preußische Regiments-Artillerie 1806

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  • Da Capo
    Erfahrener Benutzer
    Adjudant
    • 23.10.2006
    • 836

    preußische Regiments-Artillerie 1806

    Nach dem preußischen Infanterie-Reglement von 1788 werden pro schwerem Infanterie-Feldbataillon 1 Artillerie-Unteroffizier und 17 Artilleristen/Kanoniere gegeben. Kling Infanterie gibt auf Seite 161 Anm. 1, dass diese Stärke bis zur Abschaffung der Regimentsartillerie beibehalten wurde.

    Der Mobilmachungsplan nach Pontanus von 1797 sowie die Zeichnungen des Unteroffiziers Gleis von 1804 geben je Bataillonsgeschütz (leichter 6-Pfünder) 12 und insgesamt je Bataillon 25 Mann exkl. Unteroffizier.

    Wurde die Zahl der Kanoniere zwischen 1788 und 1797 erhöht und wenn ja, ist bekannt wann?

    Oder wurden die fehlenden 8 Mann im Mobilmachungsfall schon immer vom Bataillon dazu kommandiert oder als Augmentation eingezogen?
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.
  • Sans-Souci
    Erfahrener Benutzer
    Major
    • 01.10.2006
    • 1874

    #2
    Die zusätzlichen 8 Mann dürften die Zimmerleute gewesen sein (Kling, Infanterie, S. 160 und 162).

    Kommentar

    • Da Capo
      Erfahrener Benutzer
      Adjudant
      • 23.10.2006
      • 836

      #3


      Kling S.160 „FW II schaffte die Zimmerleute im Jahre 1788 ab und führte an deren Stelle die sog. Regiments-Artilleristen ein. Im Jahre 1796 .. führte man aber wieder Zimmerleute ein, und zwar bei jeder .. Kompanie zwei, die aber nur im Falle einer Mobilmachung eingezogen wurden.“

      Die Angaben auf S. 162 beziehen sich alle auf die zeit vor 1788.

      Die Abschaffung der Zimmerleute und Einführung der Artilleristen ist eine Ersatzvornahme = tausche Artillerist gegen Zimmermann.

      Da die sächsischen Artillerie-Offiziere, die 1806 preußische Regimentsgeschütze unter ihr Kommando bekamen, bei ihren Beschreibungen keine Zimmerleute erwähnen, kann die Wiedereinführung dieser im Jahr 1796 auch durchaus Hintergründe im Pionierdienst haben. Dem können die Zimmerleute bei einer zwingenden Einteilung am Geschütz (Mannschaftszug) nicht oder nur eingeschränkt nachgehen.

      Evtl. findet sich dazu etwas bei der Geschichte der Pioniere von Bonin.
      Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

      Kommentar

      • Spaen
        Erfahrener Benutzer
        Sergent-Major
        • 26.04.2020
        • 205

        #4
        Bekanntlich waren die Regimentsartilleristen Angehörige des Regiments. Deshalb wurden sie auch in den Stammrollen des Regiments, in der Regel ohne gesonderten Ausweis, erfasst. Dies macht die Verfolgung der exakten Anzahl in den einzelnen Regimentern besonders schwierig. Die Unteroffiziere stellte die Artillerie. Das Reglement von 1788 war weitgehend überholt und nicht selten durch die unterschiedlichsten Inspektionsbefehle modifiziert. So ist wohl auch eher anzunehmen, dass die Zahl der Artilleristen in den verschiedenen Regimentern nicht immer 1:1 übereinstimmte.

        Hier einige Beispiele:

        Nach der Umformung 1787 sollte der Kompanie-Etat 4 Artilleristen betragen . Das Regiment von "Alt-Romberg" wies im gleichen Jahr einen Etat von 51 Artilleristen aus.
        Mit der Bildung der Grenadier-Bataillone unter FW III. betrug deren Etat: 1 Artillerie-Unteroffizier, 17 Artilleristen und 8 Zimmerleute.
        Das Regiment "von Diericke" wies zum Feldzug 1806 den nachfolgenden Etat auf:
        2 Artillerie-Unteroffiziere, 34 Artilleristen, 20 Zimmerleute, bei den beiden Grenadier-Kompanien zusätzlich insgesamt 9 Artilleristen.

