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Interims-Tschako Offiziere

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  • Interims-Tschako Offiziere

    Ein Tagesbefehl der Generalmajors von Sahr vom 25.06.1813 befiehlt als Adjustement der sächsischen Offiziers für die vom 28.-30.06. angesetzten Revuen Frack und Interims-Tschakos ohne Dekoration.
    Es fällt mir die Vorstellung schwer, dass die Offiziers 2 Tschakos in den Feldzug mitgeschleppt haben. Andererseits war der sächsische Offizierstschako mit Rautenkranzstickerei um den oberen Rand und vergoldeten Schuppenketten etwas, was man nicht unbedingt im täglichen Dienst abwirtschaften musste.
    Der Hut wird in der Stamm- und Rangliste nur zum Tragen außer Dienst erwähnt.
    Kann es also sein, dass die Offiziere 2 Tschakos mitführten und gibt es hierzu Analogien in anderen Armeen?
    Und heißt ohne Dekoration wirklich ohne jegliche Dekoration?
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

  • #2
    Wahrscheinlich sind mit Dekorationen die goldenen/silbernen Schnüre und die Federstutze gemeint, denn das wird bei Paraden und Defilees ja noch zusätzlich angelegt.
    Anders kann ich mir das nicht erklären.
    Was die Strickereien und die vergoldeten Schuppenketten betrifft, so schnell haben die sich wohl doch nicht abgenutzt, besonders, wenn man bei schlechtem Wetter die Überzüge trug.
    Feuervergoldung ist gegenüber den heutigen Vergoldungen dicker und haltbarer.

    Chasseur

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    • #3
      Da stellt sich die Frage, ob damit nur ein Tschako ohne die Paradestücke oder tatsächlich eine zusätzliche Kopfbedeckung gemeint ist.
      Bezieht sich diese Anweisung eigentlich auf das gesamte sächsische Kontingent, oder nur die Leibgrenadiergarde? Da wäre das mit dem Interimstschako ja irgendwie klar.
      Zusätzlichen Kopfbedeckungen waren in anderen Armee sonst nur für Fellmützenträger üblich, meist jedoch in Form eines Hutes. Zwei verschiedene Tschakos dürfte keine Einheit gehabt haben. Zur Schonung der Tressen usw. reichte normalerweise der Überzug. Direkt "an die Luft" kam das Dekor im Feld wohl nicht so häufig.

      Grüße

      Gunter
      Zuletzt geändert von Gunter; 24.06.2012, 18:12.

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      • #4
        Die Anordnung galt für die gesamte sächsische Infanterie.
        Die Stickereien etc. mussten sehr oft Luft sehen. Wenn die Überzüge keine Nässe rein ließen, dann ließen sie auch keine raus. Feuchtes Leder hat bei Luftabschluss den Hang zum Schimmeln und ich habe in meinem Reenactorleben schon einige „weiße“ Tschakos gesehen.
        Metallfäden korrodieren nun mal an der Luft und der Bursche hatte was zu putzen, aber das war halt endlich.
        Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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        • #5
          Nur mal eine Vermutung. Kann es sein, dass es in der sächsischen Armee vielleicht eine Tschakovariante mit billigeren evtl. nichtmetallischen Tressen/Borten für die Offiziere gab? Dazu müsste es dann aber einen offiziellen Hintergrund geben, sonst ist das sinnlos.

          Grüße

          Gunter

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          • #6
            Ich habe mir neulich Knötels "Mittheilungen" zugelegt. Dort wird für ein preußisches Nationalkavallerieregiment ein Interimstschako aus Pappgestell mit Wachstuchüberzug erwähnt. Ob sowas gemeint war? Es fällt schwer, sich das in einer offiziellen Anordnung vorzustellen.

            Grüße

            Gunter

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            • #7
              Die sächsischen Offiziere hatten nach Stamm- und Rangliste 2 Kopfbedeckungen:
              a) den Tschako und
              b) außer den Dienst den Hut
              Nun kennen wir ja alle aus diversen Museen die Hutschachteln der Herren Offiziers.
              Ein 2ter (separater) Tschako – aus welcher Produktion und welchen Materialien auch immer – bedürfte einer weiteren Hutschachtel. Diese ist sicher auf einem Packpferd fortzubringen. Nun war aber im Feldzug von 1812 und 1813 eine starke Tendenz zur Verringerung der Pferdeanzahl (zumindest der, welche auf Kosten des Staates zu versorgen waren) zu beobachten, womit sich auch der Gepäckumfang verringert haben dürfte.

              Dennoch ist die Möglichkeit eines 2ten Tschakos (evtl. ähnlich dem der Mannschaft) nicht auszuschließen (bei der Leib-Grenadier-Garde hatte die Mannschaft ja auch eine 2te Garnitur).

              Einen Tschako aus Pappe mit Überzug kann ich mir bei den Sachsen nicht vorstellen (gegenüber den Schluckern aus Preußen waren wir zu dieser Zeit noch immer reich). Wenn Tschako im Überzug zu tragen gewesen wäre, dann hätte dies auch so im Befehl gestanden.

              Wieder ein Punkt, der mit heutigem Wissen nicht zu beantworten ist.
              Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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              • #8
                Tja, dann wird die Frage wohl offen bleiben. Die Preußen waren im Vergleich wirklich die reinsten Hungerleider.
                Nochmal zur Leibgrenadiergarde, wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich diese Frage hier schon mal gestellt habe. Kann es sein, dass die ihre Tschakos 1813 an das kurzlebige polnische Gardebataillon abgegeben haben? Von diesem Bataillon heißt es, es hätte zunächst Tschakos ohne Schild gehabt. Hat man die sächsischen einfach abgenommen? Ich frage deshalb, weil seltsamerweise das Elberfelder MS einen Mann der Leibgrenadiergarde mit Pelzmütze zeigt, obwohl da kein parademäßiger Anlass vorhanden war.

                Grüße

                Gunter

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                • #9
                  Ich hab es wahrscheinlich gefunden.
                  Eine Nachricht vom 26.06. des Brigadeadjutanten v.Salza an den Brigadeadjutanten v.Goephardt gibt: „… Offiziers in grauen Beinkleidern, Interims Fracks und ohne Tzchako Decorationen …“
                  Also nix mit zweiten Tschako sondern einfach der, der schon da war nur ohne Firlefanz.
                  Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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