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Thema: Psychologie bzw. Psychopathologie Napoleon Bonaparte

  1. #21
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    auch auf der Couch sind solche Sachen wohl elend schwer, was auch das sehr häufige Versagen der Mediziner hinsichtlich Psyche zeigt.
    Das Gehirn ist halt sehr kompliziert - und mir kommt es machmal vor als Blinde von Blinden geführt werden.

  2. #22
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    Guten Abend,

    ja, vermutlich - es ist schwer genug, jemand anderem ins Hirn zu schauen (ob man die Freud'sche Psychoanalyse als solche akzeptiert, oder nicht), und es wird nicht leichter, wenn derjenige schon eine ganze Weile tot ist.

    Ein Beispiel, dass Unkenntnis der Gepflogenheiten und der Zeit zu falschen "Diagnosen' führt, ist meiner Meinung nach der Schluss, zu dem Dr. Edmund Bergler kommt, Talleyrand sei unbewusst homosexuell. Dazu kommt er nach Studium seines Verhältnisses zu Napoleon (zumindest wie es sich zu Beginn der Zusammenarbeit der beiden in beider Korrespondenz darstellte). Diese Briefe habe ich in ihrer Gesamtheit nie gelesen, aber ich habe oft über sie und Auszüge daraus gelesen. Ja, aus unserer heutigen Sicht liest sich das tatsächlich wie Liebesbriefe, und das ist natürlich irgendwie verwirrend, wenn man bedenkt, dass es sich um das Verhältnis von einem Außenminister zu einem General handelt.

    Ich glaube aber, dass man das Ganze so sehen muss: Talleyrand hat Napoleons Talent und Potential erkannt, er sieht in ihm den Mann der Zukunft, und zwar unter anderem auch seiner eigenen, persönlichen und beruflichen Zukunft. Deshalb kriecht er ihm nach allen Regeln der Kunst in den Allerwertesten - und zwar nach Regeln, die jemand für Kunst hält, der 1754 als Hochadeliger geboren wurde, und dessen Vorstellung von Diplomatie und Politik in den 80er Jahren des Achtzehnten Jahrhunderts in Versailles geprägt wurden.

    Die Form, die Formulierungen, die ganze Art und Weise dieser höfischen Schmeicheleien wirken auf uns heute befremdlich ("Auf den Knien meines Herzens...", "Ich umarme Sie und bin immer der Ihre", "Ich liebe Sie mit meiner ganze Seele",...) - das ist aber nicht unbewusste Homosexualität, sondern schlicht eine Form der Umgarnung, die uns heute eben fremd ist.

    In sofern unterliegen natürlich auch andere Deutungen solchen Fehleinschätzungen, die aus Unkenntnis der damals üblichen Konventionen resultieren.

    Hoffentich bald mehr - einen schönen Abend und beste Grüße,
    Gnlwth

  3. #23
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    Guten Morgen,

    nun, ich halte es für ziemlich ausgeschlossen, ein Napoleon gerecht werdendes Psychogramm zu erstellen. Und dies nicht nur, weil beinahe 200 Jahre ins Land gegangen sind, sondern auch, weil die Literatur zum Thema wirklich mehr als unübersichtlich ist, ein Interessierter sie nicht nur lesen sondern vor allem auch richtig einordnen müsste, wer hat wann was warum geschrieben, was auch bedeutet, dass die aussagende Person aus der Umgebung/Zeit Napoleons selbst eine eingehende Untersuchung erfahren müsste. Hinzu kommt, dass die Psychologie noch immer in den Kinderschuhen steckt ...

    Und so muss wohl auch ein Versuch scheitern, aus einem Briefwechsel eine unbewußte Homosexualität oder eine in den "Allerwertestenkriecherei" diagnostizieren zu wollen.

    Grüße
    excideuil
    Geändert von excideuil (07.01.2010 um 00:12 Uhr) Grund: Rechtschreibung

  4. #24
    Irene Hartlmayr ist offline Erfahrener Benutzer Capitaine
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    Standard Persoenlichkeit und Psychologie Napoleons

    Ich habe es gestern schon durchgegeben,es ist aber scheinbar nicht durchgegangen.
    Nochmal also:ich finde dass die Psychologie einer historischen Persoenlichkeit dem
    Lebenslauf erst die Form gibt.Das ist aber sehr schwierig da man ja nur auf unsichere Zeugenaussagen angewiesen ist.Was wollte einer wirklich und was wurde daraus?Ich
    moechte zu einer diesbezueglichen Diskussion anregen.
    Geändert von Irene Hartlmayr (09.04.2013 um 15:19 Uhr)

  5. #25
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    Hallo Irene,

    obwohl Psychohistory spannend ist, finde ich es sehr schwierig, Aussagen zu Psyche und Motive von verstorbenen Persönlichkeiten zu treffen, die verlässlich sind und nicht nur reine Spekulation. Je ferner man in der Geschichte zurück geht, desto stärker müssen auch Mentalitätsunterschiede zu heute beachtet werden. Die Glaubenswelt eines mittelalterlichen Menschen zu erfassen, erscheint mir beispielsweise in unserer säkularen Welt sehr schwierig.

    Sowohl die Zeugnisse Dritter wie auch die Äußerungen der betreffenden Person (beispielsweise zu Zielen und Erfolgen) selbst müssen quellenkritisch betrachtet werden. Beispiel Memoiren: Ein Großteil der Lebenserinnerungen berühmt-berüchtigter Persönlichkeiten zielt darauf ab, die eigene Sichtweise darzustellen, sich selbst ins beste Licht zu rücken und möglichst noch Gegnern eine reinzudrücken.

