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Thema: Entfernung der Schützen zu Ihren Einheiten

  1. #1
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    Standard Entfernung der Schützen zu Ihren Einheiten

    Hallo Forum,

    wer hat zuverlässige Angaben, in welcher Entfernung Schützen vor ihren Linientruppen bei einer Schlacht agierten. Bitte dazu auch die Quellenangabe zum Nachlesen.

    Gruss Norbert
    Vive l' Empereur !

  2. #2
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    Ich habe irgendwann eine Zusammenstellung gemacht und kam auf einen Bereich von 300 bis 500 Schritt je nach Nation. Ein Teil der Quellen folgt:


    Grundzüge der Taktik der drei Waffen, Berlin 1833 (google books)
    400 Schritt

    Die Taktik der drei Waffen: Infanterie, Kavallerie und Artillerie, einzeln und verbunden im Geist der neueren Kriegsführung. Carl von Decker. (VRZ Verlag)
    300-400 Schritt vor der Avant Garde

    Exercier Reglemnet für die leichte Infanterie des herzoglich Brauschw. Corps (PDF weiss nicht mehr woher)
    Die Soutien 50-60 Schritt vor dem Bataillon und die Plänkler mindestens 100 Schritt vor den Soutiens.

    A Practical Guide for the Light Infantry Officer*, 1806 (google books)
    Spezifiziert unterschiedliche Entfernungen je nach Aufgabe zwischen 50 und 500 Fuß.

    Feldinstruktion für die Infanterie, Kavallerie und Artillerie, 1844 (google books)
    300 maximal 400 Schritte (600 Schritte für plänkelnde Kavallerie)

    Battle Studies Author: Colonel Charles-Jean-Jacques-Joseph Ardant du Picq (Download weiss nicht mehr woher aber leicht zu ergoogeln)
    Französischer Offizier nahm nicht an den Nap. Kriegen teil, aber seine Battle Studies gelten als Standardwerk.
    Bezeichnet einen Abstand über 600 Schritt als zu groß.

    http://www.napoleon-series.org/milit...sianskirm.html
    Russiche Plänkler etwa 300 Schritt.


    mfg
    SH

  3. #3
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    Bei Preußens gibt es keine festgelegte Entfernung. Es kam auf die Umstände an.
    Siehe auch das preussische Reglement von 1812, z. B. hier:

    http://www.kurmaerkische-landwehr.de...reglement.html

  4. #4
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    Danke an Euch beide,

    das sind präzise Angaben, die mir sehr weiterhelfen. Es geht mir um die Anwendung und Umsetzung in unseren Strategiespielen. Da es teilweise unterschiedliche Auffassungen gibt, kann ich das mal konkret belegen und ins Regelwerk einfliessen lassen.

    Tschüs

    Norbert
    Vive l' Empereur !

  5. #5
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    Zitat Zitat von brumbaer Beitrag anzeigen
    A Practical Guide for the Light Infantry Officer*, 1806 (google books)
    Spezifiziert unterschiedliche Entfernungen je nach Aufgabe zwischen 50 und 500 Fuß.
    Sind natürlich Schritt nicht Fuß

    mfg
    SH

  6. #6
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    Das Festmachen der Entfernung an vorgegebenen Schrittzahlen ist doch wieder ein schönes Beispiel von Revuetaktik.
    Die Entfernung der Plänkler bestimmte sich für den Schützenoffizier nach den Gegebenheiten, die durch zwei wesentliche Punkte bestimmt wurden:
    1. verhindern, dass feindliches Gewehrfeuer in die eigene Linieninfanterie kommt.
    2. sicher stellen, dass bei einem Angriff (Kavallerie)die eigene Linie wieder erreicht wird.
    Dazu kommen dann noch vorgefundenes Gelände, Grund der Plänkleraussstellung (Erkundung, Maskierung, Deckung von Aufmärschen) und der Gegner (Taktik, Infanterie, Kavallerie).
    Dann kann man sich das auch schön selber ausrechnen, wobei z.B. der Engländer mit seinen 50 - 500 Schritt die Grenzwerte festlegt.
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

  7. #7
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    Zitat Zitat von Da Capo Beitrag anzeigen
    Das Festmachen der Entfernung an vorgegebenen Schrittzahlen ist doch wieder ein schönes Beispiel von Revuetaktik.
    Das war die damalige Methode Entfernungen anzugeben. Das hat nichts mit Revuetaktiken zu tun. Die angegebenen Entfernungen (mit Ausnahme des Engländers) gelten für den Abstand Bataillons Linie - Schwärmlinie.
    Bei allen anderen Einsatzarten von Plänklern in der Schlacht braucht man (Spieltechnisch auf einer Ebene von Bataillonen) nicht zu reden, denn sie wurden mit vergleichbar kleinen Truppenstärken ausgeführt.

