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Ordensspange befreiungskriege portrait

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    Hallo liebe Forengemeinde,

    obiges Portrait (datiert 1831) gibt mir folgendes Raetsel auf. Die Ordensspange mit EK2 und Dienstauszeichnung deutet auf einen Preussen hin oder? Ist dann die KDM (Platz 2) nur kuenstlerisch leicht misslungen oder handelt es sich um etwas anderes? Platz 3 hat mit Portrait nach rechts und Material ja auch wenig Preussisches an sich (Russisch? Befreiung Paris?).

    Das Bild kommt aus einem Haushalt in Niedersachsen bei Hannover.

    Jetzt muss ich ja schon zugeben das 2 SEHR wie die Hannoversche Medaille fuer die KGL/Freiwilligen von 1813/14 ausfaellt (Schatten von Kreuz im Zentrum). Das danach koennte (wenn es sich um einen Henkel statt Suspensionsring handelt) auch die Waterloo Medaille sein, aber da ware dann irgendwie die Position falsch und passt dann die DA 1825???

    Es hilft auch nicht das die Farben leicht ausgeblichen sind und oder der Kuenstler die Bandfarben alle ein wenig vergurkt hat. Im Hellrot der Baender findet sich orange/gelbes Pigment.


    Ich wueder mich ueber Eure Meinungen freuen. Bitte das Fehlen der Umlaute zu verzeihen, ich muss heute mit einem englischen Chromebook arbeiten und bin zu faul fuer ASCI codes.


    Liebe Gruesse!

  • #2
    Schwierig. Unten angehängt eine Tafel von 1837, aus Gelbke: Ritter-Orden und Ehrenzeichen der königl. preussischen Monarchie.

    Das Eiserne Kreuz 2. Klasse schwarz-weißen Band ist ziemlich eindeutig.

    Daneben die Kriegs-Denkmünze am orangefarbenen Band mit schwarz-weißem Rand, die mit dem so gut wie ausschließlich an Preußen verliehenen Eisernen Kreuz Hand in Hand geht.

    Das dritte könnte vielleicht das erst 1833 gestiftete preußische Verdienst-Ehrenezeichen für Rettung aus Gefahr sein. Doch müßte der Kopf des Königs darauf in die andere Richtung gucken, und das Band war orange mit weißem Rand, kein Schwarz dabei. (No. 36)

    Die 1825 eingeführte Spange der Dienstauszeichnung 1. Klasse für 21 Jahre Dienst oder 3 Feldzüge war ein blaues Band, auf dem sich eine komplett goldene Spange (2. und 3. Klasse silber und schwarz) mit dem Namenszug des Königs befand. (No. 21)

    Hast Du den Namen des Trägers ?

    gelbke1837.jpg

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    • #3
      Es gab noch die 1842 gestiftete Landwehr-Dienstauszeichnung, die der auf dem Portrait abgebildeten Abzeichen etwas ähnlicher sieht. Vielleicht später hinzugemalt ?

      Hier eine Beschreibung:

      https://books.google.de/books?id=bjwRAAAAYAAJ&pg=PA79

      Die hatte allerdings schon das Monogramm FW IV, nicht FW III., und von zwei kleinen goldenen Kreuzen eingerahmt. Unter dem Link unten ein paar schöne Beispiele zahlreicher, vor alem späterer Modelle:

      https://www.kuenker.de/de/archiv/stueck/137562
      Zuletzt geändert von Sans-Souci; 18.09.2019, 18:07.

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      • #4
        Habe den Namen leider nicht, das Bild war bis in die spaeten 80er in einem Heimatmuseum in Niedersachsen ausgestellt. Ich warte aber noch auf die Info (der Vorbesitzerin) wo das genau war. Die DA ist sicher 1825, sagt eindeutig FWIII. In dieser Form auch noch nicht gesehen, schliesse ich aber nicht aus, da zahllose Hersteller und Varianten. Ausserdem ist unser Kuenstler kein As wenn es um Orden geht. Es steht und faellt glaub ich mit der KDM (oder nicht KDM), die ist "komisch" dargestellt, aber ggf soll es wirklich eine mit runden Armen sein. Dann haette er die aber falschherum an der Spange.

