Stern an der Tschapka der Ulanen - Befestigungsweise ?

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  • Sans-Souci
    Erfahrener Benutzer
    Major
    • 01.10.2006
    • 1886

    Stern an der Tschapka der Ulanen - Befestigungsweise ?

    Das am 21. Februar 1815 neu formierte preußische Garde-Ulanen-Regiment erhielt im Laufe des Jahres 1815 (oder erst 1816 ?) den Stern des Schwarzen-Adler-Ordens vorne auf den Tschapkas. Die frühere Leib- dann Garde-Ulanen-Eskadron hatte diesen Stern noch nicht gehabt.

    Dieser Stern war der Knopffarbe entsprechend aus Messing, und bei den Offizieren in Analogie zu den übrigen Garde-Truppenteilen wahrscheinlich aus Silber mit emailliertem Mittelschild. Unten ein Auschnitt aus einem Aquarell von Franz Krüger aus dem Jahre 1817.

    Wie war dieser Stern angebracht ?

    Da er genau auf der Vorderkante der Tschapka ​​saß, muß er in der Mitte im rechten Winkel geknickt worden sein, um ihn auf den beiden Seiten befestigen zu können. Bei dem Messingblech der Mannschaften kein Problem. Aber macht Emaille so etwas mit ? Oder war der Stern bei den Offizieren ausnahmsweise vielleicht nur gestickt ?

    Hat jemand zusätzliche Infos dazu ? Wie wurde das Problem in anderen Armeen der Zeit gelöst (falls es dort auch auftrat) ?


    1817 (Museum Köthen, Inv.Nr. V 815 K2).jpg
  • admin
    Administrator
    Colonel
    • 30.09.2006
    • 2705

    #2
    Auf der Tafel von Duplessi-Bertaux wird der Gardestern am runden Lederkorpus und nicht auf der Manschette gezeigt - welche Quelle hier glaubwürdiger ist, müsste an weiteren Darstellungen geklärt werden. Die Abbildung von Krüger wird im zweiten Band von Lyulin auch gezeigt, dort aber auf 1817 datiert.

    Schöne Grüße
    Markus Stein
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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    • Voltigeur
      Erfahrener Benutzer
      Tambour-Major
      • 29.10.2006
      • 305

      #3
      Hätte man nicht den Stern nach dem Biegen emaillieren können ?
      Da beim Brennen des Emaills ja nicht so hohe Temperaturen nötig sind, wäre das Silber nicht geschmolzen.
      Runde Gegenstände kann man ja emaillieren.

      Grüsse vom Voltigeur

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      • admin
        Administrator
        Colonel
        • 30.09.2006
        • 2705

        #4
        Das war auch mein Gedanke mit dem Emaillieren, auch nachdem ich die geknickten Embleme auf den russischen Tschapken ab 1819 gesehen habe - wenn es interessiert, stelle ich davon ein Bild rein. Immerhin war damals alles noch Handarbeit und vor allem die Offiziere dürften eine angemessene Fertigung geachtet haben.

        Schöne Grüße
        Markus Stein
        "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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        • Sans-Souci
          Erfahrener Benutzer
          Major
          • 01.10.2006
          • 1886

          #5
          Die Stiche von J. Duplessi Bertaux sind leider sehr unzuverlässig. Zum Beispiel werden die preußischen Halbmond-Epauletten überall als eine Art Schulterwülste (wie die "wings" bei den Briten) dargestellt. Es wirkt, als wären die preußischen Uniformen in der Serie aufgrund unzureichender Skizzen von einem unkundigen Zeichner rekonstruiert worden.

          Die Knöpfe des oben von Markus eingestellten Garde-Ulanen-Offiziers aus der Serie müßten gelb sein, nicht weiß, die Hose grau, die Ärmelaufschläge spitz mit nur einem Knopf und einer Litze, die Schoßumschläge ganz rot. Die Tschapka wird völlig anders dargestellt als auf in Preußen entstandenen Abbildungen. Letztere zeigenden Stern immer vorne auf der Mitte des Oberteils der Tschapka.

          Wenn man in einem (abgerundeten) rechten Winkel emaillieren kann, wäre das wohl die Antwort. Flüssige Emaille ist dann eher eine modellierbare Paste als eine Flüssigkeit, die man in die Vertiefung, in der sie halten soll, hineingießt ?

