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Neuverfilmung Krieg und Frieden

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  • #31
    Blesson

    Das sind schon mal wieder sehr detaillierte Kritiken, oder hohe Maßstäbe. Wie gesagt, beim Filmen hat nur einer das Sagen, der Regisseur, ich erinner mich eben an dieser Goethe und Mainz Fernsehverfilmung, das stand Goethe nun die Hände in der Hosentasche - als ich was sagen wollte, dass dies doch eine sehr ungewöhnliche sprich ordinaire Haltung gewesen wäre wurde ich gleich von der Regie abgebürstet, in einer Drehpause - die Szene mußte wiederholt werde, hab ich mich mit dem Schauspieler unterhalten und ein wenig über die Körpersprache des 18. Jhdts aufgeklärt, der hat es dann auch umgesetzt und die Hände hinter dem Rücken gehalten.
    Fazit von historischen Filmen dürfen wir uns nichts erwarten, am besten sind immer die - die über eine Periode gehen, wo man keine Ahnung hat, aber auch dort fallen sehr unangenehme Sachen auf, Unterhandhieb der Kavallerie wo der Reiter voll aufmacht, anstatt von schräg oben nach unten zu schlagen, etc., etc,

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    • #32
      Neuverfilmung

      Hallo Forum,

      ich weiss, was ich heute nicht tun werde - mir diesen Film ansehen. Ich habe ein Interview gelesen, wie man mit diesem Budget einen derartigen Film produzieren kann. Man kann das, indem man ... an den Schlachtenszenen spart !!! Was sollen denn 1.000 Komparsen bewirken - siehe den 4-teiligen Film zu Napoleon. In der sowjetischen Verfilmung von "Krieg und Frieden" wirken ca. 12.000 und bei "Waterloo" immerhin noch 6.000 Soldaten der Roten Armee mit. Ich werde dann mal auf die Kritiken von allen warten,die sich den Film angesehen haben.

      Ich empfehle für heute ZDF-History (23.40-00.25 Uhr) "Krieg und Frieden - Napoleons Ende in Russland" - aber das ist, glaube ich, auch nur Wiederholung.

      Gruß Norbert
      Vive l' Empereur !

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      • #33
        Zitat von Blesson Beitrag anzeigen
        Meine Lieben, Werthen, Allerbesten,
        Bleibt nur zu hoffen, daß die Defizite in der Ausstattung wenigstens durch die Schauspieler und das Drehbuch kompensiert werden.
        Was für eine rührende und gänzlich unbegründete Hoffnung! Letztlich werden "falsche" Uniformen wohl noch das geringste Übel dieser "Verfilmung" sein - vorausgesetzt natürlich, man interessiert sich nicht vornehmlich für Uniformen, sondern hauptsächlich für Tolstoi und seinen Roman.
        Obwohl zugegebenermaßen sehr schlechte Kostüme den Eindruck eines Films nachhaltig trüben können, bin ich sicher, daß man sogar mit Karnevalsuniformen noch eine sehenswerte Verfilmung produzieren könnte, sofern Drehbuch und schauspielerische Leistung akzeptabel sind.
        >> Line of Battle - Seekrieg gegen Napoleon <<
        Geschichte, Segelschiffe, Fachbücher, Wargame & cetera

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        • #34
          Rezension der ZEIT

          In der aktuellen ZEIT findet sich eine aus meiner Sicht sehr gute Kritik der Neuverfilmung ... dort wird zwar auch auf die hohen Kosten und den Produktionsaufwand hingewiesen, aber zugleich auch auf die deutlich bessere (und mit viel höherem Etat versehene) Bondartschuk-Verfilmung hingewiesen.

          Letztere gilt als großer Maßstab ... und doch wird die Neuverfilmung als gelungen angesehen; diese würde sich weitgehend an die Romanvorlage halten und mehr als Tolstoi psychologisieren (der Fernsehspannung wegen), während Tolstoi ja im Gegensatz zu seinem berühmten späteren Landsmann Dostojewski weniger Introspektion bei seinen Figuren betrieb.

          Ich erwarte sowieso nix bzgl. der Richtigkeit von Uniformen bzw. der Gefechtsdarstellungen ... aber ich erwarte - und das im klaren Gegensatz zum unsäglichen Napoleon-Vierteiler - eine für heutige Zeiten (bitte denkt dran, die Langsamkeit der Bondartschuk-Verfilmung lockt heute keinen mehr hervor und das Fernsehen hat schon so seine Zwänge) packende Erzählung und v.a. eine "glaubwürdigere" Atmosphäre.

