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Feldschmiede Bayern

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  • Feldschmiede Bayern

    Ich komme mal wieder zu meinem Lieblingsthema, Feldschmieden, diesmal allerdings Bayern.

    Ich habe Hütz und Schmölzl zu dem Thema durchgeschaut, dort gibt es Beschreibungen und sogar Masstabellen, allerdings keine Zeichnungen.
    Auch im Jacobi gibt es Beschreibungen. Das meiste bezieht sich auf das System 1836.

    Ausserdem kenne ich das Bild von Adam Klein, mit der Darstellung einer Feldschmiede 1810.

    Hat jemand Bilder, Abbildungen, Zeichnungen einer Bayerischen Feldschmiede um 1810?

    Die Protze wird die übliche sein, wie auch beim Munitionswagen, wie aber sah der Hinterwagen aus?

    Auf Anfragen beim Museum in Ingolstadt wurde mir leider nicht geantwortet.

  • #2
    Das ist eine echt diffizile Frage, die ich leider nicht mit Abbildungen beantworten kann ... ich habe jetzt die zweibändige Regimentsgeschichte von Xylander über das 1. Bayerische Feldartillerie-Regiment durchgeschaut und finde folgende Passagen:

    Band 1, S. 298-299

    Die endgültige Feststellung eines Munitionswagenmusters dauerte ziemlich lange (Anmerkung: Die Entwicklung der Munitionswagenfrage ist in K.A.A. VI, 8, FAsz. 2, enthalten). In den Jahren 1800 und 1801 war in Eile eine solche Menge Wagen nach dem bisherigen Systeme gebaut worden, daß vorläufig kein weiterer Bedarf war. Erst 1804 legte Manson einen neuen Entwurf für einen Einheitswagen vor, der entweder die Munition in festen Fächern los oder in Kisten (Verschlägen) verpackt enthalten konnte und bei b3eiden ARten eine beträchtliche Gewichtsersparnis gegenüber dem alten Muster mit sich brachte. ...
    Es waren dieses also unabprotzbare lange Kastenwagen mit dachförmigem Deckel, die nicht zum Aufsitzen von Mannschaften eingerichtet waren. Die Fahrzeuge waren ganz aus Holz, nur der Deckel mit Eisenblech beschlagen. Vorn hatten sie Protz-, hinten Lafettenräder. An der Rückwand des Kastens war ein Reserverad befestigt.
    Die übrigen Batteriefahrzeuge (Anmerkung: Von allen Fahrzeugen und ihren Teilen wurden 2 Holzmodelle angefertigt, von denen das eine in die betreffende Werkstatt kam, während Manson das zweite aufbewahrte.), besonders die Feldschmiede, der Kohlen- und Requisitenwagen waren ähnlich konstruiert wie die Munitionswagen. Allmählich trachtete Manson sogar auch danach, die übrigen Truppenfahrzeuge seinem Material 1800 anzupassen. Im Jahre 1806 wurden neue Muster der zu plumpen Rüst- (Pack-) Wagen und der von den anderen Fahrzeugen sich zu auffällig unterscheidenden und daher im Felde zu sehr gefährdeten Kassenwagen nach seinem Vorschlage genehmigt; im Jahre 1808 folgten Kranken- und Brotwagen. Dagegen dauerte es bis nach Mansons Tode, bis die alten österreichischen Munitionswagen, die als Schuhwagen verwendet wurden und nur 150 Paare faßten, durch neue Deckelwagen mit Fassungsvermögen für 400 Paar Schuhe ersetzt wurden.
    Bei der weiteren Beschreibung findet sich noch eine Tabelle, in der das Gewicht der nicht ausgerüsteten Feldschmiede mit 1.111 kg und deren Lenksamkeit mit 32 Grad angegeben wird.

    Band 2, S. 267

    Praktisch konnten Offiziere des Regiments ihre Zeichenkünste bewähren, als von 1810 ab unter Hptm. Dorns Leitung bei der Zeughaus-Hauptdirektion zum ersten Male Mutterpläne des gesamten Materials aufgenommen wurden. (Anmerkung: Begonnen wurde mit den Geschützen und Lafetten, dann folgten das Geschützzubehör, die Fahrzeuge, die "Artilleriemaschinen" und die Handwaffen. Maßstab 1/6, für kleinere Teile 1/3. Die Pläne wurden doppelt gezeichnet, aber nicht vervielfältigt. Erlaß vom 10. August 1810. R.A. Orderbuch)
    Ich denke, Du solltest beim noch komplett vorhandenen Kriegsarchiv in München anfragen, ob entweder ein Muster aus der Manson'schen Modellsammlung oder - wohl wahrscheinlicher - die gezeichneten Pläne aus dem Jahr 1810 vorhanden sind.

    In der Regimentsgeschichte ist übrigens auch eine sehr schöne Aufstellung der Fahrzeugverteilung auf die bayerischen Einheiten - so waren 1809 insgesamt 22 und 1812 insgesamt 20 Feldschmieden im Einsatz. Bei Interesse stelle ich die beiden Tabellen hier rein.

    Und wenn Du etwas aus dem Archiv erreichen solltest, wäre es natürlich klasse, hier weitere Ergebnisse zu sehen.

    Schöne Grüße
    Markus Stein
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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    • #3
      Hallo Markus ,

      ich für meinen Teil und so glaube ich auch für Michael zu sprechen, würden uns freuen, wenn du diese Tabellen einstellen könntest.

      Ciao Niels

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      • #4
        Hallo Markus,

        vielen Dank für den Hinweis, ich werde mein Glück beim Kriegsarchiv in München versuchen. Wenn dort Pläne vorhanden wären, wäre es natürlich super und die Informationen, die ich hoffentlich bekomme, würde ich selbstverständlich zur Verfügung stellen.

        Ich habe eben bereits eine Emailanfrage gestartet, denkst Du ein "normaler" Brief oder ein Anruf wäre besser?

        Auf der Webseite habe ich auch schon geschaut, dort habe ich aber Probleme zu navigieren.

        Viele Grüße

        Michael Bartling

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