        Sicherlich ließen sich die Beispiele beliebig fortsetzen.


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        • HKDW
          Erfahrener Benutzer
          Colonel
          • 02.10.2006
          • 2978

          #5
          Quellenangaben wären hilfreich, sie schaffen nicht nur Transparenz sondern man kann selbst nachschlagen - ansonsten endet die Diskussion in kryptischen nicht nachvollziehbaren Aussagen, deren Wert null ist. Gleis? Wer ist das ? Gleim? Das Exerciren mit dem Feld-Geschütz herausgegeben Anno 1804 von Herrn v. Meerkatz, gezeichnet und gestochen von Gleim - in
          Zur Ausbildung und Taktik der Artillerie, Mit Einführung herausgegeben von H. Bleckwenn, Biblio Verlag Osnabrück, 1982 pp.S. 79 - Wie da Capo schreibt zeigen die Abbildungen für ein 6 pfündiges Geschütz - Kanone - 12 Mann und einen Unteroffizier.- leider sind die Symbole nicht erklärt, Bleckwenn meint ein einem Kommentar auf Seit 108, oder eher seine Meinung über die Bataillonsgeschütze - nach dem Krieg (wohl 7JK) 10 Mann - 8 am Geschütz wie beschriebe 1 an der Protze, 1 bei den Pferden, dem widersprechen aber die Tafeln von Gleim.

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          • Da Capo
            Erfahrener Benutzer
            Adjudant
            • 23.10.2006
            • 836

            #6
            Ja, es war der Herr Gleim (Gleis = Autokorrektur, man muss eben mehrfach kontrollieren) mit seinen Zeichnungen in genanntem Heft.

            Die Zeichnungen sind näher vom Mannschaftsbestand am Reglement von 1812 als an den Beschreibungen, die gleichfalls im Heft zur Ausbildung und Taktik der Artillerie abgedruckt sind.
            Falls die Zimmerleute zum Dienst am Geschütz Axt und Schurzfell nicht trage, sind sie von den Regiment-Artilleristen nicht zu unterscheiden; sollten sie Schurzfell und Axt am Geschütz getragen haben, hätten die sächsischen Artillerieoffiziere diesen bemerkenswerten Umstand aufgeführt.
            Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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            • Gunter
              Erfahrener Benutzer
              Chef de Bataillon
              • 01.10.2006
              • 1380

              #7
              Trugen die Zimmerleute denn keine Grenadiermützen mehr?

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              • Spaen
                Erfahrener Benutzer
                Sergent-Major
                • 26.04.2020
                • 205

                #8
                #7:Trugen die Zimmerleute denn keine Grenadiermützen mehr?- Höchstwahrscheinlich ja, aber nicht eindeutig. Beide Varianten sind bekannt und dargestellt. Umstritten und nicht eindeutig geklärt sind außerdem für die Zeit unter FW III. die Farbe der Stutze an den Mützen (Schwarz oder Weiß). Schwarze Stutze sind angeblich 1799 oder 1800 wieder abgeschafft worden.


                #6: Falls die Zimmerleute zum Dienst am Geschütz Axt und Schurzfell nicht tragen, sind sie von den Regiment-Artilleristen nicht zu unterscheiden. - Regimentsartilleristen hatten grundsätzlich zwei Dragoner, ob die Zimmerleute für die Geschützbedienung ebenfalls zwei Dragoner hatten, ist nach meinen Unterlagen nicht zu belegen ! Da sie aber im Mobilmachungsfall zur Geschützbedienung vorgesehen waren und sie wohl im täglichen Dienst oft auch als Regimentsartilleristen bezeichnet wurden, spricht nichts gegen zwei Dragoner. Wer weiß dazu mehr?

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