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Armand de Caulaincourt

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  • #16
    Bei den Einträgen zum Buch steht aber "Benutzung nur im Lesesaal". Ich muss zugeben, dass ich mit Fernleihe gar keine Erfahrung habe. Da das Buch sehr alt ist (von 1814) finde ich es verständlich, wenn es nicht versendet wird.
    Wie kann man sich da überhaupt anmelden?
    Adrienne-Louise-Hervé Carbonnel de Canisy

    "Ein jeder soll nach seiner Fasson selig werden." Friedrich II von Preußen

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    • #17
      Aber....Lesesaal ist nicht gleich Lesesaal...
      Soll heißen: Es muß nicht unbedingt jener in Berlin sein.
      Ich lese: bestellbar / Fernleihbeschränkungen möglich.
      Das kann heißen: Sie darf Deine Bibliothek nicht verlassen.
      Du darfst das Teil also nicht mit nach Hause nehmen.
      (Ausnahmen gibt es natürlich auch.)

      Ich bin nicht angemeldet.
      Ich nehme die page als tool und suche die Werke, die ich brauche.
      Mit dem Ausdruck dann gehe ich zu meiner Bibliothekarin (meist per mail ).
      Die stellt mir die Verfügbarkeit fest (zBsp. mögl. Kriegsverlust insbesondere in Berlin häufig zu lesen...)
      IdR bestellt sie mir das Buch dann zum Lesen im Lesesaal der hiesigen Bibliothek.)

      Aber es geht wohl auch noch leichter:
      Anmeldung
      Die Anmeldung zur Online-Fernleihe erfolgt persönlich in Ihrer lokalen Bibliothek.
      Bitte erkundigen Sie sich dort vorab nach dem Anmeldeverfahren.

      Alternativ gibt es den Subito Dokumentendienst.
      (Link ist auf obiger page zu finden)
      Dieser verschickt Bücher und/oder Kopien zu Dir nach Hause.
      Das Sortiment ist nicht schlecht.
      Es kostet allerdings das ca. Dreifache. Habe gerade 9 Euro abgedrückt...
      Zuletzt geändert von Mephisto; 15.11.2006, 12:59.
      Gruß
      Mephisto

      "Es sind zwey Formeln, in denen sich die sämmtliche Opposition gegen Napoleon befassen und aussprechen lässt,
      nämlich Afterredung (aus Besserwissenwollen) und Hypochondrie." Goethe 1807 :attention:

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      • #18
        Danke für diese Hinweise!
        Ich habe eine Anforderung in die Wege geleitet, mal sehen, ob ich tatsächlich bald Einblick in das Buch bekomme. Dann werde ich natürlich alles Wichtige mitteilen!
        Adrienne-Louise-Hervé Carbonnel de Canisy

        "Ein jeder soll nach seiner Fasson selig werden." Friedrich II von Preußen

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        • #19
          Durch M. S. Chrisawns Biographie über Marschall Lannes bin ich auf eine weitere Episode
          im Leben Caulaincourts aufmerksam geworden, nämlich um seine Rolle beim Kongreß in Erfurt 1807.

          Angeblich wurden dort Napoleons politische Pläne der engen Freundschaft mit Rußland
          durch ein Doppelspiel Talleyrands (im Zusammenspiel mit Caulaincourt?) durchkreuzt.
          Der Zar sei gewarnt worden vor Napoleons unersättlichem Ehrgeiz und dementsprechend
          unverbindlich geblieben.

          In Caulaincourts Memoiren nun wird Lannes dieser Indiskretion / Untreue bezichtigt!!!
          (Siehe Caulaincourt "Unter vier Augen mit Napoleon", 1937, S.169)
          Chrisawn hält diese Äusserungen Napoleons als auch die Lannes unterstellten Motive
          für sehr fragwürdig und stellt ihrerseits die Frage in den Raum, inwieweit hier vielleicht
          Caulaincourt selbst sich vor Vorwürfen des Verrats hat schützen wollen.
          Lannes war ja bereits tot und "Dead men, they say, tell no Tales."

          Ich weiß nichts von einem Zusammenspiel Talleyrand:Caulaincourt.
          Zumindest nach "Mit Napoleon in Rußland", 1938, S.1ff will er [Caulaincourt] Napoleon gegenüber
          den "hinkenden Zauberkünstler" gerechtfertigt haben wollen.
          Seine Beschreibung eines vorgeblichen Skandals um Talleyrand zeigt Sympathie zu diesem.

          Wie stand es um das Verhältnis Talleyrand:Caulaincourt?
          Inwieweit lässt sich nachvollziehen was C in Erfurt tatsächlich getan hat?
          Kann mich da vielleicht jemand erhellen?
          Zuletzt geändert von Mephisto; 14.01.2007, 00:31.
          Gruß
          Mephisto

          "Es sind zwey Formeln, in denen sich die sämmtliche Opposition gegen Napoleon befassen und aussprechen lässt,
          nämlich Afterredung (aus Besserwissenwollen) und Hypochondrie." Goethe 1807 :attention:

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          • #20
            Talleyrand / Caulaincourt: "Verrat"

            ... der Verweis auf Caulaincourt oder Lannes klingt nach Ablenkungsstrategie. Für mich ist die plausibelste Variante, dass Talleyrand 1808 in Erfurt den russischen Kaiser gewarnt hat bzw. hat warnen lassen. Lannes war übrigens im Herbst 1808 - nach meiner Erinnerung - vor Saragossa "beschäftigt".

