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Französische Kriegsgefangene

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  • Französische Kriegsgefangene

    "Es gibt in England [1813] die entsetzliche Sitte, nicht nur die Sträflinge, sondern auch Kriegsgefangene und sogar Kinder in den Armenschulen in lächerliche Uniformen zu zwängen und sie damit gewissermaßen zu brandmarken. ....
    Jacke, Weste und Hose in einem schwefel- oder senfbraunen Gelb und dazu ein blau-weiß gestreiftes Baumwollhemd. Diese Kleidung war auffällig, sie war geschmacklos, ...."

    So läßt Robert Louis Stevenson seinen Helden im Buch "St. Ives" (dt. Hanser 2011) klagen.
    Kennt jemand zu diesem Thema weitere Angaben, die vielleicht nicht siebzig Jahre später geschrieben wurden?

    Danke
    Jörg
    The light at the end of the tunnel
    is from an oncoming train.

  • #2
    Hier ein Bild mit Kriegsgefangenen im Gefängnis Mill Prison, Plymouth, 1798:

    http://library.brown.edu/cds/catalog...67498086812500

    Illustration im Anhang: Kriegsgefangene auf einem englischen prison ship, Zeichnung eines Kriegsgefangenen namens Gilles (= Gille?, Autor folgender Memoiren: http://books.google.ch/books/about/L...AJ&redir_esc=y); aus Tradition Magazine N°132, S.14, oben. Gehört zu einem Artikel von Xavier Laroudie und Alain Pigeard über "Les prisonniers de guerre en France sous l'Empire" (S.11-15)

    Zwei weitere von einem französischen Kriegsgefangenen gemalte Bilder (eines prison ships und eines Gefängnisses mit Insassen) finden sich hier (nach unten scrollen):

    http://www.passion-histoire.net/n/ww...&sd=a&start=15

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    • #3
      Na, da bedanke ich mich artig für die prompte Bedienung

      Jörg
      The light at the end of the tunnel
      is from an oncoming train.

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      • #4
        Ganz bezaubernd finde ich auf der Darstellung der Mill das Gebäude mit der Nr. 2 ...
        Auch die Freizeitbeschäftigungn sind sehr interessant.
        Einige der Wachsoldaten scheinen zu einer Art Yeomanry zu gehören, wie man aus den Zylinderhüten mit Fellraupe schließen kann (s. SOldat am Wachhäuschen)
        Gruß
        Peter

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        • #5
          Bei dem Betrachten des großen Bildes Mill-Prison ist mir wieder die Diskussion um die Halsbinden eingefallen. Etliche Personen tragen eine Halsbinde oder ein lose um den Hals geschlungenes Tuch, viele aber auch nicht. Einige haben das Hemd bis zum Bauch geöffnet. Die Behauptung, Halsbinde wurde immer getragen, bestätigt dieses Bild zumindest nicht.

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          • #6
            Du vergleichst Äpfel mit Birnen, lese doch bitte mal das Parolebuch des 2. preußischen Graderegiments zu Fuß - hier wird auf das Tragen von Halsbinden immer wieder hingewiesen - wie auch sogar das Untersagen von farbigen Halsbinden.
            Kriegsgefangene liefen ja auch teilweise halbnackt herum, wem hat es geschert - wohl niemanden.
            Im normalen regulären Dienst war die Halsbinde ein Muss - wie auch eine übliche soldatische Anzugsordnung - beim Waffenreiningen oder sonstigen internen Angelegenheiten, wo man unter sich war, wie schon so oft auch bestätigt - kam es durchaus vor, dass die Soldaten sogar nur im Hemd herumliefen und arbeiteten und ja auch ohne Halsbinde.
            Ist das so schwer zu verstehen - oder begründet es sich, siehe Foto - auf die Abneigung Halsbinden zu tragen?

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            • #7
              Das Tragen einer Halsbinde im preussischen Heer ist Pflicht!

              Einzige Ausnahme selbige abnehmen zu dürfen, waren schwere körperliche Arbeiten wie z.Bsp. Schanzarbeiten. Ob andere Armeen Halsbinden trugen, ist für einen preußischen Kanonier unrelevant!
              Schlesisches Grenadier-Bataillon

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              • #8
                Nein, es geht nicht um eine persönliche Abneigung. Dieses Bild ist ja nur ein Beispiel von vielen, wo man Männer ohne Halsbinde sehen kann. Um zu präzisieren, ich rede nicht davon, ob man im Dienst eine Halsbinde trug, das ist klar. Aber außer Dienst gibrt es eben viele Beispiele, daß Männer auch ohne Halsbinde rumlaufen. Das war eben doch eine Frage der Mode und des pers. Geschmackes. Und die Mode oder Konventionen schrieben eben offensichtlich nicht vor, immer eine Halsbinde zu tragen.

