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  • #61
    Bei allem Respekt, ich denke Colonel Rapatel hat Recht. Ein Vergleich verbietet sich. Auch weil beide unterschiedliche Lebenswege hatten. Napoleon hatte eine militärische, Moreau eine zivile Ausbildung...

    Aber wenn wir schon bei Hypothesen sind, könnte ich auch Fragen, was wäre wenn Desaix bei Marengo nicht erschienen wäre? Hätte es die historische Größe Napoleon, so wir sie heute kennen, überhaupt gegeben?

    Das die Schlacht bei Marengo allein für sich genommen nicht den erhofften Frieden brachte, spricht für sich. Napoleon verdankt letztlich den Erfolg des Friedensschlusses von Luneville und damit die Festigung seiner politischen Macht Desaix und Moreau - und natürlich allen beteiligten französischen Soldaten.

    Trotzdem möchte ich auch für Napoleon eine Lanze brechen, die Nachhaltigkeit mit der er das moderne Frankreich geprägt hat, wurde bereits erwähnt. Aber auch die militärischen Handlungen von 1805-1807, hatten meiner Ansicht nach durchaus ein gewissen Verteidigungscharakter.

    Was später kam, trägt den Charakter von Befreiungskriegen, von einen politischen System, was keine Nation - außer vielleicht der französischen - mehr wollte.

    Moreau hat sich als Berater, für die Beseitigung des Kaiserreiches zur Verfügung gestellt. Er kämpfte als Anhänger der Republik, für die Beseitigung des nachfolgenden Systems, welches sich fragwürdig legitimiert hatte (Selbstkrönung).

    Wo ist da bitte der Verrat an der republikanischen Sache?

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    • #62
      Hallo, Letort,

      Du kommst da ja gleich mit einer Breitseite. Aber wohlan...

      Colonel Rapatel hat Recht. Ein Vergleich verbietet sich.
      "Ich denke, hier endet die Vergleichbarkeit" Hatte ich das nicht gesagt!?!

      Nach Deiner Aufzählung hat N 1800 so ziemlich allen den Sieg zu verdanken. (Desaix, Moreau, allen beteiligten franz. Soldaten.
      Sehr schön, aber hast Du nicht einen vergessen?
      Ihn selbst?
      (Nebenbei: Die Personalunion von Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber wird allzu leicht vergessen.
      Wollen wir - ohne Zweifel zu hegen - eine Befähigung zu beiden Ämtern auch bei Desaix oder Moreau annehmen???)

      Du fragst nach dem "Verrat" an der republikanischen Sache.
      Wenn ein Republikaner im Dienste des / der Könige kämpft,
      wenn ein Republikaner kämpft, um eine wie auch immer geartete Monarchie wiederherzustellen,
      dann verdient er - zumindest nach meinem Dafürhalten - die Bezeichnung Republikaner / Demokrat einfach nicht.
      Der Zweck (Beseitigung dees Kaiserreiches) heiligt nicht die Mittel. (Wiederaufrichtung des Bourbonischen Königtums).:card:

      "Er kämpfte als Anhänger der Republik" sagst Du.
      Wie hat sich das denn bemerkbar gemacht?
      Hat er eine rote Mütze getragen?
      Zuletzt geändert von Mephisto; 17.10.2007, 00:50.
      Gruß
      Mephisto

      "Es sind zwey Formeln, in denen sich die sämmtliche Opposition gegen Napoleon befassen und aussprechen lässt,
      nämlich Afterredung (aus Besserwissenwollen) und Hypochondrie." Goethe 1807 :attention:

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      • #63
        Salve

        Die Arnée d'Ocean war doch eigentlich aufgestellt um einen Angriffskrieg gegen England zu starten, 1805, war doch wohl eine Invasion geplant, so ist ja auch ihre Struktur zu verstehen - mit den Problemen als sie dann in die Grand Armée umgewandelt wurde die bekannt sind, Dragoner und fehlender Troß.

        Sicherlich wurde Napoleon der Krieg 1805 und 1806 erklärt und dass er diesen dann modern führte - Zerschlagung der gegenerischen Armee und Einnahme der Hauptstadt darf ihn wohl nicht angelastet werden.

        Mit der Einmischung in Spanien aber gehen die Angriffs und Plünderungskriege los, der Kaiser braucht Geld für seine Soldaten.

