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Französische Linieninfanterie 1812

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  • #31
    Hallo Dieter,
    es kam bei etlichen Gelegenheiten vor, dass die Kavallerie keine Rücksicht auf die ihr zugeteilte reitende Artillerie nahm. Unter wessen Befehl, wenn nicht Murats, stand denn die berittene Artillerie der Kavalleriekorps? Murat hatte einen eigenen Artilleriechef für seine Kavallerie, ebenso wie jedes seiner Korps und Divisionen einen hatte aber organisatorisch waren die Batterien auf die Divisionen verteilt. Korps- bzw. Reserveartillerie gab es bei der Kavalleriereserve nicht, was auch nicht verwundert, weil ein geschlossener Einsatz solcher Reitermassen schlichtweg unmöglich war. Die Kavalleriekorps sollten eigentlich auf die größeren Armeegruppen verteilt werden und nicht alle wie bei Borodino zusammen wirken. Bei Borodino wurden wohl die zu zwei verschiedenen schweren Divisionen gehörenden 4 Kompanien des 2. berittenen Regiments zusammengefasst.
    Ich meinte die 2. Schlacht von Polotzk am 18.10.1812, da war die 3. Kürassierdivision Doumerc.
    Murat führte ja große Kavallerieverbände schon länger. In den Feldzügen 1805-07 war die Ausstattung der Kavallerieverbände mit reitender Artillerie noch ziemlich schwach, denn die häufig nur beigegebenen halben (!) Kompanien waren so gut wie garnichts. 1812 hatten die schweren Divisionen je 2 Kompanien, die leichten je 1, was einer enormen Aufstockung gleichkam.
    Napoleons System war sogar höchst flexibel, denn der Einsatz mehrere großer Batterien erfordert schon ziemliches Führungsgeschick, wenn die meisten Geschütze auf die ganzen Divisionen verteilt waren. Flexibel war das System vor allem deshalb, weil beliebig Großverbänden Unterabteilungen weggenommen werden konnten, die dann woanders zugeteilt wurden. Davout hatte bei Borodino z.B. nicht alle seiner 5 Divisionen unter seinem Kommando, weil 2 Eugen gegeben wurden. Auch seine Kavallerie wurde wohl an Murat überstellt. Überhaupt hat man schon fast den Eindruck, dass Napoleon an Davout mehr seine organisatorischen Fähigkeiten schätzte aber nicht die als Taktiker, so häufig wie er Teile seines Korps abgeben musste.

    Grüße

    Gunter

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    • #32
      Zitat von Gunter Beitrag anzeigen
      Hallo Dieter,
      es kam bei etlichen Gelegenheiten vor, dass die Kavallerie keine Rücksicht auf die ihr zugeteilte reitende Artillerie nahm. Unter wessen Befehl, wenn nicht Murats, stand denn die berittene Artillerie der Kavalleriekorps? Murat hatte einen eigenen Artilleriechef für seine Kavallerie, ebenso wie jedes seiner Korps und Divisionen einen hatte aber organisatorisch waren die Batterien auf die Divisionen verteilt. Korps- bzw. Reserveartillerie gab es bei der Kavalleriereserve nicht, was auch nicht verwundert, weil ein geschlossener Einsatz solcher Reitermassen schlichtweg unmöglich war. Die Kavalleriekorps sollten eigentlich auf die größeren Armeegruppen verteilt werden und nicht alle wie bei Borodino zusammen wirken. Bei Borodino wurden wohl die zu zwei verschiedenen schweren Divisionen gehörenden 4 Kompanien des 2. berittenen Regiments zusammengefasst.
      Ich meinte die 2. Schlacht von Polotzk am 18.10.1812, da war die 3. Kürassierdivision Doumerc.
      Murat führte ja große Kavallerieverbände schon länger. In den Feldzügen 1805-07 war die Ausstattung der Kavallerieverbände mit reitender Artillerie noch ziemlich schwach, denn die häufig nur beigegebenen halben (!) Kompanien waren so gut wie garnichts. 1812 hatten die schweren Divisionen je 2 Kompanien, die leichten je 1, was einer enormen Aufstockung gleichkam.
      Napoleons System war sogar höchst flexibel, denn der Einsatz mehrere großer Batterien erfordert schon ziemliches Führungsgeschick, wenn die meisten Geschütze auf die ganzen Divisionen verteilt waren. Flexibel war das System vor allem deshalb, weil beliebig Großverbänden Unterabteilungen weggenommen werden konnten, die dann woanders zugeteilt wurden. Davout hatte bei Borodino z.B. nicht alle seiner 5 Divisionen unter seinem Kommando, weil 2 Eugen gegeben wurden. Auch seine Kavallerie wurde wohl an Murat überstellt. Überhaupt hat man schon fast den Eindruck, dass Napoleon an Davout mehr seine organisatorischen Fähigkeiten schätzte aber nicht die als Taktiker, so häufig wie er Teile seines Korps abgeben musste.

