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sächsische leichte Infanterie / Instruktionen sächsische Armee

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  • sächsische leichte Infanterie / Instruktionen sächsische Armee

    Insofern Interesse besteht, möchte ich auf zwei neue Hefte hinweisen:

    A) Die königlich sächsische Infanterie (I): Die leichten Regimenter, die Regimentsschützen und das Jägerkorps 1810 -13

    Das Heft basiert zum Großteil auf den – wenn auch leider nicht ganz komplett vorhandenen – Ordrebüchern der beiden leichten Regimenter von Januar 1810 – August 1813. Unterlagen zu den Regimentsschützen und zum Jägerkorps waren nicht so üppig vorhanden, dafür boten diese trotzdem eine Reihe von interessanten Details, die u.a. auch im Widerspruch zu den Stamm- und Ranglisten von 1810 und 1811 stehen.
    Eine Vielzahl interessanter Details – die auch keine Würdigung in den Stamm- und Ranglisten erfahren haben - können zur Uniformierung und Ausrüstung berichtet werden und zeigen die Truppe weitaus facettenreicher als bisher bekannt. Eine Reihe von Farbbildern sowie die beiden Detailauszüge zur leichten Infanterie aus dem Schubauer-Gemälde zu Podobna tragen das Ihrige dazu bei.
    Das Heft selbst ist als Ergänzung zum Holtzendorff zu verstehen, der die Feldzüge ja sehr detailliert beschrieben hat (und im Netz herunterladbar ist). An einigen wenigen Stellen wird auch Holtzendorff korrigiert bzw. detaillierter untersetzt.
    Leider hat es Amazon nicht geschafft, eine Leseprobe einzustellen. Aber evtl. kommt die ja noch.

    B) Sammlung von Instruktionen der königlich sächsischen Armee 1810-13 (Teil II)

    Wieder im „Tornisterformat“ beinhaltet das Heft die Instruktionen a) zu Lagerwachen (Lagerwache, Piquets, Polizeiwache von 1812), b) zum Verhalten auf Märschen (1812), c) zum Unterricht der Mannschaften (u.a. in einem interessanten Frage-Antwortspiel) und d) zum Packen des Tornisters bei der Infanterie (Detailvorschriften 1810/11).
    Hier hat es Amazon sogar geschafft eine Leseprobe einzustellen.
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

  • #2
    Hallo,

    für die Ausführungen zu Lagerwachen, Märschen u.a. wäre sicher ein Vergleich mit Bardin: "Manuel d´Infanterie" (2.Ausgabe Paris 1808) interessant. Eine bearbeitete Fassung in deutsch - bezogen auf den Caporal - liegt jetzt im Heft 18 von Heere & Waffen "Die etatmäßigen Dienstgrade und Dienststellungen in der französischen Armee von 1804-1815" vor.

    Ein Vergleich könnte Hinweise auf die Übernahme französischer Vorschriften aber auch auf die ggf. beibehaltene und weiterentwickelte sächsische Komponente liefern.

    Viele Grüße

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    • #3
      Hier der Text der deutschen Übersetzung des französischen Handbuchs für Unteroffiziere:

      http://reader.digitale-sammlungen.de...566_00015.html

      Und die Links zu den französichen Ausgaben von 1807, 1808 und 1813 sind hier versteckt:

      http://histoirevivante.forumculture....7-1808-et-1813

      Ich glaube jedoch nicht, daß Sachsen hier französiche Gewohnheiten übernehmen mußte oder wollte, das sächsische Militär fiel 1810 ja nicht vom Himmel, sondern hatte seine eigene lange militärische Tradition.

      Es wäre aber schön, wenn jemand die beiden Katechismen kurz vergleichen und uns das Ergebnis mitteilen würde.

      Oli
      Zuletzt geändert von Sans-Souci; 07.08.2013, 11:27.

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      • #4
        @Colonel
        Wie Oli schon bemerkte – Sachsen war nie so Frankreich, wie es z.B. Westfalen war. Leider wird dies immer wieder (bewusst oder unbewusst) unterstellt.
        Die genannten Instruktionen sind von den Divisionärs und Brigadiers erlassene handschriftliche Einzelvorschriften für Offiziere (und stellenweise auch Unteroffiziere) = keine zentrale Leitung, kein gedrucktes und für alle verbindliches Manual.
        Sicher hat der Generalleutnant von Lecoq z.B. die Wachinstruktion als Kommadierender Generalleutnant und damit bindend für das sächsische Korps erlassen. Andere Vorschriften, wie die des Tornisterpackens, hat Lecoq für seine Infanteriedivision erlassen (bei der Division Zeschau kann das ganz anders ausgesehen haben), was aber den zu dieser Division gehörenden Brigadier der leichten Brigade (v.Sahr) nicht abhielt, für seine Brigade eine eigene Vorschrift zu erlassen.

