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Kavallerie: Waffen, Handhabung

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  • Kavallerie: Waffen, Handhabung

    Vielleicht können mir die hiesigen Experten und/oder Reenactors weiterhelfen:

    Seit langem frage ich mich, wie gelang es den Kavalleristen beim Einsatz der Blankwaffen oder Schusswaffen, ihre Pferde zu kontrollieren (die Zügel in einer Hand?)?
    Wurden Schusswaffen auch in der Bewegung verwendet (was ich mir äußerst komplex vorstelle )?
    Wie gelang es, die Pferde an den Schlachtenlärm und den Einsatz der Waffen zu gewöhnen, so dass sie im Ernstfall nicht scheuten?
    Après nous le déluge...

  • #2
    Ja Zügel in einer Hand - links eben - ansonsten alles eine Sache der Ausbildung.

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    • #3
      Da kann ich wirklich nur sagen: Respekt.
      Man hat also tatsächlich vom laufenden Pferd aus geschossen? Wahnsinn, dass da ein Zielen möglich war.
      Après nous le déluge...

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      • #4
        Zielen war wohl nicht so unbedingt möglich, das Abschießen de Pistole beim Reiten hatte wohl eher eine moralische Wirkung.
        Oft hing ja dann auch noch der Säbel am Handgelenk.

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        • #5
          Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
          das Abschießen de Pistole beim Reiten hatte wohl eher eine moralische Wirkung.
          Oft hing ja dann auch noch der Säbel am Handgelenk.
          Danke gut zu wissen, das macht Sinn! Ansonsten werden die Pistolen wohl eher für den Notfall "am Boden" dagewesen sein, schätze ich?
          Après nous le déluge...

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          • #6
            aus eigener erfahrung...; ja...die pferde scheuen..., und in der preuss. armee war es üblich,...um der ausbildung genüge zu tun,...die reiter auf ein altes pferd zu setzen, 1 x schiessen...und das wars.mehr nicht....

            im grunde zählt in der reiterei nur die blankwaffe u der karabiner...die pistole...bockte sehr oft, also;..eher eine alarmwaffe...

            laden auf dem pferde...ist eine kunst für sich...



            - schiessen sie viel, nein...das meiste verschütte ich-****)
            Ein Soldat kann seinen Kopf verlieren, aber niemals einen Knopf!

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            • #7
              Nun. Ganz so nutzlos kann die Pistole nicht gewesen sein.

              Im 16. und 17. Jahrhundert war sie die Hauptwaffe der Kürassiere. Da wurde bei Karakole oder Attacke erst die Pistole gebracht. Der Degen war die Sekundärwaffe. Allerdings war damals - auch auf Grund des Pferdematerials - die Attacke vorwiegend im Trab üblich.

              Selbst in der Kavallerie Friedrichs des Großen, der ja bekanntlich die Attacke ausschließlich mit der blanken Waffe befahl, gab es die Taktik der Flankeurs. Das waren erfahrene Reiter, die geschlossene Infanterieformationen einzeln mit Pistole oder Karabiner angriffen und nicht unerhebliche Verluste erzeugen konnten. Sie manövrierten in abrupten Kreisen im Trab vor den Infanterieformationen und feuerten und luden ihre Feuerwaffen nach. Das Prinzip war einfach. Die Feuerwaffen waren nicht sehr zielgenau. Ein einzelner Reiter, der abrupte Kreise ritt, war schwer zu treffen. Der Reiter gedoch hatte in der geschlossenen Infanterieformation ein großes Ziel.

              Und dann ritt die konföderierte Kavallerie im Amerikanischen Bürgerkrieg ausschließlich Revolverattacken. Das war anscheinend einfacher zu trainieren und ausserdem hatten die Südstaaten Problem, in ausreichender Stückzahl Blankwaffen zu produzieren.

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              • #8
                an die Wirkung von Pistolenschützen die im Kreis reiten und auf Infanterie schießen - glaub ich überhaupt nicht, die Pistole hat eine lächerliche Reichweite bzw. Präzision. Da konnte die Infanterie mit den Musketen schon besser wirken.
                Da galt es wohl eher das Feuer abzulocken um attakieren zu können, wenn die Infanterie laden mußte.
                Beim Plänkeln und auf Vorposten wurden ja sehr wohl der Karabiner und auch die Pistole gebraucht - Vorteil, man mußte nicht in den unberrechenbaren und gefährlichen Nahkampf mit der blanken Waffe.

