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Abzeichenfarben der franz. Kürassiere 1812

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  • Abzeichenfarben der franz. Kürassiere 1812

    Dear all,

    durch ein Bild von Telenik, bin wieder einmal auf ein Thema gestoßen, für das ich jedenfalls noch keine abschließende Meinung gebildet habe : Die Abzeichenfarben der franz. Kürassiere 1812. Ich war früher - und nicht zuletzt aufgrund einschlägiger Rousselot Abbildungen - davon ausgegangen, dass die beiden "neuen Farben" Rosa und "Aurore" vor 1812 eingeführt wurden und deshalb z.B. die 5. Kürassiere bei Borodino Abzeichen in "Aurore" trugen.

    So klar ist das aber offenbar nicht und mittlerweile neige ich eher dazu, dass die Abzeichenfarben der franz. Kürassiere 1812 nur aus Scharlachrot und Nazissengelb bestanden haben.

    Bei Bucquoy stellt man auf den zweiten Blick fest, das er wohl annimmt, die neuen Farben seien erst 1812 mit den "Bardin" Bestimmungen eingeführt worden. Rousselot erläutert zu seinen Tafeln, dass die färben wohl vorher eingeführt seien. dabei stützt er sich allerdings ausschließlich auf die Abbildungen im "Marckolsheim" Manuskript, das die neuen Farben bei Trompetern bereits 1809/1810 zeigt. Da Rousselot das ja in Teilen sehr fragwürdige "Marckolsheim" Manuskript als historische Quelle anerkennt und verwendet, schreibt er, dass diese Farben dann wohl vorher eingeführt worden sein müssen.

    Ich weiß nicht, ob sich hier schon einmal jemand eine Meinung dazu gebildet hat und wäre interessiert zu erfahren, was für Erkenntnisse hier ggf. vorliegen.


  • #2
    Hallo,

    ich habe jetzt einige Literatur dazu gelesen und es ergibt sich, dass die Einführung der neuen Abzeichenfarben auf dem Dekret vom 7. Februar 1812 beruht. Zwar liegt der 7.2. vor dem Juni 1812, aber da die Regimenter teilweise schon früher mobilisiert wurden und vielleicht schon fern ihrer Depots lagen, ist es wirklich fraglich, ob die neuen Monturen mit den Abzeichenfarben auch tatsächlich rechtzeitig ausgeliefert wurden.

    In einem Artikel aus Le Briquet Nr. 4/1993 über den Habit-Surtout der Kürassiere 1809-1812 findet sich folgende interessante Passage (Accents wurden nicht kopiert):

    Ainsi, les 1er et 4e, les 2e et 5e, les 3e et 6e regiments de chaque série portaient exactement Ies memes uniformes. Comme I'indiquait Luden Rousselot dans Ies commentaires de sa planche no 15, on pouvait supposer que 'pour y remedier, Ies conseils d'administration des corps, s'occupant de Ia confection de I'habillement, durent donner une entorse au texte officiel et ajouter de leur propre autorite, les poches en long ou en travers et peut-etre aussi les pattes de parements.' C'est ce que suggerait egalement le commandant Bucquoy pour sa serie de cartes consacree aux cuirassiers, en indiquant que c'est avec cet habit-surtout non reglementaire que les regiments firent la Campagne de Russie. Car le reglement de 1812, dit 'de Bardin', qui contenait de nouvelles couleurs distinctives pour !es regiments de cuirassiers, n'avait pas eu theoriquement .e temps d'etre applique.

    Mais on sait que les reglement avaient parfois une propension a enteriner des pratiques qui s'etaient imposees au fii des ans.

    Partant du principe que l'impossibilite de distinguer entre eux certains regiments n'est pas adrnissible, Pierre Benigni, dans Je no 1 de 1926 du Passepoil, precise qu'il est "logique de croire que les couleurs distinctives indiquees par Je reglement de 1812 ont ete creees au moment de l'adoption de l'habit-surtout. Mais ceci n'aurait que Ia valeur d'une supposition assez serieusement etayee, si les devis d'habillement des troupes fixant les quantites d'etoffes necessaires a Ia confection des effets, ne venaient changer cette hypothese en une certitude.

    Benigni, de meme que Rousselot qui se fait I'echo de cette nouvelle hypothese dans sa planche no 37, font en effet etat de Ia mention de drap rose pour Ia confection d'habit- surtout des 10e, 11e et 12e regiments anterieurement a 1812. En outre, le manuscrit de Marckolsheim donne un trompette du se regiment en 1810-1811 en habit aurore et un trompette du 12e en 1810 en habit rose.

    Il n'est pas certain que !es douze regiments aient pris des 1809 les nouvelles distinctives. Ils devaient surement utiliser !es anciens draps auparavant, ce qui dut etaler dans le temps l'adoption des nouvelles couleurs qui s'etablissent comme suit, deux regiments supplementaires ayant ete crees fin 1809 sous les n2 13 et 14.
    Man sollte vielleicht die Regimentsgeschichten der infrage kommenden Kürassier-Regimenter (4-6 und 10-12) studieren, ob sich dort Hinweise ergeben - ansonsten bleiben letztlich Konfektionslisten im Archiv (SHAT).

    Ich schaue aber weiter ...

    Schöne Grüße
    Markus Stein
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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    • #3
      In einer Notiz in der Kladde von E. Fort, im Besitz der Bibliothèque Nationale, gibt es eine Beschreibung zur Uniformierung eines Trompeters der 5. Kürassiere auf Basis eines Gemäldes von A. Adam mit der Erstürmung der Großen Schanze. Ich habe diese beigefügt.

      Dort ist von einem "aurore"-farbenen kurzem Kollett die Rede.

      Schöne Grüße
      Markus Stein
      "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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      • #4
        Ganz herzlichen Dank ! Das stützt dann die These, die Bucquoy ja mehr nebenher aufstellt, wonach erst nach 1812 die Einführung war. Interessant auch, dass ja auch die "lie de vin" Farbe beim 13. und 14. Regiment wohl überhaupt erst 1811 bzw . kurz vor dem Russlandfeldzug eingeführt waren.

        Bei dem Bezug zu Adam bin ich skeptisch weil Adam nur rote und gelbe Abzeichen zeigt und auch bei seinem (späteren) Gemälde, dass das 5. Rgt. eindeutig mit roten Abzeichen zeigt. Ich habe mal die entsprechenden Aussagen kopiert und angehängt.
        Zuletzt geändert von aba; 06.08.2020, 21:16.

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        • #5
          Habe gerade noch die Regimentsgeschichte der 12. Kürassiere herunter geladen - die waren 1811 in Celle und im Januar 1812 in Halberstadt stationiert. Im März 1812 kam dann der Befehl, nach Writzen abzumarschieren, am 16. April waren sie in Stargard, am 31. Mai nahe Marienburg in Ostpreußen.

          Ich glaube kaum, dass dieses Regiment schon mit den neuen Röcken und neuen Abzeichenfarben ausgestattet wurde - vielleicht später Ersatztruppen aus dem Depot, aber ob diese Heterogenität in der Uniformierung dann gestattet wurde, steht wieder auf einem anderen Papier.

          Schöne Grüße
          Markus Stein
          "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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