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Piken(sic!) im Gefecht von Hagelberg

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  • Piken(sic!) im Gefecht von Hagelberg

    Irgendwann hatten wir einmal die Diskussion - ich weiß nicht mehr wo -, ob die preußische Landwehr seinerzeit jemals mit Piken in den Kampf gekommen sind. Bisher hatten wir wohl keine Belege dafür finden können.
    Wenn ich mich nicht irre, hatte damals sans-souci eine Flasche vom allerbesten Wein für den geboten, der einen Beleg finden sollte...

    Hier jetzt ein Auszug aus der 'Geschichte des brandbg.-preußischen Staates von F.Voigt, 1860 auf S. 580:

    ...dagegen war der General Girard mit 12.000 Mann von Magdeburg aufgebrochen,[...]er war im Begriff umzukehren, als er am 27. August bei Hagelberg,[...] von dem General Hirschfeldt angegriffen wurde, der etwa eine gleiche Zahl, doch nur wenig geübte Landwehr, bei sich hatte. [...]
    4000 Franzosen wurden erschossen oder mit Kolben erschlagen, 5000 gefangen, 7 Kanonen erbeutet, [...].
    Nicht weniger als 6000 Gewehre wurden auf dem Schlachtfelde aufgelesen, eine willkommende Beute für die Landwehr, welche zum Theil nur mit Piken versehen war, und als deren Ehrentag dies Gefecht angesehen werden muß.


    Nun weiß ich nicht, wie zuverlässig der Voigt ist, ebenso ist mir seine Lebensgeschichte nicht bekannt. Immerhin waren 47 Jahre vergangen bis zur Veröffentlichung.

    Weiß jemand mehr?

  • #2
    Gibt Voigt irgendwo (z. B. in der Einleitung) Quellen an ?

    Die Diskussion zu den Piken hatten wir hier geführt:

    http://www.napoleon-online.de/phpBB2...a91509010d9f98

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    • #3
      Hirschfeld hatte an Landwehr bei sich das 5., 6. und 7. kurmärkische Landwehr-Infanterie-Regiment.

      General v. Bülow berichtete am 15. Juli 1813 an den König über die kurmärkische und neumärkische Landwehr (Organisation der Landwehr in der Kurmark, Berlin 1857, S. 155):

      Ich habe die Veranstaltung getroffen, daß sämmtliche Landwehr, auch auf das 1ste Glied, die fehlenden Gewehre [...] erhalte und hoffe, daß diese vervollständigte Bewaffnung bis zum 20sten d. Mts. vollendet sein wird.
      Ebendort steht zusammenfassend (S. 158):

      Mit dem Schluß des Monats Juli [...] Die Infanterie war durchweg mit Feuergewehren, die Kavallerie mit Pistolen, Lanzen und Seitengewehren bewaffnet.
      Denkbar ist vielleicht nur noch, daß die Gewehre der Landwehr durch französische ersetzt wurden.

      Vermutlich handelt es sich aber nur um eine Ungenauigkeit Voigts - und man könnte den Satz ja auch so interpretieren, daß andere als die bei Hagelberg beteiligten Landwehrtruppen die erbeuteten Gewehre bekamen.

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      • #4
        In Organisation der Landwehr in der Kurmark, Berlin 1857, S. 139, steht aber auch, daß bei einer Besichtigung durch den König im Thiergarten in Berlin zwischen dem 14. und 22. Juli 1813 das 1ste Gied des 5. kurmärkischen Landwehr-Infanterie-Regiments "noch mit Piken bewaffnet" war.

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        • #5
          Gibt Voigt irgendwo (z. B. in der Einleitung) Quellen an ?
          Hier die benutzten Hülfsmittel aus dem Voigt bei google-books auf S. 638:

          http://books.google.de/books?id=bacC...um=3#PPA638,M1

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          • #6
            Ich bezweifle die Ausrüstung mit Piken,....

            denn Marwitz- der dabei war- erwähnt sie nirgendwo.
            Vielmehr lobt Marwitz Stangenwaffen als probaten Ersatz für Bajonettgewehre.
            Dazu hätt er wohl keinen Grund gehabt, wenn die Piken noch im einsdatz gewesen wären (bzw. er hätte ausdrücklich auf ihren Einsatz hingewiesen).

            Gruß
            Jörg
            Angehängte Dateien
            The light at the end of the tunnel
            is from an oncoming train.

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            • #7
              Merci, der Marwitz ist übrigens komplett online gestellt:

              http://ora-web.swkk.de/digimo_online...igen&a_id=2364

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              • #8
                Eine interessante Sichtweise, die man da liest.
                Hat's denn mal ein Land ausprobiert, quasi zurueck zum 30.Jæhrigen Krieg zu kehren?

                Gruss, muheijo

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