        Die rote Mütze war auch schon in der Republik verboten. War Moreau ein Republikaner - schwer zu sagen, er war ja auch ein wichtiger Steigbügelhalter Bonapartes im Brumaire, wollte also einen Militärputsch.

        1813 - kämpfte er gegen ein imperialstisches Frankreich - aber für wen? Für die Burbonen respektive die Capets, die Erzfeinde jeden Republikaners.
        Er dient sich royalistische Systeme an - für was?

        Meines Erachtens eine sehr unglückliche Entscheidung, die seinen Ruhm sehr geschmälert hat. Unter den Burbonen Karriere zu machen, wie so viele Windeier Napoleons - wäre allerdings noch schlimmer gewesen.

        Zu Marengo, das Manöver von Stradella geht sicherlich zu Gunsten Bonapartes, aber die Schlacht selbst war für ihn eher eine Katastrophe.

        Kommentar


        • #64
          Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
          Die rote Mütze war auch schon in der Republik verboten. War Moreau ein Republikaner - schwer zu sagen, er war ja auch ein wichtiger Steigbügelhalter Bonapartes im Brumaire, wollte also einen Militärputsch.

          1813 - kämpfte er gegen ein imperialstisches Frankreich - aber für wen? Für die Burbonen respektive die Capets, die Erzfeinde jeden Republikaners.
          Er dient sich royalistische Systeme an - für was?

          Meines Erachtens eine sehr unglückliche Entscheidung, die seinen Ruhm sehr geschmälert hat. Unter den Burbonen Karriere zu machen, wie so viele Windeier Napoleons - wäre allerdings noch schlimmer gewesen.
          Hans-Karl,

          das sind ja wahrlich ausgewogene Worte ... und das von Dir als bekennendem "Napoleon-Freund" (Achtung Ironie).

          Ich denke, man muss vor dem enormen Wandel der Zeitläufte von 1789 bis 1813 mit doch sehr unterschiedlichen Regierungssystemen und den damit verbundenen persönlichen Erfahrungen der Protagonisten wie Napoleon und Moreau akzeptieren, dass es zu einer Abkehr vielleicht früher einmal vorhandener "Überzeugungen" kam.

          Napoleon war ja z.B. auch "glühender Robespierrianer", und hatte Glück, bei den Säuberungen nach Robbespierres Sturz nicht mitgefallen zu sein.

          Und von Churchill stammt das Zitat:

          Wer im Alter liberal ist, hat keinen Verstand, und wer in seiner Jugend konservativ ist, hat kein Herz.
          Schöne Grüße
          Markus Stein
          "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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          • #65
            @ Colonel

            Das Geburtsdatum hat mich eine sehr lange Zeit beschäftigt. Die meisten Quellen, Originalausgaben, beschreiben den 11. August 1763. Auf den meisten Abbildungen steht dieses Geburtsdatum drunter. Auch in einigen Büchern welche von Zeitzeugen geschrieben wurden, steht, daß er auf dem Weg zu Alexander am 11. August seinen 50. Geburtstag feierte!!

            Und natürlich sind die Gerichtsaufzeichnungen sehr wertvoll, da er dort mit seinem aktuellen Alter aufgezählt wurde. Und zwar war er zur Verhandlung 40 Jahre alt. Da dies im Mai statt fand, hätter er 41 Jahre alt gewesen sein müssen, wäre es der 14. Februar gewesen. Das habe ich doch auch so auf meiner Webseite beschrieben und Quellenangaben gegeben

            ---

            Demokrat kommt bei der bestimmung Moreaus wohl am ehesten hin. Colonel, dieser Vergleich ist richtig gut, denn er hat in Rennes Rechtswissenschaften studiert und somit viel über Menschenrechte gelernt , was auch seinem Naturell entsprach. Ich habe in seinen Tagebüchern, die übrgends aus dem Jahr 1804 stammen, einiges erfahren.

