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Wacht-Parade französischer Revolutionsinfanterie in Mannheim 1795

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  • Wacht-Parade französischer Revolutionsinfanterie in Mannheim 1795

    Und es geht weiter mit interessanten Bildern - heute ganz patriotisch eine Wacht-Parade in meiner Geburtsstadt (und Teilwohnsitz) Mannheim aus dem Jahre 1795.

    Ich weiß mindestens zwei Aktive im Forum, die zu den Bildern bestimmt einiges sagen können.

    Hier der Link ins Portal: http://www.uniformen.napoleon-online...p?/category/44

    Schöne Grüße
    Markus Stein
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

  • #2
    Hab schon einen kleinen Kommentar geschrieben, dieses Bild wurde ja zig fach kopiert und vielfach als Unterlage verwendet, schön das "Original" zu sehen.

    Kommentar


    • #3
      In der Tat ein sehr schönes Bild. Faszinierend und verwirrend zugleich.

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      • #4
        Ja, eines meiner Lieblingsdarstellungen. Hier sehe ich es zum ersten Mal original. Klasse, vielen Dank.


        lachaussee

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        • #5
          Natürlich freue ich mich, wenn Ihr mit dem Bild etwas für Eure Recherchen anfangen könnt ... ich habe nun die von Sans-Souci freundlicherweise gestern Abend noch erstellte Transkription des Untertextes online in die Erläuterung gesetzt.

          Weitere schöne Bilder werden sicher folgen ...

          Markus Stein
          "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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          • #6
            Das Bild ist informativ.

            Der altdeutsche Text (offenbar nach 1818 entstanden) auch - zum Kotzen.

            Hass auf Napoleon könnte man ja noch verstehen, aber das ist purer Völkerhass. Was solches Denken Deutschland und der Welt gebracht hat, sollte allgemein bekannt sein. So hat es angefangen. So etwas sollte man nicht unkommentiert stehen lassen. Unter "Kommentar" verstehe ich, dass man zumindest darauf hinweist, dass der Verfasser offenbar ein ausgesprochener Franzosenhasser war. Eine entsprechende Bemerkung würde wenigstens andeuten, dass man die Aussage des Textes nicht goutiert. Andernfalls könnte der Eindruck entstehen, dass man sie goutiert...
            Zuletzt geändert von Tellensohn; 16.01.2014, 08:35.

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            • #7
              Zitat von Tellensohn Beitrag anzeigen
              Das Bild ist informativ.

              Der altdeutsche Text (offenbar nach 1818 entstanden) auch - zum Kotzen.

              Hass auf Napoleon könnte man ja noch verstehen, aber das ist purer Völkerhass. Was solches Denken Deutschland und der Welt gebracht hat, sollte allgemein bekannt sein. So hat es angefangen. So etwas sollte man nicht unkommentiert stehen lassen. Unter "Kommentar" verstehe ich, dass man zumindest darauf hinweist, dass der Verfasser offenbar ein ausgesprochener Franzosenhasser war. Eine entsprechende Bemerkung würde wenigstens andeuten, dass man die Aussage des Textes nicht goutiert. Andernfalls könnte der Eindruck entstehen, dass man sie goutiert...
              Guten Morgen,

              das mit dem ergänzenden Kommentar ist in Ordnung ... allerdings jetzt wieder die große "Schleife" mit was solches Denken D & der Welt gebracht hat, führt jetzt auch nicht weiter. UND BITTE: hier jetzt keine weitere Diskussion darüber.

              Über das Bild an sich gerne ... schöne Grüße

              Markus Stein
              "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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              • #8
                Danke für den ergänzenden Kommentar, Markus. Jetzt liest sich das alles gleich viel entspannter. Sorry, wenn ich etwas überreagiert habe. Ich hätte ja auch gleich einfach vorschlagen können, den Text um einen Kommentar mit einem Hinweis auf den Franzosenhass des Verfassers zu ergänzen. Die "Schleife" war unnötig, da hast Du recht.

                Gruss, T.

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                • #9
                  Zum Bild, was doch sehr auffällt, sind die zugehakten Rabatten, teilweise ja durch die Darstellungen von Le Sueur bestätigt.
                  Dazu eben die sehr abgerissenen Truppen, die ja 1800 - weder von Adam noch von Kobell so zerissen dargestellt werden.
                  Danke nochmal an Markus und Oli - weiter so.

