 5.900 Namen scheint mir das doch sehr repräsentativ zu sein. Die Liste enthält 29 Namen von Soldaten, einschließlich Train des 9. franz. Artillerie-Regiments, die aus Deutschland kamen. Verglichen mit dem 127. Linieninfanterie-Regiment für die ich 325 Namen habe, ist das nicht sehr viel, aber die Artillerie-Regimenter hatten ja nicht die Personalstärke eines Infanterie-Regiments. Außerdem enthalten die Verlustlisten nur die Namen von vermissten Soldaten, deren Schicksal Meyer klären konnte. Also Soldaten über die es Akten gab. Über die Tausende von Toten, die auf dem Marsch liegen blieben oder irgendwo in Russland ermordet wurden, gibt es keine Akten. Gefallene wurden nur registriert, wenn es Offiziere waren. Zum 9. franz. Ulanen-Regiment habe ich inzwischen drei Tagebücher gefunden, interessanterweise alle von Soldaten, die die Gefangenschaft überlebt haben (Oberstleutnant Schenck, Rüpell, Zimmermann). Alle drei haben den Rückzug nicht mitgemacht, sie gerieten vorher in Gefangenschaft.

      Gruß

      Dieter

      P.S.: Falls jemand die Excel-Datei haben möchte (2,3 MB), ich stelle sie gern zur Verfügung.
      Zuletzt geändert von KDF10; 29.06.2012, 10:27.

      Kommentar


      • #4
        Interessantes Projekt. Ich muss allerdings anmerken, dass die französischen Artillerieregimenter keine eigenen Trainsoldaten hatten. Der Train war in separaten Bataillonen organisiert. Wieso sollten die Artillerieregimenter nicht die Personalstärke von Infanterieregimentern gehabt haben? Die Fußartillerieregimenter hatten durchaus soviele Kompanien wie die Infanterieregimenter.

        Grüße

        Gunter

        Kommentar


        • #5
          Auszug aus Meyers Liste (Name/Vorname/Geburtsort oder Heimatort/Todesort, Datum/Einheit/Bemerkungen (nur als Beispiel):

          ARING Johann Heinrich Oppendorf, Minden Tula 9. franz. Art. Rgt. z. Fuß
          KOCH Bernhard Riehl, Ruhr 1813 Murom 9. franz. Artil. Rgt. z. F.
          BREUER Matthias Bonn, Rhein-Mosel Buguruslan 9. franz. Artill. Rgt.
          HAAS Wilhelm Gymnich, Ruhr 1813 Orel 9. franz. Artill. Rgt.
          HEMSING Johann Heinrich Joseph Südlohn, Münster 1812 Tambow 9. franz. Artill. Rgt.
          HIEBNIG Bernhard Heinrich S(V)reden, Münster 9. franz. Artill. Rgt. In Kostroma i.d. russ.-deut. Legion getreten
          HÖVELER Johann Bernhard Wettringen, Münster 1813 Tula 9. franz. Artill. Rgt.
          MARQUARDT Heinrich Jürgen Neuenkirchen 9. franz. Artill. Rgt. Hat ruß. Militair-Dienste angenommen
          RIGGERS Cord Harsefeld Mosaisk, Hospital 9. franz. Artill. Rgt. Nach Angabe der Hospitalbücher
          WILLERS Franz Heinrich Casseburg Moskwa, Hospital 9. franz. Artill. Rgt. Gefang. Oct. 1812 in Moskwa
          KEMPF Georg Arnual, Trier 9. franz. Artill. Train In Riga i.d. russ.-deut. Legion getreten
          SCHMITZ Friedrich Wilhelm Xanten, Roer Wilna 9. franz. Artill. Train
          THESING Heinrich Hermann Ramsdorf, Münster 1812 Cherson 9. franz. Artill. z. Fuß

          Gruß

          Dieter

          P.S.: Ich habe noch mehr von der Artillerie, aber da ist kein Regiment angegeben. Ich kann also nur vermuten, dass sie im 9. Regiment waren. Wenn das so wäre, hätte ich mehr als 50 Namen.
          Zuletzt geändert von KDF10; 29.06.2012, 11:17.

          Kommentar


          • #6
            Nach deinen Informationen scheint es, als hätte das 9. Fußartillerieregiment nach der Übernahme in die französische Armee auch Ersatz aus den deutschen Territorien erhalten. Die beiden Leute vom 9. Trainbataillon sind entweder fälschlich in der List oder gehören tatsächlich zu einem Trainbataillon mit der Nummer 9.

            Grüße

            Gunter

            Kommentar


            • #7
              Es gibt mehr Leute vom Artillerie-Train des 9. Regiments. Das ist nur ein Beispiel. Dazu kommen weitere Personen, die dem Artillerie-Train zugeordnet werden, aber ohne Regimentsnummer. Geographisch stimmen Heimat- bzw. Geburtsort mit den Angaben zum 9. Artillerie-Regiment weitgehend überein. Deshalb meine Vermutung, dass die auch zum 9. gehörten

              Gruß

              Dieter

              Kommentar


              • #8
                Hallo Dieter,

                lustig, ich habe mit der Tabelle von Meyer dasselbe gemacht um zu sehen, in welchen Einheiten die Männer jeweils standen. Das geht mit der Sortierfunktion relativ gut. Excel kann man hier nicht hochladen. Mal sehen ob mir dazu etwas als Alternative einfällt.

