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"Pferdetaktik" - Soll und Realität

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  • #31
    Zu den Ausfällen in der Reitausbildng

    Wer reitet, der fällt auch mal vom Pferd, insbesondere beim Lernen desselben. Zwar gehen die meisten Stürze ohne Folgen aus, doch Knochenbrüche kommen eben vor. Kenne einige Kameraden, die bereits Schlüsselbeibrüche, Hand, Fuß und Rippenbrüche davongetragen haben.
    Ach ja und Schädelbrüche mit Gehirnerschütterungen kommen auch vor (gg tja vielleicht sind wir Reiter ja deshalb so ein eigentümliches Völkchen)
    Heute (fast) alles kein Problem mehr, Röntgen, einrichten, Gips drauf und nach ein paar Monaten ist man wie neu

    damals - Oberschenkelbruch - Todesurteil
    schlecht verheilte andere Brüche - Krüppel
    Schädelbruch - im Extremfall Tod oder Dachschaden (in der Freizeit und beim Training wurden meines Wissens nach ja keine Helme getragen, wie heute üblich)

    Mfg
    Kavallerist

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    • #32
      eine nachricht mit film von meinem reikollegen aus L.A.

      Please Visit: You Tube

      For the most recent trailer of the 1815 Royals Scots Greys at Scottish Festivals.

      Click on this or copy and paste to your web browser:

      http://www.youtube.com/watch?v=RjpjvSFC778
      Ein Soldat kann seinen Kopf verlieren, aber niemals einen Knopf!

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      • #33
        Zitat von KAVALLERIST Beitrag anzeigen
        damals - Oberschenkelbruch - Todesurteil
        wieso das eigentlich?, fragt ein mangelhaft medizinisch ausgebildeter...

        gruss, muheijo

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        • #34
          Wird ein Oberschenkelhalsbruch ( entsteht bei Sturz vom Pferd oft in Hüftnähe) faslch oder gar nicht behandelt, sind die Verletzten nicht mehr gehfähig, sie werden bettlägerig. Aus der Bettlägerigkeit ergeben sich Folgeerkrankungen wie Lungenentzündung, Durchliegen, Venenthrombose, Harnwegsinfekte, Ausbildung eines falschen Gelenkes oder einer bleibenden Fehlstellung mit insgesamt hoher Sterblichkeit, damals mit Sicherheit bei 70-80 %!
          Ein Soldat kann seinen Kopf verlieren, aber niemals einen Knopf!

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          • #35
            danke fuer die antwort. man vergisst schnell mal solche "basics", weil fuer uns eine adæquate behandlung selbstverstændlich geworden ist.

            wir kommen zwar ein bischen vom thema weg, aber wie wurden denn damals knochenbrueche behandelt? geschient wurde das doch wohl, oder?
            ab wann gab es denn den gips, so wie wir ihn kennen?

            gruss, muheijo

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            • #36
              Markus,
              ich hatte für meine Diss. eine paar Memoiren von einfachen Kavalleristen aus dem letzten Drittel des 19. Jh./Anfang des 20. Jh. gelesen. Die Rekruten interessierten niemanden. Wenn da einer verunfallte, da kam halt bald ein neuer dazu. Das Problem begann eigentlich schon bei den extrem eigenwilligen Pferden. Solche Tiere sind eigentlich unbrauchbar, tatsächlich wurden sie einfach bei der Truppe behalten. Der Mensch war das "Verschleißteil", nicht das Pferd. In einem der Fälle hat der Reiter wegen eines durchs Reiten verursachten Leistenbruchs den Dienst verlassen müssen. Der behandelnde Arzt war sich darüber im Klaren, dass das Pferd schuld daran sein musste, da sowas schon bei seinen früheren Reitern auftrat aber passiert ist nichts. Überhaupt war den Ausbildern die Gesundheit der Rekruten weitgehend egal. Es ist ein Wunder, dass da nicht noch mehr schwere Unfälle passierten.

              Grüße,

              Gunter

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              • #37
                Hallo Muheijo,

                ab wann es genau Gips gab, kann ich Dir nicht sagen (laesst sich aber vielleicht aus dem Auftreten von Stuckdecken ableiten, die sind schliesslich auch aus Gips, und die gibt es ja schon sehr lange). Zu Napoleons Zeiten hat man aber mit Sicherheit schon gebrochene Knochen eingegipst, oder zumindest wurden Gipse in der Medizin verwendet - ich weiss z.B., dass man Talleyrands Klumpfuss immer wieder versucht hat, mit Gipsen gerade zu biegen, als er ein Kind war (also in den sechziger Jahren des 18. Jahrhunderts). Prinzipiell ist das keine schlechte Idee - wenn man es mit einem Neugeborenen macht. Bei einem Zehnjaehrigen ist das allerdings nur Quaelerei (und hat natuerlich nicht zum gewuenschten Ergebnis gefuehrt).


                Schoenen Gruss,
                Gnlwth


                P.S. Man hat allerdings auch oft statt Gips normales Verbandsmaterial in Eiweiss und Mehl getraenkt und dann fest werden lassen , das Bild unten zeigt die Behandlung eines Klumpfusses (bei einem Neugeborenen) mit einem solchen "Gips".
                Angehängte Dateien
                Talleyrand - der Mensch und die Persönlichkeit

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                • #38
                  Als ich immer Notdienst im Krankenhaus machte gab es immer zwei Horror Ankündigungen - Motorradunfall oder Reitunfall.

