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Erneuerung des Anstrichs der Lafetten etc.

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  • Erneuerung des Anstrichs der Lafetten etc.

    Hat jemand für irgendeine Armee unserer Zeit Infos darüber, wie oft der Holzanstrich von Lafetten, Protzen Wagen etc. erneuert wurde ?

    Hielt so ein Anstrich mehrere Monate oder sogar Jahre, oder vielleicht sogar nur ein paar Wochen, wenn das Material auf einen Feldzug mitgenommen wurde und Wind und Wetter und der täglichen Abnutzung ausgesetzt war ?

    Ich habe bisher rein gar nichts zu diesem Thema gefunden.

  • #2
    Über die Haltedauer derartiger Anstriche ist mir bisher leider nichts untergekommen.

    Basis für die damaligen Farben war ja wohl Leinöl und/oder Leinölfirnis, denen Farbsubstanzen beigemischt wurden (außer Sachsen, da nutzte man Teerfarbe).
    Ich wühle meine Unterlagen noch mal durch, aber mir ist es nicht erinnerlich, Farbe in den Ausrüstungslisten der Batterien oder Parks gefunden zu haben.
    Die Erneuerung des Anstriches kann in größeren Artilleriewerkstätten (oder auch nicht, da z.B. Vogel beschreibt, dass auch wieder instand gesetzte Geschütze aus Zeitgründen ohne Anstrich an die Truppe gegangen sind) stattgefunden haben. Andererseits sollte ein Ölanstrich auch im Feld möglich gewesen sein, wenn man einer Kanne Leinöl habhaft werden konnte, um das Holz vor Nässe und damit das Geschütz vor Unbrauchbarkeit zu bewahren.
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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    • #3
      Trotz langer Suche habe ich nichts im Hinblick auf die Dauer von Anstrichen gefunden.
      Es ist daher wohl von einer zustandsbezogenen Instandhaltung auszugehen.

      Plümicke gibt in seinem 1.Band in § 704 lediglich: „Obgleich alles Holz- und Eisenwerk der Lafetten … mit Ölfarbe angestrichen ist, um den Einflüssen der Witterung zu widerstehen; so verderben sie ungeachtet bei langem Gebrauch, da sie im Feld … nicht immer unter Bedachung gebracht werden können…. Die Reinigung der Fahrzeuge, nach dem jedesmaligen Gebrauche von allem Schmutze, ist nicht allein der Ordnung wegen nötig, sondern trägt auch zu ihrer guten Erhaltung bei.“
      Zur Farbe gibt § 508. „ Sachen, die gegen Rost oder Feuchtigkeit bewahrt werden sollen, weren mit Ölfarbe angestrichen. Man braucht dazu den Leinölfirniß, den man mit Kienruß, roten Bolus oder Kreide auf dem Reibstein vermischt, um schwarze, rote oder weiße Ölfarbe zu bekommen…“.
      Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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      • #4
        Das einzige, das ich bisher gefunden habe, bezieht sich auf Lafetten, Protzen etc. der russischen Feld- und Gebirgsartillerie im Jahre 1856, nachdem es an die Batterien verabfolgt worden ist:

        Das Material wird alle Jahre ein Mal angestrichen, mit Ausnahme der Trainwagen, die nur alle 5 Jahre einmal angestrichen werden.
        (Brix, Beschreibung des Materials und der Organisation der Kaiserlich Russischen Feld-Artillerie. Berlin, 1856. S. 40)

        Das dürfte die Verhältnisse in Friedenszeiten wiederspiegeln, und wahrscheinlich wurden die Trainwagen nur ganz selten (z.B. bei jährlichen Manövern ?) verwendet, so daß der Anstrich sich bei ihnen weniger stark abnutzte als an den Geschützen, mit denen sicherlich häufiger exerziert wurde.

        Holz ist Holz, Farbe ist Farbe, und Abnutzung is Abnutzung, von daher kann man das vielleicht per Analogie und mangels Alternative vorläufig auf andere Armeen übertragen ?

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        • #5
          Zitat von Sans-Souci Beitrag anzeigen
          Holz ist Holz, Farbe ist Farbe, und Abnutzung is Abnutzung,
          Na ja, es gibt schon grosse Unterschiede beim Holz, auch bei der Farbe.
          Kann man davon ausgehen, dass:

          - Ølfarbe/Leinøl mit entspr. Zusætzen grundsætzlich verwendet wurde?
          - es immer das gleiche Holz war (Welches eigentlich? Ich vermute Eiche?)

          Gruss, muheijo

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          • #6
            Holz ist Holz, aber nicht das Gleiche.

            Verwendet wurden
            Ulme – Lafettenbohlen, Naben, Felgen, Speichen, Sattelbäume
            Eiche – Lafettenbohlen, Achsen, Mortierklötzen
            Buche – Achsen
            Birke – Deichselstangen, Schoßkellenbäume
            Kiefer – Bohlen, Bretter, Seitenwände, Deckel (in Sachsen auch Lafettenbohlen)
            Esche – Hebebäume, Stielen für Wischer etc.
            Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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