öster. Artillerie-Unteroffiziere

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  • Da Capo
    Erfahrener Benutzer
    Adjudant
    • 23.10.2006
    • 842

    öster. Artillerie-Unteroffiziere

    Kann mir jemand sagen, wie sich die Unteroffiziere (ich rechne hierzu Corporale und Feldwebel) der österreichischen Artillerie und Artillerie-Handlanger im Jahre 1813 unterschieden, da Unterscheidungen in der Uniform, im Port d’Epée und in den Lederhandschuhen bestanden.

    Karger spricht für den Corse-Hut von 2 unterschiedlich breiten goldenen Litzen, schweigt sich aber beim 1813 getragenen Zweispitz aus.
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.
  • admin
    Administrator
    Colonel
    • 30.09.2006
    • 2704

    #2
    Ottenfeld/Teuber

    Im oft unterschätzten Textband des Ottenfeld/Teuber finden sich die folgenden - hoffentlich hilfreichen - Passagen zur Kopfbedeckung des Artilleriekorps:

    Nach der Neuadjustirung der Armee vom Jahre 1798 veränderte sich das Waffenkleid der Artillerie nur allmälig und und unwesentlich. Den grössten Veränderungen war die Kopfbedeckung der Artillerie unterworfen. Der Corséhut, welcher zweitweilig dem "dreieckigen" Hute Platz gemacht hatte, wurde 1821 wieder eingeführt ... Der Corséhut mass 10 1/2'' in der Höhe der Krempe, 2 3/4'' in der Breite des Kranzes, 7'' in der Höhe der Kappe.
    Auf einer Abbildung der Entwicklung zu den Kopfbedeckungen (siehe beigefügten Scan) wird dieser Corséhut für den Zeitraum 1811 bis 1836 angegeben. Daher möchte ich jetzt für die Chargen aus der im Ottenfeld/Teuber erwähnten Vorschrift von 1828 zitieren:

    Oberkanonier des Artillerie-Regiments: Hut rund, mit aufstehender hoher Krämpe. Filz wie für die Jäger, nur wird im Beschneiden die Krämpe höher gelassen; er misst in der Höhe des Sturzes 7'', Durchschnitt der oberen Deckel-Kopfweite 7 7/8'', die Krämpe 10'' bis 10 1/2'' hoch, Kranz 2 1/2 bis 2 3/4'' breit. Der FIlz ist am Rande mit Eisendraht belegt, dieser mit Zwirn aufgenäht und mit einer 1'' breiten, schwarzen, harassenen Borte eingefasst. Die grosse Krämpe ist links aufgeschlagen, mit einer schwarzwollenen Rundschnur am Sturze befestigt und mit derselben oben am Boden des Kopfes aufgebunden. Der Kranz ist rechts etwas aufwärts, vorne und hinten aber abwärts gebogen, vorne wird mitten am Sturze eine 6'' hohe, kalblederne Federbuschhülle aufgesteppt, ober derselben eine wollene Infanterie-Czakoquaste so aufgenäht, dass der Federbusch bequem in die Hülse zu stecken ist. Ueber letzterem ist eine 3/8'' hohe, polirte Messingschlinge angebracht, in welche unten ein Rockknopf kommt. Inwendig ist der Hut vorne an der Stirne mit einem 2'' breiten, 8 1/4'' langen, kalbledernen Schweissleder besetzt und an beiden Seiten mit einem zollbreiten, ungespaltenen, schwarzledernen Binderiemen versehen. Um den Sturz läuft unten ein zollbreiter Kopfriemen von lackirtem Kalbleder, der mit einer eisenpolirten Schnalle hinter der aufstehenden Krämpe geschnallt wird und zum Zusammenziehen des Kopfes dient. Federbusch und Futteral wie bei den Huszaren ...
    Der Unterkanonier unterschied sich vom Kanonier nur dadurch, dass er kein Resszeug führte, Regimentscadet und Expropriis-Gemeiner wie der Unterkanonier, aber Säbel mit Portepée und Lederhandschuhe ...
    Der Corporal hatte am Hute eine 1'' breite, ganz goldene Borte und statt der Messingschlinge ein 1/2'' breites Goldbörtchen, Schluss der Borte am Geviert ...
    Der Feldwebel hatte als Kennzeichen seiner Würde eine 2'' breite Hutborte und das spanische Rohr.
    So, ich hoffe, das hilft ... schöne Grüße
    Markus Stein
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    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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    • corporal
      Erfahrener Benutzer
      Tambour-Major
      • 25.04.2007
      • 306

      #3
      Das Wesentliche ist schon geschrieben.

      Bloß zur Abrundung: auch der Artilleriecorporal trug den "Haslinger" (Haselnussstock) - da gibt es eine schöne Ottenfeld-Farbtafel.

      Der Karger deckt ja leider nur die Zeit bis 1809 ab ...

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      • Da Capo
        Erfahrener Benutzer
        Adjudant
        • 23.10.2006
        • 842

        #4
        Danke für Eure Mitteilungen, leider bringen sie mich im Bezug auf den Dreispitz – der ja nun Bundschuh folgend 1813 getragen wurde – nicht viel weiter.
        Ich könnte mir vorstellen, dass eine Borte am Hut der Unteroffiziere diese den Offizieren zu sehr gleichstellte (unter der Voraussetzung, dass ich mit den Borten an den Offiziershüten richtig liege) ??????
        Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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        • corporal
          Erfahrener Benutzer
          Tambour-Major
          • 25.04.2007
          • 306

          #5
          Das war wohl auch damals eine Frage des Geldes - es wird sowohl UO- als auch Offiziershüte ohne Goldborten gegeben haben.
          Ich vermute - derzeit ohne konkrete Quellengrundlage - überdies, dass die UOe auch eher gelbwollene statt goldene Borten hatten (ist doch sicher billiger gewesen und wahrscheinlich auch leichter erhältlich). So war es jedenfalls bei Infanterie und Kavallerie. Bei der Artillerie gilt es allerdings zu bedenken, dass hier schon die UOe recht gebildet und solcherart Offizieren anderer Waffengattungen "ähnlicher" waren.

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