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                • #9
                  Auch in diesem Fall muß erwähnt werden, daß. am Bsp. der preußischen Armee, nicht Mode und gesellschaftliche Konventionen ausschlaggebend waren, sondern daß Reglement. Wenn der Soldat über Stunden zu seiner freien Verfügung verfügen konnte und er überdies die Dislocation oder im Frieden die Kaserne, verlassen durfte, so schrieb das Reglement auch in diesem Fall vor, daß ein vorschriftsmäßiger Anzug zu tragen ist, also mit Halsbinde. Nahm der Soldat selbige ab und er wurde dabei vom visitierenden Unterofficir oder sogar von einem Officir betroffen, durfte er eine disziplinarische Untersuchung und eine entsprechende Behandlung erwarten. Welche beim ersten Verstoß sicherlich nur mit einer eindringlichen Ermahnung, beim wiederholtem Male jedoch Entzug der Freizeit und des Ausganges, weitere Verstöße mit Arrest endeten.
                  Zuletzt geändert von Martin; 22.10.2012, 09:06.
                  Schlesisches Grenadier-Bataillon

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                  • #10
                    Ja die Frage der Mode - bunte Halstücher eben, aber das wurde auch untersagt und perönlicher Geschmack - den Einwand kann ich nicht ganz ernst nehmen - wie bereits Martin richtig geschrieben hatte - da gab es wenig Duldung.
                    Kurz - in meiner Stube, konnte ich ja auch ein Karnevalshütchen bei der Bundeswehr aufsetzen, draußen hätte das aber auch disziplinarische Konsequenzen nach sich gezogen.

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                    • #11
                      Zu den bunten Halstüchern: Ich denke, die Gefangenen mit den bunten Halstüchern, die wir hier sehen, sind überwiegend (wenn nicht ausnahmslos) Seeleute. Da gehört ein Halstuch zur Standardausrüstung (Schutz gegen Kälte, Staub, Dreck, Pulverrauch, Schweisstuch). Die erkennbar uniformierten Soldaten (evtl. als Marinesoldaten der Kriegsmarine zugeteilte Infanteristen?) tragen, soweit ich das sehe, alle eine schwarze Halsbinde. Halsbinde und Halstuch sollte man m.E. schon auseinanderhalten, jedenfalls im vorliegenden Fall.

                      Gruss, T.

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                      • #12
                        Es gibt aber zahlreiche Beispiele, wie bspw. auf diesem Bild, daß Soldaten außer Dienst auch ohne Halsbinde rumliefen. Kennt jemand eine Quelle, daß Soldaten außer Dienst bestraft wurden, wenn sie hemdsärmelig oder ohne Halsbinde herumliefen ? Und wieso gibt es dann zahlreiche Abbildungen, die genau dieses zeigen ?

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                        • #13
                          Warum denn die Frage "mit oder ohne Halsbinde" ausgerechnet anhand dieses Bildes diskutieren wollen? Es wurde schon erwähnt, gezeigt werden Kriegsgefangene, die tragen, was sie haben oder was sie wollen. Hat nichts mit regulärem Alltagsdienst zu tun. Weiter sind hier augenscheinlich überwiegend Marineangehörige, darunter viele Seeleute dargestellt. Die tragen Halstücher oder auch nicht, wie es ihnen beliebt, zumal es für Matrosen damals (1798) sowieso noch keine Bekleidungsvorschriften gab (allenfalls ansatzweise). Ausserdem waren doch die Vorschriften nicht in jeder Armee gleich und deren Einhaltung wurde auch nicht in jeder Armee mit gleicher Rigidität durchgesetzt. Die ganze Diskussion über diese Halsbinden läuft am Ende doch immer wieder auf die Verhältnisse in der preussischen Armee hinaus. Warum dann gerade ein Bild heranziehen, dass Franzosen (und vielleicht auch einige Spanier) in britischer Kriegsgefangenschaft zeigt, dazu überwiegend Marineangehörige. Das ist doch einfach nicht sinnvoll.
                          Zuletzt geändert von Tellensohn; 23.10.2012, 10:10.

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                          • #14
                            Es gibt 1000 mal mehr Abbildungen mit Halsbinde oder Halstuch.
                            Die Abbildungen, die Soldaten ohne Halsbinde darstellen - zeigen Ausnahmesituationen - wie z.b. eben Gewehrreiningen, oder Reiningen von Ausrüstungsgegenständen.
                            Sergeant Bourgonne, der seine verlausten Haare in Wilna abgeschnitten hatte, wurde von seinen Sergeant Major ermahnt dass er bis er wieder in Paris ist, so lange Haare hat um sich zumindest einen falschen Zopf anflechten zu können.
                            Les doch mal das Parolebuch des 2.Garde Regiments zu Fuß.
                            Es gab damals eine Anzugsordnung und Ehrgefühl - dass jemanden aus unserer Zeit offensichtlich schwer begreiflich zu machen ist. Ohne Rock und ohne Halsbinde und ohne Kopfbedeckung fühlten sich die Leute nackt.

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                            • #15
                              Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
                              Es gab damals eine Anzugsordnung und Ehrgefühl - dass jemanden aus unserer Zeit offensichtlich schwer begreiflich zu machen ist. Ohne Rock und ohne Halsbinde und ohne Kopfbedeckung fühlten sich die Leute nackt.
                              Kann das denn belegt werden ? Die vielen Abbildungen von Männern ohne Halsbinde sprechen eher dagegen.

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