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A. Platthaus: 1813 - Die Völkerschlacht und das Ende der alten Welt

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  • joerg.scheibe
    antwortet
    Was will uns das Buch nun sagen?

    So, fast durch:

    Mein Eindruck: Wir sind die falsche Zielgruppe.
    Die Beschreibung der militärischen Abläufe brachte nichts wirklich Neues, sieht man von der Bewertung des Raketeneinsatzes ab, die m.E. völlig überzogen wird. (Kleine geographische Schwächen in diesem Zusammenhang übergehe ich).

    Störend für mich war die epische Darlegung der Ursachen für das Verhältnis Friedrich Augusts von Sachsen zu Napoleon und die (gleichfalls) epische Ausbreitung des wechselhaften Verhältnisses von Goethe resp. Wieland zu Napoleon seit 1792 bis 1830.

    Ein Gewinn brachte das Buch ganz klar bei der Beschreibung der Leipziger Tage "von innen", also durch die zahlreichen Erinnerungen und Lebensberichte von Zivilisten aus Leipzig und Umgebung.

    Interessant wird es im letzen Kapitel, indem Platthaus den gegenwärtigen Zustand der markanten Orte der Schlacht und Denkmale im Großraum Leipzig beschreibt.
    Das motiviert mich wirklich, mir nach der Schlachtdarstellung noch zwei, drei Stunden in der Region ans Bein zu binden, um zwei, drei der beschriebenen Punkte anzufahren.

    Mein Fazit: Für die Leute, die sich hier im Forum tummeln ist das Buch verzichtbar.
    Jörg

    P.S. Allerdings würde ich nichts über die abenteuerlichen Verhandlungen des sächsischen Königs wissen, wenn ich das Buch nicht gelesen hätte

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  • Ludwig Hußell
    antwortet
    sorry, ich meinte den Kampfplatz der Völkerschlacht, also Leipzig ...

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  • KDF10
    antwortet
    Zitat von Ludwig Hußell Beitrag anzeigen
    Gespannt bin ich auf die Auslagen in den Bücherläden im Herbst, ob es zu einem Run auf Thema 1813 kommt. Einige versuchen es schon - Buchhandlung Ludwig auf dem Hauptbahnhof hat fast alles recht gut angeboten.
    Hauptbahnhöfe hat die DB eine ganze Menge.Wäre nett, wenn du hier verraten würdest, um welche Buchhandlung Ludwig es hier geht. Köln oder Leipzig?

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  • Ludwig Hußell
    antwortet
    Es mag den Herrn Hußell befremden, aber es soll Leute geben, die auch abseits ihres beruflichen Fachgebietes denken können.

    Das schreibe ich als -ja, durchaus- betroffener Bauingenieur.

    Gut den Ball gefangen. Herr Hußell glaubte in den drei Punkten "von einem Bauingenieur...)" nach der Berufsbezeichnung eine etwas distanzierte Stellung zu erkennen. Aber, so freut es mich selbst, es war nicht in diesem Sinn gemeint Es macht auch Sinn, weil doch eine Anzahl von Experten sich in diesem Terrain wohlfühlen, weil es die Abwechslung zum Brotwerb ist. Übrigens sage ich immer: man kann Bücher schreiben oder man kann Bücher machen - beides ist legitim.

    Generell zum Thema der Bücher, die mit Auflagen 500+ in den letzten Jahren auf den Markt kamen. Ich bin immer wieder erfreut, wenn es etwas Neues kommt. Es ist die Frage der Erwartungshaltung - und Platthaus hat etwas gebracht, was ich von anderen, die weit über den Dingen stehen, nicht sehe - oder wo sind die Bücher der ewigen Kritiker. Alternativ gibt es gar nichts - das wäre schade.
    Gespannt bin ich auf die Auslagen in den Bücherläden im Herbst, ob es zu einem Run auf Thema 1813 kommt. Einige versuchen es schon - Buchhandlung Ludwig auf dem Hauptbahnhof hat fast alles recht gut angeboten.

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  • joerg.scheibe
    antwortet
    Na ja, dass Journalisten (speziell, wenn es um Bücher geht) nicht wissen,
    daß es in der DDR eine Verlagstätigkeit gab, widerfährt dem verblüfften Nutzer immer mal.

    Gehört aber nicht hierher, und damit gut.
    J.

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  • KDF10
    antwortet
    Zitat von joerg.scheibe Beitrag anzeigen
    Der Moderator hat sich zwar mit seinem abfälligen Unterton gegenüber "Zinnsoldatensammlern" ganz tief in mein Herze eingegraben,
    gibt aber mit seiner thematischen Unbedarftheit ansonsten weitgehend den deutschen Durchschnittsintellektuellen, wenn es um Geschichte geht.

