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Thema: Krankheiten Napoleons

  1. #21
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    Na ja - wenn er mit Blut bespritzt wurde (meine Napoleon-Aussage bei Gourgaud), waren da bestimmt auch kleine Hautteile und -fetzen mit Milben dabei. Und wenn die kleinen Tierchen ohne ihren Wirt einige Zeit überleben, so können einige auch beim Kleiderwechsel (Handschuhe beim Ladestock-Beitrag von Tiger) bei Napoleon heimisch geworden sein. Doch als medizinischer Laie kann ich mit dieser Argumentation niemand überzeugen (nur bin ich jetzt überzeugt, daß er nicht jahrelang die Krätze hatte), will damit auch nur eventuelle Wege aufzeigen. Interessanter wären da schon neue Quellen. Wenn ich wieder ZUgriff auf meine bescheidene Bibliothek habe (Mai) und ich daran denke, dann suche ein wenig danach (oder Tiger schreibt vorher schon etwas).
    Und das mit dem hineininterpretieren stimmt völlig. Für alle die sich damit beschäftigen - hier im Forum oder Ärzte, Historiker etc. Aber das doch auch nicht verdammenswert, eher befruchtend, wie es so schön heißt.

  2. #22
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    Find ich eher unbefruchtend, Bonaparte hatte eine gelbliche Hautfarbe vor dem 18. Brumaire, das könnte von einer Therapie mit Schröpflöpfen gegen Krätze kommen, denn Buonaprte hatte sich in Toulon die Krätze geholt, ist mir zuweit hergezogen.

  3. #23
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    Gehen wir doch mal logisch vor,

    Napoléon steht neben zwei Kanonieren, einer oder alle beide werden von einer Kugel zerfetzt und haben in diesem moment die Krätze.
    Napoléon bekommt Blutspritzer und Hautfetzen ab in der die Milben sitzen.
    Diese Milben fressen sich durch die Handschuhe oder die Uniform. Das sich am Ladestock Milben befanden, die sich dann auch durch die Handschuhe fressen mussten, ist auszuschliessen. Die Milben setzen sich nicht auf's Holz, da gibt es nichts zu fressen. Sie kommen nicht mal schnell unter der Haut heraus und sagen sich " Da ist ein Stück Holz, da setzen wir uns jetzt darauf und warten das da einer seine Finger darauf legt. "
    Die Hautfetzen könnten natürlich auch ins Gesicht Napoléons geflogen sein, doch glaube ich nicht das er sich dann nicht abgewischt hat.
    Achtung ! Diese Tierchen haben keinen Turbo im Hintern, es ist nicht so das Du eine Milbe siehst und 1 Std. später Krätze bekommst.
    Das braucht schon einbischen mehr Zeit, Napoléon hat sich sicher auch gewaschen falls es wirklich Blut und Hautfetzen abbekommen hat.
    Dann ist das Problem sowieso erledigt.
    Gelbliche Hautfarbe und Schröpfköpfe, könnte mir jemand den zusammenhang erklären, ich sehe da keinen und noch weniger einen mit Krätze.

    Ich sage es nocheinmal, Unlogisch, oder richtiger Unmöglich, an den Haaren herbeigezogen ist diese Geschichte.
    Hat Gourgaud das geschrieben als er mit Napoléon zerstritten war, um ihn schlecht zu machen ? ( Napoléon und sein fixe Idee lange und ausgiebig zu baden sind ja besstens bekannt ) Da würde Gourgaud das gegenteil aufzeigen, Napoléon wäscht sich nicht bis er die Krätze bekommt !

    Grüsse vom Voltigeur

  4. #24
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    Also die Krätze ist schon ganz schön ansteckend, ich habe ein paar Epidemien im Altersheimen mitgemacht wo dann sogar systemisch behandelt werden mußte - anders war die Krankheit nicht mehr unter Kontrolle zu kriegen, waren die Leute schlecht ernährt, dann auch sicherlich anfälliger für Krankheiten aller Art, unter den Soldaten war schon die Krätze teilweise sehr verbreitet - Preußen im Feldzug von 1792.

    Ich will auch gar nicht abstreiten dass es unmöglich gewesen sein wäre, dass Napoleon Bonaparte im Laufe seines Lebens sich mal Krätze eingefangen hätte, aber nicht in der Art und Weise wie es geschildert wird, nach dem Prinzip : Ich war dabei als sich Napoleon Bonaparte die Krätze einfing, das ist ja schon Wilder Westen.