          Schau' mer mal, wie sie so in Bayern sagen ...

          Markus Stein
          "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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          • #35
            So, jetzt sage ich Euch mal was: ich habe weder das Buch gelesen, noch eine der beiden Vorgänger-Verfilmungen gesehen, also kann ich nur die Neuverfilmung für sich betrachten - und mir hat Teil 1 gut gefallen.

            Viele Grüße,
            Günter
            "But Linden saw another sight, when the drum beat at dead of night,
            commanding fires of death to light the darkness of her scenery." (Thomas Campbell)

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            • #36
              Ich habe mich zwar erst später zugeschaltet, aber als ich den Napoleon-Darsteller das erste Mal sah (als er Wolkonski auf dem Schlachtfeld von Austerlitz "fand"), musste ich unwillkürlich lachen: diese neckische Haarsträhne, die unter seinem Hut hervorlugte, fand ich im höchsten Maße amüsant. Er sah einfach lächerlich aus. Auf dem Floß in der Memel ging es dann schon besser.
              Den Darsteller für Zar Alexander finde absolut unpassend - zu alt und die Haare sind nicht rot genug.
              Erstaunlich fand ich, dass es eine Drehgenehmigung für den Katharinenpalast gab, sowohl außen wie innen (sie haben den Ball tatsächlich im Ballsaal stattfinden lassen! Bravo!).
              Die Filmmusik finde ich grauenhaft. Wie schrieb "Spiegel Online"? Wie bei Rosamunde Pilcher. (Zumindest, was die ruhigeren und romantisch gedachten Szenen angeht.)
              Ich denke, das Aufnehmen der vier Teile kann ich mir sparen, trotzdem werde ich versuchen, mir die drei folgenden anzusehen, sofern ich nicht vorher die Geduld verliere. Beim Buch war ich alle zehn Seiten kurz davor, aufzugeben, also warum sollte es beim Film anders sein?
              Adrienne-Louise-Hervé Carbonnel de Canisy

              "Ein jeder soll nach seiner Fasson selig werden." Friedrich II von Preußen

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              • #37
                Ich schliesse mich Mme Canisy bezüglich Alexanders an.

                Zu Austerlitz: Bitte keine PC-Landschaften!!!
                Ausserdem wird einem vermittelt, dass die Schlacht 5' ging und die Franzosen in 2' die Höhe nahmen.

                Die Uniformen müssen wohl für alle drei Teile reichen (und vielleicht noch für andere Filme aus späterer Zeit)

                Zum Film selber:
                Da ich das Buch nie las kann ich nicht sagen ob alles getreu wiedergegeben wurde, aber im Vergleich zu Hollywoods Version ist der Vierteiler ein Tiefschlag!
                Je l'ay emprins

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                • #38
                  sofern ich nicht vorher die Geduld verliere

                  Verehrte Dame,
                  ich habe die Geduld verloren:
                  Nach einer Stunde (mitten in der Sommerschlacht von Austerlitz) schaltete ich ab. Ich ertrug es nicht mehr!! (Was einen mißbilligenden Kommentar meiner Gattin auslöste).
                  Es wäre freilich vor dem Hintergrund der grauenhaften Militärdarstellungen interessant eine profunde Meinung zu den Zivil-Kleidungen zu erhalten.

                  Gruß
                  Jörg


                  P.S. Wenngleich ich seinerzeit den Roman ziemlich vorn in den Top-10-Langweilern der Weltliteratur ansetzte, will ich jetzt noch mal nachlesen.
                  The light at the end of the tunnel
                  is from an oncoming train.