    Der Autor selber zeigt m.E., dass er kein Dummer ist, wiewohl der Satz "Ich schrieb dieses Buch, weil seit hundert Jahren in Deutschland kein Buch zur Völkerschlacht erschienen ist." mich denn doch befremdet.
    (Nun gut, das letzte, das ich mir diesbezüglich kaufte, stammt nicht von einem Historiker oder Germanisten oder Journalisten, sondern -horrobile dictu- von einem Bauingenieur...)

    Viel Spaß beim Hören wünscht
    Jörg
    Nomen est Omen! Ziemlich platt, was Herr Platthaus von sich gibt. 1988 erschien ein ganz hervorragendes Buch zur Völkerschlacht, allerdings in der DDR. Das zählt bei Herrn Platthaus offensichtlich nicht. Als Journalist sollte er allerdings wissen, dass die DDR sich 1988 ihrem Ende näherte und da durfte man auch dort schreiben, dass die Polen sich lieber umbringen ließen, als sich den Russen zu ergeben. 2012 gab es eine Neuauflage, ist wohl auch an Herrn Platthaus vorbeigegangen. Karl Heinz Börner, von dem das Buch stammt, hat immerhin Geschichte studiert, wenn auch in der DDR. Börners Buch: "Die Völkerschlacht in Augenzeugenberichten" ist ein Muss für jeden, der sich für die Völkerschlacht interessiert.

    Gruß
    Dieter
    Zuletzt geändert von KDF10; 12.08.2013, 17:05.

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  • joerg.scheibe
    antwortet
    Zitat von Ludwig Hußell Beitrag anzeigen
    Der Bauingenieur hat bestimmt über die Restaurierung einschlägiger Denkmale geschrieben ...
    Es mag den Herrn Hußell befremden, aber es soll Leute geben, die auch abseits ihres beruflichen Fachgebietes denken können.

    Das schreibe ich als -ja, durchaus- betroffener Bauingenieur.
    Jörg

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  • mutt
    antwortet
    Zitat von joerg.scheibe Beitrag anzeigen
    kann man noch ein paar Tage lang ein Interview mit Herrn Platthaus zum Buch hören.
    Zudem gibt es eine Besprechung zum Nachlesen und -hören:

    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/2198239/

    Ich bin im Platthaus-Buch erst auf den 70er Seiten und bislang nicht wirklich angetan. Platthaus zitiert ausufernd Stellen, die zwar Sprachkolorit besitzen, aber so gut wie keine relevante Aussage. Sie hemmen den Lesefluss, füllen aber das Papier. Copy & Paste? Die gemeinfreien Quellen liegen ja nicht selten digital vor.

    Platthaus sagt, er sei vor 18 Jahren nach Leipzig gezogen und habe sich 2012 vier Tage Urlaub genommen, um die Völkerschlacht quasi nachzuwandern. Trotzdem schreibt er, Großzschocher sei ein Dorf zwei Wegstunden südwestlich von Leipzig. Ich glaube, dass man geübten Fußes in einer Stunde vom Markt zur Apostelkirche kommt. Laut Routenplaner sind das 7 Kilometer. Warum redet Platthaus undeutlich von Wegstunden statt eindeutig von Kilometern? Später schreibt er, dass Napoleons Truppen durchschnittlich 30 Kilometer "in meist sechs Stunden Tagesmarsch" zurücklegten, aber bisweilen auch 50 Kilometer am Tag absolvierten. Demnach war Großzschocher wohl eher eine statt zwei Wegstunden entfernt von Leipzig. Selbst wenn der Auenwald damals schwieriger zu passieren war: Länger als 8 Kilometer war der Weg keinesfalls.