            Ihm war die Kirche verhasst, er sah darin keinen Sinn, vor allem was die Geldgier dieser Einrichting betraf. Was die Adligen anging, so machte er sich ab und an über sie lustig, oder zumindest stand er ihnen sehr skeptisch gegenüber. Ich glaube in keiner Weise, daß das Gerücht auf fruchtbaren Boden gesäht wurde, welches ihm als Royalisten bezeichnet, nur weil er für die Idee und den Wunsch eines feihen Frankreichs einen falschen Weg eingeschlagen hatte.
            Ihm ging es einzig und allein um eine Befreiung Frankreichs. Er hätte in seiner Laufbahn mehrere Möglichkeiten gehabt, sich an die Spitze Frankreichs zu schwingen, dies tat er nicht, denn das war nicht sein Bestreben. Er war in sofern ein Republikaner was die eigentlicvh zugrunde liegenden Gleichheitsprinzipien angeht, die später mehr als ausgenutzt wurden. Er sprach auch davon, daß die Hinrichtungen auf der Guillotine ohne Verhandlung Mord waren, und auch, daß die Hinrichtung des Königs nicht unbedingt hätte sein müssen, ebenso verurteilte er später die Hinrichtung des Bourbonen unter BEFEHL NAPOLEONS um ein Excempel zu statuieren, ohne Verhandlung, ohne Beweise!! Dies empfand er als grob kriminell! Da geht es nicht um Liebhaberei den Royalisten gegenüber, sondern rein um Gerechtigkeit!!
            Meiner Meinung nach war Moreau ein sehr modern denkender Mann.

            Passend dazu finde ich den Brief an General Doruc, den er 1803 geschrieben hatte , nachdem Napoleon ihm das Oberkommando über die Englandarmee angedeihen lassen wollte. Dort schreibt er ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen was er von dieser Aktion hält und begründet sie sehr frankreichorientiert, genau diese Einstellung wiederholt sich immer wieder und erklärt ebenfalls seine demokratische Haltung!

            http://www.jean-victor-moreau.org/54...c,index,0.html

            M.M.
            Zuletzt geändert von Madame Malicieux; 17.10.2007, 10:13.
            Vive Moreau,
            Rival republicain de Bonaparte

            www.jean-victor-moreau.de

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            • #66
              Moreau ist halt für mich - im Gegensatz vieler Napoleon Anhänger - eben kein ersatzreligiöses Götzenbild, er hat es verdient vielschichtig gesehen zu werden.

              Bonaparte war natürlich kein glühender Robespierrianer, der hat seinen Mantel immer in die Windrichtung der herrschenden Fraktion gestellt, waren es nun Könige, Jakobiner oder die Clique um Barras, das zeigte ja auch sein Handeln, général Vendemiaire eben, für ihn gab es nur eine Nummer eins - Macht um jeden Preis.

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              • #67
                Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
                Bonaparte war natürlich kein glühender Robespierrianer, der hat seinen Mantel immer in die Windrichtung der herrschenden Fraktion gestellt, waren es nun Könige, Jakobiner oder die Clique um Barras, das zeigte ja auch sein Handeln, général Vendemiaire eben, für ihn gab es nur eine Nummer eins - Macht um jeden Preis.
                Und das sehe ich ganz anders, bedenke das Alter von Napoleon 1793/94 - ich denke schon, dass er in dieser Zeit schwärmerisch (siehe "Souper de Beaucaire") veranlagt war und an die Revolution glaubte, zumal sie ihm den Aufstieg ermöglicht hat ... unter den Bourbonen wäre er als niedrige Offizierscharge in der Artillerie versauert.

                Und im Vendémiaire hätte jeder General gleich gehandelt, es ging um die Stütze des beauftragenden Regimes ... ich behaupte einfach: auch Moreau hätte aufs Volk geschossen.

                Und die Vielschichtigkeit in der Betrachtung der Persönlichkeiten ist auf jeden Fall unabdingbar ... daher glaube ich auch nicht, dass Moreau seine Macht (die ihm z.B. als Oberbefehlshaber einer Armee zukam) so sehr abgelehnt hat. Da war er sicher genauso Alphatierchen wie Napoleon auch ...

                Daher den Anspruch einer "ausgewogeneren" Betrachtung nicht nur an Moreau, sondern auch an seinen "Gegner" Napoleon anlegen.

                Mich persönlich hat ja das hier schon von mir eingebrachte Zitat aus dem Odeleben (den ich für weitgehend neutral als Sachsen halte, der jedoch aufgrund seiner Tätigkeit im HQ sehr informiert war) schon erstaunt; denn es spricht die Betroffenheit Napoleons an, als dieser es fast nicht wahrhaben wollte, dass Moreau auf der Gegenseite stand ... mit etwas "Goodwill" könnte man da sogar etwas Trauer konstatieren, und zwar - verständlicherweise - darüber, einen alten Weggefährten (und das waren Moreau und Napoleon einmal in der Revolutionszeiten) bekämpfen zu müssen.

