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Der Marsch von Vertus

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  • Der Marsch von Vertus

    Aus einem vermutlich Anfang 1827 geschriebenen Kommentar in einem preußischen Exerzier-Reglement von 1811:

    Beim gewöhnlichen Marsch in Zügen oder in Sectionen, soll jedesmal der russische Armeemarsch, und wenn dieser durchgeschlagen ist, der Marsch von Vertus getrommelt werden. Nachher können andere Geschwindmärsche geschlagen werden, jene bleiben aber permanent, und sollen bei jeder Gelegenheit vor den andern getrommelt werden.
    Kennt jemand zufällig diesen Geschwindmarsch ? In der preußischen Armeemarschsammlung habe ich ihn leider nicht gefunden. Er könnte im 17. Infanterie-Regiment gespielt worden sein, oder im 1., 3. oder 16., oder ganz woanders ...

    Denkbar wäre natürlich auch, daß es ein reiner Trommelmarsch ist, ohne Melodie.

    Der Kontext ist allgemein die Bildung einer offenen Kolonne (Kolonne mit Distance) mit Zügen oder Sektionen.

  • #2
    Offensichtlich bezieht sich das auf die große Parade der russischen Armee bei Vertus im August 1815. Es dürfte sich wohl um einen eigens hierfür komponierten Trommelmarsch gehandelt haben.

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    • #3
      Theoretisch könnte es aber natürlich auch ein irgendwann anders aus Vertus mitgebrachter oder dort gehörter Marsch sein, oder ein von einem Herrn Vertus komponierter.

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      • #4
        Die Erwähnung des vorher zu schlagenden russischen Armeemarsches lässt mich doch eher an meine Version glauben.

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        • #5
          Der "Marsch von Vertus" ist mir auch noch nie begegnet. Ich kann daher also nur mit spekulativen Überlegungen dienen.

          Ich tendiere zu Gunters Ansicht, dass der Name "Vertus" auf die grosse Parade der russischen Armee bei Vertus (im September 1815) Bezug nimmt. Von einem Komponisten oder Arrangeur Vertus habe ich jedenfalls noch nie etwas gehört, aber ausschliessen will ich natürlich nichts.

          Der erwähnte russische Armeemarsch, der zuerst geschlagen werden sollte, könnte ein üblicher russischer Ordonnanzmarsch gewesen sein, ein reiner Trommelmarsch also.

          Der folgende "Marsch von Vertus" könnte, wie Gunter meint, durchaus auch ein eigens zu diesem Ereignis komponierter Trommelmarsch gewesen sein. Dafür spricht vielleicht, dass von einem "getrommelten" Marsch die Rede ist. Die nachfolgenden Geschwindmärsche sollen "geschlagen" werden. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob "getrommelt" und "geschlagen" die Begleitung durch Militärkapelle ausschliesst.

          Mal angenommen, nein. Dann könnte es sich beim "Marsch von Vertus" auch um einen Geschwindmarsch für Militärmusik gehandelt haben, der aber in der russischen Armeemarschsammlung und in der auf ihr basierenden preussischen Armeemarschsammlung nicht unter diesem Titel erscheint, also nur inoffiziell "Marsch von Vertus" genannt wurde, weil ihm anlässlich dieser Parade eine besondere Stellung zukam. 1827 dürfte noch jeder gewusst haben, um welchen Marsch es sich handelte, und weil das so selbstverständlich war, mag man es für unnötig gehalten haben, seinen tatsächlichen Titel zu nennen. Eine reine Vermutung meinerseits: Wenn es sich tatsächlich um einen Geschwindmarsch für Militärkapelle gehandelt hat, kommt - möglicherweise - der sog. "Favoritmarsch des Kaisers Alexander", auch bekannt als "Wiener-(Alexander)-Marsch" (PrAMS II/41) vielleicht am ehesten in Frage. Aber wirkliche Aufklärung könnte wohl nur die ausdrückliche Nennung des offiziellen Marschtitels durch einen anwesenden Zeitzeugen bringen.

          Die ausführlichsten Informationen zu der anlässlich der Parade von Vertus gespielten Musik, die ich finden konnte, sind leider nur sehr allgemeiner Natur, aber in gewisser Weise doch interessant:

          "Au signal donné par l'empereur Alexandre, l'armée russe, après divers manoeuvres, forma un carré immense, dont trois faces d'infanterie en colonnes de bataillons sur la distance des pelotons, et la quatrième de toute la cavalerie en colonnes par régiments. Les souverains et les officiers supérieurs descendirent à cheval de la montagne pour passer la revue. A leur approche, les tambours battaient aux champs et la musique exécutait des marches guerrières..."

