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Offiziershelm sächsischer Kürassiere 1810-1813

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  • Offiziershelm sächsischer Kürassiere 1810-1813

    In den stadtgeschichtlichen Sammlungen finden sich immer mal wieder Preziosen - so auch im Schlossbergmuseum Chemnitz, das ich über die Weihnachtsfeiertage besuchen konnte ... dort ein wunderbar erhaltendes Exemplar eines Offiziershelms der Sächsischen Kürassiere ab 1810.

    Vier der Fotos habe ich ins Uniformenportal hier http://www.uniformen.napoleon-online...p?/category/81 eingestellt.

    Schöne Grüße
    Markus Stein
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

  • #2
    Danke für die schönen Fotos.

    Raupe wie Federstutz sind sicher erst später zum Ensemble gekommen. Die sehen mir zu gut aus, aber man kann sich auch täuschen.

    Interessant für mich ist, dass dies nun die 3te Variante des Eichenlaubkranzes (der nach der SR-Liste aus stilisiertem Eichenlaub und Lorbeer bestehen sollte) am 3ten Helm (neben nun Chemnitz noch Wolkenstein und Paris) ist, die ich gesehen habe.

    Auch die Schuppenkette ist Variante 3, aber das muss nicht zwangsläufig von Bedeutung sein.

    Im Gegensatz zum Helm in Wolkenstein ist das Seehundfell ersetzt worden (beim Pariser Helm ebenso ersetzt).

    Aber wirklich schön.
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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    • #3
      Modell aus Paris

      Danke für die kritische Würdigung - ich habe mal den Hinweis auf Raupe und Federbusch hinzugefügt; diese sahen in der Tat nach einer Rekonstruktion aus.

      Aber Deinen Einwurf habe ich als Anlass genommen, auch ein Foto des Modells aus dem Armeemuseum Paris hinzuzufügen - ebenfalls nun im Uniformenportal.

      Und damit Du Dich an der 3. Variante erfreuen kannst, habe ich mal zwei weitere Detailfotos des "Chemnitzer Modells" hier angefügt. Schon interessant, dass an 3 bekannten Offiziershelmen solche Divergenzen auftreten!

      Schöne Grüße
      Markus
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      "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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      • #4
        Ein großer Dank an Da Capo - denn er schickte mir ein Foto des dritten Modells aus Wolkenstein, das ich nun auch gesamt und im Detail online gestellt habe, zusammen mit zwei weiteren Detailfotos des Pariser Modells ... alles nun unter http://www.uniformen.napoleon-online...p?/category/81

        Schöne Grüße
        Markus Stein
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        • #5
          ... und es geht weiter; jetzt auch noch mit den Helmen aus dem Völkerschlachtmuseum Leipzig sowie Stadtmuseum Dresden; von Letzterem habe ich auch noch ein paar weitere Originalstücke ins Portal geladen.

          Schöne Grüße
          Markus Stein
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          • #6
            Der Mannschaftshelm aus dem Stadtgeschichtlichen in Dresden ist aufgrund der Girlande auch als Offiziershelm einzustufen. Woher die Bezeichnung "nach 1815" kommt (und ein sehr weites Feld eröffenet) weiß sicher nur das Stadtgeschichtliche allein (ich sage nur "tätig um 1813") . Auch sind die Schuppenkettenrosetten bei der Mannschaft nicht als Medusen ausgeprägt, sondern einfache Kreisrosetten.

            Nach 1813/15 hört ja meine Zeit auf, so dass ich über die Uniformierung nach 1815 nur rudimentäre Ahnung haben. Aber die nach 1813 folgenden SR-Listen (1815 -1821) geben auch keine Änderung ggü. der von 1813 und so etwas bedeutendes hätten sie wohl erwähnt.
            Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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            • #7
              ... und so sieht der Helm versteinert aus (zumindest der Rest davon. Grabmal des sächsischen Majors von Heldreich auf dem Alten Johannisfriedhof Leipzig.
              Angehängte Dateien

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              • #8
                Vielen Dank für die schönen Bilder der prächtigen sächsischen Helme. Interessant wäre es aber zu erfahren, wo und von wem diese Helme damals hergestellt wurden. Vielleicht in Paris oder in Dresden ? Gibt es darüber irgendwelche Unterlagen ? Das meine ich auch für die württembergischen (Garde du Corps) und die bayrischen Helme. Wer kann darüber Auskunft geben

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                • #9
                  Die sächsischen Helme wurden definitiv in Sachsen gefertigt. Alles, was sich in Sachsen herstellen oder besorgen ließ, hatte die Armee auf königlichen Befehl hin auch in Sachsen zu bestellen.

