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Zeitgenössische Werke über Generalstab

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  • Zeitgenössische Werke über Generalstab

    Da ich heute den Thiebault Manuel Général du Service des États-Majors Généraux et Divisionnaires dans les Armées, erschienen 1813, bekommen habe - ein wirklich beeindruckendes Werk - würde mich interessieren, ob für eine vergleichende Darstellung ähnliche Werke aus anderen Ländern erschienen sind.

    Ich glaube, dass Erzherzog Carl einige Direktiven für die Generalität veröffentlicht hat ... aber gibt's denn etwas auch z.B. für den Preußischen Generalstab - vielleicht aus der Feder Gneisenaus?

    Ich werde sicherlich hier häufiger aus dem Thiebault zitieren - denn es ist aus französischer Sicht DAS Standardwerk zur Beurteilung der Stabsarbeit.

    Markus Stein
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

  • #2
    Ich kenne diese hier, beide etwas später:

    v. Werklein, J. C. Freiherr. Untersuchungen über den Dienst des Generalstabs. Wien 1823.
    v. Decker, C. Praktische Generalstabswissenschaft. (Niederer Theil). Berlin 1830 (8. Band der Bibliothek für Offiziere)

    und:

    de Grimoard, Philippe-Henri. Traité sur le service de l'état-major général des armées : contenant son objet, son organisation et ses fonctions, sous les rapports administratifs et militaires. Paris 1809.

    deutsch erschienen als:

    Ueber den Dienst des Generalstabs der Armeee : ein freier Auszug aus dem französischen Werke des General Grimoard ; Nebst Tab. u. Pl. / hrsg. und mit einigen Zusätzen begleitet von einem ehemaligen Offizier des Deutschen Generalstabs. Weimar 1810

    Was auch immer der "deutsche Generalstab gewesen sein mag ???
    Zuletzt geändert von Sans-Souci; 15.12.2006, 23:52.

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    • #3
      Zitat von Sans-Souci Beitrag anzeigen
      v. Werklein, J. C. Freiherr. Untersuchungen über den Dienst des Generalstabs. Wien 1823.
      v. Decker, C. Praktische Generalstabswissenschaft. (Niederer Theil). Berlin 1830 (8. Band der Bibliothek für Offiziere)
      Klasse Oli ... diese Beiden habe ich soeben noch bei ZVAB bekommen, den Decker in einer späteren (3.) Auflage von 1860 ... und beide zu einem echt niedrigen Preis.

      Tja, ein neues Thema für die (hoffentlich sehr lange) Rente abzuarbeiten ...

      Markus Stein
      "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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      • #4
        ich habe soeben auf einer Zugfahrt mit großem Vergnügen im Deckert, Ausgabe 1830, angefangen zu lesen, und werde suchen, ihn in die Krieges-Schule miteinzubauen; Ein Zitat zur allgemeinen Erbauung möge seine Standpunkt beleuchten:

        Im Pulverdampf und beim Donner der Kanonen sinkt aller Bücherkram zur todten, starren Form herab; nur die T a k t i k allein prangt in lichtvoller, strahlender Lebendigkeit. Hier hat alle Gelehrsamkeit ein Ende, die K u n s t tritt in ihre Rechte, und es gilt, den K ü n s t l e r geltend zu machen. S. 69
        Do, ut des

        http://www.ingenieurgeograph.de

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        • #5
          Hier eine schöne Darstellung französicher Stäbe im Jahre 1800:

          http://books.google.de/books?id=amVCAAAAcAAJ&pg=PA318

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          • #6
            Bomsdorff gibt auch ein schönes übersicht von der Grosser Generalstab Napoleons in sein werk:
            Mittheilungen aus dem russischen Feldzuge an einen Offizier des Generalstabes

            ich hatte es bereits in Napoleonwiki einstellen wollen, aber es gibt so viel zu tun, in bezug auf den Feldzug von 1812, dass er noch ein wenig dauern wird.


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            • #7
              Könnte das "Statut über die Führung großer Armee von Barclay de Tolly" von 1812 auch in die gesuchte Kategorie fallen? Eigentlich ist das keine Darstellung des Istzustands, sondern eine komplette Reform der Stabsorganisation, bzw. überhaupt eine Grundlage dafür, die wohl noch im selben Jahr im Feld umgesetzt worden ist, bzw. auf höchster Ebene auch konsequent umgesetzt worden wäre, wenn nicht Kutosow seine altväterliche Günstlingswirtschaft wie ein Barockfürst wieder eingeführt hätte.

