Wikipedia - Lust und Leid

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  • Blesson
    Erfahrener Benutzer
    Adjudant
    • 03.10.2006
    • 778

    Wikipedia - Lust und Leid

    Jeder von uns hat so seine Erfahrungen mit und seine Einschätzung von Wikipedia. Es ist auffallend, wie stark Qualität, wissenschaftlicher Anspruch, Umfang und Aktualität der Informationen schwanken.

    -Was sind eure Ansprüche und Erwartungen?

    Wie ist eure Erfahrung bei den Recherchen zu einem Thema, wo ihr euch auskennt?

    Hab ihr schon neue Einträge geschrieben und wie sind eure Erfahrungen?

    Habt ihr schon versucht, bestehende Einträge zu editieren und welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
    Do, ut des

    http://www.ingenieurgeograph.de
  • admin
    Administrator
    Colonel
    • 30.09.2006
    • 2687

    #2
    Hallo Blesson,

    ich nutze Wikipedia eher für nicht-wissenschaftliche Zwecke; beruflich bin ich ja mit dem Medizinischen Informationsmanagement und der Medizininformatik befasst und da ist die Verfügbarkeit und vor allem die Güte der präsentierten Informationen von extrem hoher Relevanz (merken wir auch gerade in diesen viralen Zeiten). Von daher kann ich nur sagen, dass ich für eine Quellensuche dann eher in die bei den Wikipedia verlinkten Quellen/Literaturverweise einsteige, wenn es sich um Fragen des Hobbys dreht ... bei medizinischen Inhalten suche ich definitiv nicht in Wikipedia ... vielleicht gibt Dir das ein Bild davon, wofür ich Wikipedia nutze.

    Geschrieben oder editiert habe ich bisher nichts in Wikipedia, bin aber auch mit meine eigenen Seiten ausgelastet genug

    Schöne Grüße
    Markus Stein
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

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    • Blesson
      Erfahrener Benutzer
      Adjudant
      • 03.10.2006
      • 778

      #3
      Der quick-and-dirty Ansatz:
      Ich habe nicht so hohe Ansprüche an Wikipedia für eine erste Übersicht. Was ich gerne benutze, sind historische, biographische, medizinische und geographische Kurzinformationen, in meinem Beruf waren das früher Pflanzenextrakte. Eine besondere Tiefe erwarte ich nicht und ich folge in der Regel bestenfalls nur weiteren Querverweisen in Wikipedia.

      Der wissenschaftliche Ansatz bei historischen Themen in Hinblick auf eigene Publikationen
      Hier recherchiere ich grundsätzlich in mehreren Sprachen, bei mir sind das Deutsch, Englisch, Französisch, seit neuestem Niederländisch für ein laufendes Projekt. Gelegentlich auch mal Italienisch und Spanisch.
      Bei einigen Themen aus dem 18. Und 19. Jahrhundert kenne ich mich ganz gut aus, also Generalstabsorganisation, Kartographie, Ingenieurwesen, Vermessungswesen, Festungsbau, Artilleriewesen, Belagerungen, Instrumentenkunde, Rekonstruktion von Uniformen, Living History. Da bin ich fast immer unzufrieden über Sachkenntnis, Terminologie, Sprachstil, Gliederung, Zitierweisen, Umgang mit Quellen, Vollständigkeit und Qualität der Referenzen. Es ist zwar schön, dass immer mehr Referenzen online zugänglich sind, wovon alle profitieren, aber es ist bei weitem noch nicht alles digitalisiert, besonders was die Archivalien angeht. Es besteht die fatale Neigung, alle anderen schriftlichen Quellen zu ignorieren, weil sie gerade mal eben nicht online zugänglich sind, wie z.B. Publikationen der letzten 50 Jahre vor der digitalen Revolution oder rezente Bücher mit Copyright. Dazu brauchst es eben immer noch gut sortierte private und öffentliche Bibliotheken.
      Man merkt häufig nur allzu deutlich, dass viele Autoren nicht mit den Grundsätzen wissenschaftlichen Arbeitens, wie man das in den ersten Semestern lernt, vertraut sind. Aber wie soll man das kontrollieren? Offenbar fehlt es vielfach an einem abgestimmten einheitlichen Standard der Darstellung. Das ist wohl häufig die Stunde der Kompilatoren, die ohne eigenen Sachversand zu besitzen, aus einer beliebigen zugänglichen Tertiär-Quelle, die sie als die primäre betrachten, etwas zusammenschustern und das mitunter nicht einmal kenntlich machen. Besonders häufig ist das im angelsächsischen Raum, wo dann nur aus bekannten Standardwerken von Digby Smith extrahiert wird, und alles andere, was nur rechts und links des Weges liegt, außer Acht gelassen wird. Besonders amüsant und für jedermann offensichtlich ist es dann zu beobachten, wenn z.B. bei einem französischen Thema keine einzige französische Referenz genannt wird. Wie bitte?
      Ich erwarte also eine knappe Zusammenfassung, aber keinen ausufernden Aufsatz. Die wichtigsten Quellen sollten vollständig und aktuell sein, alles weitere sollte der zitierten Literatur vorbehalten sein.
      Mein Umgang mit diesen Wikipedia-Einträgen ist dann so, dass ich sie als erste Orientierung und Einstieg in eine vertiefende Recherche nehme, aber immer sehr kritisch hinschaue. Nur in seltenen Fällen halte ich einen Wikipedia-Eintrag für zitierfähig in einer Publikation.
      Do, ut des

      http://www.ingenieurgeograph.de

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      • Bataaf
        Erfahrener Benutzer
        Sous-Lieutenant
        • 06.03.2007
        • 365

        #4
        Bei NapoleonWiki schreibe ich nicht selbst Artikel, sondern kopiere nur alte Texte, damit umgehe ich die Sprachbarriere. Dennoch bleibt genügend zu thun: Artikel bestimmen, alles verlinken, Kategorien einstellen und viel Recherchieren.
        Und beim Recherchieren benütze ich sehr viel Wikipedia. Ich muß ja herausfinden wer die viele Leute sind die in die alten Texte genannt werden, oder wo die Orte liegen, und Heute heißen.
        Beim Recherchieren finde ich manche Fehler im Wikipedia, und die ändere ich dann. Aber dabei bleibt es. Selbst etwas Schreiben mache ich nicht.
        Was ich aber mache ist das Einstellen von Bildern in Wikimedia commons.

        Kommentar

        • HKDW
          Erfahrener Benutzer
          Colonel
          • 02.10.2006
          • 2966

          #5
          Wikipedia Artikel bieten oft Quellenzusammenstellungen mit Links, da bin ich schon öfter auf schöne Quellen gestoßen, auch teilweise sehr schöne Bildmaterial.
          Dazu gibt es ja auch zum gleichen Thema Wikipedia Artikel in verschiedenen Sprachen, die sich auch unterscheiden können.


          Kommentar

          • HKDW
            Erfahrener Benutzer
            Colonel
            • 02.10.2006
            • 2966

            #7
            Hier zum Beispiel ein hilfreicher Wikipdia link mit weiterführenden links



            Kommentar

            • Tom
              Erfahrener Benutzer
              Chef de Bataillon
              • 03.10.2006
              • 1071

              #9
              Die "Dithmarscher-Stormarner Legionäre" lassen sich leicht enttarnen. Man findet in Google Books, d.h. in der älteren Literatur, keinerlei Angaben zu dieses Phantasietruppe. Da unsere heutigen (Wikipedia-)Artikel bzw. Bücher aber so gut wie immer auf älteren Veröffentlichungen beruhen, musste hier etwas faul sein...
              Gruß, Tom

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