                  Kommentar


                  • #10
                    Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
                    Dazu eben die sehr abgerissenen Truppen, die ja 1800 - weder von Adam noch von Kobell so zerissen dargestellt werden.
                    Zwischen 1795 und 1800 hat sich halt doch einiges getan.

                    Kommentar


                    • #11
                      Stimmung in Deutschland während und nach den Befreiungskriegen

                      Ich glaube, wir können uns heute keine Vorstellung mehr machen, wie drückend in Deutschland die französische Fremdherrschaft und wie sehr die Abschüttelung dieses Jochs von den Zeitgenossen als "Befreiung" empfunden wurde. Moderne Historiker (z.B. Ute Planert) bestreiten das ja auch, besonders für den Südwesten Deutschlands - wobei der Mannheimer Kommentar m.E. eher für die Befreiungs-These spricht.

                      Ich gebe als plastisches Beispiel hier mal ein Zitat eines preuß. Freiwilligen (des Neumärk. Dragoner-Regiments) über einen Empfang seiner Eskadron - bei einem Streifzug - in Halle im September 1813, noch vor der Völkerschlacht. Dies zugleich als Appetizer für eine kommende Buchveröffentlichung...

                      Zum hist. Hintergrund wäre zu erwähnen, dass Halle (bis 1806 preußisch) im Jahre 1813 schon seit sechs Jahren zum "Modellstaat" Westphalen gehörte. Offensichtlich - so verstehe ich zumindest den Bericht - sehnte man sich aber nach Preußen zurück.

                      Gruß, Tom

                      "In Halle wurde die Schwadron mit einem nicht zu beschreibenden Jubel empfangen, denn eine Anzahl der jungen Leute, die in der Schwadron dienten, waren theils aus der Gegend gebürtig, theils hatten sie ihre Studien hier begonnen. Ganz Halle war auf den Beinen, und es war ein Empfang, wie er wohl selten mit solchen Gefühlen wieder vorkommen wird.
                      Der Schreiber dieser Begebenheiten hatte hier seine Schuljahre zugebracht. Er gehörte zur äußersten Spitze, als die Schwadron an die Stadt heranrückte. Hunderte von Händen streckten sich nach ihm aus, als er erkannt wurde, und jeder wollte ihm seine Freude bezeugen. Derselbe bekam den Befehl, mit der Spitze durch die Stadt zu reiten, da er in der Stadt und Umgegend genau bekannt war, und um dieser den nächsten Weg zu zeigen, die Posten gegen Leipzig aussetzen sollte. Es war ihm aber fast unmöglich, durch die Straßen der Stadt zu reiten, denn immer neue Bekannte zeigten sich, und die Freude seiner Bekannten ging soweit, daß sie den Zügel, Steigbügel, was sie nur erfassen konnten, anfaßten, um ihre Freude auszudrücken. Nicht durch vieles Bitten konnte er seine Freiheit erlangen, und vor Freude sah er Frauen, ja Männer so recht von Herzen weinen. Es gelang aber der Spitze endlich in Begleitung von Tausenden der Einwohner durch die Stadt zu reiten (von letzteren hatte man erfahren, daß die Besatzung von einigen Hundert Mann Infanterie einige Stunden vorher gegen Leipzig gezogen).
                      Vor den Thoren wurden Vorposten ausgestellt. Die Schwadron rückte auf den Markt. Die Vorposten waren in Gesellschaft von Tausenden der Einwohner von Halle, und war dies weniger ein Vorposten als ein Lager zu nennen. Die Verpflegung der Jäger war vortrefflich, denn sie schwelgten durch die Freigebigkeit der Hallenser in den schönsten Genüssen."
                      Zuletzt geändert von Tom; 18.01.2014, 13:15.

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                      • #12
                        Zitat von admin Beitrag anzeigen
                        UND BITTE: hier jetzt keine weitere Diskussion darüber.

                        Über das Bild an sich gerne ... schöne Grüße

                        Markus Stein
                        Hier geht es um Uniformen.

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                        • #13
                          Worum geht es bei dieser Bildanalyse?

