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Ferdinand (Fjodor) Bogdanowitsch Haase - Neues zu seiner Biographie

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  • #16
    Jetzt soll mir das hier mal einer erklären:

    Bei dem schaffen sie den "Friedrich" nicht:

    https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%93...B2%D0%B8%D1%87

    Bei dem z.B. dagegen schon:

    https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%93...BB%D0%BE%D0%B1



    Es gibt sie also schon, die Ausnahmen...

    und "готтлоб" ist auch näher bei "Gottlieb" als "Bogdan"...wobei der ja auch tatsächlich "Gottlob" heisst und nicht "Gottlieb"

    ...aber wieso kann man dann nicht, sagen wir, "готтлйб" statt "богдан" schreiben? Weil "Gottliebowitsch" - oder so - nicht geht?

    Unlogik herrscht...




    Nein, ernsthaft jetzt. Ich kann mir vorstellen, dass Haase selber nach seiner Gefangennahme die seiner Meinung nach nächstbesten, von der Bedeutung her ähnlichen russischen Namen gesucht hat (oder die zuständige russische Stelle hat ihm kurzerhand verpasst, was ihr ähnlich schien; man weiss ja, wie das z.B. auf Ellis Island bei Einwanderern nach Amerika lief...). Oder vielleicht hat er ja auch absichtlich nicht seinen wirklichen bzw. vollständigen Namen und Vatersnamen angeben wollen? Der badische Regimentsmusiker Balthasar Eccardt hatte es nach seiner Gefangennahme jedenfalls so gemacht: er gab seinen Namen mit "Kaspar Müller" an...und blieb "Kaspar Müller", solange er in russischem Dienst stand (das war allerdings, anders als bei Haase, nur bis nach dem Friedensschluss von 1814)...
    Zuletzt geändert von Tellensohn; 15.02.2016, 17:01.

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    • #17
      Es könnte sein, das die Transformation des deutschen Namens durch die eine oder andere Quelle eigenständig erfolgte !?
      Sicher war es so, dass das damals von höherer Stelle so nicht verlangt wurde, wie ander Namen von damaligen Protagonisten die in russischen Diensten waren vielfach zeugen.
      Im Russischen gibt es eine Vielzahl von Wörtern, die ohne ihre Bedeutung zu verlieren schlichtweg in russische Buchstaben verkleidet wurden.
      Die Klassiker sind Butterbrot, Rucksack oder Schlagbaum, die deutsch auf russisch ebenso klingen und auch so geschrieben werden.
      :attention:Wer mal die Gelegenheit hat kann sich ja mal von einem biologischen Russen o.g. Worte erklären lassen.
      Kaum einer wird wissen, dass das urdeutsche Vokabeln sind.
      Tu´ im Kriege das, was der Gegner für unmöglich hält.

      Alexander W. Suworow

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      • #18
        Zitat von Tellensohn Beitrag anzeigen
        Jetzt soll mir das hier mal einer erklären:

        Bei dem schaffen sie den "Friedrich" nicht:

        https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%93...B2%D0%B8%D1%87

        Bei dem z.B. dagegen schon:

        https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%93...BB%D0%BE%D0%B1



        ........................
        Hier bist Du, glaube ich, Deiner eigenen Unlogik aufgesessen:

        Der eine -Dein Musiker- stand in russischen Listen, "gehörte also dazu" (irgendwie). Und brauchte deshalb russischen Namen und Vatersnamen.

        Der andere -der Breslauer Universitätsprofessor- steht einfach mit seinem Namen da, damit ihn russische Nutzer lesen können.
        Genauso, wie die Beatles oder Doors oder andere Größen in kyrillischer Umschrift auf den Plattencovern standen (ob das heute noch so ist, weiß ich nicht)
        Er hatte nie was mit Rußland zu tun.
        The light at the end of the tunnel
        is from an oncoming train.

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        • #19
          Aha...


          ...na meinetwegen...


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          • #20
            Wissen wir, wie der Vater von besagtem Herren hieß ?
            Aus dem in Deutschland üblichen Doppelnamen, wie z.B. Karl - Friedrich den russischen üblichen Vor & Vatersnamen zu machen dürfte wohl nicht korrekt sein.
            Hätte der Vater von Friedrich aber Bogdan gehießen, wäre Fjodor Bogdanowitsch u.u. zulässig gewesen.
            Tu´ im Kriege das, was der Gegner für unmöglich hält.