            In einem "höheren" Sinn diente Talleyrand mit diesem "Verrat" den Interessen seines Vaterlandes; weil er wohl (als einer der ersten) erkannt hatte, dass Napoleons unersättlicher Ergeiz Frankreich zu einem großen Krieg mit Russland führen und somit den frz. Staat möglicherweise in den Abgrund reißen würde. Insofern war es m.E. ein "Verrat" zum Wohle des Vaterlandes.

            Wie gesagt, nur "psychologisch-politische" Spekulation, aber wohl passend im Gesamtkontext...

            Beste Grüße, Thomas H.

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            • #21
              Ich kann an der ganzen Geschichte überhaupt nicht glauben, die gerade geformte Freundschaft Rußland / Frankreich - plötzlich nach einem Jahr nichts mehr wert, weil Tallyrand warnt? Warnt vor was?
              Napoleon hatte ja eine Art Apeacement eingeleitet und wollte den Status in Europa zementieren, nur blöde, dass er sich so in Spanien engagiert hat - das allein hat ja schon überall die Alarmsirenen aufheulen lassen, hier der Friedensengel - dort dann der Einmarschierer, aus dynastischen Interessen, Spanien kann ja für N keine militärische Bedrohung gewesen sein.
              Die Verärgerung Frankreich / Rußland hat ja meines Erachtens spätere Ursachen, Kontinentalsperre, Ruß. - türkischer Krieg (mit franz. Militärberatern gegen Rußland), da spielen wohl sehr viele Faktoren mithinein, Tallyrand macht sich wohl zu wichtig, 1808 die Entwicklung der ruß. Feldzugs 1812 zu erahnen - halte ich ja schon für Hellseherei.

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              • #22
                Lannes war übrigens im Herbst 1808 - nach meiner Erinnerung - vor Saragossa "beschäftigt".
                Thomas,

                Von Friedberg (21.September 1808) bis Erfurt (27.September) begleitete/eskortierte Lannes
                den Zaren zum Treffen mit Napoleon.
                Caulaincourt war im Gefolge des Zaren natürlich auch dabei.
                Zar Alexander dekorierte Lannes als Anerkennung mit dem St. Andreas Orden,
                einem Orden, der sonst (unter den Marschällen) nur an Berthier verliehen wurde.

                "Verrat zum Wohle des Vaterlandes"
                Als ob dies nicht das Standardverteidigung aller Verräter wäre.
                In diesem Falle wäre das sicherlich eine Untersuchung wert.
                Wie HKDW schon andeutet: weise Voraussicht, Lesen in einer Glaskugel oder schlicht nur monäterer Anreiz?
                Zuletzt geändert von Mephisto; 14.01.2007, 17:00.
                Gruß
                Mephisto

                "Es sind zwey Formeln, in denen sich die sämmtliche Opposition gegen Napoleon befassen und aussprechen lässt,
                nämlich Afterredung (aus Besserwissenwollen) und Hypochondrie." Goethe 1807 :attention:

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                • #23
                  "Verrat zum Wohle des Vaterlandes"
                  .., j'avoue que mon coeur, qui s'etait deja refroidi, s'est glace,
                  et que je n'ai plus eu d'autres sentiments que ceux qui m'attachaient a la patrie,
                  en meditant cependant la pensee, apres avoir sauve la france de ses folies,
                  de consacrer le reste de ma vie a sa personne"
                  Mémoires du duc de Raguse de 1792 à 1832, 1857, Tome Sixieme, S.286

                  Ich wußte doch, ich hatte das schon mal gehört...
                  Zuletzt geändert von Mephisto; 15.01.2007, 02:11.
                  Gruß
                  Mephisto

                  "Es sind zwey Formeln, in denen sich die sämmtliche Opposition gegen Napoleon befassen und aussprechen lässt,
                  nämlich Afterredung (aus Besserwissenwollen) und Hypochondrie." Goethe 1807 :attention:

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                  • #24
                    Hallo, Madame de Canisy,

                    Unter Gallica (http://gallica.bnf.fr/) kannst Du Dir beide Bände der
                    SOUVENIRS DU DUC DE VICENCE
                    aus der Erinnerung der Charlotte de Sor (2te Edition von 1837) herunterladen.

                    Im ersten Band findest Du die Wiedergabe eines Gesprächs "mit ihm persönlich" über das Thema d'Enghien.
                    Im zweiten Band (ab S. 266) findest Du einige Abschriften aus Dokumenten, die seine Behauptungen belegen sollen.