        Für einen Vergleich würde man m.E. erst einmal die früheren Vorschriften (1806, 1807, 1809) benötigen. Denn 1807 und 1809 dürfte sicher sich ein – wenn vorhandener – französischer Einfluss bereits manifestiert haben.

        Aber evtl. macht sich ja einer der Forumsteilnehmer einen derartigen Vergleich zu seiner Aufgabe.
        Wäre interessant.
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        • #5
          Ich finde es ist generell einen sehr interessanten Aspekt, dass die Ausbildung mancher Truppengattungen nicht auf der Basis allgemeinverbindlicher Reglements, sondern aufgrund von nur für einen eng umgrenzten Teil der Truppen bestimmten Texten erfolgte. Offensichtlich war das die (alte) Norm, das Neue dann eher die Reglements für die ganze Gattung.
          Gerade bei der leichten Infanterie wird das besonders deutlich. In der französischen Armee gab es kein eigenes Reglement dafür, einige Befehlshaber schufen jedoch eigene Grundlagen anhand praktischer Erfahrungen.
          Ähnlich war die Situation auch in Russland, dort gab es auch ein Infanteriereglement, die Jäger wurden aber wohl nach den Standards des Bug-Jägerkorps von Kutusow ausgebildet, das viel älter als das aktuelle allgemeine Reglement war.

          An sich war dieses Verfahren garnicht mal so schlecht, denn man musste so nicht immer wieder neue Reglements erarbeiten, stattdessen wurde die Ausbildung aktuell den Bedürfnissen angepasst. Ein weiterer Vorteil kam hinzu: Innovationen konnten erst einmal von einem begrenzten Teil der Truppen erprobt werden und man ging so nicht das Risiko ein, dass die ganze Truppe nach zeitraubend zentral erarbeiteten Richtlinien, denen die Praxistauglichkeit möglicherweise fehlte, nicht optimal ausgebildet wurde. So brauchte man nur die optimale Variante inoffiziell auswählen, schnell und unbürokratisch.

          Grüße

          Gunter

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          • #6
            Siehste Gunter, wir fangen mit Sachsen an und landen schon wieder bei Frankreich.
            Die sächsische leichte Infanterie erhielt 1810 ein gedrucktes „Reglement zu den Übungen außer der geschlossenen Ordnung“, sprich zum leichten Dienst. Das Scharfschützenreglement von 1804 hatte hier u.a. Pate gestanden. Die (offiziell) neu gegründete Truppe hatte zur Geburtsstunde also auch ein „nagelneues“ Reglement.
            Bereits Ende 1810 – und da sind wir dann bei der verfahrenstechnischen Parallele u.a. zu Frankreich - gab es solch einen Packen von Änderungen, dass der Brigadier eine handschriftliche Zusammenfassung aller bis dahin ergangenen Änderungen (die ich physisch in den HStA-Akten leider noch nicht habe finden können) herausgab, weil er befürchtete, dass seine Offiziere sonst nicht mehr die (Exerzier-) Gleichförmigkeit innerhalb der Brigade wahren könnten.
            Ich habe mir aufgrund anderer Prioritäten noch nicht die Mühe machen und das 1810er neben das 1816er Reglement legen können, um die Unterschiede herauszuarbeiten und mich so der Entwicklung des Reglements zu nähern.
            Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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            • #7
              Mir geht es darum ein internationales Phänomen zu verdeutlichen. Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Trends in der militärischen Entwicklung sind meiner Ansicht nach noch viel zuwenig erforscht. Zum Einstieg und als Anregung plane ich deshalb einen Aufsatz mit ersten vergleichenden Ansätzen, den ich gerne hier veröffentlichen möchte.

              Grüße

              Gunter

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              • #8
                Bei Amazon u.a. ist nun auch die Leseprobe des Heftes zur leichten Infanterie einsehbar.
                Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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                • #9
                  Ich hab mir einige Bücher bestellt und durchgelesen - hochinteressant - aber zum Tornister - da hab ich schon meine Zweifel ob der nur 6.5 kg wiegt, entgegen der Aussage der Generalität, wie soll das bei den ganzen Objekten gehen, die hingepackt werden sollten, darunter eben auch der berüchtigte sac à distribution??

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                  • #10
                    Hans-Karl,

                    Lecoq hat sich auch an anderen Stellen sehr intensiv mit dem Gepäck des Soldaten beschäftigt, so dass er sicher Einer war, der wusste wovon er sprach. Andererseits hast Du als alter Tornisterträger völlig recht, dass 6,5 kg für die aufgeführten Sachen sehr wenig sind.

                    Da hilft nur selber packen und nachwiegen.
                    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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                    • #11
                      10 kg sind schon schwer einzuhalten, wahrscheinlich meint er nur die Kleider - also ohne - Mantel und ohne Wasserflasche.

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