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Kaukasier in den napoleonischen Kriegen

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  • Kaukasier in den napoleonischen Kriegen

    Heute möchte ich mich mit einer Frage an die Gemeinschaft wenden die mich schon längere Zeit beschäftigt. Ich suche Informationen bezüglich der Teilnahme von kaukasischen Einheiten in den napoleonischen Kriegen. Eine der wenigen Informationen die ich kenne ist die Abbildung eines Tscherkessen aus dem Gefolge des General Bennigsen auf einer Tafel von Suhr. Ich bin mir aber nicht sicher, ob der Reiter auf der Tafel ein Tscherkesse im eigentliche Sinne ist, wahrscheinlich handelt es sich eher um einen Kabardiner (einen östlichen Nachbarn der Tscherkessen).
    Diese waren ähnlich ausgerüstet wie die eigentlichen Tscherkessen aber schon vor Jahrhunderten von den Russen unterworfen wurden und standen jetzt teilweise in ihrem Sold.
    Wohingegen die Tscherkessen(sie nennen sich selbst „Adyge“) entlang der Schwarzmeerküste sich bis 1864 tapfer in einem harten Verteidigungskrieg gegen die russischen Invasoren werten.

    Im Kaukasus wurden die Gredenski-Kosaken aufgestellt. Leider kenne ich keine Abbildungen oder Erwähnung in den Quellen von dieser Einheit.
    Vielleicht kann mir jemand etwas genaueres zu dieser Thematik mitteilen. Ich bin für jede noch so kleine Information oder Hinweis dankbar.

  • #2
    Werte doch mal diese Bilder aus, da sind einige zeitgenössische und zeitnahe drunter (vermutlich von "kaukasischen" Kosaken und wohl von "Adyge" ebenso wie von Kabardinern):

    https://repository.library.brown.edu...Circassians%27
    http://library.brown.edu/cds/catalog...&output=record

    Ist mit allerdings nicht ganz klar, welche nicht den Russen "unterworfene" Tscherkessen an den napoleonischen Kriegen teilgenommen haben sollen. Vor allem, auf wessen Seite, wenn nicht auf der der Russen. Oder denkst du allenfalls an Tscherkessen auf türkischer Seite während des russisch-türkischen Krieges 1806-12?

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    • #3
      Hallo Tellensohn,
      Vielen Dank für Deine Antwort und den Tipp mit den Bildern. Leider kenne ich keine Abbildungen aus den Feldzügen von 1812 bis 1814 auf dem nordeuropäischen Kriegsschauplatz auf denen eindeutig Kaukasier zu erkennen wären. An russisch-türkischen Krieg von 1806 bis 1812 waren mit Sicherheit Kosaken aus der Kaukasusregion und georgische Milizen eingesetzt. Übrigens hat der bekannte Illustrator Christian Gottfried Heinrich Geißler (1770 bis 1844) während

      einer Reise (von 1793 bis 1794) im Süden Russland die er mit dem Naturforschers Peter Simon Pallas unternahm zahlreiche Zeichnungen von den Tscherkessen und der russischen Armee im Nordkaukasus angefertigt. Der selbe Geißler fertigte im Feldzugjahrs 1813 zahlreiche Abbildungen unter anderem auch von Kosaken an. Er zeichnet Baschkiren, Donkosaken und andere Völkerschaften aber keine Kaukasier die ihn ja von seinem Aufenthalt in Russland bekannt gewesen sein dürften.
      Die Frage ist nun, hatte General Benningsen wirklich Tscherkessen bzw. Kabardinder in seinem Gefolge und wenn ja, war es eine Art Leibgarde oder eine kleine Kavallerieeinheit. Ich halte die Funktion als Leibwächter am wahrscheinlichsten. Da mir aber außer der Abbildung auf der Tafel von Suhr keine weitere Quelle bekannt ist, kann man darüber nur spekulieren.
      Ich wäre für jede weiter Anregung und Hinweis zu dieser Thematik sehr dankbar.



      Mit freundlichen Grüßen


      Gardekosak

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      • #4
        Zurzeit kann ich leider nicht mit weiteren Angaben dienen.

        Aber dazu fällt mir ein: Kosaken und weitere exotische oder irreguläre Verbände, das wäre doch eigentlich ein Titel, der die bereits erschienenen Prachtbände von Leonov, Popov, etc., zu den russischen Armeen Katharinas, Pauls und Alexanders unbedingt ergänzen müsste. Sonst fehlt da was ganz wesentliches. Weiss jemand, ob es dazu schon einen Titel gibt oder, falls nicht, diesbezüglich etwas in Arbeit ist?


        PS: Diese Webseite habe ich noch gefunden, die vielleicht von Interesse ist:

        http://home.kpn.nl/kosaken/kosakenge...e_napoleon.htm

        Zur Armee Bennigsens 1806/7 und zur polnischen Armee Bennigsens 1813 habe ich nach oberflächlicher Durchsicht einige Einträge gefunden. Nichts von Tscherkessen...Ich denke, die Idee, dass es sich nur um (relativ wenige) Leibgarden gehandelt hat, hat was für sich...
        Zuletzt geändert von Tellensohn; 17.04.2015, 16:05.

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        • #5
          Hallo Tellensohn,
          vielen Dank für Deine Information. Für die Theorie einer persönlichen Leibwache spricht in der Tat einiges. Zum einen waren die Kaukasier wegen ihrer Tapferkeit berühmt und zum anderen waren sie durch ihre exotische Uniformierung und Bewaffnung eine Art Blinkfang. Seit 1829 leistete sich Zar Nikolaus I. eine persönliche Eskorte die aus Mitgliedern verschiedener Kaukasusvölker bestand.
          Diese Einheit existierte bis zum Ende der Zarenzeit.
          Diese Schwadron bestand aus Georgiern, Lesgiern (aus Dagestan) und auch aus Kabardienern.

          Es gibt ein sehr interessantes Buch zu diesem Thema aber leider ist es schon lange vergriffen und auch sehr teuer. Das Bildmaterial ist herrlich.
          IMG_1452.jpgIMG_1431.JPG

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          • #6
            Persönliche Leibwachen, z.B. von Kosaken gebildet, ...

            ... waren bei russ. Generalen nicht unüblich, vgl. Prokesch (*), 282.

            Gruß, Tom

            (*) Prokesch, A., Ueber den Kosaken, und dessen Brauchbarkeit im Felde. In: Streffleur’s militärische
            Zeitschrift (ÖMZ), Jg. 1824, 7. Heft, S. 270-339

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