    Es ist anzunehmen, dass jeder Bataillons-/Regimentskommandeur ein paar Schritt mehr oder weniger verwendete und das es Situationen gab, wo es nicht passt, aber als Standardwert für den Abstand Bataillons Linie - Schwärmlinie dürfte dies durchaus realistisch sein. Davon abgesehen ist das Schätzen von Entfernungen auf den Schritt genau nicht jedermann gegeben.

    Die Entfernung der Plänkler bestimmte sich für den Schützenoffizier nach den Gegebenheiten, die durch zwei wesentliche Punkte bestimmt wurden:
    1. verhindern, dass feindliches Gewehrfeuer in die eigene Linieninfanterie kommt.
    Das ist nur eine Teilaufgabe.
    Die Aufgabe der Plänkler in Schwärmlinie in der Schlacht ist es:
    dem Gegner Verluste zuzufügen bei möglichst geringen eigenen Verlusten;
    dem Gegner Verluste zuzufügen ohne die eigene Haupttruppe zu binden;
    den Gegner über die eigenen Absichten im Unklaren zu lassen;
    gegnerische Plänkler zu bekämpfen;
    Auch wurden Plänkler in den Räumen zwischen Angriffskolonnen verwendet um diesen beim Vormarsch Feuerunterstützung zu geben.
    Hoffentlich habe ich in der Eile nichts vergesse . Wie das "n" zum Beispiel.

    Ging die Einheit "bewusst" in Feuerreichweite um selbst "Massenfeuer" auszuführen oder einen Bajonett-Angriff zu führen wurde die Schwärmlinie auf Bataillonsebene meist wieder in das Bataillon eingegliedert um dem "richtigen" Angriff so viel Stärke wie möglich zu verleihen.

    Wurde die Schwärmlinie von eigenständigen Einheiten geführt zogen sie sich in/durch die Lücken zwischen den Bataillonen zurück, denn sie sollten auch nicht zwischen dem Angreifer und dem Ziel stehen.

    2. sicher stellen, dass bei einem Angriff (Kavallerie)die eigene Linie wieder erreicht wird.
    Dafür gibt es die Soutiens. Die Plänkler fallen zuerst zu den Soutiens zurück, und bilden mit diesen ggf. die Karrees gegen Kavallerie.

    Dazu kommen dann noch vorgefundenes Gelände, Grund der Plänkleraussstellung (Erkundung, Maskierung, Deckung von Aufmärschen) und der Gegner (Taktik, Infanterie, Kavallerie).
    Dann kann man sich das auch schön selber ausrechnen, wobei z.B. der Engländer mit seinen 50 - 500 Schritt die Grenzwerte festlegt.
    So hatte ich die Frage nicht aufgefasst. Dass es keinen festen Abstand für alle Aufgaben des Schützen gab ist offensichtlich. Ich habe automatisch die Frage nach dem Abstand Bataillons Linie - Schwärmlinie angenommen, da die anderen Aufgaben nicht mit (bis zu) einem Drittel der Einheitenstärke vorgenommen wurde, Sonderfälle wie Waldgefechte usw. ausgenommen.

    Natürlich war ich nicht dabei und deshalb ist das Alles eine Wiedergabe von angelesen Dingen. IMHO passen die Dinge aber gut und scheinen in sich logisch.
    Und so wie ich die Frage interpretiere, ist eine Antwort von "42", Tschuldigung "300-400" Fuß als "Standardwert" vermutlich richtig.


    mfg
    SH

  8. #8
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    Ich habe nun doch auch für Sachsen Entfernungsangaben gefunden.
    Im „Unterricht für die Scharfschützen bey der Churfürstlich Sächsischen Infanterie“ von 1804 wird in § 29 angegeben: „… wobey der Grundsatz zu beobachtet wird, dass sich die Schützen gegen feindliche leichte Infanterie … höchstens 200 Schritte, und nur nach Maßgabe des Terrains weiter, gegen feindliche Kavallerie in den Ebenen aber nicht über 20 Schritte vom Bataillon entfernen.“
    Wenn der Feind in Schußweite ist, bist Du es auch. Vergiss dabei nie, dass Deine Waffe vom billigsten Anbieter stammt.

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