          (http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt...%201815.langEN, 18.f.)

          Vergleichen wir folgendes:

          1.
          Zitat von Sans-Souci Beitrag anzeigen
          Der Kontext ist allgemein die Bildung einer offenen Kolonne (Kolonne mit Distance) mit Zügen oder Sektionen.
          "...infanterie en colonnes de bataillons sur la distance des pelotons,..."

          Da ist doch im Prinzip derselbe Kontext. Oder täusche ich mich?

          2.
          "..., soll jedesmal der russische Armeemarsch,...getrommelt werden."

          Das könnte doch dem oben erwähnten "les tambours battaient aux champs" entsprechen?

          "Aux champs" ist ausdrücklich als reiner Trommelmarsch beschrieben, also wohl wie vermutet ein gewöhnliches (übliches) russisches Trommelsignal.

          gefolgt von

          3.
          "... und wenn dieser durchgeschlagen ist, der Marsch von Vertus ... Nachher können andere Geschwindmärsche geschlagen werden,..."

          = "...et la musique exécutait des marches guerrières..." ?

          Nach der oben zitierten Schrift wurden die auf "aux champs" folgenden Märsche bei Vertus offenbar allesamt von Militärmusik gespielt bzw. begleitet. Wenn das stimmt, würde dies allerdings dagegen sprechen, dass in Vertus ein weiterer, eigens für den Anlass komponierter Trommelmarsch gespielt wurde (und dann erst die Militärkapellen aufspielten) und der von den Preussen "getrommelte" "Marsch von Vertus" müsste dann eigentlich auch ein von Militärmusik begleiteter Marsch gewesen sein, kein reiner Trommelmarsch(?). Wie gesagt, alles nur Spekulation.

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          • #6
            Zitat von Sans-Souci Beitrag anzeigen
            Aus einem vermutlich Anfang 1827 geschriebenen Kommentar in einem preußischen Exerzier-Reglement von 1811
            Darf ich noch eine Zusatzfrage stellen und ein bisschen weiter spekulieren?

            Ist dieser Kommentar gedruckt oder wurde er handschriftlich hinzugefügt? Falls letzteres zutrifft: Liegt Dir dieses Dokument vor und könntest Du überprüfen, ob da wirklich "Vertus" steht - und nicht vielleicht "Persuis"?

            Als Komponist von Alexanders Favoritmarsch bzw. der Klavierfassung, die als Vorlage für den AM II/41 gedient hat, gilt nämlich der französische Komponist Louis-Luc Loiseau de Persuis (1769-1819), meist nur kurz Persuis genannt. Er wird in Hofmeister, F./Whistling, C.F., Handbuch der musikalischen Literatur [...]. Zweite ganz umgearbeitete, vermehrte und verbesserte Auflage [...], Leipzig 1828, als Komponist (der Klavierfassung) des Marsches aus dem Ballett "Der blöde Ritter" des in Wien ansässigen französischen Tänzers und Choreographen Louis-Antoine Duport (1781/3-1853) genannt.

            Dazu heisst es weiter, dass dies "des Kaisers Alexanders wirklicher Favoritmarsch" gewesen sei (es scheint noch Konkurrenzprodukte anderer Komponisten gegeben zu haben, die auch als "Alexanders Favoritmarsch" bezeichnet wurden, aber eben nicht "der wahre" waren).

            Das Ballett wurde 1812 in Wien uraufgeführt und 1814 anlässlich des Wiener Kongresses so richtig berühmt, der darin enthaltene Marsch eben des Zaren Lieblingsmarsch. Die für Militärmusik bearbeitete Fassung stammt von 1814 (PrAMS: "componirt im Jahr 1814").

            Als Lieblingsmarsch des Zaren wurde dieser Marsch von bzw. nach Persuis so gut wie bei jedem Anlass gespielt, an dem der Zar anwesend war. Mit Sicherheit auch während der Parade von Vertus. "Vertus" - "Persuis". Müsste wirklich "Persuis" gelesen werden, dann wäre die Identität des "Marsches von Vertus" wohl geklärt. Steht da aber doch "Vertus", dann könnte es sich dennoch um Alexanders Favoritmarsch gehandelt haben, der eben auch bei Vertus prominent gespielt wurde. So wäre der "Marsch von Persuis" eben auch der "Marsch von Vertus". Klingt ähnlich und wäre für einen Zeitgenossen kein ersichtlicher Gegensatz oder Fehler.

