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Alatriste

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  • Alatriste

    Gestern habe ich die DVD eines Films erworben, der hier wohl wenig Resonanz erhalten hat (ich habe es gar nicht mitbekommen, dass er im Februar 2007 hier anlief) ... es handelt sich um die aufwändigste spanische Filmproduktion, die Verfilmung einer wohl in Spanien erfolgreichen Romanreihe über den Spanischen Capitan Alatriste zu Zeiten des Spanischen Erbfolgekrieges.


    Ich weiß, nicht unbedingt unsere Zeit, aber ich bin nach dem Anschauen heute an einem tristen Novembersonntag absolut von diesem Historienfilm begeistert, den die Amerikaner schon lange schuldig geblieben sind ... und zwar weil:
    • Phantastische Kulisse mit "authentischem Alltagsleben"
    • Opulente Kostüme, gerade auch bei den Protagonisten des Königshauses
    • Gute Story, die auch bei über 2 Stunden Film nicht wirklich langweilig wird, auch mit wenigen, nicht kitschigen, Liebesszenen
    • Hervorragende Schlachtszenen (siehe unten)
    • Kein Happyend, weil "realistisches Ende" für alle Protagonisten
    Zu den Schlachtszenen: besonders bemerkenswert ist schon die Anfangssequenz eines Überfalls auf eine Habsburgische Artilleriestellung in (Spanisch-) Flandern, die Belagerung von Breda (mit Agieren in gegrabenen Tunnels) sowie die Schlusssequenz zur Schlacht von Rocroi.

    Aus taktischer Sicht interessant ist bei der letzten Sequenz der Kampf zwischen Pikenierreihen und insgesamt der aus meiner Sicht in diesem Film erstmals hervorragend präsentierten Fechtweise mit gleichzeitigem Einsatz von Lang- und Kurzschwert.

    Dieser Film darf aus meiner Sicht in keiner historischen Kriegsfilmsammlung fehlen.

    Schöne Grüße
    Markus Stein

    P.S. hier der Link auf einen Trailer: http://www.alatriste.de/
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

  • #2
    vielen Dank für den Tipp, der Trailer hat mich überzeugt! aber Spanischer Erbfolgekrieg? die Soldaten im Trailer sehen mehr nach 30 jährigem Krieg aus, und die Belagerung von Breda war doch auch noch im 17. Jhdt. (Devolutionskrieg?).

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    • #3
      Ui, das ist "peinlich" ... ich sollte mal die Kriege vor der Napoleonischen Zeit studieren ... es ist natürlich nicht der Spanische Erbfolgekrieg, sondern spielt in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ... shame on me

      Markus Stein
      "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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      • #4
        Ja, da bin ich ganz Deiner Meinung.
        Die Schlachtszenen - besonders am Ende - sind spannend gemacht.
        Gruß
        Mephisto

        "Es sind zwey Formeln, in denen sich die sämmtliche Opposition gegen Napoleon befassen und aussprechen lässt,
        nämlich Afterredung (aus Besserwissenwollen) und Hypochondrie." Goethe 1807 :attention:

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        • #5
          Hallo Mephisto,

          dachte ich mir doch, dass unserem Forenteufelchen dieses Epos gefällt ... wirklich beeindruckend, wie sich die Pikeniere gegenüber stehen und in Mikadomanier aufeinander einstechen, während die Musketiere unter dem "Geholz" kriechen und gegenseitig die Pikeniere abstechen.

          Schöne Grüße
          Markus Stein
          "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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          • #6
            @Markus, Schönen Dank!

            Jetzt kann ich die Figuren, die seit einigen Jahren dazu angeboten werden, endlich einordnen.

            Jörg
            The light at the end of the tunnel
            is from an oncoming train.

