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Österreich Jäger 1792 - 98

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  • Österreich Jäger 1792 - 98

    Da hab ich einige offene Fragen.
    Patronentasche, das Artaria ja ein Patronentaschenbandelier zeigt, das allerdings schmaler ist als das übliche breite Patronentaschenbandelier der Linien Infanterie - sollte ja eine Patronentasche getragen werden, aber wie groß war die - wie die der Deutschen Kavallerie?

    Dazu wurde ja auch ein Pulverhorn getragen, dazu gibt es auch wieder einige sich widersprechende Aussagen, das wurde ja an einer grünen Schnur befestigt, wenn ich dann Abbildungen ansehe, scheint auch dieses Horn oder Pulverflasche auch in eine Rocktasche im Rockschlitz hinten getragen wurden zu sein, macht aber doch wenig Sinn wenn dann die Patronentasche darüber getragen wurde, leider habe ich da nur eine Mollo Abbildung von 1798 - also schon der neue Stil mit neuem Stutzen und Haubajonet.

    Zudem auch die Fragen der Gamaschen, bei Artaria sieht es ja aus, wie wenn noch weiße Untergamaschen getragen wurden bzw Stiefel mit Stiefelmannschetten???

    Dann frag ich mich auch, wie am Rücken, Hüfte, die Wasserflasche aus Blech, der Tornister mit gerollten Mantel und dann noch die Patronentasche nebeneinander gepaßt haben sollen??

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  • #2
    Hier nochmal 2 interessante Darstellungen vom Mahoney Freikorps, die scheinen ja schon den neuen Stutzen M 1795 zu tragen, aber interessant wie die grüne Schnur, Quasten nun an der Schulter getragen werden, und auch hier wieder der ominöse weiße Streifen oberhalb der Gamaschen.
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    • #3
      und von Reilly 1796
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      • #4
        Das sind jetzt so spezielle Fragen, die wegen des Freikorpscharakters der Jägerwaffe bis 1798 eigentlich nur aus zeitgenössischen Abbildungen abgeleitet werden könnten - oder im Archiv, falls dort Unterlagen vorliegen.

        Im Hübler, Band 4, habe ich nur einen Hinweis auf die Kartusche ab 16.10.1798 gefunden, die sich aber wohl nicht auf die Jägerwaffe bezieht - siehe den u.a. Link.

        Ansonsten könnte ich nur noch Textpassagen aus dem Textband vom Ottenfeld liefern, der einige interessante Passagen aus einem Werk von Obrist-Wachtmeister Max Sigmund von Paumgartten mit Titel "Dienst der Feldjäger zu Fuss" aus dem Jahr 1802 zitieren - dort beschreibt er u.a. auch das Pulverhorn oder die Kartusche (bei Ottenfeld sind die Passagen auf den Seiten 270 bis 273)

        Schöne Grüße
        Markus Stein
        "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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        • #5
          Ich habe in meinen digitalen Scans noch eine Tafel von 1784 zum Slawonisch-Kroatischen Freikorps gefunden, dort ist eine sehr große Patronentasche zu sehen
          "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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          • #6
            Danke soweit - Slawonisch - Kroatisches Freikorps hat aber Musketen, deswegen wohl auch die größere Patronentasche.

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            • #7
              Irgendeine Meinung zu der Fußbekleidung, Stiefel, so sieht es ja für mich schon fast aus - versus Gamaschen?

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              • #8
                Vielleicht sind nachfolgende kurze Anmerkungen zu den Österreichischen Jägern für den Einzelnen hilfreich.

                Bekanntlich wurden erst am Anfang des 19. Jh. in Österreich die ersten Feldjägerbataillone aufgestellt. Davor waren die Jägereinheiten grundsätzlich Kriegs-bzw. Freikorpsformationen.
                Ähnlich wie in Preußen wurden die ersten Jägereinheiten während der schlesischen Kriege errichtet. Danach entstanden für die Feldzüge eine Vielzahl unterschiedlichster Formationen, deren Aufzählung und Beschreibung hier den Rahmen überziehen dürfte. Wenn es sich hierbei um Jäger handelte standen diese in keiner Beziehung zu den Scharfschützen der Grenzregimenter der Generalate oder zu den in späteren Jahren temporär zugeteilten einzelnen Scharfschützen der Infanteriebataillone.
                Beispielhaft gebe ich einige Angaben für zwei Freikorps in den 90er Jahren des 18. Jh.
                1. Deutsches Jägerkorps (auch Dardini- Jägerkorps genannt)
                1790 aus deutschen Jägern gebildet, die bei den Infanterie-Regimentern standen, welche den Türkenfeldzug mitmachten, Stärke: 1.440 Mann
                Uniform:
                Hut: à la corse, Stutz und Seitenquasten weiß/grün, Schützen schwarzes und Jäger grünes Windband
                Rock: hechtgrau, Egalisierungsfarbe stahlgrün, Hose hechtgrau nach ungarischem Schnitt, Knöpfe gelb, Lederzeug schwarz
                Patronentasche schwarz, Breite 32 cm, Höhe 24 cm, Patronentaschenriemen Breite 10 cm, Tasche für Büchsenschützen wohl nicht reglementiert, schwarzes Koppel mit Füsiliersäbel 43cm lang ,
                Breite 4,2 cm, Gefäß gelb mit Parierkreuz und schwarzer Scheide
                Bewaffnung: Füsiliergewehr Modell 1775 mit Bajonett, seit 1785 mit zylindrischen Ladestöcken, oder Doppelstutzen mit den 2 übereinanderliegenden Läufen,
                Tornister aus rauem Kalbfell

                2.Tiroler Scharfschützenkorps
                Nicht zu verwechseln mit dem 1745 entstandenen Tiroler Feld- und Landregiment welches nach vielen Zwischenstufen 1851 in das Linien-Infanterieregiment Nr.46 aufging.

                Im Jahre 1788 aus angeworbenen Tiroler-Jägern entstanden, die anfangs bei den Feldbataillonen eingeteilt waren und dann 1789 zum o.g. Korps vereinigt wurden, dann durch Neuwerbungen auf 10 Kompanien gebracht wurden. Stärke: 958 Mann

                Uniform und Ausrüstung im Wesentlichen wie Deutsches Jägerkorps mit folgenden Abweichungen:
                Rock mit grasgrüner Egalisierung, Waffen: Teile des Korps wurden sukzessive mit Windbüchsen bewaffnet.

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                • #9
                  Danke für die Ausführungen, es gab ja einige "Jäger" Einheiten zur Zeit der französischen Revolution, die eigentlich Bewaffnung war ja der Sutzen mit Hirschfänger und denn eben später ab 1795 der neue Stutzen mit Haubajonett, daneben gab es noch andere Einheiten, wo die Bewaffnung wohl variieren konnte. An einer Bewaffnung mit den Doppelstutzen kann ich nicht so recht glauben, da diese ja eigentlich für die Grenzscharfschützen vorbehalten waren.
                  Da ja nur ein Teil mit dem Stutzen bewaffnet war - trug der Rest die normale Infanteriemuskete in der Revolutionsszeit - das M 1784 hatte ja sogar ein konisches Zündloch und einen Pfannenschirm, die dann wohl auch den normalen Infanteriesäbel.
                  1807 gab es ja dann für die nicht mir Stutzen bewaffneten Jäger einen glattläufigen Jägerkarabiner.


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