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  • #16
    Zitat von Baron von Alvincy Beitrag anzeigen
    Danke für die Antworten,aber wieso hob England so wenig Soldaten aus?
    Es gab in England keine Wehrpflicht, im Gegensatz zu Frankreich und den Rheinbundstaaten. Priorität hatte bei den Engländern die Marine.Landtruppen nahm man, wie man sie bekommen konnte, das mussten keine Engländer sein. Sie wurden lediglich von einem Engländer kommandiert. Beispiel: In der Schlacht von Waterloo waren nur etwa 36.000 Mann "Engländer". De facto hatte Wellington mehr Soldaten, dass waren aber Braunschweiger, Hannoveraner, Belgier und Holländer. Selbst seine "Engländer" bestanden zu mindestens einem Viertel aus der Kings German Legion, also aus Deutschen. Bayern hat im Feldzug gegen Russland mehr Soldaten gestellt, als England in Waterloo. Historisch gesehen ist der große Sieg Wellingtons in Waterloo ein Treppenwitz der Geschichte, auch wenn es die Engländer anders sehen.

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    • #17
      Was mich jetzt mal interessieren würde, gab es in Großbritannien eine Art Wehrpflicht in der Marine? Man liest immer wieder davon, dass die Royal Navy ständig Schiffe nach britischen Seeleuten abgraste, selbst wenn deren Status ungeklärt und das Schiff einer fremden Macht angehörte. Gab es dafür eine rechtliche Grundlage oder war das die übliche Britenpiraterie, die da sonst vor keiner Art des Kriegsverbrechens zurückschreckte?

      Grüße

      Gunter

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      • #18
        Rekrutierung Royal Navy

        Besser ein gutes Nachschlagewerk empfohlen als hier mit ein paar unzureichenden Sätzen ein nicht ganz unkompliziertes Thema verhandeln zu wollen und wieder auf irgendwelches "Kriegsverbrecher"-Geschwafel einzutreten. Versuchs mal mit dem hier (sehr empfehlenswert):

        http://www.amazon.de/Nelsons-Navy-Or...1698024&sr=8-1

        Insbesondere Seiten 117-128:

        Part V: Naval Recruitment

        1. The Problem of Naval Recruitment
        2. The Press Gang
        3. Other Methods of Recruiting

        Grüsse, T.

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        • #19
          Da habe aber einige heute Napoleon Ier gelesen.

          Grüsse vom Voltigeur

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          • #20
            Ein paar unzureichende Sätze zur Beantwortung meiner Frage hätten mir durchaus genügt, da mich das Thema nur sehr am Rande interessiert.

            Grüße

            Gunter

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            • #21
              Zitat von Gunter Beitrag anzeigen
              Ein paar unzureichende Sätze zur Beantwortung meiner Frage hätten mir durchaus genügt, da mich das Thema nur sehr am Rande interessiert.
              Dacht ich's mir doch. Eigentlich nicht interessiert, aber andere für ein paar Sätze viel arbeiten lassen...

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              • #22
                @Tellensohn,
                fühl dich einfach bei meinen zukünftigen Fragen nicht angesprochen. Ich verzichte gern.

                Grüße

                Gunter

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                • #23
                  @ Gunter

                  Antworte doch künftig einfach nicht mehr auf meine Beiträge. Dann ist jedem von uns gedient.

                  Grüsse, T.

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                  • #24
                    Aufgrund von Animositäten Beiträge zu unterlassen ist ein Verlust für alle, es ist doch einen Geben und Nehmen wie in jedem anderen Forum auch und ob der Fragende die Antwort nun zu würdigen weiß oder nicht spielt doch für jemanden der sein Wissen teilen möchte keine Rolle aber selbst wenn doch irgendeiner wird für das neue Wissen bestimmt dankbar sein.

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                    • #25
                      Aushebungen - in Theorie und Praxis

                      Soviel ich weiß, hat Napoleon selbst die allgemeine Wehrpflicht in Frankreich wieder aufgehoben.