                Ansonsten gibt es in dem Hourtoulle Band zu Borodino Details zu einem Kürassier und einem Husaren Regiment (7.). Tatsächlich gab es ja einige Einheiten, die nur nominell französisch waren und z.B. aus Deutschen, Belgiern Holländern und Italienern bestanden.

                Die Daten sind im Prinzip heute wohl noch alle in Vincennes verfügbar. Für das Hamburger bzw. Norddeutsche Rgt. 127 gibt es sogar eine recht detaillierte Regimentsgeschichte auf französisch.

                Beste Grüße

                Alexander

                Kommentar


                • #9
                  Hallo Alexander,

                  Excel kann man aber als Datei verschicken, wenn man eine E-Mail-Adresse hat. Ich schick dir meine als PN. Dann kannst du mir mal deine Tabelle schicken. Falls du meine Tabelle zum Abgleich haben möchtest, kann ich dir die dann retour schicken.

                  Gruß

                  Dieter

                  Kommentar


                  • #10
                    127er

                    giebt es auch in deutsch ,...

                    ,,die hamburger 1812 im russischen feldzuge,,-geschichte des 127.franz.linien infanterieregiments

                    von dr.arthur obst,verlag v.r.hermes hamburg 1912/13


                    gruß le tabac


                    ps.:wendet euch bitte an ,,general,, marius franke wenn ich mich noch recht entsinne hatte sein bruder die regimentsliste(kopie)...bitte da ein-
                    mal nachfragen

                    Kommentar


                    • #11
                      Vielen Dank le tabac,

                      werde ich mir bestellen, gibt es bei ZVAB ab 9 Euro, druckfrisch (erstaunlich bei einem Buch von 1912) für 15 Euro.

                      Gruß

                      Dieter

                      Kommentar


                      • #12
                        127er

                        ist es eine original ausgabe o.ein nachdruck ? original ausgabe wäre ca.je nach erhaltung des heftchen,s zw.20-ca.30 eu
                        des weiteren kann..kann für deine kleine privatvorschung interesant sein:
                        ,,die mecklenburger 1812 im russischen feldzug,,
                        von werner behm...gleicher verlag (also wenn es kein nachdruck giebt..an-
                        tiquare..antiquare).wenn du eine orig.ausg.des oben..genannt brauchst so lasse es mich wissen..würde mich kurzfristig kümmern.

                        gruß le tabac

                        Kommentar


                        • #13
                          Hallo le tabac,

                          es ist die Originalausgabe. Das Buch von Behm habe ich als Download. Du weißt offensichtlich sehr gut, um was es geht. Andere werden sich fragen, was haben denn die Mecklenburger mit dem 127. Regiment zu tun. Die Mecklenburg-Strelitzer bildeten ein Bataillon im 127. Regiment. Chapeau und

                          Gruß

                          Dieter

                          Kommentar


                          • #14
                            Bei der Kavallerie wurde Anfang 1811 in Hamburg das 30. Jägerregiment zu Pferde gebildet.
                            1812 war es das 9. Lanzenreiterregiment. Ich glaube 300-350 Mann Stärke.
                            Uniform: grüner Rock (auch ein blauer wird berichtet), chamoisfarbene Abzeichen., rote Hosen (Offiziere grüne), rote Czapka mit schwarzem Turban.
                            Es war 1812 im I. Kavalleriekorps, Brigade Jaquinot zusammen mit den 7. Husaren.
                            Im Russlandfeldzug hatte es Vorhutdienste.
                            Am 5. September ritt es in der Nacht eine Attacke gegen russ. Kürassiere bei der Schwewardinoschanze, brach diese ab.
                            Am 7. nahm es an der Schlacht von Borodino teil, war bei der Rajewskischanze eingesetzt.
                            Auf dem Rückzug gingen die Überlebenden zugrunde.
                            1813 wurde es neu aufgestellt. diesmal ganz blaue Uniform mit chamoisfarbenen Abzeichen. Es nahm an der Schlacht von Dennewitz teil, wo es große Verluste hatte. Danach wurde es in der Festung Magdeburg eingeschlossen.

                            Kommentar


                            • #15
                              Danke für den Hinweis. Bei Plotho finde ich nur das 9. Cheveauxlegers-Regiment in der 3. Brigade der 1. Division des 1. Reserve-Kavalleriekorps. Den Kommandeur der Brigade erwähnt Plotho nicht. Ist das damit gemeint?

                              Zimmermann schreibt in seinen Erinnerungen „Bis nach Sibirien“ http://books.google.de/books?id=ZJRB...irien&f=false: „Damals stationierte in Hoya die zweite Schwadron des neunten französischen Ulanen-Regiments, oder wie die Franzosen sagen, Cheveauxlegers Lanciers, dessen Stab und Depot in Verden lagen.“ Zimmermann selbst kam aus Hoya, der Kommandeur der zweiten Schwadron, Oberstleutnant Schenck, den Zimmermann erwähnt, kam aus Celle. Interessanterweise hat Schenck auch ein Buch geschrieben: „Mittheilungen aus dem Leben des französischen Oberstleutnants Schenck“. 2010 konnte man das Buch bei Google-Books noch herunterladen. Obwohl das Buch von 1829 ist und keinem Urheberrecht mehr unterliegt, geht das heute nicht mehr.

                              In den Quellen heißt es mal 9. Ulanen, dann 9. Cheveauxlegers oder auch 9. Lanciers. Frage an die Experten, ist damit immer das Gleiche gemeint?
                              Zuletzt geändert von KDF10; 19.07.2012, 16:21.

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X