      Grüße

      Gunter
      Danke Gunter,

      zur 3. Kürassier-Division gibt es unterschiedliche Angaben. Das geht soweit, dass sie an beiden Schlachten um Polozk teilgenommen hat. Wenn das so gewesen sein soll, dann können sie bei Smolensk nicht dabei gewesen sein, weil das zeitgleich mit der 1. Schlacht um Polozk stattgefunden hat. Ich muss das nochmal nachlesen. Die 3. Kürassier-Division bestand aus dem 4. Regiment (Berkheim), dem 7. Regiment (L´Hertier) und dem 14. Regiment (Doullemburg). Martinien gibt zwei Offiziere an, die am 18. Oktober bei Polozk verwundet wurden. Je einen für das 7. und das 14. Regiment. Ich verzweifele aber immer mehr an Martinien. Das 5. Regiment hatte am 4. Oktober zwei Verwundete bei "Kalouga" Ich kenne nur ein Kaluga und da ist Napoleon nie gewesen. Kann natürlich sein, dass es noch weitere "Kaluga" gibt. Krasnoje oder Krasny gibt es auch mehrere.

      Gruß

      Dieter
      Zuletzt geändert von KDF10; 05.08.2014, 18:23.

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      • #33
        Die 3. Kürassierdivision war auf jeden Fall an der Beresina dabei, als einer der wenigen noch einsatzfähigen Kavallerieverbände. Dort hat sie den nicht in geschlossener Formation kämpfenden Russen schwere Verluste beschert. Bei Borodino war die Division jedenfalls nicht dabei.

        Grüße

        Gunter

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        • #34
          Theoretisch müßten ja die reitenden Batterien zur taktischen Verfügung des Divisionskommandeurs oder sogar Brigadekommandeurs gestanden haben, nur - wie haben die sie eingesetzt?

          Murat selbst wird wohl keine Artilleriereserve zum Kommandieren, also unter seiner direkten Kommandeursgewalt - zur Verfügung gestanden haben.

          Die reitende Artillerie war dann zumindest ein Beiwerk der Kavallerie.

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          • #35
            Man muss es wohl so sagen, dass in dieser Epoche keine Lösung gefunden wurde reitende Artillerie optimal einzusetzen. Später begannen dann die Diskussionen, nur da war die reitende Artillerie durch die erhöhte Mobilität der Fußartillerie schon wieder in ihrer Existenz bedroht und fristete ihr Dasein irgendwann nur noch als reine Unterstützungwaffe der Kavallerie, was ja in der napoleonischen Epoche nicht so pauschal der Fall war.

            Grüße

            Gunter

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            • #36
              die reitende artillerie als mobile artilleriereserve bei der hauptschlacht einzusetzen - war sicherlich keine schlechte idee.

              ansonsten denke ich hat sie direkt bei der kavallerie - während der schlacht nicht die rolle gespielt die ihr oft zugeschrieben wird, eher eben bei der vor- oder nachhut - in der direkten kontrolle des kavalleriekommandeurs.

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              • #37
                Den Trend zur mobilen Reserve kann man schon recht gut ablesen, bei den Russen nach 1807, bei den Franzosen zumindest um 1813, um nur mal die beiden zu nennen.

                Die unmittelbare Unterstützung der Kavallerie war eben logischerweise schwierig, weil beide Waffen recht unterschiedliche Prinzipien hatten, die schwer miteinander zu verbinden waren. Daher dürfte die reitende Artillerie von Kavallerieverbänden relativ selbstständig eingesetzt worden sein. Auch beim Gefecht größerer Kavalleriemassen kam es auf die rasche Konzentration von Feuerkraft zur Unterstützung an und die bekommt man eigentlich nicht, wenn die Batterien einzeln irgendwo hinter den manövrierenden Brigaden und Divisionen herumdümpeln. Sie sollten schließlich nicht wie die alte Regimentsartillerie an den Einheiten kleben.

                Grüße

                Gunter

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                • #38
                  Zur Unterstützung der frz. Kavallerie-Korps durch reit. Artillerie 1812...

                  ... bringt Roth v. Schreckenstein interessante Anmerkungen (S. 46 unten, Fn. 27):
                  http://books.google.de/books?id=8KWfAAAAMAAJ&pg=PA46

                  Weitere Bemerkungen kann man in diesem Google-Buch einfach mit dem Suchbegriff "reitende Artillerie" u.ä. suchen...

                  Roth v. Schreckenstein war bei Borodino als sächs. Kürassieroffizier Augenzeuge, trat später in preuß. Dienste und avancierte bis zum General.

                  Viele Grüße, Tom

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                  • #39
                    Vielen Dank für den Hinweis Tom. Die organisatorische Zuteilung der Batterien scheint sich an den administrativen Erfordernissen und am Einsatz der Einheiten in der strategischen Bewegung orientiert zu haben. Bei großen Schlachten sah das ganz anders aus. Gerade bei Borodino wurde auch in anderen Kavalleriekorps die Artillerie konzentriert. Man könnte sagen, das war auch ein Einsatz als bewegliche Reserve, wenn man so will. Bloße Schlachtordnungen bilden eben nicht ab, wie die Einheiten auf dem Schlachtfeld gruppiert wurden und selbst die Struktur entspricht dem nicht unbedingt. Die Formationen bildeten eben kein starres System.

                    Grüße

                    Gunter
                    Zuletzt geändert von Gunter; 09.08.2014, 10:04.

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                    • #40
                      Vielen Dank für den Hinweis, falls du noch weitere Quellen gefunden hast, bitte mitteilen.

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                      • #41
                        Ich glaube die Diskussion läuft momentan etwas schief. Die Kavalleristen hier übernehmen gerade die reitende Artillerie.

                        Gibt es eine einzige Quelle, der man entnehmen kann: Sebastiani schickte die reitende Artillerie auf Position XY oder Murat positionierte seine Artillerie gegenüber der Bagrationsschanzen?

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