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    Hallo,
    ich bin Student und Verfasse zur Zeit eine Hausarbeit über die strategie von Napoleon. Ich habe an Literatur bisher "Stahel - Klassiker der strategie" "Clausewitz - vom Kriege" und "Parate - Makers of Modern strategy" als Quellen (Auszüge) bearbeitet.
    Also im groben bin ich mit dem Napoleonischen strategischen denken Vertraut (Mobilität, Bündeln der Kräfte)
    Doch da kommen mir noch Fragen, auf die ich bisher keine Antwort gefunden habe und hoffe auf etwas Hilfe hier.
    1. Wie löste Napoleon das logistische Problem, so viele Soldaten beisammen zu haben? (z.B. Verpflegung)
    2. Worin genau liegt der Mobilitätsvorteil. Es heiß immer, seine Truppen waren schneller als die des Gegners, doch woher kommt das? Wie hat er das hinbekommen?
    Stahel schreibt was von Verpflegung aus dem Inneren und das er viel für den Straßenbau getan hat. Aber diese Vorteile hatte er ja nur in Frankreich und nicht außerhalb.
    3. Ich soll versuchen, Napoleons Denken auf den Einsatz der Bundeswehr bzw der Isaf oder auch der anti-Terror-Gruppen in Afghanistan zu übertragen. Natürlich werde ich selbst versuchen, das zu tun. Kann mir trotzdem Jemand ein Paar Tipps geben wie Napoleon vielleicht an deren Stelle vorgegangen wäre?

    Könnt ihr mir vielelicht helfen oder eine entsprechende Literatur empfehlen?
    Vielen Dank!

  • #2
    Napoleon löste das logistische Problem überhaupt nicht, schon 1805 mußten die Corps Kanonen und andere Wägen zurücklassen, weil sie keine Pferde hatten, in Syrien war vor Acre weder Nahrung noch Munition vorhanden, Fazit ein unrühmlicher Rückzug, das gleiche eben dann auch 1812.
    1807 bereits ähnliche Probleme.
    Nur in Gebieten wo die Soldaten plündern konnten - oder der Gegner seine Magazine nicht zerstörte - hat das Vabanque Spiel geklappt.
    Ein gutes Buch zum Einstieg sind die 2 Bände von

    Morvan : Le Soldat Imperiale, hier werden vieler solcher Beispiele aufgezeigt.

    Er war deswegen mobiler - weil er immer auch die Verlust ersetzen konnte zumindest bis 1812, durch die Konskription.

    Andere Armeen konnten kein Heer ruinieren, denn dann hatten sie keines mehr, das änderte sich aber nach 1809 als sich auch durch z.b. Landwehren, andere Nationen erlaubten immer wieder Truppen nachzuschieben.

    Napoleon würde ich Afganistan scheitern, wie er ja auch in Spanien gescheitert ist oder wie schwer er sich 1809 mit den Tirolern getan hat.

    Sein Maxim war die Armee des Gegners zu schlagen, in Afganistan funktioniert das aber nicht.
    Zuletzt geändert von HKDW; 19.01.2010, 10:32.

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    • #3
      Den Ausführungen von HK ist kaum etwas hinzuzufügen. Kurz gesagt, Napoleon errang sich Vorteile, weil er seine Truppen rücksichtslos verheizte. Ob das nun auf dem Schlachtfeld war oder durch mangelnde Versorgung, blieb für die Opfer relativ gleich. Das ganze System war auf Raubbau auf allen Ebenen aufgebaut.

      Napoleons Denken bringt für Afghanisten keinerlei Punkte. Er hätte wahrscheinlich mit Hinrichtungen usw. reagiert, wie er es schon bei wesentlich geringeren Vergehen als Terrorismus tat. Mit derartigen Konflikten ist er fast immer gescheitert, so in Spanien (reguläre Armee+Guerilla+Briten), Russland (reguläre Armee+Kosaken+Partisanen). In Tirol ging es auch bereits in diese Richtung, nur war da die Unterstützung der Aufständischen durch die österreichische Armee zu gering und sie kämpften in regelrechten Schlachten, wo sie am Ende besiegt wurden. Man kann sagen, dass in dieser Zeit der irreguläre Widerstand immer dann scheiterte, wenn versucht wurde in der Art richtiger Armeen zu kämpfen.

