Beziehung Sachsen zu Sachsen-Weimar 1814

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  • KDF10
    Erfahrener Benutzer
    Chef de Bataillon
    • 19.12.2010
    • 1278

    #16
    Zitat von ArisKosionidis Beitrag anzeigen
    Doch, es hat im Feldzug von 1814 teilgenommen und sich auch in einige Gefechte und Belagerungen eingemischt. Vgl. http://books.google.gr/books?id=5BhCAAAAcAAJ .
    mfG
    Aris K.
    Ich habe da noch immer meine Zweifel. Scroll mal nur ganz wenig runter auf Seite VI. Da heißt es: "Obgleich untergeordnet und in der Rolle eines Beobachtungsheeres, verdient die Mitwirkung des dritten deutschen Armeecorps die Beachtung der litterarichen Welt..." Aus dem Korps wird also gleich ein ganzes Heer? Dann müsste es noch andere Quellen zu diesem Heer geben. Sorry, aber nur mal als Beispiel. In der Wikipedia gibt es ein Korps zu 1813, das aus ganzen 21 Mann bestand. Die nannten sich Korps, weil sie Studenten waren und studentische Verbindungen nennen sich nun mal auch Korps, auch wenn sie nicht einmal die Stärke einer Kompanie erreichen.

    Trotzdem vielen Dank für den Link. Ich habe das Buch heruntergeladen und werde es mir in Ruhe anschauen. Ziemlich am Ende steht, dass das 3. Deutsche Korps zur Reserve des dritten preußischen Korps gehört haben soll. Hat ein Korps ein ganzes weiteres Korps als Reserve? Ein ganzes Heer sicher nicht.
    Zuletzt geändert von KDF10; 22.04.2014, 19:15.

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    • ArisKosionidis
      Benutzer
      Soldat
      • 20.10.2012
      • 30

      #17
      Ja, die Terminologie ist leider nicht ganz klar.

      Das III. (Deutsche) Korps was ziemlich klein. Es hat Operationen im Winter 1813/14 mit ca. 8,000 begonnen, Ende Februar 1814 auf ca. 17,000 gewachsen, und war erst März/April, also am Ende des Feldzuges, der beabsichtigten Schlachtordnung nach vollständig (ca. 26,000 Mann).

      Da es so klein war, und von sehr abgekämpften Armeen zusammengesetzt -mit einer hohen Anzahl von sehr frischen Landwehreinheiten- wurde es als ein Blockadekorps eingesetzt, also ziemlich unabhängig, was wahrscheinlich den Verfasser veranlasste, über ein Heer zu reden.

      Als die Nordarmee (eigentlich das III. Preussische Korps, da die Schweden sich mit Dänemark beschäftigten) durch die Niederlande nach dem Hauptkriegsschauplatz Frenkreich marschierte, musste das III. Deutsche Korps auch ihren Rücken decken. Also davon kommt die Idee, das III. Deutsche war die Reserve des III. Preussischen.

      Wenn Sie nach anderen Quellen suchen möchten, da gibt es Eglofftein's Carl August im niederländischen Feldzug 1814, und aus französischer Seite die Geschichte des I. Corps, das die Niederlande verteidigte ( books.google.gr/books/about/Le_Général_Maison_et_le_1er_corps_de_l.html?id=RmK 7ngEACAAJ ), wo auch die Operationen des III. Deutschen Korps erwähnt sind.

      mfG
      Aris K.

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      • admin
        Administrator
        Colonel
        • 30.09.2006
        • 2708

        #18
        Da ich heute das günstig erworbene Original des Bogdanowitsch für den Feldzug von 1814 erworben habe, möchte ich hier nun folgende Abschnitte (in einer PDF-Datei zusammen gefasst) bereitstellen:
        • Ordre aus dem Anhang des 1. Bandes (S. 423-424)
        • Kurze Geschichte des Einsatzes in den Niederlanden aus dem 2. Band (S. 270-276)


        Wie zu erwarten finden sich darin aber nichts zur Ausgangsfragestellung ... vielleicht aber für Da Capo doch etwas hilfreich.