                          Zunächst geht es bei dem fraglichen Bild um eine frz. Wachtparade 1795 in Mannheim, also eher um eine militärische Szene aus den Revolutionskriegen (primär nicht um ein Uniformbild), dargestellt von einem "Decorateur" in der Zeit nach dem Aachener Kongress 1818. Dazu liefert ein Dritter (Zeitgenosse) einen "politischen" Kommentar, der mit dem Dargestellten offensichtlich in einem Zusammenhang steht. Im Kommentar wird auf die - nach Ansicht des Kommentierenden - mindere Qualität der frz. Truppen hingewiesen, deren großer Anzahl man jedoch aufgrund der Zerstückelung Deutschlands und des Cynismus (Egoismus?) der deutschen Fürsten unterlegen sei und die Deutschland "verheert" hätten. Schließlich bringt der Kommentator seine Sorge zum Ausdruck, dass dies wieder passieren könne, weil es fraglich sei, ob die "[Fürsten-]Beschlüsse des Wiener Congresses, der Bundes-Versammlung, und des Congresses zu Aken" für die Zukunft einen Schutz gegen "Feinde Deutschlands" jenseits des Rheins bieten würden.

                          M.E. kann man, angesichts der subjektiven Färbung des Textes, an das Bild die Frage stellen, ob es "realistisch" ist und damit die dargestellten Soldaten / Uniformen glaubwürdig bzw. repräsentativ sind. Der Kommentator ist sich dessen offensichtlich sicher ("nach der Natur aufs genaueste in Kupfer gestochen worden, wie mir Augenzeugen aufs glaubwürdigste versichert haben, und gegenwärtiges Blatt ist davon eine richtige Copie"). Indizien für das Gegenteil haben wir derzeit nicht.

                          Der Text wiederum muss aus seiner Entstehungszeit heraus verstanden (dazu habe ich oben etwas geschrieben) und analysiert werden. Nüchtern betrachtet, richtet sich der Kommentar im polit. Sinne m.E. vorrangig gegen die deutschen Fürsten und den von ihnen gestifteten Deutschen Bund, sowohl, was das Verhalten der Fürsten in den Revolutionskriegen als auch die Beschlüsse der Fürsten bzw. ihres Dt. Bundes in der Zeit von 1815-1818 betrifft. Fast könnte man schon von vormärzlicher Revolutionsrhetorik sprechen.

                          Fazit: Ich sehe hier absolut keinen Grund zur polit. Aufregung. Ebenso besteht kein Grund zu einer Verkürzung der Analyse auf das rein Formale (Uniformen); ich finde eher Anlass zu einer ganzheitlichen Betrachtungsweise.

                          Beste Grüße, Tom

                          Kommentar


                          • #14
                            Zitat von Tom Beitrag anzeigen
                            Fazit: Ich sehe hier absolut keinen Grund zur polit. Aufregung. Ebenso besteht kein Grund zu einer Verkürzung der Analyse auf das rein Formale (Uniformen); ich finde eher Anlass zu einer ganzheitlichen Betrachtungsweise.

                            Beste Grüße, Tom
                            Dann mach das doch bitte im Politik-Unterform. Der Admin hat sich doch deutlich genug geäussert. Sonst landen wir hier wieder was weiss ich wo. Ich übrigen finde ich die von Dir vollzogene Umdeutung ("Nüchtern betrachtet, richtet sich der Kommentar im polit. Sinne m.E. vorrangig gegen die deutschen Fürsten"..."Fast könnte man schon von vormärzlicher Revolutionsrhetorik sprechen") einfach lachhaft.

                            "....wenn der Deutsche die Frage aufwirft, ob die Beschlüsse des Wiener Congresses, der Bundes-Versammlung, und des Congresses zu Aken [Aachener Kongreß, 29. September bis 21. November 1818] einen größern Schutz gegen die Wiederholung solcher Anfälle der jenseits des Rheins hausenden Feinde Deutschlands auf die Zukunft leisten werden, als die Chinesen sich von ihrer Mauer gegen die Angriffe der Mantschu-Tartaren leider vergeblich versprochen haben."

                            Für wie dumm hältst du uns hier eigentlich?

                            Auch beste Grüsse, T.
                            Zuletzt geändert von Tellensohn; 18.01.2014, 18:01.

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                            • #15
                              Bild & Politik

                              Ob wir nun über ein Bild im Politikteil oder hier, wo es gepostet wurde, diskutieren, ist mir eigentlich egal. Nicht egal ist mir aber, wenn mir unterstellt wird, ich hielte andere für dumm.

                              Ich schlage vor, wir kehren zum "Standardprozedere" zurück und diskutieren über die Sache, ohne Angriffe gegen Personen zu richten, wie sich das für eine wiss. Diskussion gehört. Jeder kann gern in der Sache anderer Meinung sein als ich, das halte ich als Demokrat aus, und durch die Diskussion in der Sache kommen wir vielleicht in der Sache auch weiter. Ich bin da überzeugter Hegelianer (These + Antithese = Synthese)

                              Gruß, Tom

                              Kommentar

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