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sächsische Standarten M1807/11

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  • sächsische Standarten M1807/11

    Aufgrund der umfangreichen Vorarbeit meines Sammlerfreundes AlexanderSteinbrecher hatten er und ich am 01./02.12.2015 das große Glück, im HistorischenMuseum in Moskau zwei abgenagelte Standarten der sächs. Garde du Corps inAugenschein nehmen zu können. Die Standarte im Depot des Museum durften wirfotografieren und vermessen, die in der Ausstellung zum Krieg von 1812 (leidernur) hinter Glas fotografieren.
    Wo sich diedritte abgenagelte Standarte (diese drei Standarten gingen ja bekanntlich Ende10/1812 oder Anfang 11/1812 in einen Mantelsack gepackt verloren) und dieStandarte aus der Kazaner Kathedrale (am 24.11.1812 bei Latigall erobert) befinden,ist dort nicht bekannt. Hier ist Freund Steinbrecher (als fast ganzer Russisch-Muttersprachler)weiterhin hartnäckig am Suchen.
    Leider liegt eineVeröffentlichungsgenehmigung seitens des Museums noch nicht vor. Ziel ist esnatürlich, die Ergebnisse in einem meiner Hefte zu veröffentlichen. Hier hoffeich, dass die Russen mitspielen.
    Ich halte Euchauf dem Laufenden.
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

  • #2
    Aufgrund des Fundes nun doch zu einer näheren Beschäftigung der sächsischen Standarten „gezwungen“, stehe ich wie immer vor einem Berg von Fragen.

    Derzeit zu klären ist die Fragen nach den Standarten der Leib-Kürassier-Garde im Jahre 1813. Hottenroth ist hier mehr verwirrend denn hilfreich. Fasst man diesen aber zusammen, so ergibt sich folgendes Bild.
    a) Drei Standarten landen 1813 (wann auch immer) auf dem Königstein und werden am 01.05.1816 bei der Wiederausgabe von Standarten an das Regiment verwendet. Die 4.Standarte ist offensichtlich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vorhanden, da eine solche 4.Standarte neu gefertigt werden muss.
    b) Der Pltn. Graf zu Solms soll 1813 (wann auch immer) die Standarte der 1.Eskadron in Eigenregie abgenagelt und den Fahnenlappen in einem Koffer sowie die Stange im Gebälk eines Hauses versteckt haben. Die Stange wird im November 1813 aufgefunden und ins Hauptzeughaus verbracht. Der Lappen erscheint bei Hottenroth 1816 wieder, allerdings als rote Standarte (was für Kürassiere Quatsch und für eine 1.Eskadron Ober-Quatsch ist).
    c) Wenn aber 3 Standarten auf dem Königstein waren, hat die Leib-Kürassier-Garde den Feldzug 1813 mit nur einer Standarte- mitgemacht, wenn die Abnagelung nebst Verstecken schon in Frühjahr stattfand dann ohne Standarte mitgemacht.
    d) Dem steht die Aussage des N.N. zur Geschichte der sächs. Kürassierbrigade ggü., der Murat nur die Stadartenlosigkeit des Regiments Zastrow (alle 4 Standarten im FZ 1812 eingebüßt) feststellen lässt.

    Hier stellt sich die Frage, wie viel Standarten denn die franz. Regimenter 1813 führten. Da die Kürassiere ständig franz. Kavallerie-Korps zugeordnet waren, so kann es hier eine Angleichung gegeben haben. Daran, dass einer der Franzosenkenner einen Befehl aus der Tasche holt, wonach die sächs. Kürassiere angewiesen wurden, 3 der 4 Standarten zu Hause zu lassen, wage ich kaum zu glauben, aber hoffen kann man ja.

    Auf die anderen sächs. Regimenter kann leider vergleichsweise nicht zurückgegriffen werden, da weder Husaren noch Ulanen Standarten führten.

    Ich bin für jeden sachdienlichen Hinweis und jede interessante Überlegung zu diesem Thema dankbar.
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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    • #3
      Ein schweres französisches Kavallerieregiment führt 1813 nur noch einen Adler

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      • #4
        Warum soll der Herr Solms denn überhaupt die eine Standarte versteckt haben? Das Regiment existierte doch während der ganzen Zeit und geriet nicht in Gefangenschaft.

        Grüße

        Gunter

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        • #5
          Hottenroth beschreibt den Vorgang sehr detailliert (wem der Koffer gehörte, in welchem Haus die Stange versteckt wurde) und gibt entsprechende Aktennummern des Kriegsarchivs, so dass es sich um einen aktenmäßig erfassten Vorgang handeln muss. Die Wahrscheinlichkeit, dass Herr Solms genau das Beschriebene getan hat, ist somit recht hoch.
          Warum er dies tat entzieht sich meiner Kenntnis, ebenso der Vorgang, wie Solms zu dieser Standarte gekommen ist.

          Die Russen und Preußen waren ja März/April 1813 in Dresden und haben sicher so einiges mitgehen lassen (die Preußen u.a. 3 alte 8Pfünder und eine alte Haubitze, mit denen sie eine ½ Batterie (irgendeine Nummer in den 30ern) aufgestellt haben).

          Wenn es eine rote Standarte war, dann kann es zu dieser Zeit eine von Clemens gewesen sein, die ja ihre Standarten nicht mit ins Feld genommen hatten.

          War es eine der Leib-Kürassier-Garde dann wohl die 4. (1816 fehlende) Standarte, denn ob die Standarte jemals wieder aus diesem Koffer herausgekommen ist, steht auch nirgendwo.
          Evtl. hat ja die Kürassier-Garde nach frz. Vorbild 1813 nur eine Standarte mit ins Feld genommen und Solms hat eine der im HZH befindlichen Standarten gerettet.

          Nichts genaues weiß man nicht!
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