Rock eines Artillerie-Offiziers, vermutlich des Rheinbundes um 1810

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    Erfahrener Benutzer
    Tambour-Major
    • 02.10.2006
    • 273

    Rock eines Artillerie-Offiziers, vermutlich des Rheinbundes um 1810

    So wird diese Uniform bei Hermann Historica bezeichnet.



    Mir fällt dazu gar nichts ein außer, dass ich diese Uniform nicht einzuordnen vermag. Hat jemand eine Idee ??

    Ähnlich war (vielleicht) die Uniform der Trompeter der 9. Chevauleger-lanciers und die der Prinz Johann Chevaulegers aber beides erschein mir nicht in Betracht zu kommen.
  • Da Capo
    Erfahrener Benutzer
    Adjudant
    • 23.10.2006
    • 817

    #2
    Im Ausschlußverfahren kann ich sagen Sachsen scheidet aus.
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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    • Gunter
      Erfahrener Benutzer
      Chef de Bataillon
      • 01.10.2006
      • 1377

      #3
      Das könnte eher von einem Grenadieroffizier des 3. Schweizer-Regiments sein. An sich könnte das Teil auch von irgendeiner Ehrengarde stammen.

      Grüße

      Gunter

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      • Tellensohn
        Erfahrener Benutzer
        Chef de Bataillon
        • 16.02.2011
        • 1253

        #4
        Zitat von Gunter Beitrag anzeigen
        Das könnte eher von einem Grenadieroffizier des 3. Schweizer-Regiments sein.
        Wohl kaum. Bekanntlich bin ich nicht der Meinung, dass Uniformen stets zu 100% den Vorschriften entsprachen, aber hier sind die Abweichungen m.E. zu gross. Die Uniform des 3. Schweizerregiments hatte schwarze, nicht dunkelgrüne Abzeichen, dazu weisses Futter, d.h. weisse Schossumschläge, die Rocktaschen waren längs, nicht quer angeordnet, Kragen und Rabatten waren weiss paspeliert, die Knopffarbe war gelb/vergoldet (gelbe Knöpfe, aber silberne Epauletten und Granaten, das ist ja auch schon mal verdächtig), die Patten der Ärmelaufschläge fehlen (ist ja kein Surtout), etc.

        Zu den Spekulationen von Hermann Historica (mal angenommen, das Stück wäre tatsächlich echt): Datierung ca. 1810? Nun, der Schnitt dieses Rocks scheint sicher auf eine Entstehungszeit frühestens im späteren Kaiserreich hinzudeuten. Man beachte bspw., dass die Schossumschläge nicht nur lediglich simuliert sind, sondern bis hinab zum Schossende reichen. Die Rabatten sind unten gerade geschnitten (auch ein Merkmal der Spätzeit) - konnten sie zusammengehakt werden oder nicht? - , aber m.E. nicht typisch französisch (bzw. im französischen Stile gehalten), die Zahl und Anordnung der Knöpfe auf den Rabatten entspricht ebenfalls nicht dem, was bei Röcken der Kaiserzeit üblich war.

        M. E. kann dieser Rock, so er denn von A bis Z echt wäre (und nicht bspw. aus verschiedenen Teilen - die durchaus zeitgenössisch sein können - zusammengeschustert), durchaus auch in die nachnapoleonische Zeit gehören. Immerhin wurden Röcke dieses Typs bis in die 1830er Jahre gefertigt. Grenadieroffizier scheint mir plausibler als Artillerieoffizier. Irgendeiner Einheit. Ehrengarde? Vielleicht. Vielleicht auch irgendeine Standeskompanie, Stadtwache, was weiss ich.

        Ich frage mich wie Hermann Historica dazu kommt, bei einem Stück über dessen Provenienz ganz offensichtlich so gut wie nichts bekannt ist, derart viele durch nichts gerechtfertigte Behauptungen aufzustellen (Datierung ca. 1810, vermutlich Rheinbundstaat, Artillerieoffizier; na immerhin schlagen sie nicht das 3. Schweizer Regiment vor...). Ist ja fast schon penetrant, wie hier eine napoleonzeitliche Provenienz suggeriert wird. Dafür gibt es wohl nur eine Erklärung: Verkaufstaktik. Ich würde das Ding jedenfalls unter den gegebenen Umständen nicht kaufen...