                Schöne Grüße
                Markus Stein

                P.S. der Verlauf dieser Diskussion macht immer mehr Spaß, Danke an alle Schreiber hier!
                "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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                • #68
                  Bonaparte - hat der auch nicht gesagt dass man den Pöbel beim Sturm auf den Tuillerien niederktätschen sollte?
                  Ich denke - er war in dieser Hinsicht recht "biegsam".

                  Hinsichtlich Moreaus streben nach Oberbefehl geb ich Dir recht, er wollte der Boss sein, siehe ja auch den Knatsch 1800, als er gar nicht auf die Forderungen des 1. Konsuls einging und seine eigenen militärischen Interessen in Deutschland voran trieb, das wäre übrigens auch eine interessante Diskussion, aber da brauchen wir Du Gugnac und da hab ich nur die "Volksedition".

                  Zum Aufschwingen an die Spitze Frankreichs, das denke ich war nie das Ziel Moreaus und entsprach auch eigentlich nicht seinen Charakter, soweit ich das beurteilen kann.
                  Eine royalistische Gesinnung würde ich ihn bis 1813 nicht unterstellen, aber dann? Der Feind meines Feindes ist mein Freund?

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                  • #69
                    Zu Napis " Trauer"

                    Ich habe den Eindruck erhalten, nachdem ich mehrere Bücher durchstöbert hatte, daß Napoleon Moreau auf eine gewisse Art und Weise schätzte. Er war einer der besten Generäle die er hatte!!Niemals hätte er einem "Feind" noch im Jahre 1803, also nach den bekannten Briefwechsel Pichegrues, die Englandarmee angeboten, und vorher auch nicht seine geliebte Pauline!!!

                    Ich bin mir da noch nicht ganz sicher, wie diese Beziehung zu beschreiben war. Ich denke auch, daß Napoleon sehr beeinflußbar war und auf seine Berater gehört hatte. Vielleicht hatten sie ihm manchmal auch schlecht zugeredet. Moreau hatte immer seinen eigenen Kopf und hat sich von allem anderen zurück gezogen. Er hat sich sogar was bestimmte Modezwänge betrifft von der Masse abgesetzt. Er redete nicht viel, schrieb ungern Briefe, traf sich nur mit ein paar guten Freunden.... Manchmal sieht es so aus, als sei Napoleon grad deshalb auf ihn eifersüchtig gewesen. Moreau war sehr beliebt bei den Soldaten und hatte einen guten Ruf....und immer kam er ihm quer!!! Vielleicht hat Moreau da auch etwas übertrieben und seinem ehemaligen Waffenbruder grad deshalb keinen "gebührlichen Respekt" entgegengebracht. Aber irgendwie scheint es Napoleon bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht viel ausgemacht zu haben. Der Knick kam dann 1803, nachdem Moreau die Englandarmee und den Beitritt in die Legion d´honneur abgelehnt hatte. Nach mehreren Aussagen hatten sie sich getroffen und sind unversöhnt auseinander gegangen. Kurz darauf ließ Napoleon Moreau festnehmen.... wie es dazu kam ist auch umstritten und ging ebenfalls nicht mit rechten Dingen zu, denn bis zum heutigen Tage gibt es keine Beweise und Moreau wurde rechtmäßig frei gesprochen...was danach folgte.. na gut, da gehe ich nicht näher drauf ein!!!

                    Merkwürdeg ist dies:

                    Selbst als Moreau bereits in Spanien war und fertig zur Abreise nach Amerika, hatte Napoleon ihm einen Brief per Kurier zugesandt um ihn wieder nach Frankreich zu holen. ( John Philippart. MEMOIRS OF GENERAL MOREAU)...mit der Bedingung, Moreau solle ihn drum bitten!!! Was er nicht tat!!

                    Man kann es sehen wie man mag, ich bezeichne das als eine Art Hassliebe...