            (PS: Die Angaben zu Persuis und Alexanders Favoritmarsch im wesentlichen aus Achim Hofer, Die "Königlich-Preussische Armeemarschsammlung" 1817-1839. Entstehung - Umfeld - Beschreibung, Wien 2007 (IGEB Reprints, Band 5.1., S.69f.)
            Zuletzt geändert von Tellensohn; 21.03.2013, 16:03.

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            • #7
              Vielen Dank, auch wenn es konkret nicht weiterhilft ... ich hatte gehofft, daß sich vielleicht das Regiment identifizieren ließe, falls man den Marsch identfizieren kann.

              Zu Deinen Anmerkungen:

              1) Ein Bataillon wird zum Manövrieren in Züge (pelotons) eingeteilt.

              Die "offene Kolonne (Kolonne mit Distance) mit Zügen" eines Bataillons wird aus der Linie durch Einschwenken der Züge dieses einen Bataillons nach links oder rechts gebildet. Als Beispiel die erste Animation hier:

              http://www.austerlitz.org/index.php?...82&main_id=105

              Die "colonne de bataillons sur la distance des pelotons" dagegen wird aus mehreren Bataillonen gebildet, die in Linie bleiben, sich aber mit der Distanz eines Zuges (= Pelotons) hintereinander aufstellen. Also eine viel breitere Front, und nicht so beweglich wie die Kolonne eines einzelnen Bataillons. Aber dafür sieht es beeindruckender aus ...

              Aber auf die Marschgeschwindigkeit und die Musik oder Trommelmärsche, die man dazu spielen kann, hat das keinen Einfluß.

              2) "Aux champs" kenne ich eigentlich nur als französisches Trommelsignal (es gibt aber auch eine Melodie dazu). Es wurde zu verschiedenen Gelegenheiten geschlagen, unter anderem auch, wenn nur ein (vorher bestimmmter) Teil der Truppe im Lager oder in Kantonnierung und Garnison abmarschieren sollte.

              Aux Champs. Siehe La Marche.

              La Marche (auch La Marche du Roi de Prusse, Aux Champs, Le Premier oder Le Pas ordinaire genannt).
              66 Schritt pro Minute. Das Stück wird zweimal hintereinander gespielt, dann folgt der abschließende kurze Wirbel (Ra).

              Aux Champs. Es wird 1813 geschlagen, um dem Heiligen Sakrament, dem Kaiser, den Fürsten, großen Würdenträgern, Ministern, Marschällen, hohen Offizieren und Beamten und kommandierenden Generalen Ehrenbezeugungen zu machen.
              3) Persuis statt Vertus ist natürlich verlockend. Aber im Manuskript steht eindeutig "Vertus", daran ist nicht zu rütteln. Natürlich wäre es durchaus denkbar, daß das für eien deutsche Zunge nicht so vertraute Wort "Persuis" alle möglichen Verballhornungen erleiden mußte, doch ist der Schritt von P zu V im Anlaut glaube ich eher unwahrscheinlich.

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              • #8
                PS. Angeblich wäre der Marsch dann dieser hier:

                http://www.youtube.com/watch?v=jQbz9cAFOrk

                Leider kann ich keine Noten lesen, um das zu vergleichen:

                http://books.google.de/books?id=oOkZAAAAMAAJ&pg=PA189

                Dieser March hier erhebt ebenfalls den Anspruch, Alexanders Favoritmarsch zu sein, und klingt für mich schöner:

                http://www.youtube.com/watch?v=Yw6n_ms1tkc
                Zuletzt geändert von Sans-Souci; 21.03.2013, 18:38.

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                • #9
                  Hallo Sans-Souci,

                  Danke für die ausführliche Antwort.