          Hier eine russische Lösung des Stern-auf-Tschapka-Problems, von 1819:


          AA.jpg

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          • admin
            Administrator
            Colonel
            • 30.09.2006
            • 2705

            #6
            Zitat von Sans-Souci Beitrag anzeigen

            Hier eine russische Lösung des Stern-auf-Tschapka-Problems, von 1819:
            Diese Tschapka meinte ich - ist aus dem schönen russischen Buch über die Armee Alexanders I. Da ist schön der Knick zu erkennen ... und man sieht, wie verlässlich manch eine zeitgenössische Quelle ist

            Schöne grüße
            Markus Stein
            "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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            • Spaen
              Erfahrener Benutzer
              Sergent-Major
              • 26.04.2020
              • 220

              #7
              zu # 1......Das am 21. Februar 1815 neu formierte preußische Garde-Ulanen-Regiment erhielt im Laufe des Jahres 1815 (oder erst 1816 ?) den Stern des Schwarzen-Adler-Ordens vorne auf den Tschapkas. ......

              Gemäß Formationsbestimmung vom 21. erhielt das Regiment die Uniform der bisherigen Garde-Ulanen-Eskadron. Die Zusatzbestimmung vom 13.03.15 brachte einige Änderungen und Ergänzungen. U.a. wurde vorn der in Rede stehende Garde-Stern angebracht. Dieser war aus Messing und bei den Offizieren aus Silber. Auch die ab 1817 formierten Garde-Landwehr-Eskadrons erhielten den Stern, allerdings abweichend in Goldfarbe mit aufgelegtem Landwehrkreuz. Das Anbringen erfolgte genauso wie die, ab 1843 für die Linien-Regimenter eingeführten Adler, also etwas gebogen über der Tschapka-Kante. Auf Grund des Materials wohl eher problemlos.

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              • Sans-Souci
                Erfahrener Benutzer
                Major
                • 01.10.2006
                • 1886

                #8
                Vielen Dank ! Ich hab in den Wiedergaben der Kabinetts-Ordres vom vom 13. März 1815 nur bei Saldern-Ahlimb (S. 50) einen Hinweis auf die Sterne gefunden, und da steht nur "Gleichzeitig erhielt das Regiment an den Czapka's den Garde-Stern und statt der gelben Fangschnüre solche in weißer Farbe." Letzeres wurde vom Köng mit einer Kabinetts-Ordre vom 15. Januar 1816 wieder in Gelb geändert. (Ribbentrop, Sammlung Bekleidung, Bd. 2, S. 952)

                Was ist die Quelle für die silbernen Sterne der Offiziere ?


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                • Spaen
                  Erfahrener Benutzer
                  Sergent-Major
                  • 26.04.2020
                  • 220

                  #9
                  Zu #8
                  Was ist die Quelle für die silbernen Sterne der Offiziere ?

                  Bei Saldern-Ahlimb habe ich zuerst auch nachgeblättert. Ist ja naheliegend.

                  Quelle: Mila §1047

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                  • Sans-Souci
                    Erfahrener Benutzer
                    Major
                    • 01.10.2006
                    • 1886

                    #10
                    Haha, Mila ist noch naheliegender ;-)

                    Allerdings schreibt Mila z.B. auch bei den Garde-Husaren (S. 199 oben): "ein messingner (am Officier-Czakot ein silberner) Stern". Da die Offiziere der Garde-Husaren das Mittelfeld ihres silbernen Sterns emailliert hatten, muß man Mila auch bei den Garde-Ulanen nicht notwendigerweise ganz wörtlich nehmen.

                    Ich kann mir schwer vorstellen, daß die Garde-Ulanen einen weniger aufwendigen Offiziers-Stern als die übrigen Garde-Truppen bekommen hätten. Aber meine Vorstellungskraft ist natürlich kein Argument ...

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                    • Sans-Souci
                      Erfahrener Benutzer
                      Major
                      • 01.10.2006
                      • 1886

                      #11
                      Hier eine um 1800 gefertigte emaillierte Taschenuhr. Wenn man damals den runden Rand dieser Uhr emaillieren konnte, dürfte auch ein in der Mitte um 90 Grad gebogenes Emaillefeld für den Stern des Schwarzen-Adler-Ordens kein Problem dargestellt haben.

                      Ca. Ø29mm, ca. 26,5g, 18K Gold, komplettes Gehäuse emailliert, rückseitig Figurenszene, Rand zeigt Kartuschen mit Landschaftsszenen, dazwischen Schwäne, innen ebenfalls ein Emaille-Gemälde mit einer mythologischen Szene, Spindelwerk, auf der Platine signiert Durtertre Paris, originales Emaillezifferblatt, ebenfalls mit Emaille-Malerei, vergoldete Zeiger, Schlüsselaufzug, gangbar, äußerst selten.


                      42080_1508889587-563x367_width_50.jpg

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