  5. #25
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    Also - um eventuelle Mißverständnisse auszuräumen, HKDW, niemand sagte, irgendwer sei bei der Ansteckung dabei gewesen. Deshalb der letzte Satz ("Das sagte Napoleon zur Krätze"), das es ein Zitat von Napoleon sei, wiedergegeben von Gourgaud.
    Und nun zur neuen Quelle:
    Der allseits beliebte Jean Tulard in der Ullstein-Ausgabe:
    Am Ende jedes Kapitels gibt es Anmerkungen in den Rubriken Quellen, Literatur, Streitfragen und Deutsche Ausgaben. Unter Streitfragen S. 81 steht der bedeutungsvolle Satz:
    "In Toulon bekam Napoleon die Krätze (Helmerich, Le Secret de Napoleon, S. 138) unter ganz anderen - weniger heroischen - Umständen, als es das Memorial berichtet."
    Helmerich kenne ich nicht, kann seine Glaubwürdigkeit nicht einschätzen. Interessant ist schon, daß das Memorial also auch davon berichtet. Und wenn es von heroischen Umständen berichtet, deckt es sich plötzlich mit Gourgaud - in der Nähe getötete Kanoniere scheinen doch heroisch zu sein. Fakt ist - Gourgaud und das Memorial (Las Cases) schöpften aus derselben Quelle. Das sind Napoleons eigene Aussagen. Voltigeur, lügen beide? Oder lügt ihre Quelle Napoleon? Nur um zu zeigen, wie nahe er bei einer krepierenden Granate stand?
    Und nun etwas für Euren Standpunkt: Vincent Cronin berichtet nichts von der Krätze, obwohl er eigentlich sehr detailliert auf seine Person eingeht (Hutgröße, Größe des Geschlechts, Krankheiten etc.). Aber Corvisart sagt laut Voltigeur wohl auch nichts über die Krätze (wiegt schwer), und doch hat Napoleon selbst darüber berichtet.
    Das waren jetzt die einzigen Bücher, an die ich zurzeit herankam.

  6. #26
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    Standard Krankheiten Napoleons

    Hallo,
    vor kurzem habe ich ein Buch gelesen, daß einige Antworten auf diese Fragen gibt. Es ist von Anton Neumayr ,,Krankheiten grosser Diktatoren,, ,
    erschienen im Matrix-Verlag ,ISBN : 978-3-86539-124-7.
    Ich glaube, es ist z.Z. wieder erhältlich .
    Gruß Prévôt

  7. #27
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    Betreff Epilepsie bei Napoleon wird es sicher keine Beweise sondern eher Verdachtsmomente geben.Denn in dieser Zeit gab es weder ein modernes EEG(Elektroencephalogramm) noch andere Hightech von heute.Wie es aber in dem Vierteiler dargestellt wurde,hätte es auch ein sogenannter "komplex-fokaler Anfall" gewesen sein können.Denn Clavier(Napoleon) zeigte,das er kurzzeitig nicht orientiert war.Ob das aber nun auf wahre Überlieferung oder Schriften beruhte.
    Weiß ich nicht..Nur da ich von Berufs wegen damit zutun habe und auch mir das Thema "Napoleon hatte Epilepsie"so geschult wurde.In dieser Zeit war immer noch der große Krampfanfall(Grand mal) die genaueste Diagnose für Epilepsie bzw.Fallsucht.Und Epilepsie gilt nicht als Erbkrankheit.Sonst gäbe es bedeutend mehr Erkrankte allein in Deutschland.

  8. #28
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    Hallo,

    Talleyrand, der 1805 Zeuge von etwas gewesen ist, das unter Umständen eine Art epileptischer Anfall gewesen sein könnte - oder aber auch irgend etwas ganz anderes - schreibt in seinen Memoiren:

    "Il gémissait et il bavait, il avait des espèces de convulsions qui cessèrent au bout d'un quart d'heure..."

    Talleyrand behauptet allerdings nicht, Napoleon habe Epilepsie gehabt, er beschreibt nur, was er gesehen hat, was auch immer das war. Napoleons Kammerdiener Constant schreibt aber anscheinend in seinen Memoiren, Napoleon habe Epilepsie gehabt. Keine Ahnung, wie das einzuordnen ist.

    Schöne Grüße,
    Gnlwth

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