                      Was den Militärdienst in Europa um 1800 betrifft, so stieß er überwiegend auf Ablehnung, nicht nur in Großbritannien. Wer von den jungen Männern konnte, drückte sich und fand dabei durchaus Unterstützung von seinem sozialen Umfeld (Familie, Gemeinden). Das galt auch für Frankreich und die Grande Armée Napoleons.

                      Bei den Aushebungen bzw. den Märschen zu den jeweiligen Einheiten sollte man berücksichtigen, wie viele Männer man durch "Schwund" verlor. Statt "Auf in den Kampf" hieß die Parole vermutlich eher "Ab in die Büsche!" ;-)

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                      • #26
                        Das Jourdan Gesetz aufgehoben?
                        Hab ich noch nichts von gelesen, hast du da eine Quelle für?

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                        • #27
                          Ein Beleg für eine richtiggehende "Aufhebung" des Jourdan'schen Gesetzes von 1798 ist mir auch nicht untergekommen; aber durch die unter Napoleon wieder eingeführten umfangreichen Ausnahmeregelungen sowie die Möglichkeit der Stellvertretung (wodurch vor allem die Bürgerlichen begünstigt wurden), wurde die allgemeine Wehrpflicht im Sinne des unbeliebten Jourdan'schen Gesetzes de facto aufgehoben. D.h., während man in anderen Gebieten wie in diversen Rheinbundstaaten etc. eine "echte" allgemeine Wehrpflicht möglichst ohne Stellvertretung und Ausnahmen anstrebte, wurde im napoleonischen Frankreich schrittweise davon Abstand genommen und hier fand dann eine Entwicklung Richtung Berufsheer statt.

                          Literatur z.B.: Blanton, Harold D.: Conscription in France during the era of Naopleon. In: Conscription in the Naopleonic Era. A revolution in military affairs?, 6 - 24.
                          Planert, Ute: Der Mythos vom Befreiungskrieg. Frankreichs Kriege und der deutsche Süden: Alltag - Wahrnehmung - Deutung 1792 - 1841.

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                          • #28
                            So gesehen hat ja schon das Jourdan'schen Gesetz die Levée en masse aufgeweicht.
                            Dort wurden doch schon Ausnahmen für Geistliche, Industriearbeiter(Kriegswichtige), Studenten bestimmter Grande école und Personen die ein Öffentliches Amt definiert.
                            Napoleon hat es nur noch erweitert.

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                            • #29
                              Ihrer Formulierung nach deutete die levée en masse mit der Miteinbeziehung der gesamten Bevölkerung - auch Alte, Frauen und Kinder - in die Kriegsanstrengung angesichts des bedrohten Vaterlandes tatsächlich in Richtung allgemeine Wehrpflicht bzw. Mobilisierung der gesamten Nation. Es handelte sich dabei aber vorerst "nur" um eine massive Truppenaushebung von angepeilten 300.000 Mann angesichts der außenpolitischen Lage, in der sich Frankreich 1792/93 befand, d.h., mit gewisser zeitlicher Begrenzung. Dass die Massenkonskription für die nächsten Jahre der Koalitionskriege beibehalten werden sollte, ließ sich zum damaligen Zeitpunkt nicht absehen. Es handelte sich quasi um einen "Notfallparagraphen".
                              Mit dem Jourdan-Gesetz wurde das Konzept der Massenkonskription permanent. Ausnahmen für Verheiratete etc. gab es auch schon bei der levée en masse, in dem Sinne hat das Jourdan-Gesetz vermutlich keine "Aufweichung" bewirkt.

                              Interessant finde ich, dass Napoleon die Bürgerlichen nach und nach durch umfangreiche Ausnahmeregelungen aus ihrer militärischen Pflicht entließ und vom Ideal des "soldat citoyen" (Bürgersoldaten) der Revolution abwich, um deren Zustimmung für seine Herrschaft zu gewinnen, während z.B. in den Rheinbundstaaten, mehr noch aber in der Reformzeit in Preußen oder auch in Österreich versucht wurde, gerade das Bürgertum über eigene Einheiten wie Landwehren miteinzubeziehen.

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