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        • Chasseur
          Erfahrener Benutzer
          Sergent
          • 16.05.2007
          • 105

          #5
          Meiner Meinung nach wurde dieser Rock für das Theater abgeändert. Die sehr ungewöhnlichen Samtrabatten und die für eine Uniform schlampigen Falten an den oberen Enden sprechen dafür, das sie später appliziert wurden. Ebenso finde ich die Knöpfe ungewöhnlich, keine Nummern
          Bei einigen Theaterröcken habe ich ähnliche Änderungen gesehen, Originalstücke wurden modifiziert. Das tut einem Heute zwar weh, aber wenigstens gibt es die Röcke noch.
          Manchmal ist es mit der Sachkenntnis nicht so weit her, daher sind Auktionshäuser öfter mal eine gute Quelle für Schnäppchen, eben bei Herrman Historica habe ich 2 als Pagendegen bezeichnete Stücke gekauft, die einwandfrei Galadegen für Offiziere des Stabes des Premier Empire waren.

          Chasseur
          Zuletzt geändert von Chasseur; 04.05.2014, 15:58.

          Kommentar

          • Gunter
            Erfahrener Benutzer
            Chef de Bataillon
            • 01.10.2006
            • 1377

            #6
            Wie auch immer, wie die auf Artillerie kommen ist mir ein Rätsel. Sollte sich das allein auf die Granaten beziehen, dann ist die Sachkenntnis denkbar gering.

            Grüße

            Gunter

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            • admin
              Administrator
              Colonel
              • 30.09.2006
              • 2685

              #7
              Das ist wirklich erschreckend, wie wenig Sachkenntnis dort wohl vorhanden ist ... schaut Euch mal den "Kürassierhelm 1. Kaiserreich" an: http://www.hermann-historica.de/aukt...db=kat68_m.txt ... oder den Kürass: http://www.hermann-historica.de/aukt...db=kat68_m.txt

              Peinlich!
              "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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              • Chasseur
                Erfahrener Benutzer
                Sergent
                • 16.05.2007
                • 105

                #8
                Trotzdem, ich mag Auktionen und Börsen, dort hat man die Chance, Originale, die im Museum hinter Glas liegen, auch mal in die Hand zu nehmen.
                Und die Chance, etwas Gutes günstig zu erstehen, weil der Verkäufer es falsch datiert. Das geht natürlich auch in die andere Richtung, erstes Empire ist allemal teurer als das zweite und etliche Datierungen sind geschönt oder von wenig Sachverstand getrübt..
                Das gibt es aber auch in Museen, eine meiner "Lieblingserinnerungen" ist die Erklärung der Funktion und Handhabung einer Kavalleriepistole durch einen Mitarbeiter des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien für eine Fernsehsendung, es war gruselig.

                Chasseur
                Zuletzt geändert von Chasseur; 05.05.2014, 15:48.

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                • lachaussee
                  Benutzer
                  Caporal
                  • 18.12.2006
                  • 75

                  #9
                  Ich bin auch der gleichen Meinung wie Chasseur.
                  Da mein Augenmerk mehr auf die Knöpfe geht, sind die (so denke ich) nachträglich angebracht worden, könnten aber durchaus aus der Zeit sein.
                  (sehen preussisch aus). Leider sieht man nicht die Rückseite.

                  Lachaussee

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                  • Chasseur
                    Erfahrener Benutzer
                    Sergent
                    • 16.05.2007
                    • 105

                    #10
                    Und gerade fällt mir auf, daß der Rock eine Hüftnaht hat und das hat in dem angegeben Zeitraum gar nichts zu suchen.


                    Chasseur

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                    • HKDW
                      Erfahrener Benutzer
                      Colonel
                      • 02.10.2006
                      • 2957

                      #11
                      Der Rock ist eben verändert worden, die Ärmel scheinen ja aus unterschiedlichen Material zu sein, vielleicht war es mal ein Originalrock der theatermäßig aufgeppt wurde, sie ja auch teilweise die Röcke in Bad Wildungen, je nach Figur des Darstellers wurde eben geändert und "modernisiert"

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