    Edit, Nachtrag: Platthaus schildert dann später, dass die Auenlandschaft kaum passierbar und die unbefestigten Wege durchnässt gewesen sein. Das wären dann Begründungen für die zwei Wegstunden.
    Der Moderator hat sich zwar mit seinem abfälligen Unterton gegenüber "Zinnsoldatensammlern" ganz tief in mein Herze eingegraben, gibt aber mit seiner thematischen Unbedarftheit ansonsten weitgehend den deutschen Durchschnittsintellektuellen, wenn es um Geschichte geht.
    Einen abfälligen Ton konnte ich bei Denis Scheck an dieser Stelle nicht heraushören. Wenn er kritisieren will, dann tut er das eh klar und deutlich. Ich bin kein Scheck-Fan, aber ein Durchschnittsintellektueller ist er nicht, sondern klar drüber, während mir Platthaus eher unterdurchschnittlich veranlagt zu sein scheint. Ein Härchen krümmen würden sich die beiden so oder so nicht. Sie spielen zwar nicht mit Zinnsoldaten, sind aber dem Donaldismus verfallen. Die Distanz, die seriöser Journalismus benötigt, ist zwischen ihnen nicht gegeben. Beide zählen zu den einflussreichsten Personen des überregionalen Feuilletons, vermutlich verkneift sich Scheck deshalb, zu bemerken, dass Platthaus' Buch aufgeblasen ist und nicht recht Fahrt aufnimmt. Scheck druckst herum, spricht von einem "Versuch" und einem "recht umfangreichem" Werk. Wenn ich nichts überhört habe, findet Scheck kein einziges Wort des Lobes für das Buch. Das sagt schon viel. Scheck lobt oder verreißt gern, vage Urteile mag er nicht.
    Der Autor selber zeigt m.E., dass er kein Dummer ist, wiewohl der Satz "Ich schrieb dieses Buch, weil seit hundert Jahren in Deutschland kein Buch zur Völkerschlacht erschienen ist." mich denn doch befremdet.
    Ich finde, dieser Satz enthält einen unauflösbaren Widerspruch. Wie kann man behaupten, es sei seit 100 Jahren kein Buch über die Völkerschlacht erschienen und zugleich kein Dummer sein? Gut, die wenigsten Bücher zur Völkerschlacht, die z. B. in den 80ern und 90ern erschienen sind, es waren viele, werden auf 480 Seiten aufgeblasen gewesen sein und von einem Verlag wie Rowohlt für knapp 50 DM angeboten worden sein. So was geht halt nur zum Jubiläum. Und hier reiht sich Platthaus ein in die Legion derer, die aus 1813 und 1913 Kapital schlagen wollen.

    Doch genug genörgelt, nun schaue ich, was das Buch auf den nächsten 400 Seiten bringt
    Zuletzt geändert von mutt; 22.08.2013, 18:05.

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  • Ludwig Hußell
    antwortet
    Der Bauingenieur hat bestimmt über die Restaurierung einschlägiger Denkmale geschrieben ...

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  • joerg.scheibe
    antwortet
    Hier
    http://ondemand-mp3.dradio.de/file/d...0_02a4c584.mp3

    kann man noch ein paar Tage lang ein Interview mit Herrn Platthaus zum Buch hören.

    Der Moderator hat sich zwar mit seinem abfälligen Unterton gegenüber "Zinnsoldatensammlern" ganz tief in mein Herze eingegraben,
    gibt aber mit seiner thematischen Unbedarftheit ansonsten weitgehend den deutschen Durchschnittsintellektuellen, wenn es um Geschichte geht.

    Der Autor selber zeigt m.E., dass er kein Dummer ist, wiewohl der Satz "Ich schrieb dieses Buch, weil seit hundert Jahren in Deutschland kein Buch zur Völkerschlacht erschienen ist."
    mich denn doch befremdet.
    (Nun gut, das letzte, das ich mir diesbezüglich kaufte, stammt nicht von einem Historiker oder Germanisten oder Journalisten, sondern -horrobile dictu- von einem Bauingenieur...)

    Immerhin hat dieses Interview dafür gesorgt, dass ich mir später mal das E-Book aus der Bibliothek ausleihen werde (oder es jedenfalls versuche)

    Viel Spaß beim Hören wünscht
    Jörg

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  • Irene Hartlmayr
    antwortet
    Zitat von HKDW Beitrag anzeigen
    wie wäres mit einen extra Thread in einem WK1 Forum??
    Ist zwar interessant aber vielleicht doch ein wenig off topic.

    Ansonsten stimme ich Voltigeur zu.
    Ich auch!

    Grüsse,IRENE.

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  • muheijo
    antwortet
    Und damit ist alles gesagt! rost:

    (Die norwegische Flagge muss der gute Mann noch richtig rum annæhen)

    Gruss, muheijo

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  • joerg.scheibe
    antwortet
    Noch eine Wortmeldung

    zum Völkerschlachtdenkmal
    https://www.youtube.com/watch?featur...&v=9lDEwqXx2mA


    Jörg

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  • Mephisto
    antwortet
    Was für eine FARCE!!!

    Drei Wochen Urlaub und nix hat sich geändert.
    Trolle wohin man tritt. Haben die keinen URLAUB???

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  • HKDW
    antwortet
    wie wäres mit einen extra Thread in einem WK1 Forum??
    Ist zwar interessant aber vielleicht doch ein wenig off topic.

    Ansonsten stimme ich Voltigeur zu.

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