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                  • #39
                    Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
                    Als ich immer Notdienst im Krankenhaus machte gab es immer zwei Horror Ankündigungen - Motorradunfall oder Reitunfall.
                    Während meiner langjährigen Zeit als Pflegehelfer in der Notaufnahme der Mannheimer Uniklinik habe ich auch 2 (oder 3?) SEHR gravierende Reitunfälle im Schockraum mit betreuen dürfen ... seitdem ist mein Respekt vor diesen Kreaturen noch weiter gestiegen

                    Markus Stein
                    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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                    • #40
                      Guten Morgen,

                      die zwei unschoensten Reitunfaelle, von denen ich bislang gehoert habe, war einer, wo das Pferd durchgegangen und mit der Reiterin obendrauf in seinen Stall zurueckgelaufen ist (die war sofort tot), und der andere, wo das Pferd gescheut und den Kopf zurueck geworfen hat - und der auf ihm sitzenden Frau die Schneidezaehne ausgeschlagen und sowohl Ober- wie auch Unterkiefer gebrochen hat. Ansonsten, klar, Armbrueche, Schaedelbrueche, meiner Reitlehrerin ist ihr Pferd auch schon mal auf den Fuss gesprungen (nicht getreten, sondern gesprungen). Das ist auch nicht schoen. Einer Freundin von mir ist das Pferd an einem Abhang ausgerutscht, sie ist runtergefallen, und das Pferd ist auf sie draufgefallen. Ich koennte ewig so weitermachen, mir fallen ploetzlich hundert schreckliche Geschichten ein... Ich selbst bin bislang erst einmal runter gefallen, und da ist gluecklicherweise nichts passiert, ausser, dass ich eine Weile lang nicht atmen konnte (bin glatt auf den Ruecken gefallen). Heute abend gehe ich wieder reiten - da denke ich dann lieber nicht darueber nach, was alles passieren kann.

                      Schoenen Gruss,
                      Gnlwth
                      Zuletzt geändert von gnlwth; 23.08.2007, 08:25.
                      Talleyrand - der Mensch und die Persönlichkeit

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                      • #41
                        ” Kopf zurueck geworfen hat - und der auf ihm sitzenden Frau die Schneidezaehne ausgeschlagen”

                        ..darum blasen trompeter immer zu seite..nie nach vorne ( 2005 hat das ein engl. dragoner das sträflich missachtet). manchmal sieht man das auch bei zinnfiguren...die sind natürlich falsch dargestellt.

                        reiten ist nu mal sehr gefährlich, besonders wenn man feste hindernisse springt....
                        Ein Soldat kann seinen Kopf verlieren, aber niemals einen Knopf!

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                        • #42
                          Zitat von Cuirassier Beitrag anzeigen
                          darum blasen trompeter immer zu seite..nie nach vorne ( 2005 hat das ein engl. dragoner das sträflich missachtet). manchmal sieht man das auch bei zinnfiguren...die sind natürlich falsch dargestellt
                          Das ist eine klasse Information ... als Laie habe ich mir darüber nie Gedanken gemacht ... aber dass neben Hufen jetzt auch noch der Pferdeschädel als "Waffe" betrachtet werden kann.

                          Ich steig' nie wieder auf ein Pferd

                          Danke für all Euren guten Informationen hier ... meine naive Fragerei hat ja doch noch etwas gebracht ... und als medizinisch Interessierter hat es mich auf die Idee gebracht, auch einmal die Behandlungsmethoden der Ärzte für bestimmte Verletzungen auf der Homepage zu veröffentlichen.

                          Schöne Grüße
                          Markus Stein
                          "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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                          • #43
                            das fänd ich hochspannend....da ich öfters vorträge über die kavallerie halte
                            ( mehr die die geschichten hinter der grossen geschichte ) . wollte mir jetzt einige chrirugische instr. zulegen....einfach zum zeigen und erläutern. such nich literatur dazu, eng. oder deutsch....für rossbehandlung hab ich schon einiges....***
                            Ein Soldat kann seinen Kopf verlieren, aber niemals einen Knopf!

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                            • #44
                              sorry for the tippsfählers...bin immer einfach zu schnell...***

                              ps...gibt es zeitgenössische behandlungsbücher für den feldgebrauch,
                              ( den taschenpferdearzt von 1810 hab ich schon)
                              Ein Soldat kann seinen Kopf verlieren, aber niemals einen Knopf!

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                              • #45
                                Alles klar, da bleib ich lieber bei meinem Fahrrad. Das liest sich alles so als wären die Kavalleristen sozusagen die Jetpiloten des damaligen Militärs gewesen, was die Risiken betraf. Schaut man sich mal die Biographien von einer Reihe von Offizieren an, dann findet man doch recht häufig Opfer von Reitunfällen.

                                @Cuirassier,
                                deine Information ist hochinteressant. Da hat sich doch mal einer drüber beschwert, warum die Figuren immer alle zur Seite blasen. Ist doch völlig richtig :-)

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