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Mayer: Napoleons Soldaten - Alltag in der Grande Armée

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  • Mayer: Napoleons Soldaten - Alltag in der Grande Armée

    Neu auf meinem Büchertisch:

    Karl J. Mayer: Napoleons Soldaten - Alltag in der Grande Armée, Primusverlag, Darmstadt 2008
    An Hand dreier Schicksale, Maurer, Dorfschullehrer und Barbier, aus dem Südwesten erzählt der Autor, ein Archivar, aus den Tagebüchern und gliedert die Themen des Alltags in Abschnitte, wie z.B. Wehrpflicht, Marsch, Quartier etc. Die Vorkommnisse der einfachen Soldaten sind plastisch geschildet und auch amüsant zu lesen.

    Einziger Wermutstropfen: ein paar mehr zeitgenössissche Abbildungen (und nicht solche aus der Restaurationszeit) und Realien hätten das kleine Bändchen mehr abgerundet. Also durchaus als Bettlektüre zu empfehlen.

    Wird derzeit von Froelich in Berlin für ca. 10 EUR verramscht.
    Do, ut des

    http://www.ingenieurgeograph.de

  • #2
    Das Gute an dem Buch ist, dass nicht Gefechte und Ausbildung etc. im Vordergrund stellen, sondern wirklich der Alltag. Z.B. die Frage: Was tun in der Schlacht, wenn man ein menschliches Bedürfnis verspürt?

    Ich glaube, angesichts des gegnerischen Artilleriefeuers hätte ich sehr, sehr schnell einen Nachtopf gebraucht ...

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    • #3
      Zitat von Charlotte Corday Beitrag anzeigen
      Das Gute an dem Buch ist, dass nicht Gefechte und Ausbildung etc. im Vordergrund stellen, sondern wirklich der Alltag. Z.B. die Frage: Was tun in der Schlacht, wenn man ein menschliches Bedürfnis verspürt?

      Ich glaube, angesichts des gegnerischen Artilleriefeuers hätte ich sehr, sehr schnell einen Nachtopf gebraucht ...
      Gefährlich, so ein Nachttopf. Es gibt einen Bericht über einen Offizier (der hatte zwar keinen Nachttopf dabei) der breitbeinig vor der Front sein Geschäft verrichtete. Er wurde vor einer anfliegenden Artillieriekugel gewarnt, machte die Beine zusammen und die waren dann weg.

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      • #4
        Dieses gute Büchlein hab ich ebenfalls schon gelesen, leider etwas kurz geraten.

        Was hat dieser Offizier wohl in sein Tagebüchlein notiert, ich meine wenn er seine Verletzungen überhaupt überlebt hat, ist ja nicht gerade sehr ehrenvoll

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        • #5
          Zitat von KDF10 Beitrag anzeigen
          Gefährlich, so ein Nachttopf. Es gibt einen Bericht über einen Offizier (der hatte zwar keinen Nachttopf dabei) der breitbeinig vor der Front sein Geschäft verrichtete. Er wurde vor einer anfliegenden Artillieriekugel gewarnt, machte die Beine zusammen und die waren dann weg.
          Das Beispiel bringt Mayer auch ... *schluck*

          Pampers gab es damals ja leider nicht. Aber es wird wirklich nicht so leicht gewesen zu sein, seinen Kameraden gerade beim gegnerischen Kavallerieansturm zu erklären - "Du, ich muss mal, macht mal ruhig allein hier weiter ..." Und dem Gegner, der gerade auf einen einhieb, konnte man vermutlich auch nicht zur notdürftigen Pause überreden.

          Das sind halt alles so Themenbereiche, die in der "normalen" Militärgeschichtsschreibung - und vermutlich auch in den Memoiren - nicht so ausführlich behandelt werden.

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          • #6
            Zitat von Charlotte Corday Beitrag anzeigen
            Das sind halt alles so Themenbereiche, die in der "normalen" Militärgeschichtsschreibung - und vermutlich auch in den Memoiren - nicht so ausführlich behandelt werden.
            Manchmal hat man aber Glück und dies wird nicht ausgelassen. Habe vor einiger Zeit Erinnerungen aus dem 2.WK gelesen. Da wird der "Spatengang" genau beschrieben. Wenn sie dann nach einigen Tagen aus der vordersten Front rausgezogen wurden, wurde die Unterwäsche verbrannt. Mit waschen war da nichts mehr.

            Bei einem plötzlichen Rückzug blieb einmal keine Zeit für die menschlichen Bedürfnisse und es ging dann alles in die Hose und runter bis in die Stiefel. Bei schärfstem Frost mußten sie noch stundenlang marschieren. Es war dann alles gefroren und wundgelaufen. Als sie dann zu einer russischen Hütte kamen, war es ihm erst einmal natürlich peinlich, sein Malheur der Babuschka zu beichten. Sie konnte aber helfen, alles zu säubern und zu waschen und hat ihn mit einem Hausmittel bis zum nächsten Morgen wieder marschfähig bekommen. Auch wenn sich das ersteinmal lustig anhört, konnte sowas einem das Leben kosten.

            Hoffe, bin nicht zu weit abgeschweift, aber diese Bedingungen waren trotz des recht großen zeitlichen Unterschieds immer noch nicht sehr verschieden.

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            • #7
              Zitat von Charlotte Corday Beitrag anzeigen
              Das Beispiel bringt Mayer auch ... *schluck*

              Pampers gab es damals ja leider nicht. Aber es wird wirklich nicht so leicht gewesen zu sein, seinen Kameraden gerade beim gegnerischen Kavallerieansturm zu erklären - "Du, ich muss mal, macht mal ruhig allein hier weiter ..." Und dem Gegner, der gerade auf einen einhieb, konnte man vermutlich auch nicht zur notdürftigen Pause überreden.

              Das sind halt alles so Themenbereiche, die in der "normalen" Militärgeschichtsschreibung - und vermutlich auch in den Memoiren - nicht so ausführlich behandelt werden.
              Manchmal ging das aber auch glücklich aus. Auf dem Rückzug 1812 schlägt sich ein Soldat der Grande Armee in die Büsche und lässt die Hose herunter. Plötzlich wird er von einem Trupp Kosaken, die mit Lanzen bewaffnet waren, umringt. Die fanden das lustig und fingen an zu lachen. Der Soldat hat den Krieg überlebt.
              Zuletzt geändert von KDF10; 21.12.2011, 17:39.

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              • #8
                Zitat von Borussen_Kanonier Beitrag anzeigen

                Hoffe, bin nicht zu weit abgeschweift, aber diese Bedingungen waren trotz des recht großen zeitlichen Unterschieds immer noch nicht sehr verschieden.
                Lies mal von Plevier "Stalingrad", abgesehen von der technischen Entwicklung hat sich für den einfachen Soldaten nicht viel geändert.

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