              Grüße

              Gunter

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              • #8
                Servus allseits,

                nachdem Österreich und Erzherzog Carl angesprochen wurden:

                Die erste Vorschrift für den österr. Generalquartiermeisterstab stammt aus dem Jahr 1725, gefolgt vom sog. Lacy´schen Generalsreglement (1769)

                Unter Erzherzog Carl wurden 1801 das Kriegsarchiv und 1807 die "Österreichische Militärische Zeitschrift" als Organe für Forschung und Lehre gegründet,seine Forderung nach einer wissenschaftlichen Ausbildungsstätte für den Generalquartiermeisterstab erfüllte sich erst 1852 mit der Gründung des Kriegsschule (heute Landesverteidigungsakademie)

                Im Jahre 1806 verfasste Carl seine "Grundsätze der höheren Kriegskunst für die Generale der österr. Armee", die natürlich auch für die Führungsgehilfen (im Jargon wegen des Waffenrocks und ihrer Abgehobenheit "flaschengrüne Traumdeuter" genannt) grundlegend wurden.

                @Gunter:
                bezüglich Barclays "Statut" stimme ich zu. Zu Kutusov gebe ich zu bedenken, dass unter Barclays Kommando die Befehlsverhältnisse eben aufgrund der herrschenden Günstlingswirtschaft und Intrigen womöglich noch schlimmer war. Kutusow (dessen sprichwörtliche Inriganz und Schlitzohrigkeit ich hier keineswegs in Zweifel ziehe) verfügte bei der Kommandoübernahme über keinerlei Führungsstab und wusste sich sowohl in der Armee als auch im kaiserlichen Hof und Hauptquartier von Gegnern umgeben. Was wunder, dass er sich für seinen Stab der Mitarbeit Vertrauter versicherte. (vgl. z.B. Tolls "Denkwürdigkeiten" 1856, Band 1 S. 247 ff und das erste Kapitel von Band 2, wobei ich auch Toll - wie jeden anderen Memoirenschreiber bzw. -hersaugeber - natürlich auch nicht als hundertprozentig objektiv ansehe)

                Ciao, Klaus
                Zuletzt geändert von Nikolaj; 14.06.2012, 15:50.

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                • #9
                  Statut Barclay de Tollys über die Führung einer Armee

                  Auch Lieven berichtet in seinem Werk aus russischer Sicht von der Bedeutung des Statuts aus der Feder von Barclay de Tolly - was diesem aus meiner Sicht eine herausragende Stellung unter den russischen Generälen gibt - nun wäre es natürlich klasse, dieses auch mal lesen zu können.

                  Weiß jemand von einer - nicht-russischen - Version? Ich erwarte nicht Deutsch, aber Französisch (immerhin die Sprache zahlreicher Russischer Adligen) wäre auch schon gut.

                  Schöne Grüße
                  Markus Stein
                  "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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                  • #10
                    Mikaberidze

                    A. Mikaberidze hat es in einer (Teil-)Übersetzung mal in engl. Forum eingestellt.

                    Gruß, Tom

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                    • #11
                      Das gelbe Buch

                      Wer sucht, der findet

                      http://www.napoleon-series.org/milit..._statute1.html

                      Mehr dazu in:
                      Schubert, F. v. Unter dem Doppeladler. Erinnerungen eines Deutschen in russischem Offiziersdienst 1789-1814. Stuttgart: K. F. Koehler, 1962 (S. 194f)

                      Gruß, Tom

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                      • #12
                        @Klaus,
                        dass es unter Barclays Führung Probleme gab, lag aber nicht an seiner neuen Organisationsstruktur, sondern daran, dass es grundsätzliches Misstrauen zwischen den höchsten Generalen gab und der Zar sich nicht getraut hatte einen eindeutigen Oberbefehlshaber zu ernennen. Für mich übrigens ein Indiz dafür, dass Alexander mit den realistischen Rückzugsplänen Barclays einverstanden war, weil sonst Russland eine militärische Katastrophe gedroht hätte. Da der Kopf eines Zaren jedoch recht locker auf den Schultern saß, konnte er natürlich nicht zugeben, dass er die eigene Armee dem Gegner nicht ebenbürtig ansah und deshalb bereit war, russischen Boden aus strategischen Gründen aufzugeben. Kutosow konnte zunächst garkeinen eigenen Stab haben, da die Ebene des Oberbefehlshabers formell noch garnicht existiert hatte. Es ist ihm nicht anzukreiden, dass er sich Vertraute für seinen Stab auswählt, das machte jeder, wohl aber dass er in seiner intriganten Art die fortschrittliche Struktur Barclays durchbrach. Toll war doch selbst einer der Hauptgünstlinge, dem eine so wichtige Rolle eigentlich garnicht zugestanden hätte, wobei er die russische Armee mit seinem Verhalten in große Gefahr brachte.

                        Grüße

                        Gunter

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