                    Ich kann mir auch gut vorstellen, daß Napoleon über die Ankunft Moreaus in Dresden bestürzt war, aber genau so gut ist es nachzuvollziehen, wenn er die Bekanntgabe dessen in den Mannschaften untersagte, um eventuelle Unruhen zu vermeiden.

                    M.M.
                    Vive Moreau,
                    Rival republicain de Bonaparte

                    www.jean-victor-moreau.de

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                    • #70
                      Moreau und der Konjunktiv

                      Mir macht das Forum viel Freunde und ich möchte Admin für diese wertvoll Arbeit danken! Aber eine kleine Kritik möchte ich gleichwohl nicht unausgesprochen lassen, lieber Admin.

                      in den Geschichtswissenschaften ist der Konjunktiv verpönt. "Hätte Moreau auch aufs Volk geschossen?" Mit solchen Überlegungen kommt man nicht wirklich weiter...

                      Ich glaube, NB - bei all seinen geistzigen Qualitäten!- war neidisch auf Moreau. Moreau war weitaus größer (in cm), war ein gutaussehender Mann (Vgl. Markgraf v. Baden, Ed. Obser, S...., Zeugnis aus 1800), ein Genießer: dicke Zigarren, gutes Essen, eigener Sternekoch. dabei höchst bescheiden, schlicht im Auftreten, grauer Überrock, letztere Dinge hat ja auch NB sich zu eigen gemacht, sein Markenzeichen. Hat ihm Moreau vorgemacht. Aber NB hat die lässige Art des "Herumhängens" Moreaus "gestunken" (vgl. Bourrinnes Zeugnis, soweit es übrhaupt echt ist). Moreau, ein richtiger Popstar, zumindest bei seinenLeuten. Und NB wollte das auch sein, aber bei der ganzen Armee, und da war Moreau in seiner aufmüpfigen Art im Wege. Der Prozess, ein Justizskandal, der ein echt schlimmes Licht auf NB wird, der zuvor so glanzvoll im Staatsrat den Cde civil mitgestaltet hatte!! Und dann noch die Ermordung des Duc d'Enghien. Damit hat NB seinen guten Ruf als Gesetzgeber schwer befleckt. Hatte er z. B. in der ehescheidungdebatte zum Code civil noch ohne alle pers. Interessen votiert (vgl. Theewen, Napoleons Anteil am Code civil, 1991), so ist der Moreau-Prozess ein Prozess des persönlichen Rachdurstes NBs.

                      So jetzt komme ich nochmal zu meinem Thema. Ich habe Nachricht aus dem Museum Dux. Die handschriflichen Chroniken der Zeit erwähnen den Aufewnthalt / die Durchreise Moraus dort Ende August 1813 nicht, laut Info von dort.

                      Colonel Rapatel:duell:

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                      • #71
                        Zitat von Colonel Rapatel Beitrag anzeigen
                        in den Geschichtswissenschaften ist der Konjunktiv verpönt. "Hätte Moreau auch aufs Volk geschossen?" Mit solchen Überlegungen kommt man nicht wirklich weiter...
                        Werter Colonel,

                        danke für die netten Worte und es freut mich natürlich, dass hier immer mehr Spaß am fruchtbaren Austausch haben ... und das "fruchtbar" bringt mich weiter, denn ich glaube schon, dass in der modernen Geschichtsforschung der Konjunktiv sehr wohl Einzug gehalten hat, denn - bezogen auf die uns alle verfolgende Forschung zum Dritten Reich - sind sehr wohl folgende Konjunktivfragen erlaubt:

                        "Hätten nicht noch mehr Personen Widerstand leisten können?"
                        "Was wäre bei einem gelungenen Attentat geschehen? Wäre Deutschland als Ganzes erhalten geblieben?" usw.

                        Analog eben auch bezogen auf frühere Epochen ... durch die Betrachtung von (möglichen) Alternativen durchdringt man doch auch das tatsächlich Geschehene besser - eben ein investigativer Ansatz

                        Ansonsten folge ich gebannt Eurem Wissen zu Moreau ... und dessen Eigenschaften, die Du, werter Colonel, jetzt aufgeführt hast, machen doch neugierig ... eigentlich sollten sich doch mehr Mädels mit ihm als mit Napoleon befassen, nur ist er halt nicht ganz so berühmt wie Napoleon ... tja, die "Erotik der Macht" - und doch teile ich Deine Meinung, dass Napoleon sicher einen nicht unerheblichen "Minderwertigkeitskomplex" hatte, daher auch sein unbändiger Ehrgeiz.

