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  • #16
    Kriegsspiel

    Zitat von Da Capo Beitrag anzeigen
    Liebe Irene,

    Stereotype sind doch was Schönes.
    a) Mann = Krieg spielen
    b) Reenactment = Kriegsspiel

    Die Mehrzahl der männlichen Bevölkerung vermag ich den paar Hanseln bei Großbeeren nicht zu erkennen. Und zuschauen war der Vati nicht alleine, da war noch die Mutti mit!

    Reenactment als Männerulk abzutun, ist schon ziemlich daneben. Ich weiß nicht, wo wir in der Uniformkunde und der Militärgeschichte heute ohne genau dieses Reenactment stünden. Neben den Faschingskameraden (die wohl jedes Hobby hat), gibt es eine Vielzahl ernsthaft Verrückter, die sich in Uniform (nein, kein Kostüm) und voller Ausrüstung tagelang auf den Marsch begeben, biwakieren, Reglements drillen etc. pp. und so versuchen, dem Original nahe zu kommen. Sie lernen dadurch Einflussfaktoren kennen, die so mancher Militärhistoriker mit seinem Blick aus den Wolken gar nicht zu erkennen und damit zu werten vermag. Das Reenactment hat die Bodenhaftung zurückgebracht, dem Einzelnen jener Hunderttausende Josef Bertas ein Gesicht und Gewicht gegeben. Der Marschall hat es zwar heroisch befohlen, aber Carl Friedrich Müller aus Hintertupfingen hat seinen A… dafür hingehalten.
    Und natürlich macht Reenactment Spaß, sonst würden wir es ja nicht machen. Also doch Kriegsspielfanatiker?
    Antwort:Ich muss mich immer wieder wundern dass Worte hier nicht richtig
    verstanden werden!Bzw. Aus dem Zusammenhang gerissen werden.
    Von "Fanatikern"war keine Rede und noch weniger von "Stereotypen".!!
    Ich habe von einem "Großteil" der männlichen Bevölkerung gesprochen und NICHT von der "Mehrzahl".Und von "Männerulk" schon garnicht.
    Natürlich bringt das Reenactment Einsichten,die ansonsten nicht zu erfahren
    und zu erleben wären.
    Wenn es Spass macht dann gibst Du mir ja nur recht;denn das hatte ich ja gemeint!

    Irene.

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    • #17
      Zitat von Irene Hartlmayr Beitrag anzeigen
      Ich habe von einem "Großteil" der männlichen Bevölkerung gesprochen und NICHT von der "Mehrzahl".
      OT:
      Es mag da individuelle, regionale oder nationale sprachliche Unterschiede geben, aber fuer mich ist "Grossteil" synonym zu "Mehrzahl" - aber das nur am Rande.

      Gruss, muheijo

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      • #18
        @ Markus

        Vielen Dank für die bildlichen Eindrücke!

        Ich bin ja eher der politisch-diplomatisch Interessierte, also der Hobby-Historiker aus dem Elfenbeinturm *lach* und kann die Richtigkeit der dargestellten Uniformen usw. nicht beurteilen. Aber sicherlich wirkt so mancher mehr als wohlgenährte Teilnehmer unfreiwillig komisch.

        Sei es drum, sicherlich ist dieses Hobby nicht eben billig - wenn ich Uniformen und Ausrüstung betrachte - und es gehört sicher schon eine gehörige Portion Enthusiasmus dazu, sich im Hochsommer in der Montur auf die Nachstellung historischer Abläufe einzulassen, mal von logistischen oder bürokratischen Fragen im Vorfeld abgesehen.

        Grüße
        excideuil

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        • #19
          Danke für die schönen Fotos!
          Die Cantiniere mit dem iPhone ist doch ausgezeichnet .
          mfG
          Aris K.

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          • #20
            @Gunter
            Du missverstehst mich. Wer mit dem Flugzeug über die Geschichte fliegt (oder auf einer Wolke sitzt), hat einfach einen besseren Überblick, als der sich mühsam auf der Erde Fortbewegende. Während der Eine globale Zusammenhänge erkennen kann, sieht der Andere, dass das Linie halten schon bei einer Frontbreite von 40 Mann fast ein Ding der Unmöglichkeit ist. Beide haben zweifelsohne ihre Berechtigung, aber beide sehen nun mal definitiv nicht dasselbe.

            Leider – aus meiner Sicht – ist der Erdläufer in der modernen (deutschen) Militärgeschichtsschreibung – von der ich richtig erkannt keine Ahnung habe(n will und vielleicht auch nicht muss) – eher ein Phänomen (sh. Junckelmann) denn eine Strömung oder gar ein kräftiger Zweig.

            Und Uniformen etc. falsch einzuordnen, ist kein Problem der Methodik (= Fähigkeiten und Fertigkeiten, Prozesse strukturiert ablaufen zu lassen oder kurz ISO 9001 ff.) sondern des Wissens.
            Methodik kann bei der Wissensgewinnung helfen, aber nie Wissen ersetzen. Wenn z.B. der Herr Lange in seiner Dissertation (von 1912) über „Die öffentliche Meinung in Sachsen von 1813 bis zur Rückkehr des Königs 1815“ die vom kommandierenden Generalleutnant Mitte 1813 bei Rekruten- und Krankentransporten angeordnete Einsetzung von Offiziere, die ihr Ehrenwort gegeben haben, nicht gegen den Feind zu dienen, als stillschweigende Zustimmung der OHL zu einer antifranzösischen Haltung in der Armee ausstaffiert, dann mag dies methodisch völlig exakt sein, die Aussage ist und bleibt aber dennoch falsch. Dazu hätte Herr Lange wissen müssen, dass die Personaldecke an Offizieren zu dieser Zeit so dünn war, dass es sich der Herr General gar nicht erlauben konnte, Offiziere aus der Linie zu diesen Transporten zu nehmen, sondern auf diese – mit einer im Hinblick auf die Rekrutentransporte etwas laxen Auslegung des gegebenen Ehrenwortes – Offiziere zurückgreifen musste.
            Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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            • #21
              @Da Capo,
              du vergisst, dass man die Makro- und die Mikroebene gleichermaßen im Blick haben kann. Ich sehe da keine gegensätzlichen Pole. Das große Ganze ist auch nur die Summe seiner Einzelteile.
              Dein Beispiel hat mit Methodik weniger zu tun, da geht es einfach um Interpretation. Wie "richtig" man damit liegen kann, ist auf jeden Fall eine Frage der Methodik, denn ist diese unzweckmäßig, steigt die Gefahr für falsche Ergebnisse. Bezogen auf die Naturwissenschaften ist das natürlich viel einleuchtender.
              Bei den Geisteswissenschaften ist es auch Teil der Methodik, welche Quellengattungen ich für die Beantwortung meiner Fragegestellung heranziehe und welche nicht. Das hat zwar auch mit Wissen zu tun, aber das Wissen allein reicht für den zweckdienlichen Umgang damit nicht aus. Wie wichtig ein methodisch sinnvolles Herangehen ist, wird am deutlichsten an Projekten, die auf vollkommen sinnfreie Ergebnisse kommen, weil der methodische Zugriff einfach nicht zielführend war. Wenn ich z.B. zu einem Thema wirklich ausnahmsweise nahezu null Quellen habe, dann kann ich zwar versuchen eine Ersatzüberlieferung anzuzapfen, ein plausibles Bild über den wirklichen Gegenstand gewinne ich aber damit nicht unbedingt. Die methodische Schwäche ist dann dergestalt, dass man es besser bleiben lässt. Das macht nur leider nicht jeder.

              Grüße

              Gunter

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