                    D
                    iese "Souvenirs" dürften der Ausgangspunkt für die Streitschrift
                    "De l'assassinat de monseigneur le duc d'Enghien, et de la justification de monsieur de Caulaincourt",

                    Paris : Marchands de nouveautes, 1814"
                    sein, in denen die oben angesprochenen Dokumente angezweifelt werden.
                    Da läßt sich gut querlesen. Viel Spaß dabei!
                    Zuletzt geändert von Mephisto; 17.01.2007, 05:12.
                    Gruß
                    Mephisto

                    "Es sind zwey Formeln, in denen sich die sämmtliche Opposition gegen Napoleon befassen und aussprechen lässt,
                    nämlich Afterredung (aus Besserwissenwollen) und Hypochondrie." Goethe 1807 :attention:

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                    • #25
                      Souvenir du Duc de Vicence von Charlotte de Sor

                      Hallo mephisto,

                      vielen Dank für den hervorragenden Hinweis! Ich habe schon mal ein wenig gestöbert, allerdings habe ich im Moment wenig Zeit, zum einen wegen vieler Termine und zum anderen verwende ich jede freie Minute mit dem Studium des Textes "De l'assassinat de M. le Duc d'Enghien et de la justification de M. de Caulaincourt". Das dauert leider länger, da ich für richtiges Verständnis meinerseits alles haarklein übersetzen muss, weil mir viele Vokabeln während des Lesens fehlen und die Sprache ist eben auch nicht zeitgenössisches Französisch (für mich eine gänzlich neue Erfahrung).
                      Aber sobald ich das beendet habe, wird auch der Text der Mme de Sor unter die Lupe genommen!

                      Nebenbei: von der Rolle Caulaincourts beim Erfurter Fürstentag habe ich leider (noch) keinen blassen Schimmer. Ich fände es allerdings sehr seltsam, wenn er, der den Zaren verehrt und Napoleon gegenüber eigentlich immer aufrecht gewesen ist, sich einspannen ließe für ein Komplott, das ein Zerwürfnis der beiden zum Ziel hat. Auch wenn Caulaincourt am Anfang seiner Karriere von Talleyrand protegiert worden ist, so glaube ich trotzdem nicht, dass er sich auf solche Intrigen einlassen würde.
                      Aber auch das wird noch einer genaueren Prüfung unterzogen werden ...
                      Adrienne-Louise-Hervé Carbonnel de Canisy

                      "Ein jeder soll nach seiner Fasson selig werden." Friedrich II von Preußen

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                      • #26
                        Auch wenn Caulaincourt am Anfang seiner Karriere von Talleyrand protegiert worden ist, so glaube ich trotzdem nicht, dass er sich auf solche Intrigen einlassen würde

                        Da Talleyrand ja äußerst geschickt war, hat er C. vielleicht für eine Intrige benutzt die dem selbigen überhaupt nicht bewußt war.

                        Gruß N.

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                        • #27
                          Gefunden in google books :

                          Göttingische gelehrte Anzeigen 1814, Seite 1089

                          13 Julius 1843
                          Brüssel
                          Schluss der Anzeige : "Souvenirs du Duc de Vincence, recueillis et publiés par Charlotte de Sor".

                          Eine andere Stelle in Caulincourts Erzählungen, welche einen bedentenden Zweifel an seiner Wahrheitsliebe rechfertigt, obgleich sich das Motiv der Verleugnung der letzteren schwerer errathen lässt, ist die, welche den 31. März 1814 betrifft.
                          An diesem Tage will er (im XV. Kapitel des 1. Th) mit Aufträgen Napoleons auf der Strasse von Essonne bis ins Lager der Alliierten gelangt, aber von Zorn über den Siegesjubel der dort herrschte ausser sich gebracht wieder umgekehrts sein, um sich erst Abends in Paris dieser Aufträge zu entledigen.
                          Das ist starck! Denn Referent, der sich damals im Hauptquartiere der Alliierten befand, die Nacht in Pantin zugebracht hatte, und sich in aller Frühe nach Bondy begab, wo Kaiser Alexander übernachtet hatte, traf den Duc de Vicence dicht vor Bondy, wo er, in der Erwartung einer erbetenen Audienz, neben der Chaussee auf und ab ging, während ein Reitknecht in Napoleons Livree zwei Pferde hielt. Referent kannte den Duc wenig, doch genug, um nicht ohne Begrüssung und ohne einige Worte zu wechseln, an ihm vorüber reiten zu können. Hr von Caulincourt versicherte, nur dem Kaiser Alexander seine Cour machen, und seine vielen alten Petersburger Freunde und Bekannte begrüssen zu wollen, aber durchaus mit seiner Negociation beauftragt zu sein. Er musster dort sehr lange warten und ward erst nach der langen Audienz der Deputierten der Stadt Paris vorgelassen. Die seinige war sehr kurz ; sein Aufenthalt im überfüllten Vorzimmer des Kaisers nicht viel länger, und die Freude über das Wiedersehen seiner Freunde an beiden Teilen so wenig bemerklich, wie an ihm seine angebliche Verserkerwuth.

                          http://books.google.fr/books?id=q0wT...gen#PPA1088,M1

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                          • #28
                            Eine sehr interessante Lektüre

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