                  Zu zwei Punkten habe ich etwas anzumerken:

                  1. "Aux champs"
                  Es ist mir schon bekannt, dass es ein französisches Trommelsignal "Aux champs" gibt (Ordonnanz für die Infanterie von 1754; zu finden bei Marguery Père, Instructions pour apprendre à battre avec tambours, 1774, abgedruckt in Georges Kastner, Manuel général de musique militaire, 1848). Pfeifermelodien dazu gibt es mindestens zwei: 1. diejenige von 1754 für die Infanterie (Linie; ebenfalls nach Marguery Père, abgedruckt bei Kastner), die bis 1831 gültig war, und 2. diejenige für die Gardeinfanterie, zu finden bspw. in der Ordonnance des fifres, herausgegeben 1813 von Janet & Cotelle.

                  Ich meinte aber nicht, dass das französische Signal "Aux champs" gespielt wurde, sondern dass natürlich vom entsprechenden russischen Pendant die Rede ist, von dem ich aber nicht weiss, wie es hiess noch wie es klang. Ich bin schon lange auf der Suche nach den napoleonzeitlichen russischen Ordonnanzmärschen (bzw. Signalen) für die Trommler, bin bis jetzt aber leider nicht fündig geworden.

                  2. Betreffend Alexanders Favoritmarsch
                  Nur beim dritten Link/ zweiten Musikbeispiel handelt es sich um diesen Marsch. Genau, wie da steht: AM II/41. Wie kommst du denn darauf, dass der Marsch im ersten Link (AM II/85) etwas mit Alexanders Favoritmarsch zu tun hat? Die Version von AM II/41, die du verlinkt hast, ist aber nicht diejenige von 1814, die in der PrAMS 1817ff. zu finden ist. Diese ursprüngliche Version von 1814 kannst du hier hören:

                  http://www.youtube.com/watch?v=iu6GV...eature=related

                  und die zugrundeliegende Klavierversion hier (entspricht der Partitur deines zweiten Links; der Marsch wurde ursprünglich fälschlich Beethoven zugeschrieben):

                  http://www.lvbeethoven.fr/Beethoven-...Pianoforte.mp3
                  Zuletzt geändert von Tellensohn; 09.08.2017, 20:31.

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                  • #10
                    Merci für die Richtigstellung und die die beiden Links !

                    Beim meinem ersten Link, dem "falschen" Marsch, steht bei YouTube im Kommentar ganz unten:

                    "Friedrich Starke - Alexander favorit marsch."

                    Daher meine Vermutung, daß es dieser Marsch sein sollte.

                    Der russische Text dazu ist mir leider mangels Sprachkenntnissen unzugänglich.

                    Bei Aux Champs hast Du wahrscheinlich recht, daß es in dem Bericht generisch einen Marsch zur Ehrenbezeugung bezeichnen sollte.

                    Hast Du zufällig diese Ordonnance des fifres von 1813 ?

                    In Bardin's Dictionnaire de l'Armée de Terre, S. 709 bis 719 sind die Noten der französischen Ordonnance von 14. Mai 1754 übrigens auch abgedruckt. Falsl Dich Scans interessieren, sag Bescheid.

                    Kommentar


                    • #11
                      Hallo Sans-Souci,

                      Friedrich Starke ist exakt einer jener Komponisten, die auch einen "Favoritmarsch Alexanders" geschrieben haben (bei Hofer auch erwähnt), aber eben nicht "den wirklichen".

                      Danke für das Angebot, die Ordonnanz von 1754 für mich zu scannen, aber ich glaube, da hab ich schon alles, was ich brauche.

                      Was die Ordonnanz von 1813 anbelangt: Ein originales Ms. oder eine Abbildung davon kenne ich leider nicht, vielleicht aber kannst du dich an die Seite "Le Ra des Champs", von einem gewissen "Antoine", glaub ich (...den Nachnamen weiss ich nicht mehr) erinnern? Ich denke, er war Tambour in der 9e Léger, ein Bekannter von Pierre-Yves Chauvin (pique51), wenn ich nicht irre. Auf seiner Seite waren transkribierte und von ihm bearbeitete Notationen der Ordonnanz von 1813 zu finden. Leider hat er die Seite vor einigen Jahren dichtgemacht, weil seine kritischen und musikwissenschaftlich durchaus fundierten Ansichten betreffend das heute gängige und beliebte Repertoire angeblich echter napoleonischer Marschmusik für die "Traditionalisten"unerträglich waren und sie ihn deshalb derart zur Sau machten, dass er sich genötigt sah, das Handtuch zu werfen. Im Anhang das, was ich speichern konnte (zum Vergleich sind da nebst den zwei Pfeiferstimmen und der Trommelstimme der Ausgabe von Janet & Cotelle auch die im Kastner abgedruckte Pfeifer- und (wo abweichend) Trommelstimme der Gardeordonnanz von 1813 zu finden; hatte oben vergessen zu erwähnen, dass im Kastner ja nicht nur die Ordonnanz von 1754 abgedruckt ist, sondern auch die der Garde von 1813, aber eben nur für eine Pfeiferstimme, nebst Trommelstimme).
                      Zuletzt geändert von Tellensohn; 21.03.2013, 21:34.