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            • #7
              Kein Film, der mich vom Hocker riß

              Nach Euren Hinweisen, habe ich mir den Film aus der Videothek ausgeliehen und bin froh, dass ich nicht mehr Geld dafür ausgegeben habe. Der Trailer war ja gut gemacht, aber das war es auch. Jeden Mantel-und-Degen Film mit Jean Marais fand ich spannnder. Na gut, sicher sind die Ansprüche unterschiedlich. Aber jede Reenactor-Veranstaltung ist spannder als das, was im Film eine Schlacht darstellen sollte. Bei den heutigen Möglichkeiten der Digital-Technik kam man sowas großartig hinbekommen und erinnere an Filme wie "Der Patriot" und "Alexander".

              Gruß Norbert
              Vive l' Empereur !

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              • #8
                Natürlich sind die Geschmäcker verschieden und über Spannung und Inhalt kann man streiten. Den von Markus am Anfang genannten Punken kann ich eigentlich nur zustimmen, so dass sich für mich dieser Film durchaus positiv von solch heroischen Machwerken wie "Der Patriot" abhebt. Die Schlachtszenen sehen recht authentisch aus, zumindest für mich als absoluten Laien dieser Epoche. Nur leider ist das Authentische nicht immer das, was der actionverwöhnte Konsument erwartet. Und um einen sehr guten "Militärfilm mit Unterhaltungswert" zu produzieren braucht man keine Digitaltechnik, ich verweise nur auf Klassiker wie "Zulu Dawn" und "Zulu".
                Gruß
                Henning
                Wenn man merkt, dass man auf einem toten Pferd sitzt, sollte man absteigen!

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                • #9
                  @Norbäär

                  Handlung, wie auch Authentizität sind bei "Alexander", wie auch "der Patriot" unterirdisch. :card:
                  Auch mit viel Digitalem Schnikschnack kann man aus einem sch.... Plot keinen guten Film machen.
                  Hollywood hat zwar langsam kapiert, dass man die Schauspieler, der Zeit in der der Film spielt, entsprechend ausstatten sollte (und nicht fantastischem Quatsch), aber dass man das Ganze dann noch in einen grösseren realistischen Zusammenhang bringen sollte.... bis jetzt Fehlanzeige.
                  PS: Bitte ncht falschverstehen, Bin auch ein Fan von franz. Mantel und Degenfilmen, aber sind wir ehrlich, die sind eigentlich totaler Bockmist, aber im Gegensatz zu Hollywood Bockmist mit liebe gemacht und zum liebhaben.
                  Zuletzt geändert von wufi; 18.11.2007, 18:51.
                  Je l'ay emprins

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                  • #10
                    Kritik ist immer hilfreich

                    Hallo Forum,

                    natürlich habe ich einige dieser Reaktionen erwartet. Ich sehe das positiv. Aber wenn ein Film etwas ausdrücken will, kann das bzw. sollte das auch durchaus monumental sein, statt an kleinlichem Budget zu scheitern. Bondartschuk hatte auch keinen Riesenbudget für seinen Film "Waterloo". Aber ihm war schon klar, dass er mit 100 Komparsen keinen überzeugenden Film über diese Schlacht abliefern kann, ohne sich lächerlich zu machen. Und Digital-Technik gab es 1970 noch nicht. Also hat hat er 6.000 Sowjetsoldaten genommen, die den Eindruck zweier großer Heere überzeugend darstellen. Das ist das dann perfekte Schnitt-Technik. Wie sagte schon Napoleon "Von der Erhabenheit bis zur Lächerlichkeit ist es ein kleiner Schritt". Ich warte darauf, dass endlich mal Hollywood Napoleon aufgreift und (wenn auch gigital) gigantische Heere aufmarschieren lässt. Leider hatten bisher nur Diktatoren das Geld, um wirklich gute Schlachtenfilme zu produzieren. Ich erinnere an "Krieg und Frieden" Sowjetische Version, "Kolberg", "Der Choral von Leuthen", "Der grosse König". Demokratien tun sich schwer mit dieser Thematik.

                    Gruß Norbert
                    Vive l' Empereur !