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      • #4
        Zitat von Gunter Beitrag anzeigen
        Man kann sagen, dass in dieser Zeit der irreguläre Widerstand immer dann scheiterte, wenn versucht wurde in der Art richtiger Armeen zu kämpfen.
        Oder umgekehrt, mir fællt jedenfalls kein Gegenbeispiel ein:

        Eine Bevølkerung mit irregulærem Widerstand læsst sich nicht besiegen. Bei aller Grausamkeit scheint es wohl - auch heute noch - so zu sein.

        Gruss, muheijo

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        • #5
          Nur auf die Ruecksichtslosigkeit wuerde ich die "Mobilitætserfolge" aber auch nicht schieben. Zur Mobilitæt gehørt auch eine bestmøgliche Planung:

          Da kønnte man z.B. Berthier erwæhnen, der wohl unersætzlich fuer die Umsetzung (Generalstabsarbeit) war, aber auch Napoleon selbst.
          Es hat schon was, vom Ærmelkanal bis nach Ulm zu marschieren und dort die Østerreicher einzuschliessen. Das kann man nicht nur auf "Raubbau der Kræfte" schieben.

          2. eine gute Aufklærung: mir ist der Name entfallen, aber N hatte einen guten Spion, der speziell im Feldzug 1805 gute Dienste leistete.
          Es nuetzt nichts, schnell zu sein, wenn man zur falschen Stelle marschiert

          3. Die Moral und Møglichkeiten der Soldaten selbst: Sie waren es gewohnt, sich selbst zu versorgen und zu organisieren und schafften das auch.

          Gruss, muheijo

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          • #6
            Zitat von muheijo Beitrag anzeigen
            2. eine gute Aufklærung: mir ist der Name entfallen, aber N hatte einen guten Spion, der speziell im Feldzug 1805 gute Dienste leistete.
            Es nuetzt nichts, schnell zu sein, wenn man zur falschen Stelle marschiert
            Ich denke du meinst Karl Ludwig Schulmeister!

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            • #7
              Der Marsch vom Ärmelkanal bis Ulm war mit Schweirigkeiten gespickt, totales Versagen der franz. Administrations, siehe Morvan oder auch Colin, Davout allein ließ 120 Wägen zurück, Fezensac vergleicht den Marsch fast so schlimm wie dann in 1812 - die Corps hatten weder Gamelles, Marmites noch Bidons, das alles im Überfluß hätte vorhanden sollen sein.
              Der Marsch glückte eben nur weil man plündern konnte und Depots erbeutete, das zog sich hin bis Wien.

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              • #8
                Bei der Truppenmenge, die Napoleon tatsächlich auf das Schlachtfeld brachte, sollte man wirklich mal vergleichen, wieviele Soldaten und auch Material auf dem Weg dahin zurückblieben. Ich kann es mir kaum vorstellen, dass das in anderen Armeen derart viele waren. Vermeintlich altmodische Armeen hielten ihr Material und die Männer doch besser zusammen. Noch ein anderes Resultat des "aus dem Lande lebens" war die Zerrüttung der Disziplin in der französischen Armee. Spätestens ab 1812 gefährdete das den Erfolg ganzer Feldzüge.

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                • #9
                  Nochwas zu der genialen Materialplanungs Ns, nachdem die Soldaten in Ägypten ohne Wasserflaschen gelandet waren sollte man meinen N wäre lernfähig gewesen - doch nein, es erging zwar wie gewöhnlich ein Befehl für den Feldzug nach Syrien Wasserflaschen herzustellen, interessanterweise erreichte dieser Befehl die Truppen am Tag des Abmarsches, siehe Memoiren Francois.

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                  • #10
                    Kein Wunder, dass ständig laut gemault wurde.

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