            Alexander W. Suworow

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            • #21
              Zitat von Suworow Beitrag anzeigen
              Wissen wir, wie der Vater von besagtem Herren hieß ?
              Aus dem in Deutschland üblichen Doppelnamen, wie z.B. Karl - Friedrich den russischen üblichen Vor & Vatersnamen zu machen dürfte wohl nicht korrekt sein.
              Hätte der Vater von Friedrich aber Bogdan gehießen, wäre Fjodor Bogdanowitsch u.u. zulässig gewesen.
              Meinst Du jetzt den Vater von Ferdinand (Fjodor) Bogdanowitsch Haase? Der hiess Gottli(e)b. Steht so im Matrikelbuch des 72. Regiments (s. Link im Beitrag #1; hab ich oben im Beitrag #10 erwähnt. Auch, dass Bogdan diesen Namen nicht adäquat wiedergibt).

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              • #22
                Ja, ich denke ich meine Haase, ob aber Gottlieb mit Bogdan vergleichbar ist, vermag ich nicht zu sagen.
                Zuletzt geändert von Suworow; 16.02.2016, 17:54.
                Tu´ im Kriege das, was der Gegner für unmöglich hält.

                Alexander W. Suworow

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                • #23
                  Nun gut. Wahrscheinlich muss man sich einfach damit abfinden, dass nicht mehr hergeleitet werden kann, wie aus einem Friedrich Ferdinand Haase, Sohn des Gottli(e)b Haase, ein Ferdinand Fjodor Bogdanowitsch Haase werden konnte. Jedenfalls nicht, solange nicht neues, weiterführendes Material zur Verfügung steht. Macht ja nichts, war ja auch nicht das eigentliche Thema dieses Threads.

                  Danke trotzdem allen Beteiligten für den Meinungsaustausch.

                  Gruss, T.

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                  • #24
                    Ein mögliche Erklärung wäre, dass jeder ursprünglich drei Vornamen hatte und davon hier möglicherweise einer unterschlagen wurde. Ich arbeite gerade an einer Chronik meines Wohnortes. In den alten Kirchenbüchern (ab 1687) haben alle Kinder drei Vornamen, was auch Sinn macht. Einmal der Name, den ihm die Eltern gegeben haben, und dann die zwei Namen der "Gevattern" (Paten). Was mich überrascht hat, Mädchen bekamen oft den Vornamen "Engel". Die Kindersterblichkeit war hoch und wenn dann so ein Engel nicht einmal zwei Jahre alt wurde, macht mich das schon traurig. Ich weiß, die Mädels sind hier meist "out of topic", besonders wenn sie Kleinkinder waren. Aber Kriege brachten auch Seuchen mit sich.

                    Es gibt auch Geschichten außerhalb von Schlachten, Kriegen und Uniformen. In Hannover ist 1813 ein russischer Soldat beerdigt worden, sein Grabstein ist erhalten, der angeblich in einem Gefecht gestorben ist, das lange bevor die Russen überhaupt Hannover erreichten, stattfand. Eine andere Geschichte handelt vom Tod eines französischen Soldaten, hier in der Gegend, der Frau und Kinder dabei hatte. Da die zuständige Gemeinde nach dem geltenden Recht für die Versorgung der Frau und der Kinder sorgen musste, hat man die Leiche heimlich in den nächsten Ort geschafft. Das fiel auf und die Leiche wurde wiederum an einen anderen Ort verbracht.

                    Ein Soldat aus meinem Wohnort starb 1811 in Danzig am Fieber. Der erste Eintrag zu einem Einwohner in den Kirchenbüchern überhaupt, der in der Fremde beigesetzt wurde. Sollten wir nicht kritischer mit Napoleon umgehen? Was ist mit den Schweizern, die an der Beresina gestorben sind? Ich werde den Grabstein des russischen Soldaten fotografieren, weil der nach meiner (unmaßgeblichen) Meinung nur als Gefangener gestorben sein kann, stelle es hier ein, und dann sehen wir weiter. Das Leiden der Zivilbevölkerung kommt hier viel zu kurz. Im Nachbarort Gödringen wurden zwei junge Bauern von einem französischen Offizier ermordet. Daran erinnert ein Gedenkstein in der dortigen Kirche. Werde ich auch fotografieren.
                    Zuletzt geändert von KDF10; 07.03.2016, 18:34.

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