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                    • #11
                      Zitat von wufi Beitrag anzeigen
                      @Norbäär

                      Handlung, wie auch Authentizität sind bei "Alexander", wie auch "der Patriot" unterirdisch. :card:
                      volle zustimmung... Alatriste war wie die Kampfszenen sehr gut gemacht, und zum Glück ohne digitalen Firlefanz, man muss sich nur mal Return of the King ansehn für dass perfekte negativbeispiel wie man Schalchtenszenen NICHT machen sollte. ich persönlich kenne jedenfalls keinen anderen Film wo man den Pikendrill und die Spansiche Fechtweise mit Degen und dem Dolch so gut dargestellt hat, dann noch das ständige anpusten der Lunte um die Glut zu erhalten...man kann echt nicht sagen dass der Film nicht ins Detail geht.

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                      • #12
                        Leider hatten bisher nur Diktatoren das Geld, um wirklich gute Schlachtenfilme zu produzieren.


                        Und von welchen Diktatoren stammen gleich noch mal "Zulu Dawn", "Zulu", "Glory", "Gettysburg", "Stalingrad",......?
                        Gruß
                        Henning
                        Wenn man merkt, dass man auf einem toten Pferd sitzt, sollte man absteigen!

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                        • #13
                          Ein trister Fernsehabend

                          Na gut, der Film fängt schwach an und läßt dann stark nach

                          Nein, im Ernst: der Anfang ist recht ordentlich gemacht und nach zwei Stunden gibt es eine sehr schön dargestellte Infanterie-Taktik.

                          Die Zeit dazwischen sollte man besser ein Buch lesen, statt sich dauernd über die dramaturgischen und stofflichen Ungereimtheiten den Kopf zu zerbrechen.

                          Und die guten Szenen sind mit 200 Statisten ausgekommen

                          Gruß
                          Jörg
                          The light at the end of the tunnel
                          is from an oncoming train.

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                          • #14
                            Was uns da aufgetischt wird, ist offensichtlich der Schnelldurchlauf der in Spanien sehr bekannten Originalbücher. Ohne auf die Schlüssigkeit wirklich zu achten, geht es von einem nicht auserzählten Strang zum Nächsten. Regisseur Agustin Diaz Yanes war auch für das Drehbuch verantwortlich, und hat wohl mit dem Kenntnis der Zusammenhänge bei den spanischen Zuschauern gerechnet.
                            http://www.moviemaze.de/filme/1802/c...alatriste.html

                            Das sehe ich auch so. Während des Film kam es mir öfters so vor als fehlten Stücke, so als wäre ich zwischen durch eingenickt, was aber nicht der Fall war.

                            Ansonsten fande ich den Film sehr gut. Darstellung, Ausstattung etc. alles perfekt.

                            Mehr Kriegsszenen und die umfassende Erläuterung der Kriege und Schlachten hatte ich erhofft.
                            Aber darum geht es im Film halt nicht. Captain ist ja nur Alatriste Spitzname, er ist nur einfacher Söldner und Mörder ist. Und um sein Leben und Leiden dreht sich der Film.
                            :duell:

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                            • #15
                              Und von welchen Diktatoren stammen gleich noch mal "Zulu Dawn", "Zulu", "Glory", "Gettysburg", "Stalingrad",......?
                              Diese Filme mit den sowjetischen Filmen "Krieg und Frieden" sowie "Waterloo" zu vergleichen ist doch lächerlich - wie Äpfel und Birnen vergleichen. Dann hast Du die von mir genannten Filme nocht nie gesehen, aber ich die von Dir genannten. Was sind die paar hundert Mann in "Gettysburg" allein gegen die Szenen von Schöngrabern bzw. Hoallabrunn von Bondartschuk - OHNE digitale Tricks. Also ... erst Filme ansehen und dann urteilen.

                              Tschüs

                              Norbert
                              Vive l' Empereur !

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