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                  • #39
                    Gute Guete. Dass man offensichtlich 1805 Walzer zur Suite für Jazzorchester Nr. 2 von Schostakovitsch tanzte (der immerhin erst hundert Jahre spaeter geboren wurde) hat mich einigermassen in Erstaunen versetzt. Wenn sich da die Besuchows nicht mal als Visionaere erwiesen haben!
                    Talleyrand - der Mensch und die Persönlichkeit

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                    • #40
                      Zitat von gnlwth Beitrag anzeigen
                      Gute Guete. Dass man offensichtlich 1805 Walzer zur Suite für Jazzorchester Nr. 2 von Schostakovitsch tanzte (der immerhin erst hundert Jahre spaeter geboren wurde) hat mich einigermassen in Erstaunen versetzt. Wenn sich da die Besuchows nicht mal als Visionaere erwiesen haben!
                      Ja, genau...das viel auf, selbst wenn man sich in klassischer Musik nicht
                      perfekt auskennt, merkte man das sofort.
                      Ich kann Madame de Canisy nur zustimmen, Rosamunde Pilcher war auch mein erster Gedanke, als ich die muntere Gesellschaft am Wasser mit russischer Folkloreband sah. Sehr amüsant....
                      Der Rest war :devil:

                      Lachaussee

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                      • #41
                        Zitat von joerg.scheibe Beitrag anzeigen
                        Es wäre freilich vor dem Hintergrund der grauenhaften Militärdarstellungen interessant eine profunde Meinung zu den Zivil-Kleidungen zu erhalten.
                        Ich bin gewiss keine Expertin für historische Mode, aber im großen und ganzen denke ich, dass die Zivilmode wesentlich besser davon gekommen ist, als die Uniformen. Hier gibt es ja auch nicht so extrem viele "Kleinigkeiten" zu beachten. Nur den Fichu, den Sonja beim Abschied von Nikolai getragen hat, der irritierte mich etwas, denn dieses Kleidungsstück gehört meines Wissens nicht zum Empire. Dafür gab es die großen Tücher, die man um die Schultern legen konnte, wie sie auch öfters im Film vorkamen.

                        Dass die Musik zum Ball so völlig falsch war, ist mir tatsächlich entgangen, wie ich zu meiner Schande gestehen muss. Aber bei dieser Szene war ich mehr damit beschäftigt, mir den Saal anzusehen, ob es wirklich der im Katharinenpalast ist, in den die Gäste ja zuvor gegangen sind. (In einer Doku über Katharina die Große ist die Darstellerin in den Katharinenpalast hineingegangen, aber das Treppenhaus war jenes in Peterhof. Dass die Paläste in zwei völlig entgegen gesetzten Richtungen von der Innenstadt Petersburgs aus liegen, war anscheinend nicht von Bedeutung. Konnte man damals eigentlich schon beamen?)

                        Wenngleich ich seinerzeit den Roman ziemlich vorn in den Top-10-Langweilern der Weltliteratur ansetzte
                        Mir ging es ähnlich. Wie ich schon erwähnte, überkam mich beim Lesen ca. alle zehn Seiten eine grauenhafte Langeweile, die mich immer wieder reizte, das Buch einfach wegzulegen. Aber da war mir mein Ehrgeiz in puncto Lesen dann im Weg. Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum der Roman so hochgelobt wird. Mag sein, dass die Charaktere gut angelegt sind, die Story, die "Philosophie" usw. aber es ist furchtbar langatmig geschrieben. Vor allem das Ende war entsetzlich, wobei es gar kein Ende war. Die Geschichte um die Protagonisten endete irgendwann und dann begann eine endlose Tirade über Geschichtsschreibung. Ich dachte nur: kommt jetzt noch was von Pierre, Natascha und den anderen, oder war schon vor 100 Seiten Schluss? Das Buch werde ich mit Sicherheit nicht noch einmal lesen.
                        Adrienne-Louise-Hervé Carbonnel de Canisy

                        "Ein jeder soll nach seiner Fasson selig werden." Friedrich II von Preußen

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                        • #42
                          Mich persönlich haben die beiden Herren Majestäten schwer enttäuscht:
                          Napoleon sieht aus wie eine kleine Witzfigur, und hat keineswegs die Austrahlung wie im ZDF-vierteiler(Ich weiss, über diesen Film mag man richten wie man will, doch ich fand, dass Christian Clavier im allgemeinen einen glaubwürdigen Napoleon abgab).
                          Und Zar Alexander war schlichtweg zu alt, und ich kann mich an Bilder ersinnen, in denen er rotes Haar trug, und nicht das graue.
                          Man möge mich zudem aufklären aufklären, wenn ich mich irre, doch stimmt die Szene mit Mack überhaupt?
                          Der reitet in Fetzen gekleidet zu Kutuzov hin, und vor allem ganz alleine?
                          Und was ist überhaupt mit den österreichischen Generalen, die haben weiße Schärpen getragen und dazu einen Tschako, habe ich mich da verschaut, oder ist das sogar korrekt?
                          Zuletzt geändert von Caulaincourt; 07.01.2008, 13:39.
                          Tut mir leid, doch mit schlauen Eskapaden kann ich nicht um mich werfen