                  Die Vertragsakten zu den Helmen habe ich bei Durchsicht der Online-Findbücher des HStA in DD bisher nicht auffinden können, ich hoffe aber, dass sich in den Akten der Kürassier-Regimenter Befehle zu den Anschaffungen werden finden lassen.

                  Falls Du aus Württemberg kommst (oder aus der Nähe) dann wäre doch der nächste Weg, dem HStA in Stuttgart mit seinen Findbüchern (evtl. sogar online) einen Besuch abzustatten.
                  Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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                  • #10
                    Inlandskauf - Merkantilismus

                    Der Inlandskauf ergibt sich zwangsläufig aus der damaligen Wirtschaftsdoktrin des Merkantilismus (verkürzt: "Geld ist im Land zu halten"). Ähnliches Beispiel: In Preußen mussten Pensionen i.d.R. im Inland verzehrt werden - im Priesdorff habe ich Beispiele gelesen, dass pensionierte Generale vom König (Friedrich Wilhelm III.) gerüffelt wurden, weil sie sich ohne Erlaubnis zu lange im Ausland aufhielten.

                    Gruß, Tom

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                    • #11
                      Zitat von Tom Beitrag anzeigen
                      Der Inlandskauf ergibt sich zwangsläufig aus der damaligen Wirtschaftsdoktrin des Merkantilismus
                      Nicht völlig zwangsläufig: Wenn etwas im Inland nicht oder nicht in genügend hoher Quantität hergestellt werden konnte (z. B. Uniformen und Waffen in Preußen 1813/14), griff man natürlich auf ausländische Anbieter zurück. Kriegsbeute, die in der Anschaffung nichts kostete, war sowieso immer gerne gesehen.

                      Und auch wenn ein Anbieter im Ausland billiger war als einheimische, wurde manchmal auf ihn zurückgegriffen, selbst wenn es unter wirtschaftspolitischen Aspekten nachteilig war. Im Geheimen Staatsarchiv in Berlin gibt es ein Aktenverzeichnis nicht mehr erhaltener Akten aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, dort wird eine "Acta betr. den Ankauf der 2999 Paar Rußischen Stiefeln. 1808." aufgeführt (GStA PK IV. HA Rep. 4, Nr. 135, p. 28). Die vier Kürassier-Regimenter hatten jeweils einen Kriegs-Etat von 750 Mann. Der 3000ste Stiefel ist vermutlich vermutlich das Musterstück. Ob diese Stiefel dann tatsächlich angekauft worden sind, habe ich aber leider nicht herausfinden können.

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                      • #12
                        Hallo Sans-Souci,

                        einverstanden, ich hätte genauer schreiben sollen: Der grundsätzliche Vorrang des Inlandskaufes ergibt sich...

                        Beste Grüße, Tommy

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                        • #13
                          Zitat von Da Capo Beitrag anzeigen
                          Die sächsischen Helme wurden definitiv in Sachsen gefertigt. Alles, was sich in Sachsen herstellen oder besorgen ließ, hatte die Armee auf königlichen Befehl hin auch in Sachsen zu bestellen.

                          Die Vertragsakten zu den Helmen habe ich bei Durchsicht der Online-Findbücher des HStA in DD bisher nicht auffinden können, ich hoffe aber, dass sich in den Akten der Kürassier-Regimenter Befehle zu den Anschaffungen werden finden lassen.

                          Falls Du aus Württemberg kommst (oder aus der Nähe) dann wäre doch der nächste Weg, dem HStA in Stuttgart mit seinen Findbüchern (evtl. sogar online) einen Besuch abzustatten.
                          Mir ging es im HSTA in Stuttgart genau so. Leider konnte ich darüber in den Findbüchern auch online keinerlei Akten oder Befehle zu Anschaffungen darüber finden.

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                          • #14
                            Da hilft nur jedeAkte mit GdC-Bezug aus dem betroffenen Zeitraum in die Hand nehmen, ansehen undauf einen glücklichen Zufall hoffen.
                            Es stellen sicheinem schon die Nackenhaare auf, wenn man daran denkt, dass in einemkriegsunversehrten Archiv wie in Stuttgart Altpapier-Fetischisten nach 1945 ganzeAktenbestände in die Tonne gekloppt haben.
                            Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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                            • #15
                              Im Brüsseler Armeemuseum findet sich scheinbar noch so ein Helm:

                              http://www.maquetland.com/article-ph...orps-bruxelles
                              Zuletzt geändert von Tellensohn; 13.01.2016, 11:04.

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