                        Schöne Grüße
                        Markus Stein
                        "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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                        • #72
                          Ich seh Moreau anders, kein Pop Star - eher ein Team Player, die Generäle um Moreau konnten als Team arbeiten und hatten dennoch ihr eigenes Profil, zudem war es ihnen möglich auch einen Schritt zurück zu gehen, Moreau selbst, 1799 - unterstellte sich Joubert, und auch Lecourbe - 1800 - Moreau.

                          Die Schlichtheit des Auftretens war auch eher typisch für die Armée du Rhin, einfachter blauer Rock, z.b. ja auch Desaix.

                          Moreau war einfach zu gefährlich für das Regime Napoleons, dort ein General der nicht nur beim Volk beliebt war, sondern der auch eine eingeschworene Anhängerschaft in der Armee hatte und auch es noch wagte seine eigene Linie militärisch wie politisch zu behaupten, sich ihn auch krass widersetzte, Ablehnung der Heirat in den Bonaparte Clan.
                          Es war klar, dass es zum Showdown kommen mußte. Da war Napoleon eben der brutalere Machtmensch.

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                          • #73
                            Ja das stimmt, Moreau war der bestaussehendste General in Frankreich



                            Colonel,

                            ob sie mir einmal das Bildnis von Moreau auf dem Sterbebett zeigen könnten?? Ich würde es sehr gern sehen.

                            Zudem würde ich Sie gern fragen, ob Sie mir die eine oder andere Anekdote oder Abbildung für meine Webseite zur Verfügung stellen würden?? Man scheint sich hier ja sehr gut zu ergänzen !!

                            Zu Moreaus Äußeren:

                            Ich habe sogar gelesen, daß Moreau manchmal eher für einen englischen Farmer gehalten wurde, oder einen Deutschen, nach der Kleidung zu urteilen und durch sein Auftreten. Eher zurückhaltend und abwartend, trotzdem aber humorvoll und amüsant, kam es jedoch zu einer Situation, die von Wichtigkeit war, konnte sich das durchaus sehr schnell ändern.
                            Er hatte einen sehr großen Gerechtigkeitssinn und war wahrscheinlich auch deshalb so beliebt.

                            Und hier noch einen schönen Text für alle diejenigen, die der englischen Sprache mächtig sind!! Und die Quintessenz dessen was uns dieser Text zeigt, ist die Meinung, die ich von Bonaparte habe!!!

                            "A cabinet of a chef police!"

                            http://books.google.com/books?id=pD0...l=de#PPA131,M1


                            M.M.
                            Vive Moreau,
                            Rival republicain de Bonaparte

                            www.jean-victor-moreau.de

                            Kommentar


                            • #74
                              Moreau, Abbildung und Anekdoten

                              Madame,

                              gerne zeige ich Ihnen die Abbildung, scannen geht leider nicht, Fotokopie per Post? Besuch im Rheinland? Oder einfach in Frankreich das Buch bestellen (lohnt sich!!!!!!!!). Wie Sie mögen.

                              Anekdoten werde ich gerne beisteuern, dazu brauche ich aber etwas Zeit, da ich z. Zt. verstärkt die letzten Tage Moreaus durcharbeite. Vielleicht können die anderen Leser Quellenhinweise geben? Frz., deutsch, alles willkommen.

                              Ich habe bekanntlich die Adresse in Louny , wo früher das Haus Stand, in dem Moreau am 2.9.1813 verstorben ist: Haus Nr. 129 am Mírové náměstí (wohl Marktplatz?) Hat jmd. eine Ahnung, wie man an eine alte Abbildung des - inzwischen abgerissenen - Hauses kommt?

                              Colonel Rapatel :duell:

                              Kommentar


                              • #75
                                Colonel,

                                wie in meinem Profil ersichtlich wohnen wir in Wiesbaden. Das Rheinland ist natürlich weitläufig. Wo genau wohnen Sie denn?

                                Gern können Sie mir dies auch per PN oder Email schreiben.

                                susan-lacroix@jean-victor-moreau.com

                                Ich wäre sehr interessiert

                                M.M.
                                Vive Moreau,
                                Rival republicain de Bonaparte

                                www.jean-victor-moreau.de

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