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Böfflamott

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  • Böfflamott

    Böfflamott.
    Sicherlich von den Franzosen nach Bayern gebracht! Gibt es dazu auch historische Nachweise, z. B. Unterlagen aus Archiven, Einträge in Büchern der damaligen Zeit…? Kann da jemand was Genaueres als nur mündliche Überlieferungen angeben?

    Schönen Tag
    Jules Salmo

  • #2
    Leider kenn ich auch nur die mündlichen Überlieferungen und dass ganz traditionel die Soße nicht mit Soßenlebkuchen sondern mit Brot verdickt wird.

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    • #3
      Möglicherweise stammt die Version mit dem Lebkuchen aus Franken (Nürnberger Lebkuchen), wo die napoleonischen Soldaten gut ein halbes Jahr Zeit hatten verschiedene Varianten auszuprobieren.

      J. S.

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      • #4
        Hallo,

        auf die Schnelle habe ich nur folgendes gefunden: http://www.kempes-autohof.de/cms/upl...geschichte.pdf
        Da ist dann auch das bekannte Poulet a la Marengo aufgelistet.

        Aber auf solche Quellen kann man sich natürlich nicht stützen. Etwas literarisch Brauchbares habe ich bis jetzt nicht gefunden.

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        • #5
          Interessant, wer sich alles mit Gerichten von damals beschäftigt.
          Vermutlich aber in der napoleonischen Zeit ohne 3, 5 und 7 als Zutat.
          Viele Grüße
          J. S.

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          • #6
            Ich habe ein Buch darüber von LE LIVRE CHEZ VOUS ist in Fr. aber das muss ich erst finden. ( Umzug )
            Alles Orginal Rezepte, wenn's nicht eilt dann gerne.

            Grüsse vom Voltigeur

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            • #7
              In google habe ich mal nach Kochbüchern für Bayern gesucht. Das Bayerische Kochbuch von 1800!!! enthält Boeuf à la Mode in verschiedenen Versionen.
              http://books.google.de/books?id=QuVRAAAAcAAJ&pg=PA313&dq=Bayerisches+Koch buch&hl=de&sa=X&ei=nzRZVOi_JondPZ31gIAH&ved=0CE8Q6 AEwBQ#v=onepage&q=Boeuf&f=false
              Also ist das Rezept in Bayern nicht erst seit der Belle Epoche en vogue, was auch gut möglich gewesen sein könnte. Aber waren es dann die Soldaten Napoleons, oder evtl. doch die Soldaten des Ancien Régimes bzw. der Revolutionsarmee, die das Rezept nach Bayern brachten?

              Viele Grüße
              J. S.

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              • #8
                Die Revolutionsarmeen sind ja durch Teile Bayerns gezogen, ist gut möglich.

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                • #9
                  Zitat von Jules Salmo Beitrag anzeigen
                  Aber waren es dann die Soldaten Napoleons, oder evtl. doch die Soldaten des Ancien Régimes bzw. der Revolutionsarmee, die das Rezept nach Bayern brachten?
                  Wenn wir schon beim spekulieren sind: Weshalb müssen es eigentlich Soldaten gewesen sein, die ein Rezept irgendwohin gebracht haben? Köche liegen da doch irgendwie näher, speziell, wenn es sich um ausgeklügeltere Rezepte handelt. Und wieso können das nicht irgendwelche Köche im Dienst einer adligen Herrschaft gewesen sein, bspw. eines Adelshauses, das Connections zu Frankreich wie Bayern gehabt hat. Speziell denke ich da an die Connection Zweibrücken - Pfalz-Bayern - Königreich Bayern. Mir scheint die Möglichkeit, dass so ein Rezept (wie auch anderes aus dem Bereich der feinen Lebensart) schon zu Zeiten des Ancien Régime über zivile Kanäle und in friedlicheren Zeiten "exportiert" worden ist, doch wesentlich naheliegender als die Möglichkeit eines "Exports" durch Soldaten während der vergleichsweise turbulenten Zeiten der Revolution und des Kaiserreichs. Aber wie gesagt, auch nur Rätselraten.