                          LG
                          Caulaiuncoiauiouirt

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                          • #43
                            Habe die Szene gestern schnell nachgelesen:
                            Ein Österreichischer General mit diversen Orden und einem schwarzen Tuch um den Kopf erscheint und verlangt Kutusow zu sprechen.
                            Auf Bolkonskis Nachfrage stellt er sich als General Mack vor.

                            Theoretisch folgt die Szene also dem Buch (das wahrscheinlich von der Realität abweicht), ist jedoch mit dem blutigen Fetzen und der dramatischen Übersteigerung verdorben worden.

                            Gruß
                            Jörg
                            The light at the end of the tunnel
                            is from an oncoming train.

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                            • #44
                              Zitat von gnlwth Beitrag anzeigen
                              Gute Guete. Dass man offensichtlich 1805 Walzer zur Suite für Jazzorchester Nr. 2 von Schostakovitsch tanzte (der immerhin erst hundert Jahre spaeter geboren wurde) hat mich einigermassen in Erstaunen versetzt. Wenn sich da die Besuchows nicht mal als Visionaere erwiesen haben!
                              Tja, wenn es nur die Musik gewesen wäre. Ich mag nicht glauben, daß man am Zarenhofe 1805 so etwas anstößiges wie den Walzer geduldet hätte. Da dürften doch eher die Ronden- oder Kontertänze, besser noch Menuette üblich gewesen sein. Zum Auftakt des Balls ist das immerhin zu sehen.

                              Unsere Tanztanten werden also die folgenden Fragen zu beantworten haben: Ab wann kam der Walzer auf? Wo wurde er getanzt? Ab wann durfte er auch beim Zarenhofe getanzt werden?

                              Der Regisseur ist dann mit dem Walzer seinen populistischen Trieben, vulgo elegische Bilden, oder wahlweise, seiner Ignoranz, gefolgt.

                              LB


                              Apropos: In der Bondartschuk-Verfilmung spielt man von Ottorino Resphighi "die Vögel", was auch nur sehr bedingt zeitgnössisch ist.
                              Zuletzt geändert von Blesson; 07.01.2008, 18:41.
                              Do, ut des

                              http://www.ingenieurgeograph.de

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                              • #45
                                Zitat von Madame de Canisy Beitrag anzeigen
                                tolstois Roman: Mir ging es ähnlich. Wie ich schon erwähnte, überkam mich beim Lesen ca. alle zehn Seiten eine grauenhafte Langeweile, die mich immer wieder reizte, das Buch einfach wegzulegen. Aber da war mir mein Ehrgeiz in puncto Lesen dann im Weg. Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum der Roman so hochgelobt wird. Mag sein, dass die Charaktere gut angelegt sind, die Story, die "Philosophie" usw. aber es ist furchtbar langatmig geschrieben. Vor allem das Ende war entsetzlich, wobei es gar kein Ende war. Die Geschichte um die Protagonisten endete irgendwann und dann begann eine endlose Tirade über Geschichtsschreibung. Ich dachte nur: kommt jetzt noch was von Pierre, Natascha und den anderen, oder war schon vor 100 Seiten Schluss? Das Buch werde ich mit Sicherheit nicht noch einmal lesen.
                                Tja, ich glaube der Roman ist für Erwachsene mit einiger Lebenserfahrung geschrieben. Manche Dinge versteht man einfach besser ab 40 aufwärts, wenn das Leben schon die ersten Kratzer hinterlassen hat. Ich habe den Roman wohl auch erst vor 6 Jahren gelesen, nicht unspannend, wenn auch nicht ganz ohne Längen. Ich war ziemlich erstaunt, was in der Fassung von Bondartschuk so alles fehlte...

                                Also mein persönlicher Ratschlag: In zwanzig Jahren den Schinken noch einmal anfassen, vielleicht sagt er dann etwas.

                                LB
                                Do, ut des

                                http://www.ingenieurgeograph.de

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