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                • #9
                  Wie muss man sich das Nachladen bei der Kavallerie eigentlich vorstellen? Im Trab oder Galopp oder wahrscheinlich sogar im Schritt wird das wohl schwer möglich gewesen sein, vermute ich einmal. Aber mitten in der Aktion deswegen durchzuparieren stelle ich mir eher suizidal vor...
                  Après nous le déluge...

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                  • #10
                    Nachladen im Stehen

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                    • #11
                      Nachladen im Trab geht ohne weiteres, man verschüttet zwar einbischen, ( mit übung immer weniger ) aber für einen brauchbaren Schuss genügt es allemal. ( Scharfen Schuss )
                      Nachladen war aber nicht unbedingt interessant, da war man ja schon so nahe das man den Säbel nahm.

                      Grüsse vom Voltigeur
                      Zuletzt geändert von Voltigeur; 19.04.2009, 17:33.

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                      • #12
                        Was machst du mit dem Ladestock, also Laden einer Muskete im Gehen - schon möglich aber zumindest beim Ladestock in Lauf und wieder an den Ort ist ein kurzer Stopp doch vom großem Vorteil.

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                        • #13
                          Da der Ladestock der Pistole oder des Karabiners kürzer ist als der der Muskete, kann man ihn - theoretisch - leicht direkt am dicken Ende packen, mit dem kleinen Finger derselben Hand die Mündung umfassen und ihn so leicht in den Lauf stecken und weiterladen.

                          Natürlich habe ich das noch nicht selber praktisch ausprobiert. Sicherlich braucht man dazu etwas Übung. Die Frage ist auch, wann es nötig sein könnte, im Trab oder gar Galopp zu laden.

                          Aus dem 1812er Exerzir-Reglement für die Kavallerie der Königlich Preußischen Armee (S. 144, im vierten Abschnitt: Flankiren.):
                          Um sich nicht als sicheres Ziel hinzugeben, bleiben sowohl die Flankeurs als auch die Büchsenschützen in einer fortwährenden mäßigen Bewegung in welcher auch das von neuem Laden bewirkt werden muß. [...] Das Schießen geschieht im Stillhalten, doch darf dies nur augenblicklich sein, um nicht zur Schußscheibe zu dienen.
                          Man beachte den Ausdruck "mäßige Bewegung".

                          Für das Verfahren bei den Preußen vor 1812 und in anderen Nationen muß man natürlich die jeweiligen Reglements konsultieren.
                          Zuletzt geändert von Sans-Souci; 19.04.2009, 20:43.

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                          • #14
                            "Der preussische Kavalleriedienst vor 1806" von Jany (herausgegeben 1904 vom Großen Generalstab, Kriegsgeschichtliche Abteilung II) sagt dazu:

                            "Die Flankeurs machten immer zu je zweien gemeinsame Sache; sie hatten den Degen (Säbel) am Faustriemen hängen und eine Pistole aufgenommen. So ritten sie im Trabe in einer großen Acht oder in vielen kleinen Volten und hielten möglichst wenig still, vermieden auch große Zirkel, um kein sicheres Ziel zu bieten. Dabei hielten sie den Gegner fortgesetzt scharf im Auge, im günstigsten Augenblick musste geferut und dann im Weiterreiten geladen werden, worauf der begleitende Flankeur zum Schuss zu kommen suchte."

                            "Im Kriege bestimmt die feindliche Kugel die Entfernung der Flankeurlinie auf 50 bis 80 Schritt."

                            "In dieser Art umschwärmten die Flankeurs auch feindliche Infanterie, indem sie einzeln heranprellten, feuerten oder auch nur durch häufiges Anschlagen die Infanterie unruhig machten. Bei den geringen Schussweiten jener Zeit hatte sie diesem Verhalten wenig entgegenzusetzen. Dem Reiter aber war es möglich, aus nächster Nähe, geschlossene Massen empfindlich zu belästigen."

                            "Der geübte Schütze trifft sicher nur auf 15 bis 20 Schritt."

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                            • #15
                              Mit einer Pedersoli 1777er Pistole ( Logisch, Nachbau )
                              stehend ( einfacher ) auf 50m mit einer Schweizer A Scheibe ( 1 mal 1m )
                              war jeder Schuss ein Treffer.
                              In einem Viereck von nur 20 mal 20 cm waren alle mit ihren 10 Schuss, 15 verschiedene Schützen haben das zusammen gebracht.
                              Da sollte auf 50 Schritt schon einiges möglich sein, vorallem bei geschlossenen Massen wo man nicht ziehlen muss.

                              Grüsse vom Voltigeur
                              Zuletzt geändert von Voltigeur; 19.04.2009, 22:14.

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