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                  • #10
                    Irgendwie tendiere ich auch eher zur Überbringung des Rezeptes in Friedenszeiten. Ein Gericht mit derartigem Zeitaufwand passt nicht unbedingt zum Soldatenleben.
                    Ein Kochbuch, welches 1800 veröffentlicht wurde, braucht auch einige Zeit Vorlauf für die Erstellung und den Druck. Das spricht auch eher gegen die Soldaten Napoleons.
                    Leider konnte ich bisher noch kein älteres bayerisches Kochbuch mit diesem Rezept finden.
                    Viele Grüße
                    J. S.
                    Zuletzt geändert von Jules Salmo; 05.11.2014, 20:15.

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                    • #11
                      "...„Böfflamott“ (Boeuf à la Mode), gespicktes und mariniertes Rindfleisch. Letzteres war zunächst eine Speise nur für den Adel, wurde dann aber zum typisch bürgerlichen Mittagessen.[1]"

                      http://de.wikipedia.org/wiki/Bayeris...zischka-94_1-4


                      Die Aussage entstammt offenbar folgendem Ausstellungskatalog:

                      Ulrike Zischka (Hrsg.): Die anständige Lust. Von Esskultur und Tafelsitten. Ausstellungskatalog. 2. Auflage. Ed. Spangenberg bei Droemer Knaur, München 1994, ISBN 3-426-26807-8, S. 500–504.

                      (Vielleicht steht da ja auch drin, wie genau das Rezept nach Bayern gekommen ist?)


                      In Frankreich dürfte es sich ebenso verhalten haben: "Boeuf à la mode" - erst Bestandteil der adeligen Küche, dann der bourgeoisen.

                      Dazu folgende Randnotiz: Im Jahr 1792, also bereits z.Zt. der Revolution, wird im Pariser Palais Royal ein Speiserestaurant mit dem Namen "Le Boeuf à la Mode" eröffnet. Ob ich falsch liege, wenn ich annehme, dass der Name auf die Spezialität des Hauses Bezug nimmt und dass es sich um ein "bourgeoises" Restaurant handelt (denn Adel war damals bekanntlich "out").

                      http://parissecretetinsolite.unblog....onde-sen-fout/

                      Wenn es sich um ein Rezept handelte, das "à la mode" war, dann dürfte es wohl auch der französischen Küche noch nicht lange bekannt gewesen sein? Ich vermute mal, dass es der adligen Küche des späten Ancien Régime entstammte und während der Revolution "verbürgerlicht" wurde?

                      Nach Bayern (und anderswohin) könnte das Rezept m.E. auf zwei Wegen gelangt sein. Entweder noch zu Zeiten des Ancien Régime via Köche in adligen Diensten (als wanderndes Rezept oder durch wanderndes Personal?) und dann verbürgerlicht - wohl analog zu Frankreich in den 1790ern? Oder tatsächlich erst während den 1790ern, dann aber wohl kaum durch die Soldateska verbreitet. Evtl. durch Émigrés bzw. deren Personal?

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                      • #12
                        Oder waren es schon viel früher die Hugenotten?
                        http://www.benno-koch.de/article1256...d_alter_fritz2
                        http://hettys-online.de/tag/kochbuecher/
                        J. S.

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                        • #13
                          Aber doch nicht im erzkatholischen Bayern...:card: . Ah, Moment, Franken sind ja was anderes als Bayern - und (teils) Calvinisten dazu?...Na, meinetwegen

                          Scherz beiseite. Das Gericht gibt's natürlich nicht nur in Bayern und nicht nur unter der Bezeichnung Böfflamott. Bei uns in der Schweiz ist das einfach ein "gespickter Rindsbraten"...
                          Zuletzt geändert von Tellensohn; 06.11.2014, 17:45.

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                          • #14
                            Ist Erlangen nicht die bayerische Hugenottenstadt?! Vor 1806 preußisch und davor Fürstentum Brandenburg-Ansbach.
                            Also ist das schon dagewesene brandenburgische, dann preußische Böfflamott durch Napoleon bayerisch gemacht worden. Stellt sich die Frage, ob das ehemals französische Boeuf à la mode als preußisches Böfflamott und dann als bayerisches Böfflamott anders geschmeckt hat.
                            Das könnten wohl die Offiziere Napoleons beantworten, wenn man sie noch befragen könnte.
                            J. S.

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