        Schöne Grüße
        Markus Stein
        Angehängte Dateien
        "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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        • Irene Hartlmayr
          Erfahrener Benutzer
          Capitaine
          • 22.02.2013
          • 596

          #19
          Verwandschaftsverhältnisse

          Zitat von Irene Hartlmayr Beitrag anzeigen
          Hallo Da Capo!
          Die Beziehungen zwischen den alten Herrscherhäusern ist eine eigene Wissenschaft.Es gibt da ein kleines,dickes Büchlein bei Reclam( die Bändchen dieser Reihe gibt es ja in jeder größeren Buchhandlung)das sich "Europäische
          Herrscherhäuser" nennt( so weit ich mich erinnere).Dort sind alle Querbeziehungen und Verwandschaften aufgelistet und angeführt.Das ist überhaupt praktisch zu haben,wenn man sich für Geschichte interessiert.
          Vielleicht kannst Du Dir das besorgen,es kostet nicht viel.
          Die Bände von "Ploetz" gibt es auch zu allen möglichen historischen Themen,
          vielleicht gibt es da auch einen Band zu Herrscherhäusern.
          Viele Grüsse,
          IRENE.
          Nachtrag vom 25.4.:
          Das Reclambüchlein heißt:
          Regentenlisten und Stammtafeln zur Geschichte Europas.Vom Mittelalter bis zur
          Gegenwart.
          Autor: Michael F.Feldkamp
          2002
          Preis :10,10 Euro

          Grüsse,
          IRENE.

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          • Da Capo
            Erfahrener Benutzer
            Adjudant
            • 23.10.2006
            • 846

            #20
            Euch allen meinen Dank. Mal sehen, ob sich die Frage beantworten läßt.

            P.S. Zugegebenermaßen verwirrt mich die Vorstellung des III. deutschen Armeekorps als Gespensterkorps doch schon. Geschichte als Legitimationswissenschaft mit kreativster Quellenauslegung. Auch schön.
            Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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            • Tom
              Erfahrener Benutzer
              Chef de Bataillon
              • 03.10.2006
              • 1084

              #21
              Rechtsgrundlage III. Deutsches Armee-Korps 1814

              Im Damitz (Werk zu 1814) habe ich jetzt zufällig die "Rechtsgrundlage" für die Eingriffe des Herzogs von Sachsen-Weimar gefunden, das "Protokoll über die zur Regulirung des Vertheidigungssystems von Deutschland abgehaltene Commission. Frankfurt den 24. November 1813".

              Darin wird - neben der Orde de Bataille - u.a. geregelt:
              "11) Die Verleihung der Officierstellen bei den Truppen der administrirten Länder vom Hauptmann abwärts wird den commandirenden Generalen überlassen; über jene der Stabsofficiere haben sie die Vorschläge an die betreffenden Souverains, von welchen die Gouverneurs dieser Länder angestellt sind, zu erstatten; so daß nach diesem Grundsatze Se. Majestät der Kaiser von Oesterreich jene bei den Truppen von Frankfurt und Isenburg und Se. Majestät der Kaiser von Rußland jene bei den sächsischen Truppen, Se. Majestät der König von Preußen hingegen bei den Bergschen Truppen die Stabsofsicierstellen zu verleihen haben."

              Siehe: http://books.google.de/books?id=ZmBDAAAAcAAJ&pg=PA535

              Eine weitere, undatierte OdB unter: http://books.google.de/books?id=ZmBDAAAAcAAJ&pg=PA580

              Zur Zentralverwaltung vgl. u.a. Kielmansegg, Stein und die Zentralverwaltung 1813/14, Stuttgart: Kohlhammer, 1964.

              Gruß, Tom

              Kommentar

              • DrsRob
                Benutzer
                Tambour
                • 09.03.2011
                • 41

                #22
                Dabei muss man bedenken dass den Herzog von Sachsen-Weimar den Rang von Generalleutnant in die Russische Armee hatte.

                Interessant ist dass seine Sohn Carl Bernard in 1814 als Oberstleutnant der Sachsische Grenadiergarde gedient hatte.

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                • Sans-Souci
                  Erfahrener Benutzer
                  Major
                  • 01.10.2006
                  • 1886

                  #23
                  Im Jahre 1815 scheinen die königlich sächsischen Truppen es nicht als Demütigung empfunden zu haben, von einem anderen Herzog, Ernst von Sachsen-Koburg, kommandiert zu werden:

                  Kommentar

                  • Da Capo
                    Erfahrener Benutzer
                    Adjudant
                    • 23.10.2006
                    • 846

                    #24
                    Es gab mal bayrisches ein Lied, was in etwa so ging:

                    „Und das Burgfräulein von Anger ward von einem Neger schwanger, Ihr ist egal ob schwarz ob weiß, Hauptsach nur es ist kein Preiß!“ und so ziemlich die Einstellung der Sachsen zum Koburger trifft.

                    Die Freude die Kummer äußert, bezieht sich aber definitiv nicht auf den Koburger sondern auf den Generalleutnant v. Lecoq, den Thielmann ja hatte von der Truppe entfernen lassen.
                    Was den Koburger aber ggü dem Weimaraner etwas erträglicher machte, war der Umstand, dass der Koburger nie Ambitionen gezeigt hatte, sächsischer König werden zu wollen..
                    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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