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Thema: Master and Commander RTL 05.07.08

  1. #11
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    Aber ohne Hut? Unmöglich. In der Schlacht vom Glorreichen 1. Juni 1794 wurde der Galionsfigur von HMS Brunswick, welche den Herzog darstellte, früh im Gefecht der Hut weggeschossen. Die Mannschaft hielt es offensichtlich für unangemessen, daß der Fürst im Angesicht des Feindes barhäuptig sei, und bat Kapitän Harvey, einen seiner Hüte als Ersatz holen zu lassen. Der Kapitän war einverstanden, und so wurde dem Herzog der Ersatzhut auf den Kopf genagelt (was vermutlich ziemlich putzig aussah, weil die Galionsfigur überlebensgroß war).
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  2. #12
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    Es geht nicht ums Aussehen wie aus dem Ei gepellt, die Mannschaften, wie auch Subalterne Offiziere die im Matsch biwakieren mußten sind am nächsten Tag auch nicht ohne Hut herumgerannt, oder ohne Kopfbedeckung, die Sitten waren damals schon anders nicht so verwahrlost wie heute, wo Leute auch in der Unterhose in die Kirche gehen.
    Geändert von HKDW (23.06.2008 um 20:46 Uhr)

  3. #13
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    Salut gnlwth,

    nur kurz eine Impression zum Thema rasieren:
    Bei einem Reenactement in Italien überkam mich die Idee, mich von einem Barbier rasieren zu lassen, was der auch tat: Folgendes habe ich gelernt:

    Es dauert ca 10-15 Minuten mit allem drum und dran.

    Es war die mit Sicherheit gründlichste Rasur meines Lebens

    Mit den Stoppeln hat gleichzeitig die obere Hautschicht einiges an Dicke eingebüßt, was danach weh tat. Nicht zu sprechen von Rasierwasser.

    Aber: Die Rasur war so gründlich, daß nach 2 Tagen immer noch keine Stoppeln zu sehen waren und erst am 3ten Tage ein Zustand zu beobachten war, wie nach einer modernen Rasur.
    2 Mal die Woche auf diese Weise rasiert reicht aus, mehr hält die Haut auch nicht aus.

    Cordialement

    Chasseur

  4. #14
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    Im Grunde war die Haar- und Barttracht im Einsatz relativ egal, nur auf dem Kopf musste irgendwas sein, und wenn es nur eine Nachtmütze war.

  5. #15
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    Guten Morgen,

    das mit den Kopfbedeckungen klingt logisch - Hüte lassen sich ja auf die verschiedenste Art und Weise am Kopf befestigen, so dass auch bei heftigem Sturm keine Gefahr droht, sie zu verlieren (und wenn, dann hat der Herr von Welty vermutlich noch mehrere Ersatzhüte).
    Es gibt einen Brief von Talleyrand an einen Freund, der ihm dabei geholfen hat, seine Sachen von Philadelphia nach New York zu verschiffen (als er im Sommer 1795 dort hinzog). In diesem Brief macht er sich vor allem Gedanken über seine Hüte, und weist seinen Freund an, bitte aufzupassen und dafür zu sorgen, dass die Mannschaft "nicht auf seinen Hüten herumliegt". Scheinen also eine ganze Menge gewesen zu sein, wenn eine ganze Schiffsbesatzung darauf bequem hätte machen können.

    Es ist ja auch noch gar nicht sooo lange her, dass Hüte noch zwingend zur Kleidung dazu gehörten - die Wichtigkeit solcher Dinge kommt uns nur heute so komisch vor, weil heute so gut wie niemand mehr Hut trägt. Das ist genau wie mit der Hygiene - man kann sich heute einfach nicht mehr vorstellen, dass sich jemand nur einmal im Jahr gewaschen haben sollte (wenn Ludwig der Vierzehnte sein jährliches Bad nahm, wurden die Kirchenglocken geläutet) - aber es war eben so. Gerade an so superheißen Sommertagen wie im Moment ist es mir schleierhaft, wie man sich wohlfühlen kann, wenn man wochenlang nichts als das Gesicht und die Füße wäscht, und wie die Leute damals gerochen haben, möchte ich mir lieber auch nicht vorstellen.


    Und ja, das mit der Rasur mit einem richtigen Rasiermesser habe ich auch schon öfter gehört. Scheint aber nichts für Leute mit schwachen Nerven zu sein (oder anwendbar bei hohem Seegang).

    Schönen Gruß,
    Gnlwth

  6. #16
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    Der Transport von Hüten ist auch ein interessantes Thema. Da gab es auch für Männerhüte die erstaunlichsten Behältnisse, z.B. für Zweispitze. Gerne wurde von Offizieren darin auch gleich anderes Zubehör wie Epauletten transportiert. Vermutlich hatte man davon auch mehrere, gute und alte, zur Auswahl. Gebrauchte Teile für den Alltag konnte man sicher von Kameraden erwerben, die ausschieden oder befördert worden waren. Mich würde sowieso mal interessieren, wie ein Offizier verfuhr, wenn er versetzt wurde. Musste der dann immer eine komplett neue Uniform anschaffen? Bei einigen Armeen war das relativ günstig, da brauchte man nur kleinere Details ändern, bei der Kavallerie dürfte das aber recht extrem gewesen sein.
    Mir ist natürlich klar, dass alte Uniformen von früheren Truppenteilen von den Offizieren aufgetragen wurden aber das dürfte doch nicht unbegrenzt geduldet worden sein, oder?

  7. #17
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    Bei der Hutfrage an Bord von Schiffen ist noch zu bedenken, daß die lichte Höhe unter Deck nicht gerade üppig bemessen war. Auf Linienschiffen oder Fregatten mag es noch möglich erscheinen, bei gewisser Vorsicht vor Decksbalken mit Hüten herumzuspazieren, aber bei kleineren Schiffen wie auch Surprise, erscheint der Hut im Batteriedeck ziemlich hinderlich, ebenso wie die Tschakos der Marineinfanterie.
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  8. #18
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    Salut,

    Schiffsdecks waren einfach niedrig zur Napoleonischen Zeit.
    Ich habe vor Jahren die "Victory" und vor kurzer Zeit die "Trinconmalee", eine Fregatte besichtigt.
    Auf der "Victory" konnte ich (186 cm lang) mich nur an ganz wenigen Plätzen gerade hinstellen ohne mir den Kopf zu zerbeulen, auf der Fregatte war es noch extremer.
    Meiner Meinung nach konnt man die gigantischen Zweispitze unter Deck gar nicht auf dem Kopf tragen, wenn man über 1,50 Meter groß war.

    Cordialement

    Chasseur

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