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                      • #12
                        Vielen Dank - ich hatte mir damals viele Dateien von Antoines Website heruntergeladen (und konnte ihm dann aushelfen, als er vor ein paar Jahren leider nur mit dem Gedanken spielte, wieder online zu gehen, aber seine Dateien alle selber nicht mehr hatte), doch diese PDF kannte ich noch nicht.

                        Antoine war im 1er de ligne, glaub ich, jedenfalls stand er der "Charte" sehr nah.

                        Oli

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                        • #13
                          @Tellensohn,

                          vielleicht ist das hier in irgendeiner Weise hilfreich für dich: http://gazeta1812.edusite.ru/p12aa1.html

                          Kommentar


                          • #14
                            Hallo Gunter,

                            Danke für den Hinweis. Da werde ich mich wohl aufraffen und mit meinen spärlichen Russischkenntnissen sowie einem guten Wörterbuch bewaffnet an die Arbeit machen müssen.

                            Gruss, T.

                            PS: Link funktioniert bei mir leider nicht. Müsste ein Programm installieren, das kostet und von dem ich nicht weiss, ob's dann auch wirklich funktioniert. Also lass ich's erst mal. Trotzdem danke.
                            Zuletzt geändert von Tellensohn; 22.03.2013, 10:17.

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                            • #15
                              Hallo Gunter,

                              Ich hab nochmals in meiner Plattensammlung nachgesehen und bin dabei auf eine LP gestossen, der alle Signale, die auf der von dir verlinkten Seite zu hören wären, wenn ich sie runterladen könnte, entnommen zu sein scheinen. Die LP ist noch relativ leicht zu kriegen und wird zur Zeit u.a. auf eBay angeboten (ich glaube mich erinnern zu können, auch schon eine CD-Version gesehen zu haben):

                              http://www.ebay.de/itm/Signals-and-M...7#ht_500wt_751

                              Die LP stammt von 1981, das Plattenlabel ist Melodiya. Auf der Webseite ist gleichfalls Melodiya als Plattenfirma vermerkt, der LP-Titel ist anders und als Erscheinungsjahr wird 1987 genannt. Ich habe aber den Verdacht, dass es sich einfach nur um eine Neuausgabe oder die CD-Version der LP von 1981 handelt.

                              Die auf der LP zu hörenden Signale sollen in der ersten Hälfte des 19. Jhdts. in der russischen Armee gebräuchlich gewesen sein, aber wohl kaum so, wie sie dort eingespielt worden sind. Die verwendeten Instrumente sind ganz offensichtlich moderne Ventiltrompeten und Militärtrommeln, immer im Verein gespielt. Kann mir diesen Klang nicht vor dem 2. Viertel oder gar der Mitte des 19. Jahrhunderts vorstellen. Einige Signale sind klar reine Kavallerie- und nicht Infanteriesignale.

                              Für das frühe 19. Jahrhundert würde ich als Signalinstrumente bei der Kavallerie nur Trompeten, bei der Infanterie in der Regel Trommeln (die nicht so blechern klingen wie die heutigen), bei den Jägern auch ventillose Flügelhörner oder allenfalls frühe Buglas, erwarten. Ich halte es für eher unwahrscheinlich, dass Trommeln und Hörner oft zusammen erklangen. Entweder oder, je nach Waffengattung, scheint mir für die napoleonische Zeit wahrscheinlicher zu sein. Irrtum vorbehalten.

                              Ich kann nur rätseln, welches russische Signal dem französischen "Aux champs" wohl am ehesten entsprochen hat. Марш для нового караула ("Signal for Parade", laut LP-Cover) vielleicht? Ich weiss es wirklich nicht. Bei Vertus wäre aber das Signal (welches auch immer) nur von Tambouren ausgeführt worden, laut dem weiter oben erwähnten Bericht.

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