        Lieben Dank fuer Deine Hilfe, ggf, kommen wir ja dahinter

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        • #5
          Und als Anmerkung, wenn wir uns mal das Alter des Herren anschauen, dann glaube ich nicht das das Bild nach 1842 gemalt ist, DA 1842 kann man glaub ich ausschliessen

          Ich sehe das hier immer noch als top kandidaten fuer die silberne Medaille https://de.wikipedia.org/wiki/Medail...inzug_in_Paris

          Breites Doppelband, Blau und Rot-Schwarz gestreift
          Zuletzt geändert von Protzen1813; 18.09.2019, 18:34.

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          • #6
            Ich denke inzwischen, die Medaille mit dem Portrait ist die 1863 gestiftete Erinnerungs-Kriegs-Denkmünze, die jeder erhielt, der auch schon die Kriegs-Denkmünze von 1813-15 hatte und noch am Leben war. Quasi eine Medaillen-Verdopplung, deren Absicht war, daß die Träger "das Bildniß des Königs, auf dessen Aufruf sie sich unter die Waffen stellten und unter dessen Führung sie diese mit unverwelklichem Lorbeer umkränzten, auf ihrer Brust tragen" sollten.

            Da das Bild mit 1831 datiert ist, ist diese neue Medaille dann wohl 1863 oder später nachträglich hinzugemalt worden, zusammen mit der anachronistischen und falsch beschrifteten Landwehr-Dienstauszeichnung von 1842. Vielleicht sogar erst nach dem Tod des Trägers. Es könnte auch sein, daß die Landwehr-Spange schon vor 1863 da war, und deshalb aus Platzgründen teilweise übermalt wurde.

            Die Farben des Bandes stimmen jedenfalls, und das Porträt sieht ähnlich aus. Nur das Metall auf dem Gemälde sieht halt eher nach Silber als nach Brozee aus:

            kdm1863.jpg

            https://nat.museum-digital.de/index....jekt&oges=4665
            Zuletzt geändert von Sans-Souci; 18.09.2019, 19:19.

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            • #7
              Hi Sans Souci

              ich bin kein Experte wenn es um Phaleristik geht, aber als Kunsthistoriker habe ich die Spange intensiv und eindringlich betrachtet. Das ist in einem Stueck gemalt, zum gleichen Zeitpunkt wie der Rest. Die Spange traegt er auf seinem Jackenkragen. Die DA darunter bzw dahinter. Und auch da kann ich keinerlei Variationen in Pigment und Ausfuehrung festellen. Gleicher Maler, gleiche Farbe.

              LG

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              • #8
                Denkbar wäre auch, daß das Gemälde die nachträglich mit weiteren Orden "verbesserte" Kopie eines Gemäldes von 1831 ist. Was ist die Begründung für die eingangs erwähnte Datierung auf 1831 ?

                Im Jahre 1863 (falls die Deutung der Erinnerungs-Kriegs-Denkmünze richtig ist) hätte der Dargestellte, wie von Dir ja schon angemerkt, sicherlich etwas älter ausgesehen.

                Das Muster für die Landwehr-Dienst-Auszeichnung, so falsch sie in den Details dargstellt ist, wurde definitv erst 1842 eingeführt.

                Falls jemand hier nachweisen kann, daß es eine Landwehr-Dienst-Auszeichnung mit dem Monogramm FWR III gab, schenk ich ihm eine gute Flasche Wein ! rost:

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                • #9
                  Die 1842 LW-DA ist optisch genauso weit von der Schnalle auf dem Gemaelde weg wie die 1825 DA. Da unterscheidet sich Form und Schriftbild bei beiden. Da der Maler bei der KDM (und das MUSS an sich ne KDM sein), darstellerisch daneben lag, warum soll er dann bei der DA genau gearbeitet haben. F.W. III ist das einzige was klar zu sehen ist. Ich denke ich persoenlich schiesse mich erstmal mit

                  EK2 1813
                  KDM
                  EROBERUNG PARIS 1814
                  und
                  DA 1825 ein


                  Was anderes kann an sich nicht sein. Die 3. Medaille ist klar silber farben, doppletes Band, passt alles

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