    Hast du eine bestimmte Person (Napoleon?) im Blick? Wie ist deine Sichtweise?

    lg, Charlotte Corday

  6. #26
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    Guten Morgen,

    im Prinzip gehe ich mit Charlotte Corday konform, dass es sicher unmöglich ist, wirklich die Psyche eines Menschen zu ergründen, der nicht nur schon lange tot ist, sondern auch noch in Zeiten gelebt hat, die uns Heutigen immer fremd bleiben werden - auch, wenn wir uns noch so sehr damit beschäftigen und noch so viel darüber wissen. Selbst bei den Lebenden ist es ja mitunter unmöglich, zu verstehen, wie sie wirklich ticken. Nur: das heißt nicht, dass man darüber nicht nachdenken soll oder darf, oder dass es gänzlich sinnlos ist, sich darüber Gedanken zu machen. Letzten Endes waren, sind und bleiben Menschen immer Menschen, und die Funktionsweise einer menschlichen Psyche als solcher war sicher vor 30000 Jahren kein bisschen anders als heute. Die kulturelle und gesellschaftliche Prägung war eine andere - aber die kann man ja versuchen, in Betracht zu ziehen.

    Übrigens gab es eine sehr ähnliche Diskussion hier vor einer langen Zeit schon einmal: Psychologie bzw. Psychopathologie Napoleon Bonaparte - Irene, vielleicht finden sich da noch Anknüpfungspunkte für die Diskussion?

    Viele Grüße,
    gnlwth

  7. #27
    Irene Hartlmayr ist offline Erfahrener Benutzer Capitaine
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    Standard Psychologie und Persoenlichkeit Napoleons

    Lieber Markus Stein!
    Danke fuer die Mitteilung.Es soll auch nicht das Thema geaendert werden ,sondern
    nur meine Erlaeuterung dazu,die modifizieren wollte,um es genauer zu beschreiben.
    Ausserdem hatte ich in einer anderen Rubrik,die nun nicht mehr aufrufbar ist(!!!!!)
    5 Fragen gestellt,zwecks genauerer Erfassung des Hauptthemas.!!!!!
    Ausserdem habe ich beim surfen eine mit meinem Namen gekennzeichnete Mit-
    teilung gefunden,die ich NICHT geschrieben hatte!!!!
    Es lebe die Elekttonik und der e-mail Salat.!!!!!!!

  8. #28
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    Eine Änderung des Beitrages ist ganz einfach => "Ändern" Button drücken und dann den Text modifizieren sowie am Schluss Speichern.

    Und Themen verschwinden nicht, außer sie sind nicht ausdrücklich erstellt worden.

    Was sonst im Netz außerhalb dieses Forums erscheint, hat auch nichts mit diesem Forum zu tun.

    Ich denke, Sie sollten in Ruhe hier die Funktionalitäten prüfen und vielleicht auch die Hilfe oben benutzen.

    Dies gehört jetzt nicht zum Thema ... bitte daher einfach Ihre weiteren Gedanken zum Thema als weiteren Beitrag anhängen.

    Markus Stein
    "Wenn wir geboren werden, weinen wir, weil wir diese große Narrenbühne betreten" (King Lear) ... jedem also sein ganz persönliches (Hof-) Narrenleben

  9. #29
    Irene Hartlmayr ist offline Erfahrener Benutzer Capitaine
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    Standard Gedanken zu Psychologie und Psychopathologie Napoleons.

    Nun,nachdem mir die Elektronik wieder einmal einen Streich gespielt hat,muss ich wieder
    von vorne anfangen:ich hatte um etwa 14:55 einen langen Beitrag verfasst,der dann ploetzlich abgesoffen und verschwunden ist.Also W.h.:Ich halte von den Unterstellungen
    der Psychoanalytiker garnichts,die zun lediglich ihre Lehrbuchtheorien an den Klienten
    sbarbeiten(egal ob tot oder lebendig),sie haben von normaler Psychologie keine Ahnung
    mehr-da sie selber nicht mehr normal denken koennen-und alles pathologisieren.Fuer
    Normalitaet gibt es in der Psychoanalyse sowieso keinen Begriff,schon garnicht in der
    Zeit als die Psychoanalyse entstand.Dies gilt fuer die Freudianer der ersten Stunde ganz
    bedonders,abrr fuer die Nachfolger genauso.Die laecherlichen Begriffe die damals entstanden spiegeln in erster Linie die Psychopathologien dieser Zeit wieder und sind
    nicht fuer alle Zeit und Zeiten gueltig.Das sind Spinnereien.
    Die vernuenftigen Betrachtungen von normal denkenden Menschen sind da hoeher zu
    bewerten,soferne man jemanden gut kennt ,kann man die Person halbwegs einschaetzen,
    mit einigem Fingerspitzengefuehl.Schwierig ist es immet.ABER es gab uu allen Zeiten gute
    Psychologen,Zeugnisse zu Napoleon gibt es genug,man muss halt abwaegen und vergleichen.etc.Meine Ideen dazu ein anderes Mal,Platz geht aus.!!!!!!!!

  10. #30
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    Standard Yorck v. Wartenburg: Napoleon als Feldherr

    Hallo zusammen,

    wenn ich auch meine 50 Cent dazu tun darf: Das Thema ist vielleicht länger in Bearbeitung, als es zunächst scheint. Einen - wie ich finde - ganz interessanten Beitrag zum "Psychogramm" Napoleons liefert:

    Yorck v. Wartenburg: Napoleon als Feldherr. Berlin: E. S. Mittler, 1885 (!)

    Für die Glücklichen unter uns auch via Google verfügbar
    http://books.google.de/books?id=5UYIAAAAQAAJ

    Gruß, Tom

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